Wer hat Erfahrungen mit Wärmepumpen?

Hallo,

wahrscheinlich werden wir in unser Haus eine Wärmepumpe einbauen. Ich favorisiere eine Sole-Wasser-Wärmepumpe. Aber unser Hausverkäufer schwört auf Luft-Wasser-Wärmepumpen, die ja in der Anschaffung wesentlich günstiger sind. Bin davon aber nicht so überzeugt. Wer hat da Erfahrungen?

Gruss

Tieto

Hi!

Ich favorisiere eine Sole-Wasser-Wärmepumpe. Aber
unser Hausverkäufer schwört auf Luft-Wasser-Wärmepumpen, die
ja in der Anschaffung wesentlich günstiger sind. Bin davon
aber nicht so überzeugt.

Generell läßt sich hier keine Aussage treffen. Jedes System hat seine Vor- und Nachteile, da auch jede Wärmequelle unterschiedliche Eigenschaften besitzt.
Es gibt somit keine grundsätzliche Aussage über ein System. Es muß je nach Wunsch und Applikation entschieden werden.
Arten:
Sole/Wasser Wärmepumpe
Luft/Wasser Wärmepumpe
Luft/Luft Wärmepumpe
Wasser/Wasser Wärmepumpe

Folgende Punkte sind bei der Frage, welche Ausführung man einsetzen möchte/kann, zu berücksichtigen:
-Verfügbarkeit, hohe Speicherfähigkeit, hohes Temp.-niveau, ausreichende Regeneration der Wärmequelle, Kosten der Erschliessung.

Wenn die Luft/Wasser Wärmepumpe über Außenluft eingesetzt wird, ergeben sich halt ein paar Vorteile. Zum einen entstehen nur sehr geringe Erschliessungskosten. Die Wärmequelle steht unbegrenzt zur Verfügung und muß nicht regeneriert werden. Auch ein wichtiger Vorteil: Es bedarf keiner Genehmigung.

Wird das Erdreich als Wärmequelle genutzt, entstehen halt höhere Anschaffungs- und Erschliessungskosten. Nicht überall kann so eine Anwendung realisiert werden. Erdkollektoren machen meist nur Sinn bei einem Neubau. Die anschließende Gartengestaltung muß(!) auf die Erdkollektoren abgestimmt werden. Ein Erdspieß verursacht hingegen hohe Kosten für die Bohrung und ist genehmigungspflichtig.

Gruß,
Stephan

PS: Hier noch etwas zum schmökern:
http://www.ochsner.de/

Hi !
So, hier wollte ich antworten…
Ich kann nur sagen das man da nichts pauschal sagen kann. :smile:
Wühle mich selbst schon seit letzten Oktober durch die verschiedensten Foren…aber es kommt immer auf den Einzelfall an und für welchen Zeitraum Du planst.

Grundsätzlich sind die LW-WP von den SW-WP was den COP betrifft nicht mehr sooo weit entfernt.

Ich bin gerade dabei eine LW-WP in Altbau Reiheneckhaus (1969) einzubauen.
Tip: Wir haben zum testen die alte Ölheizung auf max. Vorlauftemp. von 35-40 °C eingestellt ,Nachtabsenkung raus und so das Haus ohne Probleme übern Winter beheizen können.
Erst danach fiel die Entscheidung zur Wärmepumpe.

Wenn die vorhandene Heizkörperanlage über 40 oder sagen wir 45°C benötigt lohn sich WP nicht mehr. d.h.Wirkungszahl geht zu stark in Keller (egal ob Sole/Wasseroder Luft- WP).

Wollte zuerst auch Geothermie aber da wären 2 Sonden notwendig gewesen.
In unserem Fall besitzt das Haus wohl ein neues Dach , neue Fenster aber kein Vollwärmeschutz der Fassade, der aber sicher irgendwann kommt. Dann aber wäre eine der beiden Erdwärmesonden nicht mehr nötig d.h. wir hätten 7000 Euro nutzlos im Garten vergraben…

Darum kam die Luft-WP ins Spiel.
In unserm Fall eine Luft- Split anlage.

ACHTUNG ! Ich wollte zuerst einen deutschen Hersteller (Bartl) der Vertreter war seeehr skuril und ich habe von denen bis heute (trotz 3-maligem tel. Nachhaken und Versprechungen des Vertreters) kein Angebot bekommen.
Wir vermuten das der mit einigen Heizungsbauer gemeinsame Sache macht.
Ich lasse das Ganze nämlich von einem Flaschner ausführen da an der Heizung ja nichts verändert wird. Die Anlage wird sowieso vom WP-Hersteller inbetrieb genommen.

Auch ist das Bartl „Vorabangebot“ im Vergleich zu Ochsner extrem überteuert (fast 5000 Euro). Soll nicht heißen Finger weg von Bartl, sondern Vorsicht bei den Vertretern !!! Auf alle Fälle mehrere Angebote einholen.

Bestellt habe ich eine Ochsner Anlage weil mir deren Konzept besser gefällt und man durch die Warmwasserbereitung durch Abluft ausm Keller gleichzeitig die Kellerräume trocken hält.
Wir hatten da schon Probleme und somit einen zusatznutzen.

Das sind nur einige Punkte…

Google mal nach:

Jahresbericht_2005BFE_Effizienzsteigerung_Bestanlagen.pdf

und

Wärmepumpentestzentrum wpz Buchs

Das sind Herstellerunabhängige Aussagen und Du siehst wie wenige „wirkliche“ Hersteller es gibt.

Ciao
Jürgen

Hallo Tieto,

bin Dipl.-Ing. für Technische Gebäudeausrüstung mit Zusatzfach Kältemaschinen. Habe mir meine Heizungsanlage mit Wärmepumpe selbst konstruiert und eingebaut.
Ich empfehle Dir folgendes: Wasser-Wasser- Wärmepumpe mit Tiefenbohrungen und Wäretauscher aus PE-Trinkwasserleitungen. Nicht die Sole direkt verwenden, die Wasserzusammensetzung ist in den seltensten Fällen wirklich dafür geeignet. Die Tiefenbohrungen 50% überdimensionieren, dann erzielst Du eine höhere Rücklauftemperatur aus den Tiefenbohrungen und damit einen besseren Wirkungsgrad. Wenn die Bohrmaschine einmal auf dem Loch bohrt, ist es unerheblich, ob die noch ein bischen tiefer bohren. Ich kann Dir auch eine gute und günstige Bohrfirma empfehlen, dazu mail mich an.
ALLE Heizkörper weglassen (großer Handtuchtrockner im Bad geht, aber nicht wirklich zum Heizen, sondern zum Handtuchtrocknen und zur Verbesserung der Wohlfühltemperatur durch größere Strahlungsfläche.
ALLE Räume mit Fußbodenheizung mit höchstens 10cm Rohrabstand und mindestens 18mm Rohr (besser 20mm) ausrüsten. Dadurch verbessert sich der Wärmeübergang und Du kommst mit geringerer Vorlauftemperatur aus. meine Anlage läuft mit 38/32°C bei -16°C Aussentemperatur. Mit so einer Auslegung kommst Du auf Leistungszahlen, von denen Luft-Wärmepumpen nur träumen können. Ich schätze, daß eine Luft-Wärmepumpe nahezu die doppelte Jahresenergiemenge (Strom) benötigen würde. Für diese Auslegung ist eine exakte rechnerische Dimensionierung der Verteilerzuleitungen und der Heizungspumpe notwendig, über den Daumen wirds Mist.
Bei mir 110qm und 4 Personen, rund um die Uhr beheizt mit 22-24°C (meine Frau ist eine Frostbeule) und Warmwasser zu 100% mit der Wärmepumpe erzeugt. Dazu benötige ich etwa 6000kWh pro Jahr. Das entspricht 600 Liter Öl oder 600m³ Erdgas. Für Wärmepumpen gibt es Sondertarife für den Strom, etwa 8 Cent/kWh, wenn Du Dir über eine Zeitschaltuhr jeweils Früh und Abends die Spitzenlastzeit (ca. 1Stunde jeweils) sperren lässt.

Gruß
Tilo