Werbebrief hinterhertelefonieren?

Hallo,

angenommen eine Firma verschickt per Brief eine Werbesendung an andere Unternehmen um ihre Dienstleistung anzubieten. Ziel sei Neukundengewinnung (den Empfängern ist das werbende Unternehmen also unbekannt). Soweit ja kein Problem, da Kaltaquise klassisch auf Papier im Briefumschlag erlaubt ist.

Dürfte der Absender nun den Werbebriefen hinterhertelefonieren? Sprich: bei den Empfängern anrufen und sich erkundigen ob die Sendung angekommen ist? Sich auch erkundigen wer der Ansprechpartner für die beworbene Dienstleistung ist? Ob Bedarf an der beworbenen Dienstleistung besteht?
Wie weit dürfte man gehen?

Das UWG ist bekannt. Auch der dortige §7, Abs. 2 Nr. 2.
Nur würden in der Auslegung die Meinungen auseinandergehen.

Was meinen die Fachleute?

Grüße,
Tinchen

Hallo,

angenommen eine Firma verschickt per Brief eine Werbesendung
an andere Unternehmen um ihre Dienstleistung anzubieten. Ziel
sei Neukundengewinnung (den Empfängern ist das werbende
Unternehmen also unbekannt). Soweit ja kein Problem, da
Kaltaquise klassisch auf Papier im Briefumschlag erlaubt ist.

richtig.

Dürfte der Absender nun den Werbebriefen
hinterhertelefonieren?

Da gelten die gleichen Regeln, wie vor dem versenden des Mailings. Ein geschäftlicher Kontakt mit irgendeiner Form der Einwilligung ist so ja nicht entstanden.

Sprich: bei den Empfängern anrufen und sich erkundigen ob die Sendung angekommen ist?

Wenn der Empfänger Interesse hat, wird er sich bei Zeiten melden. Hat er die Werbung dem Müll überantwortet, wird er einer Nachfrage nach seinem Papiermüll wohl eher nicht wohlgesonnen sein.

Sich auch erkundigen wer der Ansprechpartner für die beworbene
Dienstleistung ist? Ob Bedarf an der beworbenen Dienstleistung
besteht?
Wie weit dürfte man gehen?

Soweit, wie es auch ohne Werbeschreiben zulässig ist.

Das UWG ist bekannt. Auch der dortige §7, Abs. 2 Nr. 2.
Nur würden in der Auslegung die Meinungen auseinandergehen.

Und? Hat sich durch das Werbeschreiben irgendetwas geändert?

Gruß

osmodius

Hallo!

angenommen eine Firma verschickt per Brief eine Werbesendung
an andere Unternehmen …

Warum treibt jemand solchen Unsinn? Die Erfolgsquote - sofern es sie überhaupt gibt - liegt bestenfalls im einstelligen Promillebereich. Man produziert in der Hauptsache Streuverluste und ärgert andere Leute mit Werbemüll, der unbesehen in die Rundablage wandert.

Die Ursache solcher Rohrkrepierer: Unternehmen kaufen nichts, Unternehmen vergeben keine Aufträge, Unternehmen trefffen keine Auftragsentscheidungen. Unternehmen haben noch nie irgendwas gemacht. Es sind ausnahmslos immer Menschen in Unternehmen, die kaufen, Aufträge vergeben und Entscheidungen treffen. Jeder dieser Entscheider hat einen Namen, mit dem man ihn ansprechen und anschreiben sollte. Deshalb schickt man alles, was nicht Rechnung heißt, nicht an ein Unternehmen, sondern nur an eine Person in einem Unternehmen. Sonst hat man auch keine Chance zum Nachfassen, landet bei irgendeiner Telefonmaus, der es komplett am süßen Hintern vorbei geht, wo irgendein Werbeblättchen gelandet sein könnte. Ist alles so unsäglich sinn- und erfolglos…

Erscheint es zu mühsam, im Vorfeld der Werbeaktion die Entscheider zu recherchieren, kann man sich die Aktion schenken und die Unterlagen lieber gleich in den Altpapiercontainer werfen. Der Werbeeffekt ist identisch (nämlich gleich Null) und man spart Porto.

Geht man mit einer personalisierten Aktion an gewerbliche potentielle Kunden, würde ich zum Nachfassen keinen Gedanken an irgendwelchen juristischen Kram verschwenden. Außerdem ist das Nachfassen bei geschickt gemachtem Material entbehrlich, weil sich die Leute bei Interesse/Bedarf von ganz alleine melden. Es mag seltsam klingen, aber man muß den Leuten sagen, was sie tun sollen - egal ob es ein Geschäftsführer, Vorstand oder Werkstattmeister ist. Dem Anschreiben/Werbematerial (mit dem man niemandem die Zeit stiehlt; auf hohles Gewäsch verzichtet man tunlichst) ist zu entnehmen, daß er das beiliegende Blatt ins Fax stecken soll oder Herr/Frau Sowieso in der Zeit von … bis … seinen Rückruf erwartet.

Elementare Voraussetzung ist wie immer, daß man die potentiellen Kunden für die Dienstleistung/das Produkt präzise umrissen/beschrieben hat, also nicht versucht, dem Lokomotivbauer einen Vertrag über die laufende Lieferung von Haarfärbemitteln zu verkaufen.

Gruß
Wolfgang