Wer lag in der Vergangenheit richtig?

Es gibt doch so viele Experten. Die einen empfehlen zur Zeit Rohstoffe, Gold, andere empfehlen Anlage in Asien. Einige empfehlen Aktien in USA, andere warnen eindringlich davor. Viele sind optimistisch, einige euphorisch, manche sehr pessimistisch. Wem kann man glauben, wer hat recht. Es kommen in Fernsehsendungen (n-tv usw.)und Fachzeitschriften, Internet immer wieder die selben Experten, die ihre Meinungen und „Vorhersagen“ kundtun.Gibt es eigentlich eine objektive Stelle (Fachzeitschrift o.ä.) die einmal eine Trefferquote der Experten ermittelt hat? Welche lagen in der Vergangenheit oft richtig, wer hat die großen Crash’s vorausgesagt? (Im nachhinein viele, aber wie war es tatsächlich? Kann man das irgendwo nachlesen?
Klaus

Hallo,

vergiß es. Da gibt es wohl viele Antworten, denn es ist ja schon davon abhängig, welchen Zeitraum Du meinst.

Die Experten: wer wirklich schlau wäre/ist, gibt keine Tips im Fernsehen ab, sondern hat seine Millionen sicher und macht sich schöne Tage, dort wo es ihm gefällt. Ist jedenfalls meine Meinung, und es sind bestimmt nicht so viele, die sehr viel an der Börse verdient haben (Millionär geworden sind).

Ich will hier nicht die Finanzexperten schlecht machen, wie z. B. Ivo und Exc und Christian hier in diesem Board. Aber deren Wissen ist fachlicher Natur, sie werden Dir auch nicht sagen können, wie Du morgen aus 2000 Euro 100.000 in einem Tag machst.

Wenn die Frage einfach zu beantworten wäre, würde sich jeder an diese Experten „hängen“, also ihre Handelsstrategie kopieren. Da funktioniert aber nicht.

Vielleicht sehe andere das nicht so, ist nur meine Meinung.

Gruss

Andreas

Hallo,

Tja, wenn wir das wüßten, wären wir wohl alle Millionär. Aber meiner Meinung, vergiß ganz schnell die Ratschläge aller Experten, da diese immer nur den derzeitigen Trend (bullish oder bearish) bestätigen. Fällt der Markt sagen die „Experten“ bloß raus und verkaufen und liegen i.d.R. verkehrt. Vergiß ebenso N-TV, Bloomberg und wie sie alle heißen, meistens nur Dummschwätzer und Nichtswisser die Nichts aber gar Nichts besser wissen als Du. Die Kommentare und Empfehlungen bestätigen stets nur den Trend. Im März 2000 vor dem großen Absturz haben diese „Experten“ ahnungslose Kleinanleger durch ihre euphorischen Empfehlungen um tausende Euros gebracht. Meistens ist es an den Börsen so, wenn man nur optimistische Stimmen hört bzw. jeglicher Pessimismus fehlt, geht der Markt nach unten. Aber die Kurse werden in Amerika gemacht und solange die US_Notenbank immer mehr frische Dollars druckt, die dann in den Aktienmarkt fließen, werden auch deutsche Aktien steigen. Aber ich halte Amerika schon für sehr euphorisch, diese Euphorie dürfte bis zur Präsidentenwahl anhalten und danach… who knows
Aber an der Börse kann man sich trotzdem dumm und dämlich verdienen,(wer im lezten Jahr bis zum heutigen tag hier nicht Reich geworden ist, ist selbst Schuld, einschl. ich selber) aber nicht jeder Kleinanleger ist ein Zocker und Börse ist nicht logisch und die Mehrheit der Marktanalysten liegt daneben
Aber vielleicht gibt es auch andere meinungen

Schönen Abend noch
Thomas

Hallo Klaus!

Ich kann das bisher geschriebene nur bestätigen. Die Performance dieser „Musterdepots“ spiegelt die Entwicklung der Vergangenheit wieder und das ist keine Garantie, dass die Zukunft ein ähnliches Ergebnis bringt.

Ich bin seit Jahren (seit 1987) mit dem Ziel eines LANGFRISTIGEN Vermögenszuwachses mit folgender Strategie bestens gefahren:

  • Achte auf eine weltweite Streuung in deinem Depot, so dass du überall den Fuß in der Tür hast und auch ein Einbruch in EINEM Land dir kein Kopfzerbrechen bereitet. Der Schwerpunkt sollte auf den USA und Europa liegen, als Beimischung keinesfalls Japan, die asiatischen und osteuropäischen Emergin Markets vergessen.

  • Achte ebenso auf eine branchenmäßige Streuung deiner Papiere. Hier gilt auch das oben gesagte. Keinesfalls fehlen sollten die Bereiche Gesundheit/Pharma, Banken/Versicherungen, Hardware/Software, Flugzeug-/Fahrzeugbau, Öl/Rohstoffe und Konsum.

  • Bei der Auswahl der Unternehmen wähle die Weltmarktführer in ihrem Bereich aus. Unternehmen, die in den vergangenen 10 oder 15 Jahren erfolgreich waren und von denen du ausgehen kannst, dass sie dies auch weiterhin sind. Wer die Marken hat, dem gehören die Märkte. Egal ob dies LÒreal, Microsoft, McDonalds, Beiersdorf oder Canon sind. Regelmäßiges Umsatz-, Ertrags- und Dividendenwachstum bestätigen diesen Kurs. Ausnahme Computer- und Pharmabranche, da diese Unternehmen die angefallenen Gewinne größtenteils in die Forschung reinvestieren.

  • Erhalte dein Depot übersichtlich, 10 Werte genügen, keinesfalls mehr als 15 und nicht weniger als 5.

  • Laß dich von politischen Ereignissen nicht nervös machen, denn politische Börsen sind i. d. R. nicht von Dauer.

Natürlich kann das nur klappen, wenn du ein langfristiges Anlageziel hat. Falls du auf Spekulationsgewinne aus bist, musst du natürlich anders agieren. Ich bin unter Beachtung dieser Grundsätze immer bestens gefahren und habe auch Durststrecken damit geduldig überstanden. Denn solange du bei Kursrückgängen nicht verkaufst, hast du auch keine Verluste. Und heraus ragende Unternehmen holen solche Kurskückgänge immer wieder auf. Voraussetzung ist natürlich, dass du beim Kauf die richtige Auswahl triffst. In die Auswahl solltest du die meiste Energie stecken und nicht bei jedem Schnupfen an der Börse beginnen umzuschichten.

Viel Erfolg

Walter

Hallo,

Experten, da diese immer nur den derzeitigen Trend (bullish
oder bearish) bestätigen. Fällt der Markt sagen die
„Experten“ bloß raus und verkaufen und liegen i.d.R. verkehrt.
Vergiß ebenso N-TV, Bloomberg und wie sie alle heißen,
meistens nur Dummschwätzer und Nichtswisser die Nichts aber
gar Nichts besser wissen als Du.

derart pauschale Aussagen sind genauso falsch wie die meisten Analysten- und Expertenaussagen. Natürlich lassen sich über volkswirtschaftliche Erkenntnisse bestimmte Entwicklungen prognostizieren. Natürlich lassen sich bei profunder Marktkenntnis Preisentwickungen bei Rohstoffen vorhersehen. Natürlich läßt sich in einzelnen Fällen absehen, welche Aktie voraussichtlich besser laufen wird als die meisten anderen. Natürlich läßt sich unter Beobachtung und Berücksichtigung volkswirtschaftlicher und politischer Entwicklungen absehen, in welchem Land es in einem bestimmten Zeitraum besser laufen wird, als in den meisten anderen.

Dumm ist nur, daß die Leute, die die entsprechenden Fähigkeiten und Informationen haben, nicht bei n-tv die Fresse in die Kamera halten, um dem Volk die Weisheit zu verkünden. Das liegt einerseits daran, daß dieses Wissen und diese Informationen so viel wert sind, daß man sie nicht planlos verbreitet.

Das liegt andererseits daran, daß der Spekulant nicht hören will, daß im Land XY die Wachstumsrate des BSP in den nächsten 8 Jahren voraussichtlich um 1,5-3% über der weltweiten Entwicklung liegen wird, sondern daß die XY Aktie morgen um 25% steigt, um es mal ein bißchen zu übertreiben.

Gruß,
Christian

Analysten als solche
Hallo,

„Vorhersagen“ kundtun.Gibt es eigentlich eine objektive Stelle
(Fachzeitschrift o.ä.) die einmal eine Trefferquote der
Experten ermittelt hat? Welche lagen in der Vergangenheit oft
richtig, wer hat die großen Crash’s vorausgesagt?

kleiner Exkurs: Mein Chef hat bei jedem Neukredit „Bauchschmerzen“. Das bedeutet lange Diskussionen und führt letzten Endes dazu, daß man das Geschäft macht. Ist dann das Unternehmen irgendwann pleite, was nun einmal vorkommt, hat er damals schon „Bauchschmerzen“ gehabt. Das führt dann bei den nächsten zehn neuen Engagements zu noch längeren Diskussionen, denn schließlich hat ihn sein Bauchgefühl ja nicht getrogen.

Daß er bei jedem Ausfall die richtige Ahnung gehabt haben muß , weil er ja immer eine Ahnung hat, ficht ihn dabei nicht an.

Will sagen: Es gibt klassische Optimisten und klassische Pessimisten. Ein bekannter Pessimist predigte seit 1991 den drohenen Absturz der Aktienmärkte. Zwischendurch hat er natürlich 3-4 mal recht gehabt und in 2000-2002 ganz besonders viel recht. Zwischendurch hat er allerdings grob gesagt 500% Gewinn verpaßt (hat er natürlich nicht, weil die Pessimismusnummer nur für Fernsehauftritte und seine Kolumne vorgesehen war).

(Im
nachhinein viele, aber wie war es tatsächlich? Kann man das
irgendwo nachlesen?

Es gibt immer mal wieder Aufstellungen, welche Institute über einen gewissen Zeitraum mit ihren Empfehlungen am besten gelegen haben usw. Die Aussagekraft ist aber begrenzt, insbesondere wenn man die einzelnen Jahresergebnisse vergleicht. Ein Trend zugunsten einer bestimmten Bank läßt sich daraus m.E. nicht ableiten.

Hier eine Aufstellung für 2000/2001:
http://www.spiegelgruppe.de/presseservice/pressearch…

Und eine für 2002 (international):
http://www.ftd.de/bm/ga/1014398992262.html

Witzigerweise ganz frisch dazu:
http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/buildww/cn/cn_a…

Ansonsten hat http://www.zeit.de/ vor Jahren mal eine interessante Aktion gestartet. Man hat eine Gruppe von Banken um Prognosen für Dax, Dollar, Dow und Gold gebeten. Diejenigen, die besser gelegen hatten, wurden bei der nächsten Prognose stärker gewichtet usw. Was da letztlich draus geworden ist, weiß ich nicht mehr.

Ansonsten such mal mit dem Begriff „Analysten“ im Archiv. Dort findest Du noch ein paar Artikel von mir zu dem Thema, insbesondere noch ein paar Links.

Gruß,
Christian

Dumm ist nur, daß die Leute, die die entsprechenden
Fähigkeiten und Informationen haben, nicht bei n-tv die Fresse
in die Kamera halten, um dem Volk die Weisheit zu verkünden.
Das liegt einerseits daran, daß dieses Wissen und diese
Informationen so viel wert sind, daß man sie nicht planlos
verbreitet.

Das liegt andererseits daran, daß der Spekulant nicht hören
will, daß im Land XY die Wachstumsrate des BSP in den nächsten
8 Jahren voraussichtlich um 1,5-3% über der weltweiten
Entwicklung liegen wird, sondern daß die XY Aktie morgen um
25% steigt, um es mal ein bißchen zu übertreiben.

Gruß,
Christian

Hallo Christian,
wo sollte man sich also informieren? Gibt es einen einfachen Weg?

Was ist Dein Tip für eine gute Strategie für die nächsten Jahre?

Gruß
Tobias

Hi,

wo sollte man sich also informieren? Gibt es einen einfachen
Weg?

nein, eigene Gedanken und Recherchen kosten Zeit und Hirnschmalz.

Was ist Dein Tip für eine gute Strategie für die nächsten
Jahre?

Verrat ich nicht. Damit kann man zu leicht sehr falsch liegen. Die potentielle Schuld will und kann ich nicht tragen.

Gruß,
Christian