Hallo!
Wenn lt. Statistik ein Drittel der Bevölkerung Deine Dienstleistung nutzen kann, ist das weit entfernt von **allen Bewohnern. Wenn es solche Statistik gibt, muß es auch gelingen, wenigstens eine Zielgruppe genau zu beschreiben. Wenn man das geschafft hat, kann man nicht mehr auf die Idee kommen, irgendwelches Material unters Volk zu streuen. Statt dessen schießt man direkt ohne Streuverluste auf diese eine einzige Zielgruppe zu.
Wenn in Deinem Garten der Kirschbaum voller Früchte hängt und Du schaffst es gar nicht, die Kirschen zu ernten, bevor die Konkurrenz (in Form von Staren) kommt, wäre es nicht besonders klug, sich bundesweit auf die Suche nach Kirschbäumen zu machen, um mal hier und mal da je eine Kirsche zu ernten. Sinnvollerweise wirst Du Dich also zuerst um den heimischen Kirschbaum kümmern und die anderweitig hängenden Kirschen bewußt ignorieren. Auch die Mittel für die Kirschernte vor der Haustür sind andere, als wenn Du in großer Entfernung ernten willst. Für die Kirschernte im eigenen Garten brauchst Du keinen Lkw für den Transport zu kaufen und mußt Dich nicht um Übernachtungsmöglichkeiten kümmern.
Du brauchst also für die Kirschernte ein Konzept, damit Du nicht versehentlich für den Kirschbaum im eigenen Garten einen Lkw kaufst und Hotelzimmer reservierst. Ich will Dich nicht veräppeln, das Beispiel soll nur verdeutlichen, daß Dir zuerst klar sein muß, ob Du regional oder überregional tätig sein willst. Danach richtet sich nämlich die Vorgehensweise. Geeignete Werbemethoden im regionalen Umfeld haben nicht einmal entfernte Ähnlichkeit mit den Methoden für bundesweite Werbung. Die dabei getroffenen Entscheidungen haben natürlich keinen Ewigkeitswert, sie müssen mit der Zeit immer wieder überprüft werden.
Es scheint eine Existenzgründern nur schwer vermittelbare Kunst zu sein, sich zunächst auf eine bestimmte Zielgruppe und ein bestimmtes Gebiet zu konzentrieren. So wundert mich nur, daß nicht sogleich von weltweiter Akquise die Rede war. Auch in diesem Forum wurde schon gefragt, wie man zum Geld für ein Patent in allen Ländern der Erde kommt. Der Fragesteller wäre schon froh gewesen, wenn er wenigstens einen einzigen Kunden in seinem Wohnort hätte, aber bevor er sich in solche Niederungen begibt, geht der Blick zum kolumbianischen und grönländischen Markt.
Sollte sich zufällig ein Kunde aus einer entfernten Ecke der Republik zu Dir verirren, kannst Du ihn gerne bedienen, sofern Du Dir damit keine Verpflichtung für Vor-Ort-Service o. ä. einhandelst. Ungeachtet dessen mußt Du Deine Werbemethoden auf höchstmögliche Effizienz abklopfen. Werbemethoden mit Erfolgsquoten im Promillebereich (dazu gehören in der Gegend verteilte Flyer) sind alles andere als effizient. Konzentriere Dich auf eine Zielgruppe, von der Du genau weißt, daß sie Dein Produkt gebrauchen kann. Bei der Konzentration auf eine bestimmte Zielgruppe schließt Du zunächst viele Menschen aus, die Dein Produkt vielleicht auch gebrauchen könnten. Macht aber nichts. Einige mit Zeitaufwand recherchierte, handverlesene und direkt angesprochene Interessenten bringen eine größere Erfolgsquote als waschkorbweise verteiltes Zeug, das viel Geld kostete, aber nur bei einem von 1.000 kontaktierten Personen zum Erfolg führt. Als Existenzgründer hast Du i. d. R. kein Geld übrig, Werbematerial herstellen zu lassen, das nur im Müll landet.
Ohne Kenntnis des Produkts/der Dienstleistung kann ich keine Zielgruppenauswahl treffen, bei dessen Kontaktierung Du Schlag auf Schlag zum Erfolg kommst. Aber genau das muß zunächst das Ziel sein. Das hindert Dich ja nicht, Dein Auto mit Aufklebern zu bepflastern, aber solche Maßnahme kommt über lockere Unterstützung am Rande nicht hinaus. Gute Akquise funktioniert mit strikter Erfolgskontrolle und wenn Produkt und Zielgruppenansprache etwas taugen, erzwingt man den Erfolg, macht ihn jedenfalls nicht von Zufällen abhängig und/oder gibt sich mit 1-Promille-Quoten zufrieden.
Gruß
Wolfgang**