Wer zahlt?

Hallo,
um wieder mal ein „normales“ Thema zu behandeln:
Vor einigen Tagen sah ich im Fernsehen das beklagenswerte Opfer eines Unfalles, die nach ungezählten Operationen noch immer im Rollstuhl lebt, und eventuell nach langer Reha wieder hergestellt sein wird. Sie erlitt entsetzliche Verletzungen bei einem Unfall, der sich bei Ausübung ihres Sportes (Kite-Surfing) ereignet hatte. (kein Fremdverschulden)
Mir stellt sich die Frage, wer die langwierige, kostspielige Heilbehandlung und Nachsorge, den Verdienstausfall und die übrigen Kosten in solch einem Fall trägt. Doch wohl nicht etwa die gesetzliche Krankenversicherung, in die ich, obwohl ich sie seit vielen Jahren nicht in Anspruch nahm, doch jeden Monat ein knappes Siebtel meines Gehaltes zahlen darf?
Oder zahlen Extremsportler einen besonderen Risikozuschlag, denn es kann doch nicht angehen, dass jemand seinem Sport auf Koszen und zu Lasten der Allgemeinheit frönt?
Gruß Eckard.

Hi Eckard

Vor einigen Tagen sah ich im Fernsehen das beklagenswerte
Opfer eines Unfalles, die nach ungezählten Operationen noch
immer im Rollstuhl lebt, und eventuell nach langer Reha wieder
hergestellt sein wird. Sie erlitt entsetzliche Verletzungen
bei einem Unfall, der sich bei Ausübung ihres Sportes
(Kite-Surfing) ereignet hatte. (kein Fremdverschulden)
Mir stellt sich die Frage, wer die langwierige, kostspielige
Heilbehandlung und Nachsorge, den Verdienstausfall und die
übrigen Kosten in solch einem Fall trägt. Doch wohl nicht etwa
die gesetzliche Krankenversicherung,

Das ist in diesem Falle total egal. Im Endeffekt zahlen immer wir alle. Ob das jetzt über die Krankenkasse geht, oder über die Steuern, ist prinzipiell betrachtet wurscht. Alles nur andere Taschen der gleichen Hose.

Oder zahlen Extremsportler einen besonderen Risikozuschlag,

Nein, zumindest nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung.

denn es kann doch nicht angehen, dass jemand seinem Sport auf
Koszen und zu Lasten der Allgemeinheit frönt?

Tja, was ist eine Risikosportart?
Jede Woche Fußball und im Winter Skifahren dürfte auch ziemlich riskant sein…
Wie soll das kontrolliert werden?

Ausserdem ist die aufgewendete Gesamtsumme für Unfälle bei Extremsportarten vermutlich marginal, verglichen mit den allgemeinen Behandlungskosten.

Und, by the way… Zuschläge für Raucher, Übergewichtige,
Kampfhundbesitzer??? *duck*

Und was ist mit dem „Normalbürger“ der immer mit 250 über die Autobahn brettert…

So, jetzt hab ich glaube ich alle Vorurteile durch… Fehlt noch was???

Fazit: Andere Sätze für Extremsportler wären ein erheblicher Mehraufwand an einer ohnehin schon überblähten Bürokratie. Ich glaube nicht, das das mehr an „Gerechtigkeit“ das mehr an Verwaltungsaufwand rechtfertigt…
Sprich: Die zahlen mehr, aber Du zahlst bestimmt nicht weniger!

Gruß
Mike

Oder zahlen Extremsportler einen besonderen Risikozuschlag,

denn es kann doch nicht angehen, dass jemand seinem Sport auf
Koszen und zu Lasten der Allgemeinheit frönt?

Nein, zahlen sie nicht, obwohl immer wieder im Sommerloch von einigen Hinterbänkler gefordert. Liegt vor allem am Abgrenzungsproblem: wo beginnt eine Extremsportart genau?

Wenn Kite-Surfing Extremsport ist, …
Hallo,
…dann ist es Fussball und jeder andere Freizeitsport auch. Die folgen kannst du Freitag abends in den chirurgischen Notaufnahmen der Krankenhäusern bewundern. Du hast recht, da passiert schon einiges.
Die Folgen von Extrem-Saufing, Extrem-Fressing und Extrem-Rauching und Extrem-Sesselsitzing sind eher auf der Inneren zu bewundern. Auch abschreckend, die Behandlungen sind ebenfalls teuer.
[…]

Mir stellt sich die Frage, wer die langwierige, kostspielige
Heilbehandlung und Nachsorge, den Verdienstausfall und die
übrigen Kosten in solch einem Fall trägt. Doch wohl nicht etwa
die gesetzliche Krankenversicherung, in die ich, obwohl ich
sie seit vielen Jahren nicht in Anspruch nahm, doch jeden
Monat ein knappes Siebtel meines Gehaltes zahlen darf?

Die Kosten für Unfälle beim Freizeitsport werden üblicherweise von separaten Versicherungen (mit-)getragen, die mit den jeweiligen Verbänden und Vereinen eine Art Kollektivvertrag haben.
Z.B. war ich zu meiner Zeit als aktiver Judoka über den Verband beim Gerling-Konzern Unfall-versichert. Das dürfte bei allen Wettkampfsportlern über die eine oder andere Versicherung so sein.
(Wenn ich mich richtig erinnere war es so: Wenn der Sportler seinen Verbandsbeitrag nicht bezahlt hatte => keine Versicherung=>keine Berechtigung zur Teilnahme an Wettkämpfen)

Oder zahlen Extremsportler einen besonderen Risikozuschlag,
denn es kann doch nicht angehen, dass jemand seinem Sport auf
Koszen und zu Lasten der Allgemeinheit frönt?

Extremsportler, die diese Bezeichnung verdienen, sind durchtrainierte Leistungssportler und eigentlich mindestens Halbprofis (d.h. der normale Beruf wird hinter dem Sport zurückgestellt). Diese Leute sind i.d.R. ebenfalls zusätzlich versichert. Ähnlich wie zB. Bergführer können sie sich für viel Geld versichern. Die meisten (zumindest, diejenigen die ich kenne) tun dies.

Wieviel im konkreten Schadensfall dann die KK und die Unfallversicherungen anteilig zahlen, kann ich nicht sagen, da für den Verunfallten die Abrechnung nicht transparent abläuft (ablief?). Ich habe damals meine Unfälle (2 Stück in 10 Jahren) beiden Versicherungen (GesetzlicheKV und UnfallV) gemeldet, die Abrechnung haben die beiden unter sich ausgemacht.

Wer meist keine Zusatzversicherung hat, sind die Freizeitsportler, die sich oft nicht organisiert haben: Jogger, Radfahrer, Skifahrer und Bergwanderer.

Zum Schluss also das Fazit:
Sportler sind in der Regel (falls in einem Verein/Verband organisiert) für ihr erhöhtes Unfallrisiko zusätzlich versichert, aber Raucher, Säufer, Vielfresser und Sesselfurzer mit ihrem erhöhten Gesundheitsrisiko nicht.

Grüsse Rossi