Also haben Sie vor dem Produkt „Versicherung“ Vorbehalte.
Yep. Was aber auch nicht schlimm ist.
In Deutschland sparen Millionen Menschen Geld in
Versicherungen an…
was nicht gleichbedeutend mit der Sinnhaftigkeit ist.
…und alle müssen mit dem Risiko schwankender
Erträge leben.
Müssen die tatsächlich? Oder haben die nie eine andere Alternative bekommen?
Es gibt unzählige Leute, die die
Darlehenstilgung ihres Hauses mit einer Versicherung erledigen
möchten und da sagt niemand etwas dagegen.
Doch, es ist Unsinn. Zumindest für Privatinvestoren. Bei Vermietung kann man da Vorteile sehen, wobei auch hier Einige ganz schön tief in die Tasche greifen mussten.
Na, so legt man sein Geld besonders sicher (und besonders
ertragsarm) an… Was meinen Sie denn, was eine geeignete
Anlage für konservative Menschen ist, wenn man Sparbuch und
Versicherungen außen vor läßt?
Wie macht es denn die Versicherung? Genau so kann es der Kleinanleger auch machen. Ein ganz normales Fondsdepot, mit der Auswahl der Assets kann eine konservative, dynamische oder spekulative Richtung bestimmt werden. Und zum großen Glück: man ist flexibel, zahlt nur das, was man in Anspruch nimmt und wenn es in Anspruch genommen wird.
Der Häuslebauer hat das gleiche Problem. Ihre Bauchschmerzen
liegen m.E. nicht bei der Versicherung. Sie wollen kein
Darlehen aufnehmen, weil Sie kein Vertrauen in die Zukunft
haben. Aber wer keine Risiken eingeht, der kann auch nichts
gewinnen.
Ich bin der letzte, der von Finanzierungen abrät. Wäre ja dann selbst ohne Einkommen.
Aber ich sehe das Problem in der Substanz. Wer Aktien auf Pump kauft, lebt gefährlich, kann aber auch richtig Gewinn einfahren. Vorausgesetzt, man wird nicht gierig und vergisst nicht, dass der Kreditgeber irgendwann sein Geld zurück haben möchte. Und dieser Termin ist fix, der Trend nicht.
Warum? Die Frage kann nur heute beurteilt werden. Wollte man
später eine Beurteilung rückwirkend vornehmen, dann müsste der
Steuerpflichtige heute in die Zukunft gucken können um zu
wissen, wie die Beurteilung ausfallen wird. Das kann man nun
wirklich nicht erwarten. So geht das nicht.
Keiner erwartet, dass man in die Zukunft schauen kann. Aber man sollte sich mit möglichen Gefahren auseinander setzen.
HEUTE ist eine Überschußprognose (das Wort Prognose sagt
schon: keine Garantie) vorzunehmen. Ist die positiv, sind die
Kosten Werbungskosten. Aber wie ich schon sagte: darauf kommt
es aktuell fast nicht mehr an.
Meine Bedenken: liegt der Zinssatz der Finanzierung über der derzeitigen Prognose, wird das FA mit Recht eine Gewinnerzielungsabsicht infrage stellen. Ohne diese Gewinnerzielungsabsicht aber besteht Gefahr, dass Werbungskosten zu normalen kosten werden, weil diese Gewinnerzielungsabsicht nun mal Merkmal eines Unternehmens ist.
Unterstellt das FA nun, dass die einzige Gewinnhoffnung in der Steuererstattung liegt, wird diese möglicherweise gestrichen. Und diese Gefahr lauert in der Zukunft und ist heute vielleicht noch gar nicht akut. Und das große Problem könnte eintreten, wenn der Sparer oder Kreditnehmer für einige Zeit nicht mehr kann. Der Depotsparer macht eben Pause, der Schneerentensparer hat möglicherweise ein Tilgungsproblem.
Die Zinsen werden festgeschrieben und sind bekannt. Für die
Erträge sind die Zahlen anzunehmen, die der Versicherer heute
angibt. Einen anderen Anhaltspunkt gibt es nicht. Die Zahlen
sind im übrigen vom BaFin genehmigt und man wird vom Finanzamt
wohl nicht unterstellen, daß das BaFin keine Ahnung habe. Es
dürfen nämlich nur Werte prognostiziert weden, die in der
Vergangenheit erbracht werden konnten.
Was genau hat die BaFin genehmigt? Gibt es darüber was zu lesen?
Die BaFin hat auch geschlossene Fonds genehmigt, deren Steuererstattungen aber dann rückwirkend gestrichen wurden. Nicht alle Genehmigungen der BaFin sind das, wonach sie aussehen.
Beispielsweise durch den Zinseszinseffekt. Durch den
Zinseszins ergibt sich ein relativ hoher Ertrag. Im
steuerlichen Bereich gilt aber das Nominalwertprinzip, danach
werden nur die absoluten jährlichen Zahlen berücksichtigt. Das
Thema ist etwas komplex, aber ein Totalüberschuß läßt sich oft
auch dann prognostizieren, wenn die Habenzinsen unter den
Kosten liegen.
Das eben muss man konkret nachrechnen. Gegen den Zinseszinseffekt sprechen die vielen Zinszahlungen, die für den Kredit aufzubringen waren. Kann sein, dass es gut geht. Was wenn nicht?
Das Geld, was ich als Darlehen aufnehme und in Versicherungen
einzahle, bekomme ich von den Versicherungen in jedem Fall
auch zurück. Es geht also nicht um Kapitalverlust, sondern nur
um die Frage, wie hoch meine Erträge im Vergleich zu den
Ausgaben sind. Und dabei sind dann steuerliche Themen (oft zu
Gunsten) mit zu berücksichtigen.
Das Problem ist nicht die Annahme, dass es oft gut geht, sondern die Variante, was passieren kann, wenn es eben nicht wie so oft gut geht.