Hallo Aloisius
Hallo Uwi, danke für die Antwort. Aber ich glaube Du meinst etwas anderes. Das Bild ist von der Größe her o.k., also formatfüllend. Aber wenn man näher an den Fernseher rangeht, wird das Bild grob-pixelig, weil die ankommenden 500 (??)
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Zeilen auf die möglichen 1080 Zeilen verteilt werden. Der Upscaler soll dafür sorgen, dass tatsächlich 1080 Zeilen am Fernseher ankommen (natürlich nur künstlich hochgerechnet, nicht - wie bei blue ray - tatsächliche 1080 Zeilen). Hört sich kompliziert an, soll aber klappen - wenn man das richtige Gerät hat. Aber was ich bisher im Internet gefunden habe, sind extrem teure high-end-Geräte…
Wie soll denn das funktionieren?
Um Vergleiche anstellen zu können, muss man erst mal ein paar Festlegungen treffen.
- Gehen wir einmal von einem konventionellen 600-Zeilen-Bild aus.
- Gehen wir weiter von dem konventionellen 4:3-Bildformat aus.
- Gehen wir weiter davon aus, dass ein Bildpunkt in horizontaler Richtung die gleichen Abmessungen hat wie in vertikaler Richtung (stimmt nur näherungsweise, aber für diesen Vergleich ist die Annahme brauchbar).
Dann haben wir in vertikaler Richtung 600 Bildpunkte (Pixel) und in horizontaler Richtung 600/3*4=800 Bildpunkte. Also insgesamt 600*800=480000 Bildpunkte. Und mehr Information enthält das konventionelle Fernsehbild nicht.
Der HD-fähige Bildschirm kann bei gleichem Bildformat 1080*1440=1555200 Bildpunkte darstellen. Also die 3,24fache Anzahl. Aber so viele Bildinformationen stehen ihm aus dem konventionellen Bild gar nicht zur Verfügung. Der „Upscaler“ soll also aus einem Pixel ‚Information‘ drei Pixel ‚Bild‘ „erfinden“. Dafür muss er sich die Übergänge zwischen den Pixeln „aus den Fingern saugen“. Er müsste, um Deinen Ansprüchen zu genügen, z.B. Bilddetails, welche auf Grund des relativ groben Rasters im konventionellen Bild verloren gehen, wieder sinnvoll dazu erfinden.
Nimm z.B. das Bild einer Möwe im Flug. Im HDTV würdest Du die Feinstruktur einer Schwanzfeder gerade noch erkennen können, während das im konventionellen TV-Bild bei gleichem Bildausschnitt nicht möglich wäre. Du würdest nur eine helle Fläche wahrnehmen.
Und jetzt bekommt der „Upscaler“, der persönlich noch nie Bekanntschaft mit einer Möwe geschlossen hat, ja, nicht einmal weiß, was eine Möwe z.B. von einem Airbus oder von einem Fabrikschornstein unterscheidet, die konventionellen Bildinformationen zur Darstellung einer Möwenfeder zum „upscalen“. Woher soll er wissen, welche Bilddetails er erfinden soll (und ob er überhaupt welche erfinden soll).
Du kannst dieses Problem studieren, wenn Du ein Bild einer Digitalkamera mit einem Grafikprogramm (ich benutze da PAINT.NET) einmal auf Bildschirmgröße, z.B. 1280x1024 Pixel verkleinerst. Dieses Bild ist die Grundlage unseres Versuchs. Es entspricht in unserem Beispiel dem HDTV-Bild.
Um ein dem konventionellen TV-Bild entsprechendes Bild zu erhalten, verkleinerst Du dieses Bild noch einmal auf 640x512 Pixel.
Wenn Du dieses Bild wieder per Grafikprogramm auf das Format des „HDTV-Bildschirms“ (1280x1024) vergrößerst (das ist das, was Dein Fernseher im Moment tut) wirst Du feststellen, dass das Bild gegenüber dem „HDTV-Musterbild“ viel unschärfer ist.
Nun enthält jedes einigermaßen brauchbare Grafikprogramm Funktionen zum „Verbessern“ des Bildes, so wie sie der Upscaler auch enthält (enthalten soll). Eine dieser Funktionen heißt „schärfen“. Damit soll die Bildschärfe erhöht werden. Spiel jetzt mal mit dieser Funktion – Du wirst in den meisten Fällen sehen, dass das Ergebnis, verglichen mit dem Musterbild, unbefriedigend ist.
Um das Gesagte noch einmal zusammenzufassen:
Du erwartest von einem Upscaler, dass er Bildinformationen liefert, die im ursprünglichen Bild nicht (mehr) vorhanden sind. Das funktioniert nicht.
Gruß
merimies
PS
Alle die klugen Leute, denen natürlich sofort auffällt, dass ich mit den Bildformaten etwas frei umgegangen bin – das ist mir bewusst. Aber ich bin der Meinung, dass es für dieses Beispiel reicht und darum habe ich mir die Recherche nach genauen Zahlen erspart. Ich erwarte schließlich nicht, für diese Arbeit den Doktortitel verliehen zu bekommen.