Wer kennt interessante Klosterbibliotheken?

Hallo zusammen,

wahrscheinlich ein recht außergewöhnliches Thema: ich muss mich beruflich mit dem Thema Klosterbibliotheken beschäftigen und der dort vertretenen Literatur. Hat jemand schonmal eine solche Klosterbibliothek besucht? Ich habe heute mit der Recherche begonnen, die Klosterbibliothek im Stift Admont in Österreich soll nach eigenen Angaben die größte der Welt sein - mehr als 200.000 Titel soll es dort geben. Falls jemand Infos zu dem Thema hat oder sogar schon mal im Stift Admont war (in dem Kloster kann man wohl auch gut länger bleiben), oder Erfahrungen aus einer anderen Klosterbibliothek beitragen kann, wäre das toll. Denn evtl. möchte ich eine solche dann in Kürze besuchen…sind dort alle Bücher ganz normal zugänglich? Gibt es bestimmte Spielregeln vor Ort?

Danke

Gromlord

Hallo,

da fällt mir spontan diejenige in Melk ein:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stift_Melk

SEHR beeindruckend. Zugang zu den Büchern nur nach Absprache, aber das ist üblich.

Gruß

Bona

Hallo, Gromlord,

da steht an erster Stelle die von St. Gallen.
Wer die nicht sah, weiß nichts von Bibliotheken!

Dort findet sich der Abrogans, der Idealplan eines Klosters, eine Nibelungenhandschrift, um nur drei zu nennen!

Und die Räume! Die Dekoration! Das Inventar!
Allererste Sahne.
Nicht zu vergessen: St. Blasien und St. Peter im Schwarzwald.

In Bad Schussenried wurden die Bücher verschleudert, aber die Räume sich immer noch prächtig.
So auch in Salem.

Geht hin und schaut!
Gruß Fritz

Guten Morgen,

weder groß noch prächtig, auch keine Kloster-, sondern eine Kirchenbibliothek, aber wegen ihrer Bedeutung für die Geschichte des reformierten Protestantismus vielleicht eine Fußnote wert: die Johannes a Lasco - Bibliothek (JALB) in Emden.
Neben anderen Schätzen werden dort z.B. Bücher aus der Bibliothek des Erasmus von Rotterdam aufbewahrt.
http://www.jalb.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_%C3%A1_Lasco-B…

[Ja, auch in Ostfriesland gibt’s Kultur :wink:]

Grüße von der sonnigen Nordseeküste
Pit

Die wichtigsten Klosterbibliotheken

Hallo, Gromlord

St. Gallen (ch), Einsiedeln (ch)

Waldsassen (de), Wiblingen (de), Schussenried (de)

Österreich:
http://www.klosterbibliotheken.at/

Gruss
Adam

Schussenried: Hülle ohne Kern
Servus Adam,

betreffend die Klosterbibliothek in Schussenried, in deren Nachbarschaft ich etwa 18 Jahre lang gelebt habe, kann ich Dir versichern:

Es befindet sich kein einziges Buch mehr in den Schränken.

Insofern ist dieser Bibliothekssaal, der zusammen mit seinen Schwestern Wiblingen und St. Gallen sicher bauhistorisch zu den wichtigen aus dem 18. Jahrhundert gehört, für den Fragesteller, der sich ja für die Bibliotheken in ihrer eigentlichen Funktion interessiert, weitgehend wertlos.

Als das säkularisierte Prämonstratenserkloster Schussenried, vorübergehend als Entschädigung für verlorene linksrheinische Gebiete von der Familie von Sternberg-Manderscheid besessen, schließlich an das Königreich Württemberg fiel, wurde der Bestand der Bibliothek teils versteigert, teils befindet er sich zerstreut heute in Stuttgart und Tübingen, vieles ist auf den Transporten irgendwo auf der Alb verschütt gegangen, einige wenige Bände sind dann im XX. Jahrhundert wieder nach Schussenried gelangt.

Ende des XIX. Jahrhunderts und während des XX. diente der Saal nicht nur als Gottesdienstraum für die Patienten der in dem ehemaligen Kloster untergebrachten Psychiatrie und auch für die kleine evangelische Gemeinde in Schussenried, sondern es war dort auch eine kleine Bibliothek für die Patienten untergebracht. Die hat aber mit dem Bestand des Prämonstratenserklosters nichts weiter zu tun.

Für Wiblingen - das dortige Kloster wurde bis zum Ende des II. Weltkriegs als Kaserne, dann als Flüchtlingsunterkunft, seither für allerlei öffentliche Aufgaben genutzt, gilt ähnliches. Dort scheinen kleine Reste des früheren Bestandes wieder untergebracht zu sein.

Vergleichbares geschah mit allen Beständen der Bibliotheken säkularisierter Klöster. Selbst die heute wohl wichtigste Klosterbibliothek in Deutschland, die des Benediktinerklosters Beuron, hat heute in ihrem Bestand von wohl 400.000 Bänden grad einmal 200 Bände, die sich zum Zeitpunkt der Säkularisation dort befunden haben.

  • Für Einzelheiten betreffend die Bibliothessäle in Schussenried und Wiblingen empfehle ich die antiquarisch erhältlichen Büchlein, die mein Vater Johannes May dazu geschrieben hat.

Schöne Grüße

MM

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Hallo Gromlord,

wahrscheinlich ein recht außergewöhnliches Thema: ich muss
mich beruflich mit dem Thema Klosterbibliotheken beschäftigen
und der dort vertretenen Literatur.

Zur Vorbereitung und für unterwegs empfehle ich dir zum Thema dieses Buch:
Edgar Lehmann: Die Bibliotheksräume der deutschen Klöster in der Zeit des Barock. Berlin: Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft 1996, ISBN 3-87157-172-5 Buch anschauen
http://www.bsz-bw.de/depot/media/3400000/3421000/342…

Viele Grüße
Marvin

Hallo zusammen,

wahrscheinlich ein recht außergewöhnliches Thema: ich muss
mich beruflich mit dem Thema Klosterbibliotheken beschäftigen
und der dort vertretenen Literatur.

Frage: um welche Zeit dreht es sich bei Deinem Thema? Mittelalterliche Klosterbibliotheken funktionieren anders als barocke oder heutige…

ich
Hi,

hier, gleich um die Ecke:
http://www.st.gallen-bodensee.ch/de/navpage-CultureS…

Das wars - toller gehts nicht.

Gruss
Ray