Danke, Hanna
Entschuldigen mußt Du Dich nicht,
Manchmal geht Verständnis fehl.
Wenn in Wort, Gespräch, Gedicht,
ich mir einen Sinn erstehl.
Erst Sonett und nun Ballade,
laß uns durch die Träume streifen,
finden, ob in Reimtirade
Sinn und Frohsinn beide reifen.
***
Traumballade
Heute Nacht, im letzten Traum
Zwischen Dämmerung und Tag,
Streifte mich der Meeresschaum,
Als ich über Wolken lag.
Aus dem Schreien vieler Stimmen
Sah ich Gipfel, hoch und weiß.
„Diese Höh’n willst du erklimmen?“
Dacht ich. Und mir wurde heiß.
Und die Wolken wurden Berge,
Und die Lüfte wurden Meer.
Dort - des wilden Todes Scherge
Winkte düster zu mir her.
Hoch auf einer Felsenklippe
Saß ein pfeifend-munt’rer Narr,
Der auf einer hölz’nern Wippe
Tief im Spiel versunken war.
Auch ein Kind sah ich dort spielen,
Doch es war schon lange tot,
Und es gab den vielen, vielen
Andern Kindern sein Stück Brot.
Dann kam ich zu einer Wiese,
Wo ein Baum im Schlafe lag.
Unter’m Baume rief ein Riese
Nach dem langvermißten Tag.
Auch ein Zwerg traf auf den Riesen,
Sagte höflich seinen Gruß.
Für den Großen war’s erwiesen,
Daß der Kleine sterben muß.
Unermüdlich ging ich weiter,
Über Felsen, Wolken, Meer,
Manchmal traurig, doch meist heiter
Unbekanntem hinterher.
Und nach viel durchträumten Tagen,
Die ich in dem Land verbracht,
Kam Erschöpfung, mich zu plagen.
Über’m Himmel wurd’ es Nacht.
Müde legte ich mich nieder.
Schlummer stieg im Kopf hinauf.
Mit dem Schlafe kam es wieder:
Als ich einschlief, wacht’ ich auf.
***
Mit vielen Grüßen,
Auf unsich’ren Füßen,
die Nike