Wer ruft den Dschihad aus?

Angesichts der aktuellen Lage natürlich von besonderer Bedeutung.
Aber wer entscheidet eigentlich, dass nun der „Krieg Gottes“ zu erfolgen habe?
Gruß Marc

Hallo Marc, der dschihad ist der Glaubenskrieg den man eigentlich gegen sich selbst führt, also man bekämpft die negativen Eigenschaften um vollkommener zu werden und um den Koran zu erfüllen.
Mit nem normalen Krieg hat dies nichts direkt zu tun.
Es sei, der Islam wird verteidigt bei einem Religionskrieg.
Dann kann jeder Muslim und sollte andere Muslime zum Kampf auffordern.
Somit kann jeder rechtgläubige Muslim im Prinzip dazu aufrufen wenn es den genanntn bedingungen entspricht.
Natürlich ist da nicht ein normaler politischer Krieg oder so gemeint!
Leider meinen das eben viele. Durch den blöden Missbrauch von Terroristen die sagen heiliger Krieg, doch sie sollten ihn gegen sich selbst führen und ihre unguten Handlungen bekämpfen.
Ansonsten ist da nichts dahinter.
Gegen sich selbst, oder zur Verteidigung des Islam, wenn der in Gefahr ist, ist er aber praktisch nie.
Aber ist auch wieder auslegungssache.
Gruß dreamer

und in der Praxis…
ruft jeder dazu auf, der in einer aussichtslosen Situation gegen einen nicht islamischen Feind kämpfen muss…

Gruß Ivo

Nicht ganz…
Hallo Marc,
hallo Ivo,

so einfach ist es nicht. Der Jihâd sind zunächst alle Arten der Bestrebung, die Unterdrückung und Ungerechtigkeit zu beseitigen. Was den bewaffneten Jihâd angeht (der nur unter bestimmten Voraussetzungen erfolgt), so kann den in der Regel nur ein rechtmäßiger Stellvertreter des Gesandten Gottes (s) ausrufen, oder, im akuten Verteidigungsfall, der rechtmäßige Regent des angegriffenen Volkes.

Freundliche Grüße,

Mohamed.

Hallo Mohamed,

soweit - so gut… Wie kommt es denn aber, daß sich z. B. im Koran nichts über den Jihâd finden läßt bzw. daß er just laut diesem nicht erlaubt ist? Zugegeben, ich kann den Koran nicht lesen und muß mich auf die Übersetzung von Freunden verlassen, aber eben von denen weiß ich, daß weder Allah noch der Prophet den Jihâd billigt…

Wat nu? Klär mich doch bitte auf…

Beste Grüße

Tessa

Das ist eben der Unterschied zwischen
Theorie und Praxis.

Gruß Ivo

Hallo Tessa,
wenn ich etwas dazu sagen darf.
Ich kann mir nicht denken daß es verboten ist laut Koran Dschihad zu führen, vielleicht kannst du die Stelle einmal nennen.
Hier ist jedenfalls eine Stelle die besagt daß man es tun kann

Sura 9 Ayat 5
…dann tötet die Götzendiener, wo ihr sie trefft, und ergreift sie, und belagert sie, und lauert ihnen auf in jedem Hinterhalt.

grundsätzlich ist es also erlaubt solche Menschen zu töten dies könnte auch ein Teil des Dschihad sein, dann, wenn sie die gläubigen Muslime bedrängen.
Also verboten kann ich mir nicht denken und ich weiß nach der Überlieferung (Sunna), das Muhammad über dem Friede und Heil sei), selbst Kämpfe dieser Art geführt hat.
Lass dir doch mal die Stelle zeigen.
Übrigens ich habe einen kostenlosen Koran mit Volltextsuche auf meinem Rechner, kann ich dir gerne schicken zum Nachgucken ist nicht sehr groß.
Nette Grüße dreamer

Doch…
Hallo Tessa,

soweit - so gut… Wie kommt es denn aber, daß sich z. B. im
Koran nichts über den Jihâd finden läßt bzw. daß er just laut
diesem nicht erlaubt ist?

Du hast recht, wenn Du meinst, daß laut Koran der Terrorismus und der Aggressionskrieg verboten ist. Aber das ist nicht Jihâd. Das Wort „Jihâd“ samt seiner grammatischen Ableitungen kommt im Koran sehr oft vor - aber nicht unbedingt überall in kriegerischer Bedeutung. Die historisch früheste Verwendung des Wortes „Jihâd“ hat sogar einen ausgesprochen friedlichen Kontext (Sure 17).

Zugegeben, ich kann den Koran nicht
lesen und muß mich auf die Übersetzung von Freunden verlassen,
aber eben von denen weiß ich, daß weder Allah noch der Prophet
den Jihâd billigt…

Wie gesagt, Jihâd sollte nicht mit Terror verwechselt werden.

Friedliche Grüße,

Mohamed.

Hallo Dreamer,

Sura 9 Ayat 5
…dann tötet die Götzendiener, wo ihr sie trefft, und
ergreift sie, und belagert sie, und lauert ihnen auf in jedem
Hinterhalt.

Diesen Vers hat Gott zwar tatsächlich offenbart - aber man sollte ihn nicht so unkommentiert zitieren, daß der Leser denkt, die darin enthaltene Anweisung fülle die wesentliche Bedeutung des Jihâd-Begriffs aus.

Es gibt nämlich im Koran Verse, die mitten im Krieg offenbart wurden, weshalb man historische Zusammenhänge oft zu ungunsten eines richtigen Verständnisses koranischer Prinzipien vernachlässigt.

Man sollte eben nicht vergessen, daß Jihâd jede (erlaubte) Art der Entgegenbringung von Eifer unter einem weitestmöglichen Aufgebot geistiger oder körperlicher Anstrengung um Gottes willen ist. Im Extremfall kann dies natürlich auch zu einem Griff zu den Waffen führen - muß aber nicht.

Grüße,

Mohamed.

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Nachtrag
Es kann unter Umständen auch sein, daß wissenschaftlich ausgewiesene Gelehrte auf Grundlage der Offenbarungsschriften bezüglich einer aktuellen Situation für alle oder für einen Teil der Muslime den Eintritt der Pflicht zum (Mit-)Kampf feststellen.

Und Gott weiß es besser.

Und Gott weiß es besser.

Welcher Gott.

Gruß

hallo, den EINEN den es nur gibt, welchen sonst?
Wie soll man darauf antworten, es gibt doch nur den einen!! :smile:

Gruss dreamer