Hallo Gemeinde.
Anlässlich eines philosophischen Colloquiums haben wir zunächst die Wörter ‚Wissen‘ als Hauptwort und ‚wissen‘ als Tätigkeitswort so genau es ging definiert und untersucht wie sie in der Alltagssprache verwendet werden.
Dabei fiel mir auf dass das Tätigkeitswort ‚wissen‘ eigentlich kein so richtiges Tätigkeitswort ist. Denn was tut man wenn man gerade ‚weiss‘?
Die Aussage ‚Ich weiss‘ beschreibt mehr einen Zustand als eine Tätigkeit, so z.B. wie ‚haben‘.
Nun habe ich in der Schule gelernt ‚haben, sein und werden‘ sind sogenannte ‚Hilfszeitwörter‘. Meine Frage: Haben ‚wissen‘ und vielleicht noch einige andere, ähnliche Tätigkeitswörter, einen Sonderstatus? Und wenn ja, wie heißt der?
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim
Hallo Alexander!
Meine Frage: Haben ‚wissen‘
und vielleicht noch einige andere, ähnliche Tätigkeitswörter,
einen Sonderstatus? Und wenn ja, wie heißt der?
Darüber ist mir nichts bekannt. Ich habe lediglich mal wo gelesen, dass es Verben gibt, die eher aktiv sind und solche, die eher passiv sind. In einem Intelligen(?)-Test galt es, eine Reihe von Verben diesen beiden Gruppen zuzuordnen.
Aber einen Sonderstatus haben diese Wörter meines Wissens nicht.
Hanna
Hallo Gemeinde.
Hallo Alexander,
ich will davon nichts wissen. Wer wusste das, wer weiß es jetzt noch? Ich weiß nichts. Wissen ist Macht, Wissen macht nichts, ist harmlos. Wer will das wissen? Was wissen schon Babys? Viel gewusst, nichts geschrieben, schlecht. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich schlauer. Ich weiß, also schreibe ich.
Viele Grüße vom Wissenden
Franz
(wahrscheinlich später mehr)
Sokrates läßt grüßen …
Hallo Franz, … der wusste nämlich dass er nichts wusste!
Was soll die ganze Litanei???
Schönen Gruß.
A.B.
Dabei fiel mir auf dass das Tätigkeitswort ‚wissen‘ eigentlich
kein so richtiges Tätigkeitswort ist. Denn was tut man wenn
man gerade ‚weiss‘?
Hallo, Alexander,
die Bezeichnung „Tätigkeitswort“ ist ja eigentlich der Sammelbegriff für die Wörter der Sprache, die die (Inter-)Aktion oder Reaktion eines Subjekts beschreiben. In so fern drücken zwar die meisten Verben eine „aktive Tätigkeit“ aus, aber natürlich gibt es auch Interaktionen, die durch ihr bloßes Vorhandensein wirken. Wissen ist so ein Verb, glauben übrigens auch.
Meine Frage: Haben ‚wissen‘ und vielleicht noch einige andere, ähnliche Tätigkeitswörter, einen Sonderstatus?
Ob die Sprachwissenschaftler für diese Art von Verben einen speziellen Begriff haben, weiß ich allerdings nicht.
Vielleicht „zustandsbeschreibende Verben“?
Gruß
Eckard
Hallo Alexander,
Deutsch ist eben die Sprache der Philosophen, denke ich mal und meine auch es zu wissen. Engländer und Amerikaner nennen das Brainstorming, if you don’t mind.
Noch einen unterhaltsamen Abend
Franz
He, ihr zwei! MOD
Hallo, Alexander und Franz!
Wie wärs, wenn ihr beim Antworten die Ganzkörperzitate weglöschen tätet?
Ist doch nicht schwer, oder?
Und extra:
Hallo, Franz,
willst du nicht deine Tastatur wieder etwas mehr schonen?
Und wie schon bemerkt, gehören Rätsel aufs Rätselbrett, selbst wenn es ein Worträtsel ist.
Fritz MOD
Präterito-Präsentien
Hallo Alexander,
Meine Frage: Haben ‚wissen‘
und vielleicht noch einige andere, ähnliche Tätigkeitswörter,
einen Sonderstatus? Und wenn ja, wie heißt der?
Von der Konjugation her zählen einige Verben im Mittelhochdeutschen zu den sogenannten „Präterito-Präsentien“, d.h. sie haben Vergangenheitsformen, aber Gegenwartsbedeutung. Darum auch das Unwohlsein bei der „Tätigkeit“, die ja ursprünglich in der Vergangenheit stattfand.
Daß diese Verben ihrer Form nach Präteritum sind, erkennt man
a) an dem Ablaut zwischen Sg. und Pl. (weiz - wizzen wie reit - riten, darf - durfen wie warf - wurfen)
b) an der Endungslosigkeit der 1. und 3. Person Singular. ich/er darf wie ich/er warf (gegen Präsens ich wirfe, er wirfet).
Die Form entspricht lat. novi „ich weiß“ [von der Form her „ich habe kennengelernt“].
Weitere Beispiele:
ich kan usw. (kann)
ich darf usw.
ich sol/sal usw. (soll)
ich mac usw. (vermag)
ich muoz usw. (muß)
Hermann PAUL: Mittelhochdeutsche Grammatik, Tübingen: Niemeyer, 20. Auflage 1969 (hab keine neuere…) § 172 S. 205
Grüße, Michael
Ich bedanke mich …
… für die beiden Zuschriften, die inhaltlich Bezug auf meine Frage nahmen und diese beantworteten.
Ich kannte zwar 'Hilfszeitwörter und Modalverben, die ein zweites Verb verlangen, aber bei ‚wissen, kennen, glauben‘ etc. war ich mir nicht sicher wie sie einzuordnen sind. Aber das ist ja jetzt geklärt!
Vielen Dank,
Alexander.
Hallo Alexander,
wissen und kennen sind transitive Verben (grammatikalische Erklärung)
Leider eine nüchterne Antwort
Franz
Ich kannte zwar 'Hilfszeitwörter und Modalverben, die ein
zweites Verb verlangen, aber bei ‚wissen, kennen, glauben‘
Vielen Dank,
Alexander.