Wer weiß Rat ?

Hallo.
Ich habe ein riesen Problem und hoffe das mir einer bisschen weiter helfen kann.

Seit 2004 habe ich schon 7 Operationen hinter mir, um verschiedene Symptome zu bekämpfen:
Kribbeln in Armen, Händen, Beinen und Füßen.
Erst wurde ein Halswirbelschaden anhand einer MRT diagnostiziert. Ich bekam ein Implantat zwischen C5 und C6 eingesetzt. Meinem Genick ging es danach deutlich besser. Danach folgten eine Karpaltunnelop rechts und 2x links. Auch nach diesen Op`s nur zeitweise Besserung. Man entfernte mir dann ein Stück Ellenknochen aus dem linken Handgelenk was auch nur vorübergehen für Ruhe sorgte. Nach dieser Op dann eine Verlagerung des Sulcus ulnaris links mit dem Ergebnis, das ich bis heute Schmerzen beim heben, tragen und vielen anderen Dingen, im operierten Bereich habe. Meine bisherigen Beschwerden verschwanden aber immer nur zeitweise und kommen immer wieder zurück. Mittlerweile sind noch folgende Symptome hinzugekommen:
unscharfes Sehen, kann meine Blase nicht mehr richtig entleeren (deshalb und wegen einer Senkung wurde auch die Gebärmutter schon ohne Erfolg entfernt), Unsicherer Gang mit Schwindel, Schlafstörungen, zucken in beiden Daumeninnenflächen und den Füßen, pelziges und schweres Gefühl in den Beinen, Füßen und der Hüfte.
Nachdem ich nun wieder ein MRT der Halswirbelsäule gemacht bekam und kein eindeutiger Befund vorlag hat mich mein Neurochirurg zum Neurologen überwiesen um eine ZNS Entzündung ausschließen zu können. Es wurde ein cMRT vom Kopf gemacht (sofort nach spritzen des Kontrastmittels bekam ich einen anaphylaktischen Schock) und eine Nervenwasseruntersuchung. Nach der Entlassung aus der Klinik bekam ich einen handgeschriebenen kurzen Entlassungsbrief mit, den ich meinem Hausarzt vorlegen soll.
Der ausführliche Bericht folgt in ca. drei Wochen

Diagnose lt. kurzem Entlassungsbericht :
Somatisierungsstörung

Wesentliche Befunde:
cMRT blande (vorläufiger Befund) VEP leicht verzögert links. Im Liquor keine akute Entzündung ( 8/3 ) Zellen. Weiterer Bericht folgt.

Vorläufiger Therapievorschlag:
Keine akute Therapie notwendig
Arbeitsfähig

Was mich an diesem Entlassungsbericht stört und auch mein Hausarzt sich nicht erklären kann, ist die Diagnose: Somatisierungsstörung.
Wenn ich nicht gerade mal wieder mit den plötzlich auftretenden Beschwerden kämpfe,
bin ich ein sehr lustiger und unternehmungsvoller Mensch. Ich denke nicht ,das die Beschwerden psychosomatisch sind und leide auch nicht an Depressionen.
Es gab noch nicht einen Arzt der ein ausführliches Gespräch mit mir geführt hat aber einer meiner Ärzte ist aufgrund meiner Beschwerden davon überzeugt das alles psychosomatisch ist. (Bis auf die Untersuchungen in der Klinik: Nervenwasser, cMRT, VEP und AEP ) hat mich noch kein Arzt untersucht oder nach früheren Krankheiten gefragt.

Auch in der Klinik hat mir niemand gesagt wozu die Untersuchungen sind und auf was meine Beschwerden hinweisen können. Auch ein Verdacht wurde nicht geäußert.
Das warten und diese unklaren Aussagen machen mich noch schier wahnsinnig.

Über Ratschläge würde ich mich freuen

Lieben Gruß

Hallo Marlies,

im Pschyrembel (kinisches Wörterbuch) steht über Somatisierungsstörung folgendes:
„…Bezeichnung für somatoforme Störung mit multiplen, wiederholt auftretenden und häufig wechselnden körperlichen von min. 2 jähriger Dauer.
Therapie: psychotherapeutische Entspannungsverfahren, psychoanalytisch orientierte Psychotherapie oder Verhaltenstherapie
Achtung: Fehlindikation für nicht notwendige Operationen oder diagnostische Eingriffe…“

Das meint also: alles nur psychisch und alle OPs unnötig.
Super gell? :frowning:

Bleibt die Frage, wie damit umgehen, wenn man meint keine Psychotherapie zu brauchen.

Gruß Steffi

Hallo Marlies,
zwei Anmerkungen:

  1. Wenn deine Krankengeschichte in einer HP-Prüfung vorkommen würde, stände da noch irgendwas von einem erinnerten Zeckenbiss und alle müßten Borreliose ankreuzen.
    Sprich: Erinnerst du dich daran mal von einer Zecke gebissen worden zu sein? und/oder Hattest du mal einen kreisförmigen roten Ausschlag?
    Sprich doch deinen Arzt mal darauf an, ob er deinen Borreliose-Titer nimmt.

  2. Eine Diagnose wie Somatisierungsstörung macht einen zunächst mal ärgerlich. Das kann ich nachvollziehen. Mir scheint dahinter gibt es zum Einen die Idee: Wenn es keine findbare körperliche Ursache gibt, dann muß es ja psychisch sein. Und zum Anderen ist die Idee einer lavierten Depression, das wäre nämlich z.B. eine Somatisierungsstörung, eben genau das was du beschreibst.
    Ich empfinde mich nicht als depressiv, aber mein Körper drück meine verdrängten Gefühle aus.
    Um hier ganz sicher zu gehen, solltest du womöglich zu einem darauf spezialisierten Arzt gehen, um das abklären zu lassen.

Gute Besserung
Kerstin

Hallo Kerstin!

Borreliose, genau das war auch mein erster Gedanke.Unglaublich, dass das offenbar noch nicht einmal in Erwägung gezogen wurde.

Angelika

Hallo Marlies,

ich habe seit geraumer Zeit extreme Probleme mit chemischen Stoffen in allem Möglichen und habe deshalb sehr viel über MCS (Chemikaliensensibilität)gelesen. Die Symtome sind sehr unterschiedlich. Wenn ich mir Deine aber so durchlese, kommt mir das sehr bekannt vor. Ich habe das Alles auch von MCS-Kranken schon lesen können!!
100% kann ich nicht behaupten, daß ich diese Krankheit habe aber ich weiß, daß es in diese Richtung läuft!(und ich habe ja auch keine Ahnung was mich in Zukunft noch erwartet.) Ich habe totale Probleme mit den Atemwegen, das ging über Atemnot-Anfälle, Husten bis zur Lungenentzündung…
Das es an der Chemie in dem ganzen Zeug liegt, was ich zum Teil täglich verwende mußte ich selbst heraus finden!
Die Fachärzte, bei denen ich war haben sich doch eher darauf beschränkt mir zu erklären, was ich NICHT habe.
Mir hat dann erst mein Allergologe bestädigt das ich recht habe!!!
Ich weiß ia nicht ob Du es für möglich hältst, daß auch Dein Problem vielleicht in diese Richtung gehen könnte, aber Du solltest auf jeden Fall mal drüber nachdenken!!!
Infos bekommst Du unter Anderem auch unter www.csn-deutschland.de oder www.PureNature.de (da findest Du auch Foren mit vielen Betroffenen!)
Ich hoffe, Du findest die Ursachen!!

Viele Grüsse
Alex

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Hallo,
Danke für Eure Antworten!
Ich habe mich natürlich viel im Internet umgesehen und auch viele Krankheiten zu den Beschwerden gefunden. Auf Boleorose und MS hat mich sogar mein Neurochirurg angesprochen und mich deshalb zum Neurologen geschickt zwecks Auschluss einer solchen ZNS Entzündung. Der Neurologe, meinte jedoch nur (ohne das er mich untersucht hat) alle Symptome seien Psychosomatisch und überwies mich auf mein bitten hin, mit dieser Diagnose in die Neurolgische Klinik.Den Rest hab ich ja dann schon geschrieben.
Vielen Dank

Lieben Gruß

Hallo Marlies,

ich meinte nicht MS! Ich meinte MCS - das ist ein großer Unterschied!
Übrigends bin ich der Meinung, dass wenn ein Arzt nicht mehr weiter weiß es dann sowieso psychosomatisch sein muß…

geb nicht auf
Alex

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Hallo Marlies,
könnte es sein das Deine Wohnung mit Holzschutzmitteln belastet ist das würde auch die kurzzeitige Besserung nach einem Klinikaufenthalt erklären.
Liebe Grüsse
Peter

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Somatisierungsstörung
Hallo,

ich muß vorausschicken, dass ich Dir natürlich nicht die Ursache Deiner Beschwerden nennen kann und das ich auch nicht weiß, ob die Diagnose einer Somatisierungsstörung korrekt ist.
Vielleicht kann ich aber dennoch ein paar erklärende Worte beisteuern.

Zuerst möchte ich das Stichwort der Borreliose, bzw. Neuroborreliose aufgreifen, das hier schon mehrfach erwähnt wurde. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass bei der Untersuchung des Nervenwassers und der geschilderten Symptome die Untersuchung auf Borrelien-Antikörper unterblieben ist. Eher ist anzunehmen, dass sich in dieser Untersuchung keine Hinweise auf eine entsprechende Infektion des ZNS finden ließen.
Womit ich zum zweiten Punkt überleiten möchte: unspezifische und nicht objektivierbare Beschwerden sowie Normalbefunde in den durchgeführten Untersuchungen.
Du schreibst von „Kribbeln in Armen, Händen, Beinen und Füßen“, weiter von „unscharfem Sehen“ und Blasenstörungen („kann meine Blase nicht mehr richtig entleeren“), „nsicherem Gang mit Schwindel, Schlafstörungen, Zucken in beiden Daumeninnenflächen und den Füßen“, „pelziges und schweres Gefühl in den Beinen, Füßen und der Hüfte“.
Objektivierbar, also prüfbar über die einfache Angabe der Beschwerden hinaus sind lediglich bezüglich der Blasenstörung (Restharn?) und ggf. in Bezug auf die Visusverschlechterung („unscharftes Sehen“) ohne weiteres denkbar.
Der Großteil der geschilderten Symptome jedoch ist rein subjektiv, was nicht gleichbedeutend ist mit „eingebildet“, aber für eine apparative Diagnostik oder klinische Untersuchen eben nicht fassbar.

Gehen wir für den Augenblick einfach einmal davon aus, dass sowohl die Versuche, die geschilderten Beschwerden zu objektivieren erfolglos waren, als auch die Suche nach möglichen Ursachen mittels MRT, LP, usw. keine verwertbaren Hinweise lieferten.
In diesem Fall hatten, bzw. haben die beteiligten Mediziner nichts in der Hand, denn jedwede Therapie erfordert keine kreative Spekulation, sondern eine Indikation.
Vermutlich (ich kann hier nicht mehr als Vermutungen anstellen) ist es lediglich gelungen, eine Reihe von möglichen Ursachen Deiner Symptome auszuschließen. Was ja schon mal nicht schlecht ist, denn als erstes wird nach den gefährlichsten möglichen Ursachen gefahndet.
Vermutlich liegt in Deinem Fall also weder ein Schaden am Rückenmark, noch einer am Gehirn, noch eine Entzündung vor.

Was bleibt also?
Möglicherweise eine Somatisierungsstörung.
Denn was durchgetestet wurde, war nur die „Hardware“ Deines Nervensystems, nicht jedoch die „Software“.
Immer unter der Annahme, dass die durchgeführten Untersuchungen komplett waren und die Ergebnisse komplett unauffällig, ist eine „Software“-Störung die wahrscheinlichste Erklärung. Die wahrscheinlichste, nicht die einzig bedenkbare.
Nur, worum möchtest Du Dich zuerst kümmern, wenn Du etwas gegen Deine Beschwerden unternehmen willst? Um die wahrscheinlichste Erklärung oder um irgendwelche wilden Spekulationen oder medizinische Kolibris (Mediziner bezeichnen extremst seltene Krankheitsbilder schon mal als Kolibris)?
Du denkst nicht, dass Deine Beschwerden psychosomatisch sind. Das denken übrigens die meisten Menschen, die unter psychosomatischen Beschwerden leiden.
Wie gesagt, ich weiß nicht, ob die Diagnose einer Somatisierungstörung korrekt ist - aber ich für meinen Teil würde den Psychologen und Psychiatern eine Chance geben, und zwar vor einer weiteren OP.

Hallo Marlies,
könnte es sein das Deine Wohnung mit Holzschutzmitteln
belastet ist das würde auch die kurzzeitige Besserung nach
einem Klinikaufenthalt erklären.
Liebe Grüsse
Peter

Hallo Peter,
Erst mal Danke das du dir einen Kopf für mich machst :smile:
Wir sind in den Jahren seit ich meine Beschwerden habe, schon mehrmals umgezogen weil wir uns vergrößern mußten.mein Beschwerden waren auch vor dem Klinikaufenthalt schon wieder so gut wie weg.Wie es halt immer ist.meistens verschwinden die aber nur für ein paar Monate. irgendwann wache ich morgens auf und alle sind wieder da.Vielleicht ist es ja gerade deshalb so schwierig für die Ärzte eine Diagnose zu stellen.
Lieben Gruß
Marlies

Hallo
Vielen Dank für deinen Rat.
Ich glaube das ,das was ich mit meinem Artikel zum Ausdruck bringen wollte ist nicht so ganz rübergekommen. Vielleicht weil ich mich nicht so richtig ausgedrückt habe.
Die Ergebnisse aus der Klinik, bis auf die Schnelltests, sind noch offen und ich muß noch ca. 2 Wochen darauf und auf die Auswertung warten.
Ich hätte aber gerne gewußt auf was denn alles untersucht wird oder zumindest ob ein Verdacht nahe liegt, aber mir hat in der Klinik kein Arzt darauf geantwortet.In den 5 Tagen Klinik, habe ich lediglich einmal den Puls,Blutdruck und Fieber gemessen bekommen und meinen zuständigen Arzt nur 3x (ohne auf meine Fragen zu antworten) kurz gesehen. Selbst als ich nach dem anaphylaktischen Schock von der Intensivstation auf mein Zimmer gebracht wurde, ist er erst fast 2 Stunden später gekommen um zu fragen wie es mir geht.
Vielleicht bin ich auch einfach nur zu ungeduldig, aber meine Beschwerden habe ich nun schon seit 2002 ( nicht immer ,aber alle paar Monate wieder),ich denke das man da von langer Geduld reden kann.

Lieben gruß
marlies

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Hallo
Vielen Dank für deinen Rat.
Ich glaube das ,das was ich mit meinem Artikel zum Ausdruck
bringen wollte ist nicht so ganz rübergekommen. Vielleicht
weil ich mich nicht so richtig ausgedrückt habe.
Die Ergebnisse aus der Klinik, bis auf die Schnelltests, sind
noch offen und ich muß noch ca. 2 Wochen darauf und auf die
Auswertung warten.
Ich hätte aber gerne gewußt auf was denn alles untersucht wird
oder zumindest ob ein Verdacht nahe liegt, aber mir hat in der
Klinik kein Arzt darauf geantwortet.In den 5 Tagen Klinik,
habe ich lediglich einmal den Puls,Blutdruck und Fieber
gemessen bekommen und meinen zuständigen Arzt nur 3x (ohne auf
meine Fragen zu antworten) kurz gesehen. Selbst als ich nach
dem anaphylaktischen Schock von der Intensivstation auf mein
Zimmer gebracht wurde, ist er erst fast 2 Stunden später
gekommen um zu fragen wie es mir geht.
Vielleicht bin ich auch einfach nur zu ungeduldig, aber meine
Beschwerden habe ich nun schon seit 2002 ( nicht immer ,aber
alle paar Monate wieder),ich denke das man da von langer
Geduld reden kann.

Lieben gruß
marlies

Nochmal ich,
was mich am meisten ärgert, ist das die Diagnose im Kurzbrief „Somatisierungsstörung“ lautet, obwohl dem Arzt die Befunde und die Auswertungen, am Tag meiner Entlassung (ich bin nach dem Schock noch am gleichen abend auf eigene Verantwortung gegangen-weil ich mich nicht gut aufgehoben fühlte) noch gar nicht vorlag.

Marlies

genialer Artikel - *+owT
.

Hallo Kerstin,
Ich hatte 1990 zwei Zeckenbisse an die ich mich erinnern kann, die Bißstellen haben sich aber nach entfernen weder gerötet noch entzündet.Kann mich zumindest nach so langer Zeit nicht mehr daran erinnern.

Danke
Lieben Gruß
Marlies

Hallo Alphabet

Heute habe ich mein erster Beitrag gepostet und mich in den restlichen Fragen umgeschaut. Ich bin weder Arzt noch medizinisch versiert. Deine Krankheitsverlauf hat mich betroffen gemacht. Bei mir ist es ähnlich, dass ich von Arzt zu Arzt gerannt bin, weil ich mich mit einem plötzlichen HA konfrontiert wurde. Obwohl es gute Ärzte waren, hatten diese nie Zeit, umfassend die Situation zu analysieren. Es war frustrierend. Jetzt herrscht einigermassen Klarheit und bei mir lässt sich das Problem mit einem klaren medizinischen Hintergrund erklären.

Mein Rat an dich ist, dich nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und auszupropieren. Hatte einmal ein kurzes interessantes Gespräch mit einer Oberärztin über alternativ Medizin. Obwohl Sie keine anhänger von solchen Praktiken ist, hat sie mir gesagt, dass sobald etwas zu einer chronisches Krankeit führt und der Sachverhalt medizinsch schlecht fassbar ist, lohnt sich evt. der Gang zu einem alternativen Heilpraktiker. Dabei denke ich bei dir vorallem an Aktapunktur.

Das ist meine Meinung. Alles Gute.