Wer hat´s gesehen?

ich habe vor einiger zeit ein experiment im fernsehen mitverfolgt in dem eine gruppe jugendlicher (10-12 personen) sich ein einfaches Video ansehen mussten.
in diesem Video waren hauptsächlich 6 Basketball-spieler zu sehen die sich gegenseitig bälle zu warfen.die jugendlich mussten sich dieses video 5 min ansehen und die ballwechsel zählen
(war recht schwierig wegen der kamerabewegung und der eigenbewegung der spieler)
soweit nichts aussergwöhnliches! aber:
zwischendurch lief für wenige sekunden zusätzlich eine 7. person in das bild des videos.gekleidet wie ein Affe und machte typische bewegungen eines tieres und verschwand dann wieder (das spiel lief aber weiter!nach dem das video dann zu ende war fragte man alle ob ihnen etwas ungwöhnliches aufgefallen sei…und NIEMAND hat diese 7. person, die Wirklich auffällig war, gesehen!
erst als alle das viedo noch ein2.mal gesehen hab und nicht zählen bauchen haben sich alle fast totgelacht.
ist unser gehirn wirklich so leicht abzulenken oder hat das andere gründe?

Ich finde es eher ein Zeichen guter Konzentration, denn es wurde ja nach der Anzahl des Ballwechsels gefragt.

Somit war die eingeblendete Person ein Störfaktor und wurde deshalb gar nicht zur Kenntnis genommen.

gruß
rolf

Hallo!

Hier gibt`s noch mehr von der Sorte:
http://viscog.beckman.uiuc.edu/djs_lab/demos.html

Die Antwort ist ja - das Gehirn - bzw. unsere Aufmerksamkeit ist wirklich so leicht auf eine Sache zu lenken.
Unterbewusst nimmt man aber den Gorilla schon war.

Tschüss

Matthias

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

nette Übung
Hi,

es gibt noch eine nette Übung, die das unterstreicht. Man kann sogar daraus ablesen, dass das Gehirn „ärgerlich“ wird, wenn es abgelenkt wird.
Man gebe den Testpersonen eine mathematische Reihe, die sie leise vor sich „herbeten“ sollen, z.B. 7 , 77 , 777 , 7777 , 77777 (natürlich als Zahlwörter). Man kann auch sagen "9+9 ist 18 + 9 ist 27 + 9 ist 36 + 9 ist 45 usw. Wichtig ist dass man sich darauf konzentrieren muss.

Man kündigt den Testpersonen an, dass man zwischendurch insgesamt 3 Oberbegriffe nennt und die Testperson sich dazu sofort, und ohne nachzudenken einen Unterbegriff merken soll. Danach soll er sofort bei seiner Reihe weitermachen.
Beispiel kann sein : Moderator sagt „Automarke“ und die Testperson merkt sich sofort „Opel“ und rechnet weiter.

Nun gibt der Moderator das Startzeichen und die Testpersonen rechnen fleissig vor sich hin. Nach etwa 20 Sekunden sagt der Moderator den ersten Oberbegriff „Farbe“ , nach weiteren je 20 Sekunden dann noch die Begriffe „Werkzeug“ und „Musikinstrument“. Danach kann der Moderator den Test beenden und bittet die Probanden, ihre drei Begriffe auf einen Zettel zu schreiben.

Ich habe den Test schon mit vielen Leuten gemacht und habe zu 99% immer dasselbe Ergebnis bekommen : „Rot“ , „Hammer“ , „Geige“. Das sogar von Leuten, die Klavierspieler waren und wo Klavier eigentlich viel naheliegender gewesen wäre. Diese drei Dinge drücken (aus meiner laienpsychologischen Sicht) den Hass aus, den das Unterbewusstsein durch die Störung durchgemacht hat.

Gruss Hans-Jürgen
***

Hallo,

ich habe im Fernsehen (ich glaube, das war bei Clever) auch mal ein Experiment gesehen und anschließend auch ausprobiert, das stimmt wirklich.
Und zwar wie folgt:
zwischen einen Türrahmen stellen und mit beiden Armen fest gegen den Rahmen drücken, 30 Sekunden lang, danach einen Schrit vortreten, damit man sozusagen freisteht, und die Arme schweben wie von Zauberhand nach oben.
Die Erklärung war dann…ich muss es mit meinen Worten sinngemäß und vielleicht nicht so fachmännisch wiedergeben. Wenn das Gehirn eine Daueraufgabe… also pressen, pressen, pressen … bekommt, dann schaltet es sozusagen auf eine „Dauerfunktion“ ist die Aktion dann vorbei dann dauert es noch einige Sekunden, bis diese Information auch im Gehirn angelangt ist, deshalb schweben die Arme nach oben, ich hab es ausprobiert und ich fand es wirklich witzig.

Ein anderes Bsp. ist vielleicht auch, wenn ich im Supermarkt auf ein bestimmtes Bild z.b von Konserve gucke, z.b. ich suche Bohnen, dann fällt mir gar nicht auf, wenn da was nicht reinpasst in diese Warengruppe. Ich glaube das hat damit zu tun, dass das Gehirn programmiert ist und überflüssige Informationen nicht wahrnimmt.
Aber ich lasse mich da auch gerne belehren.

Gruß

Sarah

Ich habe den Test schon mit vielen Leuten gemacht und habe zu
99% immer dasselbe Ergebnis bekommen : „Rot“ , „Hammer“ ,
„Geige“. Das sogar von Leuten, die Klavierspieler waren und wo
Klavier eigentlich viel naheliegender gewesen wäre. Diese drei
Dinge drücken (aus meiner laienpsychologischen Sicht) den Hass
aus, den das Unterbewusstsein durch die Störung durchgemacht
hat.

Nein, mit Hass hat das nichts zu tun. Hammer ist das älteste Werkzeug (und das häufigste) der Welt, und Rot die wichtigste, die Signal-, die Warnfarbe und fällt darum sofort ein. Wie kommst du darauf, dass Geige etwas mit hass zu tun hat? wegen der lieblichen Geigenmusik in Schmalzfilmen? :wink:)

Der Test wurde übrigens kürzlich hier auf www gemacht (hmm, war es in den Plaudereien oder im denksport, jedenfalls ohne musikinstrument) und hielt der 99 % aussage nicht stand. Es gab einige abweichende Angaben.

Livia

ist unser gehirn wirklich so leicht abzulenken oder hat das
andere gründe?

Ich denke, es ist eben gar nicht leicht abzulenken, wenn man sich auf etwas konzentriert. ich habe den Film auch gesehen, und dachte auch daran, wie ich bei Beinah- oder auch Unfällen reagiere.

du stehst friedlich an einer kreuzung und siehst plötzlich, wie ein Auto zu schnell auf die Kreuzung oder den Vordermann zurast. Meist wird man aufmerksam, weil die Bremsen quietschen. Ich zumindest starre in diesem Moment völlig gebannt auf das Geschehen und man könnte mir wahrscheinlich die Hose vom hintern ziehen. Meine gesamte aufmerksamkeit ist auf diesen Ausschnitt (Kommt es zur katastrophe oder nicht? Wie soll ich reagieren?) reduziert.

Wenn da gleichzeitig ein Gorilla neben mir eine Banane isst, würde ich ihn sicher übersehen.

Livia

hallo.

Ich finde es eher ein Zeichen guter Konzentration, denn es
wurde ja nach der Anzahl des Ballwechsels gefragt.

Somit war die eingeblendete Person ein Störfaktor und wurde
deshalb gar nicht zur Kenntnis genommen.

am leistungsfähigsten wäre demnach jemand, der die ballwechsel korrekt mitzählt und trotzdem die siebte person sieht?

gruß

michael

am leistungsfähigsten wäre demnach jemand, der die ballwechsel
korrekt mitzählt und trotzdem die siebte person sieht?

Wie kommst du jetzt auf einmal auf Leistung und wie definierst du sie?

verwirrt,
Livia

Im Idealfall, JA.

gruß

am leistungsfähigsten wäre demnach jemand, der die ballwechsel
korrekt mitzählt und trotzdem die siebte person sieht?

Wie kommst du jetzt auf einmal auf Leistung und wie definierst
du sie?

leistung ist arbeit pro zeit. als arbeit könnte man in unserem fall definieren:

  1. zählen der ballkontakte
  2. durchsuchen des gesamten bildes nach veränderungen

wer alle ballkontakte regisitriert, ist gut. wer darüberhinaus auch noch die siebte person sieht, ist besser (= leistet mehr).
ok? :smile:

gruß

michael

Hi Basti,

da gibt es auch folgendes Experiment: Man gibt einer Versuchsperson eine dicke Zeitung und sagt, es sollen alle Bilder in der Zeitung gezählt werden. Dies wird die Versuchsperson denn auch tun. Unbeachtet bleibt dabei die fette Überschrift auf Seite 1 der Zeitung: „Sie brauchen nicht zu zählen! Diese Zeitung enthält 56 Bilder“.

Viele Grüße
Anna