Wer Ohren hat

Hallo @all!

Mich interessiert eine Redewendung, die in christlichen Texten getroffen wird, ganz genau:

"Wer Ohren hat, zu hören, der höre!"

(oder auch: „Wer Ohren hat, der höre!“)

Mich interessiert hierbei das Sinngebende ganz genau.

– Was hat man (damals) damit gemeint?
– Gibt es einen bestimmten Bezug?
– War es eine Redewendung, die…?
– Wie würde man das heute in unserem Kulturkreis auf Deutsch sagen bzw. was sagt man statt dessen?
– Welche Bedeutungsunterschiede (in Bezug auf…) gibt es?
– Muss „es“ unabdingbar eine bestimmte Bedeutung haben?
– usw.

Ihr wisst das alles ganz genau! Deswegen: erzählt es mir!

(Klar ist mir der Unterschied aus der Kommunikations-/Präsentationstechnik: Hören verbindet, Sehen trennt.)

Und nun, los… :smile:

DannyFox64

Hallo Dannyfox,

es handelt sich hierbei um eine hebr./aram. Redewendung aus der
Zeit Jesu (z,B.)
Sie heißt ganz einfach: „Jetzt hört mir einmal gut zu !“ (…denn was
ich jetzt sage müsst Ihr Euch gut merken/behalten)

Dies wurde von den Lehrern (Rabbi´s) dieser Zeit immer benutzt,wenn
die Schüler sich jetzt besonders etwas „notieren“ sollten.
Da zu dieser Zeit die Rabbi-Schüler (altdt. „Jünger“) keine Notiz- blöcke oder Laptops hatten, mußten sie sich das folgend Gesagte fest im Hirn einprägen. (was zur damaligen Zeit ganz normal war).
So war es damals ganz normal, dass Tora-Schüler fast die ganze Tora
und deren verschiedenartige Auslegung wörtlich wie ein Tonband wieder-
geben konnten.
Also: Sagte ein Lehrer >Wer Ohren hat zum hören, der höre[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

 

Was unten geschrieben wurde, ist soweit richtig. Aber ich würde es noch anders interpretieren.
Einfach so: Mit Hören ist hier nicht allein das akustische Hören gemeint, sondern das Aufnehmen der geistigen Essenz, die der Sprecher übermitteln will.

mfg
rolf

Hm, dir Mehrdeutigkeit von gesprochenen Worten hat doch sicherlich zu den ein oder anderen (humorigen?) Missverständnissen geführt, da eine Kontrolle durch Schreibweise kaum gegeben war. Wie wurde denn damit umgegangen? In der Thora ist man ja sehr darauf bedacht exaktes kopieren durch ein System (ist glaub ich sowas wie Checksummen in der heutigen Computerwelt) zu sichern.
T.