ich lese gerade das Buch „Kristin Lavranstochter“ von Sigrid Undset. (Norwegen, Mittelalter…). Dieses Wort kommt in diesem Buch relativ oft vor. Ist es vielleicht eine Mätresse? Eine Hure? Eine Liebhaberin? Ist dieses Wort beleidigend für eine Frau?
Ich muss erwähnen, dass DE nicht meine Muttersprache ist. Dieses Wort habe ich nie gehört. Sogar im Wörterbuch gibt es nicht. Ich vermute, das ist ein veraltetes und ungebräuchliches Wort oder?..
ich lese gerade das Buch „Kristin Lavranstochter“ von Sigrid
Undset. (Norwegen, Mittelalter…). Dieses Wort kommt in
diesem Buch relativ oft vor. Ist es vielleicht eine Mätresse?
Eine Hure? Eine Liebhaberin? Ist dieses Wort beleidigend für
eine Frau?
Ich muss erwähnen, dass DE nicht meine Muttersprache ist.
Dieses Wort habe ich nie gehört. Sogar im Wörterbuch gibt es
nicht. Ich vermute, das ist ein veraltetes und
ungebräuchliches Wort oder?..
Hallo Tascha
Noch etwas gebraeuchlicher ist Nebenbuhler. Wenn zwei Maenner
dieselbe Frau umwerben, dann ist der eine aus des anderen Sicht ein
Nebenbuhler. Es gibt auch das Verb „um etwas buhlen“, womit man
meint, dass jemand sich um etwas bemueht. Als Redewendung gibt es „um
jemandens Gunst buhlen“, d.h. sich so benehmen, dass der Jemand dem
„Buhlenden“ guenstig gesonnen wird.
Und so ist schliesslich die Buhlerin eine Frau, die sich um einen
Mann bemueht, z.B. weil sie ihn heiraten will.
Gruss, Tychi
(Ich hoffe, ich habe in meiner Erklaerung keine Woerter verwendet,
die dir ebenfalls nicht bekannt sind. „umwerben“ und „gesonnen“ sind
ja auch nicht so alltaeglich. Im Zweifel nochmal nachfragen.)
ich lese gerade das Buch „Kristin Lavranstochter“ von Sigrid
Undset. (Norwegen, Mittelalter…). Dieses Wort kommt in
diesem Buch relativ oft vor. Ist es vielleicht eine Mätresse?
Eine Hure? Eine Liebhaberin? Ist dieses Wort beleidigend für
eine Frau?
Hure oder Dirne trifft es am ehesten.
Gruß
Edith
PS.: Übrigens spielt einmal im Jahr eine Buhlschaft eine große Rolle und zwar in Salzburg bei den Aufführungen von Jedermann.
Wenn Du hier http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cd2/drw/a/B185.htm
runterscrollst, findest Du noch einige Erklärungen zu Buhle, Buhlerin usw.
Finde ich nicht uninteressant, daß das Wort noch weitere (rechtliche?) Bedeutungen hat.
Hallo, Tascha,
zunächst ist „Buhle“ nichts anderes als eine Liebhaberin, Herzallerliebste. Aber im Laufe der Zeit erhielt das Wort eine abfällige Bedeutung, bis es schließlich mit „Hure“, „unkeusches Weib“ gleichgesetzt wurde.
Das Grimmsche Wörterbuch (in der Brettbeschreibung verlinkt) bietet folgenden Eintrag: BUHLE,BUHL [bule, bul], m. amator und amasia, mhd. buole (BEN. 1, 280b), mnl. boel (POTTER 1, 749. 755. 767), nnl. boel. kein ahd. puolo, ebenso wenig eine spur des worts im ags. und altn., engl. sagt man dafür lover, love, paramour. vocab. 1482 e 4a stellt neben einander bul auf hubscheit, amasius, bule ein unelich man, concubinarius; bule ein fraue auf hubscheit, amasia, bule ein unelich weip, concubinaria; concubina, ein bule, unkeusche person.
Ich frage mich, ob das Wort „Buhl, Buhle“ nicht etwa auf lat. puella, -ae zurückgeführt werden könnte? Kann das jemand bestätigen oder ausschließen?
Gruß
Eckard
Eine Hure ist der Wortbedeutung nach eine mietbare Gespielin. Aber die Dirne hat das gleiche Schicksal erlebt wie die Buhle: Sie war ursprünglich wertneutral und ist dann erst ins Pejorative gerutscht - wie beiläufig in anderem Zusammenhang auch die Jungfer .
Der Text des wunderschönen Volksliedes „Wohlan, die Zeit ist kommen“ dürfte aus dem 19. Jahrhundert stammen. Dort noch in allem Anstand zu finden „… schwört meiner Buhl’ die Treue, die mir die Liebste was …“
zunächst ist „Buhle“ nichts anderes als eine Liebhaberin,
Herzallerliebste.
Um genau zu sein, ist Buhle weitaus häufiger männlich und daher ein Geliebter, nicht eine Geliebte (geht auch aus dem Grimm hervor). Die weibliche Variante ist deutlich jünger und immer seltener geblieben. Später kamen dann die Ableitungen Buhler und Buhlerin auf, die die Geschlechtsunterscheidung ermöglichten.
Ich frage mich, ob das Wort „Buhl, Buhle“ nicht etwa auf lat.
puella, -ae zurückgeführt werden könnte? Kann das jemand
bestätigen oder ausschließen?
Eher nicht. Man vermutet eher eine Verwandtschaft zu „Bruder“, was auch besser zur ursprünglichen männlichen Bedeutung paßt.
Um genau zu sein, ist Buhle weitaus häufiger männlich und
daher ein Geliebter, nicht eine Geliebte (geht auch aus dem
Grimm hervor).
laut Benecke-Müller-Zarncke hat der „buole“ einen Bedeutungswandel erfahren:
" BUOLE… swm. der nahe verwandte, bruder, gatte, liebe freund. das wort in seiner übeln bedeutung kommt erst in der spätern sprache vor. Die h. Elisabeth nennt ihre nächsten verwandten buole Diut. … . – Auch eine frauensperson, in bezug auf den mann, mit welchem sie tanzt, heißt der buol, s. Schmid schwäb. wb. 105. http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…
Vgl. auch Grimm:
„3) buhle wurde ehmals aber, auszerhalb dem liebesverhältnis, in traulicher anrede oder zuschrift auch unter nahen verwandten, zumal vornehmer und fürstlicher geschlechter gebraucht, fast im sinne von bruder, schwager, vetter, liebde, oder wie wir heute mit freund oder lieber, trauter, liebes herz! anreden…“ http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…
Zur Herkunft schreibt Lexer:
„…im DWB. 2,501 wird versucht buole aus buobe zu deuten, eher ist mit WEIG. 1,192 die zu grunde liegende wurzel bal zu gr. φιλειν zu stellen. vgl. auch DIEF. 1,294;…“ http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…