Hallo
Ich meine, einmal gelesen zu haben, dass es im antiken Griechenland einen Disput zwischen zwei Philosophen gab um die Frage, wie die Gestalt der Erde ist, also ob Scheibe oder Kugel.
Ich weiss, dass die Kugel-Idee schon recht früh auftauchte und dass die Gelehrten eigentlich wussten, dass es gute Argumente für die Kugel gab. Aber für die Griechen war es ja eher eine philosophische Frage.
Kann mir jemand sagen, welche beiden Philosophen das waren und ob es einen Link gibt zum Verlauf ihres Disputs?
Danke
Thomas
Hallo !
Hilft Dir das ? Wohl weniger !
Einer der ersten Beweise, dass die Menschen weit vor dem Mittelalter und weit vor Colmbus an die Kugel als Form der Erde glaubten, ist der Kirchenlehrer Firmianus Lactantius (um 300 n. Chr.), der sich in seinen „Divinae institutiones“ gegen die kugelförmige Gestalt der Erde aussprach.
Im Jahr 748 verklagte Bonifatius, damals Bischof von Mainz und schon ein verbitteter Greis, den jüngeren irischen Mönch Virgil bei Papst Zacharias - unter anderem deswegen, weil Virgil „die verdrehte und unbillige Lehre“ vertrete, „dass auf der anderen Seite der Erde Menschen lebten“.
Schon während der Zeit des Bonifatius wird nicht über die Kugekform der Erde diskutiert, sondern fast ausschließlich über die Antipoden, über Bewohner auf der uns gegenüberliegenden Seite der Erde.
Gegner der Kugelgestalt waren auch in der Spätantike und Frühmittelalter extrem selten.
Macrobius und Martianus Capella, Schriftsteller des 4. beziehungsweise 5. Jahrhunderts standen beide fest in der antiken Tradition und sprachen beide dezidiert von der Kugelform der Erde. Sie sind deshalb wichtig, weil sie im Mittelalter immer wieder als Quelle herangezogen wurden. Ebenso wie Beda Venerabilis zwei Jahrhunderte später. Dieser angelsächsische Benediktinermönch verfasste im nordenglischen Kloster Jarrow um 700 zahlreiche naturwissenschaftliche und historische Werke, die schon ihres klaren Stils und verständlichen Lateins wegen dem weiteren Mittelalter als Grundlage dienten. In seiner „De natura rerum“ genannten naturphilosophischen Schrift möchte er deutlich machen, wie die Rundung der Erde eigentlich zu verstehen sei. Er sagt ausdrücklich, man habe sich die „rotunditas terrae“ (Rundung der Erde) nicht wie ein Rad (gyrus) oder einen runden und gewölbten Schild (scutus) vorzustellen, sondern als Ball (pila).
Martin Behaim konstruierte 1492 den „Erdapfel“, den ältesten erhaltenen Globus der Welt.
Als Beweis für die Kugelform nahm man auch die schon von Plinius (gestorben 79 n. Chr. beim Ausbruch des Vesuvs) behauptete Erklärung, dass man von einem vom Ufer absegelnden Schiff das Land zuerst vom Deck aus, erst später vom Masttop aus den Augen verliert.
Im Mittelalter war man immer davon überzeugt, dass die Erde, wie andere Himmelskörper auch, kugelförmig ist. Die „Mappae mundi“ des Mittelalters , also die damaligen Weltkarten, stellten die Erde kreisrund dar. Das wurde später als Beleg dafür gewertet, die Erde sei im Mittelalter als Scheibe angesehen worden.
Gruß max
Hi,
also mit einem Disput zwischen zwei Philosophen kann ich nicht dienen, die Idee von der Kugelgestalt der Erde war aber bereits im 6. Jhdt. v.Chr. verbreitet. Aristoteles kannte schon mehrere Beweise dafür (u.a., dass man von einem Schiff, das den Hafen anläuft, zunächst nur die Spitze des Mastes, dann die Segel, dann den Rumpf sehen könne). Der Rückfall in den Glauben, dass die Erde eine Scheibe sei, kam erst zu Beginn des Mittelalters.
lg
Täubchen
Hallo
also mit einem Disput zwischen zwei Philosophen kann ich nicht
dienen, die Idee von der Kugelgestalt der Erde war aber
bereits im 6. Jhdt. v.Chr. verbreitet. Aristoteles kannte
schon mehrere Beweise dafür (u.a., dass man von einem Schiff,
das den Hafen anläuft, zunächst nur die Spitze des Mastes,
dann die Segel, dann den Rumpf sehen könne). Der Rückfall in
den Glauben, dass die Erde eine Scheibe sei, kam erst zu
Beginn des Mittelalters.
Danke, vielleicht habe ich mich auch nicht korrekt erinnert. Oder jemand hat den philosophischen Disput erfunden, um die beiden Gedankenrichtungen darzustellen. Vielleicht weiss Thomas Miller ja mehr …
Allerdings würde Deine Behauptung mit dem Rückfall Ptolemäus an den Beginn des Mittelalters setzen und das stimmt nun nicht. Ptolemäus war etwa 150 und der Beginn des Mittelalters wird frühestens nach dem Untergang des römischen Reiches gesetzt.
Gruss
Thomas
Allerdings würde Deine Behauptung mit dem Rückfall Ptolemäus
an den Beginn des Mittelalters setzen und das stimmt nun
nicht. Ptolemäus war etwa 150 und der Beginn des Mittelalters
wird frühestens nach dem Untergang des römischen Reiches
gesetzt.
*lach* schon klar … ich habe gemeint, dass im beginnenden MA das, was ím Hellenismus zwar nicht unumstritten, aber doch weitgehend akzeptiert war, praktisch völlig in Vergessenheit geraten ist.
lg
Täubchen
ich?
Hallo Thomas,
Vielleicht weiss Thomas Miller ja mehr …
meine naturphilosophische Periode liegt ja schon etwas länger zurück *g*, aber mir fallen zu deiner Beschreibung vor allem zwei Schriften ein:
Platons Timaios
(siehe: http://home.t-online.de/home/hanumans/platon.htm )
und - wenn es nicht unbedingt antik sein muss -
Galileo Galilei, Dialogo
(siehe: http://www.ac-nice.fr/philo/textes/Galilei-Dialogo.htm )
[leider nicht auf deutsch, aber hier geht es meiner Erinnerung nach ohnehin nicht so sehr um die Kugelgestalt, sondern um die physikalischen Gesetze]
Ist das Gesuchte dabei?
Herzliche Grüße
Thomas
Hallo Thomas,
über einen Disput ist mir nichts bekannt. Aber Erastosthenes hat bereits 240 v.C. den Erdumfang fast exakt berechnet.
Liebe Grüße,
Max