„Wer war Jack the Ripper“ von Patricia

Guten Morgen,
Gerade habe ich „Wer war Jack the Ripper“ von Patricia Cornwell fertig gelesen.
Vielleicht ist es noch jemand anders hier bekannt? Zu dem Thema scheint es ja das berühmteste zu sein.
Ich muss sagen, anfangs fand ich es spannend geschrieben und augenscheinlich gut recherchiert (augenscheinlich deswegen weil ich schwer sagen kann was davon wirklich stimmt und was Fantasie ist um die Lücken zu füllen) aber nachdem die Verdächtigungen auf Walter Sickert schon ganz am Anfang so siegessicher dargeboten wurden, hatte ich mir erwartet dass handfeste Beweise folgen würden. Wo ich jetzt fertig bin kann ich nur sagen: Nichts. Ein paar Handschriftenvergleiche und ein Fingerabdruck auf einem der Briefe der „wahrscheinlich“ übereinstimmt. Und die Tatsache, dass Sickert zu den Tatzeiten in London gewesen sein soll, aber was sagt das schon, in einer riesigen Stadt wie London aus?
Gut möglich dass die Briefe von ihm stammen und das er einige verdächtige Bemerkungen dazu geäußert haben soll. Aber kam in der ganzen Recherche keiner darauf, dass er einfach nur ein „Fan“ von der ganzen Sache war? Gut möglich dass er es war, er scheint ja ohne Zweifel eine schwierige Persönlichkeit gewesen zu sein, aber ich finde um eine solche Anschuldigung zu machen sollte man einfach mehr Beweise haben, sonst ist es einfach nur peinlich. Auch finde ich es seltsam dass ein Sauberkeitsfanatiker, wie er angeblich einer gewesen sein soll, im Blut badet.
Alles in allem finde ich das Buch eher eine Enttäuschung. Anfangs zwar gut und dicht geschrieben aber dann trieftet es in lächerliche Spekulationen ab. Aber was erwartet man sich auch…Man wird es nie klären können, dafür ist es einfach zu lange her.

Lg
erbse

Hallo, erbse,

Gerade habe ich „Wer war Jack the Ripper“ von Patricia
Cornwell fertig gelesen.

nachdem die
Verdächtigungen auf Walter Sickert schon ganz am Anfang so
siegessicher dargeboten wurden, hatte ich mir erwartet dass
handfeste Beweise folgen würden.

die hat sie ja eben nicht gefunden. Nach Cornwells Aussage waren es vor allem seine Bilder, die sie auf seine „Spur“ brachten; ein DNA-Beweis ist offensichtlich nicht gelungen.

Auf http://www.casebook.org/dissertations/dst-artofmurde… gibt es eine interessante (englische) Abhandlung, die sich u. a. auch mit den Theorien Cornwells und anderer Hobby-Detektive befasst.

Gruß
Kreszenz

Es gibt übrigens auch eine Buchbesprechung von Mark Benecke (anerkannter Kriminalbiologe), der das ähnlich sieht wie Du:

http://wiki.benecke.com/index.php?title=2003_SeroNew…

Gruß
Kreszenz

Guten Morgen,
Den casebook-Artikel kannte ich schon den von wiki noch nicht, danke.

Wie gesagt, ich finde es falsch aus solchen Vermutungen eine feste Anschuldigung zu machen. Bis man nicht wirkliche Beweise hat wie eben zB. DNA, kann man nicht mehr behaupten dass er eben einfach ein Fan davon war, wer weiß vielleicht wünschte er sich ja sogar dadie Leute ihn dafür halten. Was kann man scho von etwas sicher sein, dass solange her ist, wenn selbst moderne Fälle oft ungeklärt bleiben.
liebe Grüße
Erbse