Hallo,
Ich versuche eine alten Bisschofsstuhl zu verkaufen. Und da steht ein Spruch drauf, der ich nicht lesen kann. (ich bin Hollaender !).
Wer kan mich sagen was da drauf steht ??
Grusse
Hier konnen sie sich das Bild ansehen.
Teile
Hallo Jan,
mir erschließt sich der Sinn nicht, wenn ich lese:
„Und sammelt unreinlich geglätteten Schrein
Die schimmernde Wolle den schneeigten Stein.“
Das t von Stein ist mir auch unsicher.
Andere Vorschläge?
Gruß,
Andreas
Hallo Jan,
dort steht:
Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
die schimmernde Wolke den schneeigten Lein.
Das ganze ist ein Zitat aus Schillers „Lied von der Glocke“.
http://de.wikisource.org/wiki/Das_Lied_von_der_Glock…, Zeile 129f.
Liebe Grüße
Immo
„Und sammelt unreinlich geglätteten Schrein
Die schimmernde Wolle den schneeigten Stein.“Andere Vorschläge?
„Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
Die schimmernde Wolle den schneeigten Sein.“
bin ziemlich sicher, das steht da so, aber was es heissen soll…
Die erste Zeile ist ja noch verständlich. Vielleicht ist dem Schnitzer auch bei Sein/Stein der Platz ausgegangen, aber Stein ergibt auch nicht mehr Sinn.
Gruss Reinhard
bewölkt
Hi Immo,
Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
die schimmernde Wolke den schneeigten Lein.Das ganze ist ein Zitat aus Schillers „Lied von der Glocke“.
Klar. Aber netter Tippfehler 
Gruß
Metapher
Wolle, nicht Wolke - o.w.T.
.
Allen danke sehr fur die Hilfe.
Also ein citat von Schillers „Lied von der Glocke“.
Aber kann jemand mich auch erklaren was das bedeutet ? (und dann gerne in ein Deutsch dass ich als Hollander auch verstehen kann)
Ganz einfach, Jan,
Was hebt man im Schnrak/ der Truhe auf? Kleidungs- und Wäschestücke aus Wolle und Leinen. Das Zitat bezieht sich auf die Tätigkeit der Hausfrau:
"Und drinnen waltet
Die züchtige Hausfrau,
Die Mutter der Kinder,
Und herrschet weise
Im häuslichen Kreise,
Und lehret die Mädchen
Und wehret den Knaben,
Und reget ohn’ Ende
Die fleißigen Hände,
Und mehrt den Gewinn
Mit ordnendem Sinn,
Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden,
Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden,
Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
Die schimmernde Wolle, den schneeigen Lein,
Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer,
Und ruhet nimmer.
Hallo Jan,
es gibt bestimmt Übersetzungen ins Niederländische dieses Werks von Schiller, und Du müsstest die Bedeutung der Zeilen finden. Am besten nicht in einer Nachdichtung (die sich reimt), sondern in einer sinngemäßen Übersetzung.
Vielleicht kannst Du hiermit schon mal etwas anfangen:
reinlich geglättet - sauber poliert, geschliffen ???
Schrein ~ Schrank, Kasten für Kleidung, Tücher
schneeigter Lein = schneeweißes Leinen
Grüße in die Nachbarschaft
Pit
Hallo Eckard,
soweit alles richtig - gibt es Ideen, was gerade diese Zeilen auf einem Bischofsstuhl verloren haben?
Bevor es bei mir klickte (wegen der Glocke) las ich übrigens „Bein“ statt „Lein“ und die assoziation von Schrein (=Sarg) und Gebeine kam mir in den Sinn (Mahnung der Vergänglichkeit). Okay: daneben!
Aber warum?
War der Bischof stolz auf die hausfräulichen Tätigkeiten seiner Mutter?
Oder doch als Metapher?
Man könnte bei „Lein“ natürlich auch das Totenhemd assoziieren.
Gruß
Elke
Allen danke sehr fur die Hilfe.
Also ein citat von Schillers „Lied von der Glocke“.
Aber kann jemand mich auch erklaren was das bedeutet ? (und
dann gerne in ein Deutsch dass ich als Hollander auch
verstehen kann)
Hallo JanH,
om de inschrift beter te verstaan hier de vertaling:
" en verzameld in de zuiver en gladde schrijn ( kast )
de glanzende wol van het sneeuwwit linnen "
groetjes
Nastaly
Hallo, Elke,
ich würde auf eine viel banalere Erklärung kommen: Es wurden Teile eines alten Schrankes zu einem Stuhl gefügt. Da der Schreiner wohl des Deutschen nicht mächtig war, hielt er die Inschrift (die zweifelsohne zu einem gutbürgerlichen Wäscheschrank des Biedermeier gehört) vielleicht für einen frommen Spruch.
Aber wir lehnen uns hier schon sehr weit aus dem Spekulationsfenster.
Gruß
Eckard
-)
Hi auch!
Du wirst lachen, es war kein Tippfehler, sondern ein Lesefehler. Bevor ich das Zitat fand, habe ich auf dem Stuhl immer „Wolke“ gelesen (vor allem, weil das Komma fehlt und ich einer Wolke zutraute, etwas zu sammeln - im Gegensatz zu der Wolle), ließ mich auch nicht davon abbringen, wenn in der der meinigen vorangegangenen Antwort und im Schillertext von „Wolle“ die Rede war - ich las weiter Wolke. Und hatte nicht die Muße, mir den gesamten Absatz durchzulesen, um herauszufinden, wer da nun eigentlich was sammelt.
Dies habe ich jetzt nachgeholt und mein Versäumnis ausgeglichen.
Liebe Grüße