Wer kennt die 'Mondkuh'?

Hi@all!

Als ich noch kleiner/jünger war, wurden diese Fahrzeuge in unserer LPG eingesetzt. Wo gibts heutzutage Infos über diese Dinger? Wenn ich bei google nach „mondkuh“ suche, lande ich auf Flirtseiten u wenn ich nach „K-700“ (so lautete die Typ-Bezeichnung, wenn ich mich recht entsinne) suche, komm ich immer nur zu Sony-Ericsson :o(

Ich suche einfach nur nähere Infos zu den Fahrzeugen (Motorleistung/ allgemeine technische Daten). Ich weiss nur, dass sie wohl aus der Ukraine kamen, ursprünglich als Rakentenschlepper konzipiert waren u Rechtslenkung hatten. Sie lenkten auch nich wie ein PKW, sondern über ein Gelenk in der Mitte des Fahrzeuges.
Auf http://de.wikipedia.org/wiki/WF_Trac sind so ähnmliche Fahrzeuge abgebildet, aber die, die ich suche, gibts auch in „richtig gross“, nich solche Spielzeuge.

Gruss

Mutschy

Hallo,

Ich suche einfach nur nähere Infos zu den Fahrzeugen
(Motorleistung/ allgemeine technische Daten). Ich weiss nur,
dass sie wohl aus der Ukraine kamen, ursprünglich als
Rakentenschlepper konzipiert waren u Rechtslenkung hatten. Sie
lenkten auch nich wie ein PKW, sondern über ein Gelenk in der
Mitte des Fahrzeuges.

K-700A
Der K-700A hatte ein mechanisches Stufengetriebe mit 4 Vorwärts- und 2 Rückwärts- Gruppen, es waren 4 Gänge je Gruppe unter Last schaltbar, ohne daß der Kraftfluß unterbrochen wird. Bei Vorwärtsfahrt waren so Geschwindigkeitsstufen zwischen 2,11-30 km/h möglich. Der minimale spezifische Kraftstoffverbrauch lag bei 175 g/PSh.

Gruss

Mutschy

http://www.ddr-landmaschinen.de/grundseite.htm

mfg
W.

Hallo,

suche mal nach dem Hersteller Kirovec (Kirowec, Kirovets, Kirovez oder wie auch immer - kenne das Wort nur kyrillisch).

Die Bauform nennt sich übrigens Knicklenker.

Gab schon tolle Maschinen im Sozialismus. Ich reise gerne in Länder, in denen solche Gerätschaften noch herumfahren - da gibt es immer was zu sehen.

Grüße
formica

Hallo!

Ja, ich kenn die Fahrzeuge,
weil ein Freund von mir in der Landwirtschaftsgenossenschaft so einen K 700 fährt. Die Genossenschaft hat sogar noch 2 davon, und behält die auch, weil es zum Ackern bis heute nichts leistungsfähigeres gibt.

Der hat also normalerweise 220 PS, Eigengewicht ist 13 Tonnen. Vollhydraulischer Fahrantrieb, Knicklenkung. Zulässige Anhängelast ist 400!! Tonnen. Zugkraft bei der Feldarbeit ist 5 mP, also ca. 12 bis 15 Pflugscharren, mit dahinter angehängter Scheibenegge.

Der Motor stammt aus einem russischen LKW, und wurde mit einem Turbolader nachgerüstet. Der meines Bekannten wurde inzwischen auf 300 PS „hochgeregelt“.
Aber auch mit der serien-Motorisierung ist er immernoch das stärkste Zugfahrzeug. Es gibt zwar inzwischen Traktoren mit mehr PS, aber der K 700 bringt die Kraft durch sein viel höheres Eigengewicht und die clevere Achslastverteilung (Motor vor der Vorderachse) viel besser auf´s Feld.
Mit der Heckhydraulik werden normale Traktoren, die sich im Schlamm festgefahren haben, einfach herausgehoben. Und der 2 Traktor, der den erten rausziehen wollte, und ebenfalls feststeckt, wird gleich mit herausgezogen.

Wie schon vermutet, wurde das Gerät in der UdSSR zum Atomraketentransport entwickelt und erstmal auch nur dazu eingesetzt.
Da in der DDR die Landwirtschaft in den 70/80er Jahren immer weiter zu Grossbetrieben konzentriert wurde, mit so 4000 ha. Ackerland, wurde dringend ein starkes Zugfahrzeug benötigt, mit 5 mP Zugkraft wurde von der Bauernschaft gefordert.
Ursprünglich wollte man in der DDR selbst etwas entwickeln, hat dann aber diese Zugmaschine in der UdSSR gefunden.
Dann ist eine ganze Schaar Ingenieure aus der DDR dort hin gefahren, und hat das Gerät soweit umkonstruiert damit es erstmal für die Landwirtschaft einsetzbar, strassenverkehrszulässig und , ich sag mal, halbwegs brauchbar gemacht.
Importe aus der UdSSR waren für die DDR kein Problem.
Man hat also vorhandene Produktionsanlagen im Ausland genutzt, das benötigte Produkt für die eigenen Bedürfnisse umkonstruiert, und billig aus dem Ausland gekauft. Genauso wie man es heutzutage macht…

Wenn Du Dich genauso wie ich für solche Sachen interessierst, könnte ich Dir

  1. mein neu erworbenes Buch „Landmaschinenbau der DDR, Kader, Pläne, Kombinate“ leihweise zusenden.
  2. Dich nächstes Jahr mal zu einem gemeinsamen Besuch des „Deutschen Landwirtschaftsmuseum für Mitteldeutschland 1945-1990, Blankenhain“ einladen, das ist 30 km von mir. Echt gigantisch, wo ich letztes Jahr mal dort war, da reicht ein Tag eigentlich garnicht. Und die haben inzwischen noch erweitert.
  3. Könnte ich eine Besichtigung und ev. sogar eine Probefahrt mit dem
    K 700 organisieren.

Grüße, Steffen!

Danke an alle (owT)
.