Wer kann da helfen?

Hallo,

vielleicht kann mir hier jemand mit diesem Anliegen weiterhelfen:

Mein Bruder ist jetzt 37 jahre alt. Er ist mit seinem Leben nicht wirklich zufrieden. Als er 17 war, starb unsere Mutter, zu der er eine sehr enge Bindung hatte. Der Vater heiratete innerhalb desselben Jahres eine andere Frau, mit der mein Bruder nicht zurecht kam. Er musste ausziehen und urplötzlich sein Leben alleine bewältigen. Dazu kommt , dass er von seiten des Vaters genötigt wurde, Einzelhandelskaufmann zu lernen, was ihm überhaupt nicht liegt.

Jetzt will er sein Leben endlich neu ordnen und weiß nicht wo er anfangen soll.
Sein größtes Problem: Er kann seine Fähigkeiten nicht wirklich einschätzen und weiß selbst nicht, was er beruflich gerne machen würde.

Meine Frage:

Wo kann er im Raum Frankfurt Hilfe bekommen? Vielleicht so eine Art Coaching? Bezahlbar muss es natürlich auch sein.

Bin für jeden Tipp dankbar!

Viele Grüße,

Annette.

Ich hab nach dem Abi beim Arbeitsamt eine Art „Fähigkeitentest“ angeboten bekommen, fragt doch da mal nach… ansonten könnte ein Gespräch mit freunden helfen, nach dem Motto: Was denkst du kann ich

Hallo Annette,

Mein Bruder ist jetzt 37 jahre alt. Er ist mit seinem Leben
nicht wirklich zufrieden.

bin ich auch, aber zum Glück zufrieden - oder besser zufrieden (und) glücklich …

Als er 17 war, starb unsere Mutter,

zu der er eine sehr enge Bindung hatte. Der Vater heiratete
innerhalb desselben Jahres eine andere Frau, mit der mein
Bruder nicht zurecht kam. Er musste ausziehen und urplötzlich
sein Leben alleine bewältigen. Dazu kommt , dass er von seiten
des Vaters genötigt wurde, Einzelhandelskaufmann zu lernen,
was ihm überhaupt nicht liegt.

Hat er das abgeschlossen? Arbeitet er noch in diesem Beruf??

Jetzt will er sein Leben endlich neu ordnen und weiß nicht wo
er anfangen soll.

Bei sich ;o)

Sein größtes Problem: Er kann seine Fähigkeiten nicht wirklich
einschätzen und weiß selbst nicht, was er beruflich gerne
machen würde.

Dann gibt es eigentlich nur eines: er soll sehen, dass er das zum Beruf macht, was er gerne in der Freizeit macht, was ihm richtig Spass macht!

Einen Job heute zu finden ist sowieso sehr schwer, erst recht als jemand, der sich in diesem Alter beruflich noch mal neu orientiert. Da sollte man sich den Luxus erlauben, wenn auch schon das zu machen, wozu man Lust hat …

Meine Frage:
Wo kann er im Raum Frankfurt Hilfe bekommen? Vielleicht so
eine Art Coaching? Bezahlbar muss es natürlich auch sein.

Muss es denn Coaching sein??? Hat er oder Du selber keine kreativen Ideen, wie und wo er „reinschnuppern“ kann?

Wäre etwas Selbständiges etwas für ihn? Soll er mal bei Existenzgründungsseminaren reinschnuppern - so etwas bringt auch etwas , wenn man sich dann doch nicht selbständig macht …

Viel Erfolg

Zuerst probiert man es selbst
Hi Annette,

ich denke, so wie Deinem Bruder geht es ganz vielen Menschen irgendwann, auch wenn die Vorgeschichten ganz unterschiedlich aussehen mögen.

Jetzt will er sein Leben endlich neu ordnen und weiß nicht wo
er anfangen soll.

Lakonisch: Es fängt damit an, dass er sein Leben SELBST in die Hand nimmt.

Da das leichter gesagt als getan ist, unterstelle ich, dass es reichlich Literatur gibt, die einem die Orientierung ermöglicht/erleichtert.

Sein größtes Problem: Er kann seine Fähigkeiten nicht wirklich
einschätzen und weiß selbst nicht, was er beruflich gerne
machen würde.

Neben besagten „Fähigkeiten“ sollten m. E. bei der Planung des weiteren Lebens auch andere Aspekte berücksichtigt werden: Neigungen, Vorlieben, Interessen, Lebensumfeld, Lebensstandart, Lebensplanung usw. usf.

Diese Themen kann man bestimmt mit Begleitung durch einen guten Coach erarbeiten, aber ich habe aus Deinem Posting das Gefühl, Deine Bruder muss SELBST was machen und Verantwortung dafür übernehmen. Erst wenn er allein nicht weiterkommt oder kein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht, sollte fremde Hilfe in Anspruch genommen werden (By the way: Warum postet Du für ihn und nicht er selbst?).

Ich sehe bei Deinem Bruder ein wenig die Gefahr, dass an Vaters Stelle nun ein Coach gestellt werden soll - und der im Zweifel Schuld ist . . .

  • oT -
    Liebe Annette,

wenn er Dein Bruder ist, hattet ihr also die gleichen Eltern? Ergo auch die gleiche Rahmengeschichte? Aber DU packst Dein Leben, er nicht?

Ich finde es gut, wenn Du ihm helfen willst. Aber meinst Du nicht, dass das, was Du hier tust (beispielsweise), von IHM kommen müsste?

Aus welchen Gründen „hilfst“ Du ihm eigentlich? Sind es wirklich altruistische?

Fragt Jana

Hallo noch einmal…
und Danke für die bisherigen Antworten.

Zur Erläuterung erst einmal: Trotz gleichen Elternhauses sind wir grundverschieden. Dass ich mir Gedanken mache und hier poste, hat den Hintergrund, dass mein Bruder mich wiederholt um Rat fragt und ich keinen weiß.

Eine berufliche Selbständigkeit kommt für ihn nicht in Frage. Ich habe ihm geraten, sich auf seine Fähigkeiten testen zu lassen. Nach seinen Angaben macht das Arbeitsamt das nur bei Berufsanfängern. Er hat seine Ausbildung damals abgeschlossen und arbeitet seit fast 20 Jahren in einem großen Kaufhaus. Damit ist er von Anfang an total unzufrieden gewesen. Er hat eigentlich keine Hobbys, fährt aber leidenschaftlich gerne Auto und ist gerne alleine unterwegs.

Er selbst gibt an, unter einer sozialen Phobie zu leiden. Mittlerweile ist er total ausgepowert. Ich selbst habe immer in Berufen mit Kundenkontakt gearbeitet und weiß, dass es schon schwierig werden kann, wenn ich mal einen Tag mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden bin. Ich stelle es mir sehr schwierig vor, als Mensch mit einer sozialen Phobie in einem Kassiererteam in einem riesigen Kaufhaus zu arbeiten. Deshalb versuche ich ihm zu helfen, zumal er mich darum gebeten hat.

Vielleicht weiß ja noch jemand einen Rat, wie er wieder zu mehr Lebensqualität kommen kann.

Viele Grüße,

Annette.

hallo anette,

wenn er der ansicht ist eine soziale phopie zu haben, wäre das nicht der eigentliche ansatz? - eine therapie? - warum das pferd von hinten auf- zäumen?

LG
nina

2 „Gefällt mir“

Hi Annette

Er hat
eigentlich keine Hobbys, fährt aber leidenschaftlich gerne
Auto und ist gerne alleine unterwegs.

Das ist doch schon mal ein Ansatz! Wie wär’s dann, wenn er etwas als Lieferant suchen würde, wo er täglich mit dem Auto/Lieferwagen unterwegs sein könnte und trotzdem etwas Kontakt mit den zu Beliefernden hat?

Oder - wohl aber eher weniger wegen seiner Kontaktscheu - etwas im Aussendienst?

Vielleicht wäre aber erstmal so ein Test gar nicht schlecht … Alles weitere wird sich sicher ergeben.

LG
Moni :smile:

1 „Gefällt mir“

Soooo sieht das aus ! (o. w. T.)
Das trifft den Kopf auf den Nagel!

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich werde ihn noch mal ermutigen
Hallo,

eine Therapie macht er bereits. Und das Lustige ist: Ein Kollege hat ihn mal vor Jahren zu Schulungen beim AWD mitgenommen. Er schwärmte regelrecht davon und wollte dort komplett einsteigen. Leider hat er sich dann erzählen lassen, das sei nicht das Richtige. Ich habe ihm mittlerweile geraten, sich dort noch einmal über die genauen Konditionen zu informieren. Ich persönlich habe den Eindruck, dass er nur mit größeren Menschenansammlungen Probleme hat.

Tschüs erst mal und Danke,

Annette.