Wer verursacht mehr Hausmüllkosten? Familien? Paar

Hallo. Wir haben im Moment als Familie ein kleines Problem.
Ein Eigentümer in unserer großen Eigentümergemeinschaft möchte das die Müllkosten für die Müllabfuhr zukünftig nach Anzahl der im Haushalt lebenden Personen vorgenommen werden. Vorher zahlte jede Wohnung je nach Höhe der Quadratmeteranzahl die Müllkosten. Das würde bedeuten, dass die Familien zukünftig mehr zahlen müssen. Gibt es etwas, dass diese Regelung in Frage stellt? In meinen Augen besitzen Besserverdienende ohne Familien auch eine höhere Kaufkraft und verursachen damit auch mehr Müll!Würde mich über eine Antwort sehr sehr freuen. Mit besten Grüßen Ulrike

Hallo,

grundsätzlich wird es schon so sein, dass mit steigender Personenzahl pro Wohneinheit auch das Müllaufkommen steigt :wink:

Wenn man sich als sog. Besserverdiener eine räumlich großzügigere Wohnung leistet, bedeutet das m. E. nicht, dass man automatisch mehr Abfall produziert. Mehr als essen und trinken kann ja niemand, egal wieviel Geld ihm hierzu zur Verfügung steht.

Manchmal fallen auch Hunde und Katzen müllmäßig ins Gewicht, vor allem wenn sie Dosenfutter erhalten.

Am ehesten unterscheidet sich aber nach meiner Erfahrung das Müllaufkommen danach, ob Altpapier und Glas strikt zum Wertstoffcontainer gebracht oder einfach im Hausmüll entsorgt werden. Wenn ein Single jede Woche 20 Champagnerflaschen in die Tonne haut, …

100%ige Gerechtigkeit gibt es da natürlich nicht. Damit muss man leben :wink:

LG
sine

edit.:

Bedenke auch, dass kinderlose Nachbarn meistens vollzeitig berufstätig sind und daher zumindest mittags oft auswärtig essen. Als wir noch kinderlos waren, haben wir zudem ca. 5 Tage pro Woche auch noch abends beim Italiener die letzte Mahlzeit eingenommen.

Ich meine nicht, dass man durch den Nebenkostenschlüssel eine Art Sozialbeitrag von kinderlosen Nachbarn einfordern sollte.

Hi

In meinen Augen besitzen Besserverdienende ohne
Familien auch eine höhere Kaufkraft und verursachen damit auch
mehr Müll!

Worin besteht Deiner Meinung nach dieses Mehr an Müll von Besserverdienenden ohne Familie gegenüber Familien?

neugierig
Edith

Ein Eigentümer in unserer großen Eigentümergemeinschaft möchte
das die Müllkosten für die Müllabfuhr zukünftig nach Anzahl
der im Haushalt lebenden Personen vorgenommen werden.

Hallo,
da die Gemeinschaft wahrscheinlich die Müllgebühren gegenüber dem Landkreis/der kreisfreien Stadt entsprechend der Anzahl der Personen abrechnen muss, wäre genau dieser Schlüssel dann auch für die Nebenkostenabrechnung gerecht.
Grüße
Ulf

Hi,

wir sind zu zweit, ohne Kinder, voll berufstätig UND 2 Katzen.
Wahrscheinlich das was du „Besserverdiener“ nennst.
Wir erzeugen pro Woche: 2 Gelbe Säcke (Dosen und Plastik), 20 l Papiermüll (2 Papiereimer) und 12 l (1 Küchenabfalleimer) Restmüll.
Ach ja und alle 4 Wochen eine Kiste Glas.

Grüße
miamei

Meiner Erfahrung nach steigt tatsächlich das Müllaufkommen mit der Anzahl der Personen (bei gleichem Mülltrennungsbewusstsein!). Am meisten Restmüll hat man mit Babys/Kleinkindern (Windeln).

Beatrix

hallo,

die annahme, daß die besserverdienenden (was immer das ist…) allein dadurch, daß sie mehr geld haben, mehr verkonsumieren, ist nachweislich falsch. sie verkonsumieren anders, aber eine flasche schampus anstelle einer flasche kellergeister bleibt eben immer noch einen flasche.

einzig die anzahl und das alter der personen in einem haushalt bestimmen müllmenge und müllart (unterschiedliche kosten). aber das ist ja schon korrekt und ausführlich gepostet worden.

zu differenzieren wäre sicherlich noch nach art des mülls - was recyclebar ist (z.b. gelber sack, blech, glas, papier) sollte in der abrechnung gesondert behandelt werden wie z.b. restmüll. ob das allerdings funktioniert, ist stark abhängig davon, wie die bu-länder/gemeinden die müllentsorgung regeln (hier bei uns z.b. wird für altpapier, bio- und restmüll gezahlt; glas und blech ist in containern zu entsorgen).

saludos, borito

ja, das frage ich mich auch…

wer ganz viel verdient, frißt, bis er platzt.
wer viel verdient, ißt mehr als andere.
wer weniger verdient, ißt viiiel weniger.
und wer gar nichts verdient, macht auch keinen müll - ißt ja nix.
oder???
*zwinker*

saludos, borito

Hallo

Müllgebühren und deren Verteilungsschlüssel sind immer eine Streitfrage.

Erlaubt ist die Umlage nach Personen und die Umlage nach qm der Wohnung (bzw. Miteigentumsanteilen).

Viele Gemeinden berechnen nach Personen – und können das auch anhand der gemeldeten Personen problemlos machen. Während die Verwaltung einer Wohnanlage nicht auf die Meldedaten zurückgreifen kann – die erhält den Kostenbescheid und muß bezahlen – und weiß häufig nicht, wieviel Personen in jeder einzelnen Wohnung der Anlage leben (denn das fluktuiert ja – Geburten, Todesfälle, Partnerschaften ändern sich, Kinder ziehen aus).

Daher wird in vielen EGT-Gemeinschaften der Kostenbescheid auf Eigentumsanteile umgerechnet. Das ist genauso gerecht oder ungerecht, wie Stromkosten für Flurbeleuchtung umzulegen (Argument: Wir verlassen die Wohnung nie im Dunklen), Gartenpflege (wir nutzen den Garten gar nicht) usw. Häufig wird auch kaltwasser in Wohnanlagen nach diesem Schlüssel umverteilt (nicht überall ist an Kaltwasserleitungen ein Zähler!).

Große Wohnungen mit wenigen Bewohnern werden durch dieses Verfahren benachteiligt, vollgestopfte kleine bevorzugt.

Wird nun beschlossen, den Verteilungsschlüssel zu ändern, ist der Aufschrei immer bei denen groß, die nun höhere Kosten haben.

Woher allerdings der Gedanke kommt, Singles oder Paare würden mehr Müll produzieren als eine Familie, ist mir nicht nachvollziehbar.

4 Personen essen mehr als 2 Personen – also fallen mehr Einkaufsverpackungen an. 4 Personen trinken mehr als 2 Personen – also mehr Glas-Müll. 4 Personen verbrauchen mehr Gegenstände – also mehr Verpackungsmüll. Gehört zur Familie noch dazu ein Baby – dann trifft all das in noch höherem Maße zu.

Singles/Paare produzieren tendenziell eher weniger Müll – da häufiger auswärts gegessen wird (Kantine/Restaurant) und daher weniger Müll bei der Lebensmittelzubereitung anfällt.

Zu bedenken ist zudem: In den meisten gemeinden wird nur Restmüll in die Berechnung einbezogen – da Altpapier und „Gelber Sack/Gelbe Tonne/Grüner Punkt“ schon bezahlt sind und die Gemeinden eine Vergütung dafür erhalten. Deswegen kann man auch die entsprechenden Sammelbehälter gratis in beliebiger Anzahl erhalten – nur zus. Restmülltonnenentleerungen müssen teuer bezahlt werden.

Restmüll fällt aber besonders bei Familien vermehrt an – bei Singles ist es eher „Gelbe-Tonne“-Müll. Der gebührenmäßig nicht relevant ist!

Wendy

Moin, Ulrike,

die Müllmenge hängt nicht vom Einkommen ab, ganz im Gegenteil, sondern eher vom Einkaufsverhalten. Wer von convenience food lebt, wird viel Verpackung entsorgen müssen; wer das Gemüse selbst putzt und schnibbelt, braucht wahrscheinlich viel weniger Stauraum für Küchenabfälle.

Da es aber keiner Eigentümergemeinschaft zuzumuten ist, die Lebensumstände der Miteigentümer zu erforschen, scheint die Verteilung nach Köpfen tatsächlich der einzig vernünftige Weg zu sein. So wie heute, wo die Kinder dreimal täglich duschen, auch das Wasser meist nach Köpfen umgelegt wird und nicht wie früher, als täglich gewischt wurde, nach Wohnfläche.

Gruß Ralf