Hallo,
ich habe derzeit folgendes Problem und bin für jeden Tipp dankbar:
Ich habe am 22. 3. 2002 beim MediaMarkt Online (Sitz in Ingolstadt) einen PC für 1349€ und einen Monitor für 399€ bestellt. Beides wurde etwa eine Woche später per Paketdienst geliefert. Über mein Widerrufsrecht wurde ich korrekt belehrt. (Es lag ein Zettel mit Instruktionen im Paket.)
Der Monitor entsprach nicht meinen Vorstellungen. Ich rief bei MediaMarkt Online an und erklärte, ich wolle ihn gegen Kaufpreiserstattung zurückschicken. Ich bekam eine Retournummer und sie gaben dort alles nötige in ihr System ein.
Ich schickte den Monitor nicht sofort ab und stellte einige Tage später einen Fehler am PC fest. (Der linke Kanal der Soundkarte funktionierte nicht.) Ich rief bei MediaMarkt Online an und fragte nach den Reperaturmodalitäten. Die Firma zeigte sich sehr unflexibel. Die Reperatur sollte drei (!) Wochen dauern. Das fand ich indiskutabel und machte mit MediaMarkt Online aus, dass ich auch den PC gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben würde. Auch das tippten sie in ihr System ein.
Am 30. 3. 2002 schickte ich Monitor und PC als zwei Pakete, so wie sie gekommen waren, in den Originalkartons (Das war Bedingung von MediaMarkt Online), vom Hauptpostamt Bamberg an die auf dem Zettel mit den Retourinstruktionen angegebene Adresse. Das Paket mit dem Monitor schickte ich als normales Postpaket unfrei. (Die sind bis 500€ versichert.) Das Paket mit dem PC lies ich auf 2556,46€ versichern. (Niedriger ging nicht.) Beide Pakete wurden von der gleichen Postbediensteten angenommen, die auch mit mir zusammen die Formulare ausgefüllte.
Meinen Widerruf und sämtliche notwendigen Formulare hatte ich in einem Paket als Original, in dem anderen als Kopie begelegt, damit beide Pakete später einander zuzuordnen sein würden.
Der MediaMarkt versprach mir die Überweisung des Geldes zum 11. 4. 2002. Dann sollten Rechner und PC den nötigen Werkstattcheck durchlaufen haben. Am 11. 4. kam natürlich kein Geld. Dabei hatte man mir ab dem 3. 4. mehrmals die Auskunft gegeben, meine Rücksendung sei eingetroffen.
Am 15. 4. klingelte der Paketbote an meiner Tür und wollte mir ein großes Paket aushändigen, dass ich sofort als den von mir in Bamberg aufgegebenen PC erkannte. (Meine Handschrift auf dem Karton.) Ich dachte, der MediaMarkt habe meine Widerruf übersehen und mir den PC repariert zurückgeschickt. Ich nahm das Paket nicht an und der Postbote nahm es wieder mit.
Nach diversen Nachfragen beim MediaMarkt Online hieß es plötzlich, man habe nur den Monitor erhalten. Der PC sei nie angekommen. Da müssten sich die Kollegen damals verguckt haben.
Am 16. 4. überwies der MediaMarkt Online mir das Geld für den Monitor einschließlich der Nachnamegebühr.
Als ich wegen des PC-Pakets bei der Post anrief, verkündete man mir fröhlich, dass der MediaMarkt recht habe: Das sei wirklich nicht angekommen. (Wurde mit Hilfe der Identnummer auf meiner Einlieferungsquittung festgestellt.) Ich stellte einen Nachforschungsauftrag und bekam alle nötigen Unterlagen zugeschickt, die ich inzwischen der Post wieder ausgefüllt zurückgeschickt habe. Ich habe ihr als Schaden 1349€ für den PC (Kopie der Quittung liegt bei), 7,11€ Zinsen (Bestätigung meiner Bank liegt bei) und etwa 2€ Telefonkosten (Kopie der Telefonrechnung liegt bei) berechnet.
Da ich natürlich nicht damit rechnete, dass sich das alles so lange hinziehen würde, hatte ich mir inzwischen beim lokalen MediaMarkt den gleichen Rechner gekauft. Jetzt habe ich ziemlich exakt 1300€ Minus auf dem Konto und meine Bank will mir ab heute kein Geld mehr geben.
Die Post sagte mir heute, dass es locker zwei Monate dauern könnte, ehe sie mir sagen können, ob das PC-Paket nun definitiv verloren ist oder ob sie es noch an den MediaMarkt ausliefern können. Der MediaMarkt will nichts tun, ohne eine definitive Bestätigung der Post, dass das Paket weg ist oder noch ausgeliefert wird.
- Wie kann ich entweder der Post oder dem MediaMarkt Beine machen?
- Ich hätte gerne die Überziehungszinsen (Wenn es wirklich zwei Monate dauert, natürlich mehr als die 7€!), die Portokosten (samt Versicherungkosten des Pakets), die Telefongebühren und natürlich den Preis des PCs erstattet. An wen muss ich mich wegen welcher Kosten wenden? An die Post, weil sie das Paket verschlampt oder zumindest die Zulieferung über das normale Maß hinaus verzögert hat oder ist das alles dem MediaMarkt zuzurechnen, weil er durch meinen Widerruf eine Holschuld hat?
- Kann ich eventuell meine Ansprüche gegen die Post an den MediaMarkt abtreten, so dass der eventuell bereit wäre, mir sofort das Geld auszuzahlen? Verliere ich dann eventuelle Ansprüche auf Zinsen und Porto?
Ich bin gespannt auf die Antworten! Das ist keine juristische Hausarbeit sondern leider das wahre Leben.
Gruß, Jost
(Kürzer ging es leider nicht.)
