Hallo!
Eine Variation zu den veschiedenen Nazi-Themen:
Weiss jemand, ob´s als Reaktion auf die Bücherverbrennungen der Nazis anschließend eine Veränderung gab im Leseverhalten der Deutschen? Also ob und wieviele dann hingingen und sich sagten, „was haben die da eigentlich verbrannt? Mal schauen…“. Dazu könnte noch der Reiz des Verbotenen kommen…
Oder gibt´s Hin-/Beweise für die gegenteilige Reaktion, also dass die Leute sagten „Die Partei hat immer recht. Also raus mit Erich Kästner etc. aus dem Bücherregal…“
Und wie waren die Reaktionen ausserhalb Deutschlands?
VG
Christian
Hallo !
Sicher gab es eine Veränderung, denn das, was nicht erwünscht war, gab es auch nicht mehr zu kaufen.
Viele haben dann diese Bücher entsorgt. Entweder auf den Müll oder auf den Dachboden. Von dort kamen sie dann 1945 wieder runter.
Die Verbrennung der Bücher war ansonsten nur ein symbolischer Akt. In Berlin und einigen wenigen Plätzen mehr.
Kästner hat zugesehen, wie auch seine Bücher verbrannt wurden. Ihm selbst geschah nichts.
mfgConrad
Kästner hat zugesehen, wie auch seine Bücher verbrannt wurden.
Ihm selbst geschah nichts.
Öhm, er wurde nicht physisch attackiert, hatte aber Berufsverbot. Auch das tut weh, finanziell wie seelisch.
Livia
Kästner hat zugesehen, wie auch seine Bücher verbrannt wurden.
Ihm selbst geschah nichts.
Öhm, er wurde nicht physisch attackiert, hatte aber
Berufsverbot. Auch das tut weh, finanziell wie seelisch.
Ja, schon, aber er schrieb doch unter Pseudonym weiter. Mußte also nicht verhungern.
mfgConrad
Ja, schon, aber er schrieb doch unter Pseudonym weiter. Mußte
also nicht verhungern.
Stimmt. Wobei ich nicht weiß, welche Strafe den Verlegern/Regisseuren (er hat ja auch Drehbücher geschrieben, z.B. das des Münchhausen mit Albers) gedroht hätte, wenn die Sache aufgeflogen wäre.
Aber du hast natürlich recht: Er durfte bleiben. Er wurde nicht eingesperrt, gefoltert, ermordet. Das ist schon wesentlich mehr, als vielen seiner Kollegen gestattet wurden.
Livia
Stimmt. Wobei ich nicht weiß, welche Strafe den
Verlegern/Regisseuren (er hat ja auch Drehbücher geschrieben,
z.B. das des Münchhausen mit Albers) gedroht hätte, wenn die
Sache aufgeflogen wäre.
Aber du hast natürlich recht: Er durfte bleiben. Er wurde
nicht eingesperrt, gefoltert, ermordet. Das ist schon
wesentlich mehr, als vielen seiner Kollegen gestattet wurden.
Und - es wäre den nazis mit ihrem gewaltigen Apparat ohne weiteres möglich gewesen, herauszufinden, wer der Drehbuchschreiber war.
Es ist anzunehmen, dass sie es wußten.
Jeder Film, jedes Drehbuch mußte von genehmigt abgehakt werden.
mfgConrad