"Werbung" für non-24

Ich weiss ja nicht, was für nen Radiosender Ihr so hört (das soll auch nicht die Frage sein…), aber bei meinem wird sehr für eine Krankheit namens Non-24 „geworben“. Das ist wohl eine Art von Schlafstörungen, die einen guten Teil der vollständig blinden Menschen trifft (so wie ich das verstehe, kriegen die den Hell-Dunkel-Rhythmus wegen ihrer Blindheit nicht mit und haben deshalb Schlafprobleme). Stelle ich mir richtig schlimm vor (soll auch nicht die Frage sein…).

Was ich vielmehr wissen möchte: warum betreibt eine Pharmafirma so eine aufwendige Werbekampagne für eine recht unbekannte und vermutlich auch recht seltene (das trifft wohl nur einen Teil aller vollständig blinden Menschen, das sind doch nun nicht soooo viele?) macht. Nun sind ja Pharmafirmen auch nicht unbedingt für ihre Selbstlosigkeit und ihr humanitäres Engagement bekannt. Warum also machen die das?

Ich würde einsehen, wenn wir über Menstruationsbeschwerden, Männergrippe, „Rücken“ oder sonst welche halt „häufigeren“ Krankheiten bzw. Leiden reden würden. Da ist doch bei so einer üblichen Radiozuhörerschaft doch sicher ein größerer Teil potentieller Kunden dabei.

Kann mir das jemand erklären? (Sorry, vermutlich ist das Brett falsch gewählt, aber sowas richtig besseres ist mir nicht eingefallen, bei Bedarf gerne an klügere Stelle verschubsen :wink:

Weil Vanda Pharmaceuticals ein Medikament verkaufen möchte, mit dem man Non24 behandeln darf.

Ja schon - aber wie ich schon schrieb:

Lohnt sich das denn wirklich? Ich hab jetzt mal recherchiert. Es scheint so, dass es keine offiziellen Zahlen gibt, aber was ich hier gefunden habe ist: „Die wichtigsten Ergebnisse der Statistik zum 31. Dezember 2013: In Bayern erhielten Ende 2013 14655 Personen Blindengeld.“ Ein paar noch, die blind sind und aus irgendwelchen Gründen kein Blindengeld kriegen, sagen wir 20.000 Blinde. Davon sagen wir mal ist die Hälfte von dieser Problematik betroffen, also haben wir 10.000 potentielle Käufer für dieses Medikament. Dafür wirklich stündliche Radiospots, plus ja noch die Hotline und das „Infomaterial“… Das kostet doch alles.

Bei weiter verbreiteten Krankheiten kann ich das verstehen, in der Erkältungszeit werden ja die ganzen Mittelchen auch beworben, das verstehe ich, da ist aber doch auch die potentielle Kundschaft einfach zahlreicher…

Aber danke für die Antwort.

In den USA „belohnt“ man Pharmafirmen, die sich seltener Erkrankungen annehmen damit, dass man ein vereinfachtes Zulassungsverfahren erlaubt (ich meine es heißt Orphan drug law). Das ist schon ein großer finanzieller Vorteil, der unter Umständen den Nachteil geringer Patientenzahlen ausgleicht. Evtll gewährt man diesen Firmen auch höhere Preise, aber das weiß ich nicht.
Udo Becker