ich gehe auf die 50 zu, sehe im Großen und Ganzen sehr gut, nur auf die Nähe - speziell bei etwa 20cm vor der Nase - wird’s schwierig, zu fokussieren. Auch am Bildschirm sehe ich - wenn ich mir die Lesebrille meiner Frau probeweise auf die Nase klemme - durchaus größer, schärfer und entspannter.
Damit die Frage nicht zu speziell wird (wir wollen ja keinen Arztbesuch ersetzen), mache ich die Frage nun allgemein: Nehmen wir einmal an, das kommt nur wegen der Alterung und der sich damit verschlechternden Akkommodationsfähigkeit. Wenn ich diese Inflexibilität der Linse durch eine Brille kompensiere, wird die Linse dann nicht noch unelastischer? Schließlich wird sie durch meine Akkommodationsversuche ja doch immer in Bewegung gehalten und durchgeknetet. Diese Arbeit wird ihr ja durch die Brille abgenommen. Macht das die Linse „fauler“ und ich brauche eine Brille bald nicht nur am Bildschirm und zum Lesen, bzw. ständig stärkere Brillen?
Ich betone, ich bin Laie und reime mir diesen technischen Gedanken selbst zusammen. Also erklärt mir doch bitte, wo mein Denkfehler liegt, oder ob meine Befürchtung nicht ganz unberechtigt ist.
Ganz lieben Dank und einen guten Start ins neue Jahr.
das sich verschlechternde Akkommodationsvermögen der Augenlinse im Alter hat nicht nur etwas mit der „Faulheit“ der Linse zu tun. Oder anders herum, die Trägheit der Linse entsteht auch durch Ablagerungen von alternden, absterbenden Zellen in der Linse. Das lässt sich auch durch „Training“ der Linse nicht aufhalten und wird je nach Alter i.d.R schlechter. Wenn Sie aber etwa gegen stärker werdende Lesebrillen haben gibt es inzwischen auch Lasereingriffe um der Presbyopie entgegenzuwirken. Wenn Sie vorher keine Korrektur für Kurz- oder Weitsichtigkeit benötigt haben, ist es aber auch nicht wahrscheinlich, dass Sie etwas anderes als eine Lesebrille brauchen. Um das lästige Auf-und Absetzen zu vermeiden kann man aber auch eine Gleitsichtbrille tragen, die eben keine Korrektur im Fernteil hat.
ganz lieben Dank für die ausführlich Antwort. Ich verstehe das soweit: Linsen werden aus verschiedenen Gründen träger/unflexibler, und man kann das durch „Training“ nicht aufhalten.
Nur ein kleineres Detail möchte ich doch gerne noch nachhaken: Läuft dieser (ich sage mal laienhaft) „Versteifungsprozess der Linse durch Alterungseffekte“ ohne „Training“ nicht schneller ab, oder hat das eine mit dem anderen gar nichts nichts zu tun?
Ich entnehme Ihren Erläuterungen, dass der „Versteifungsprozess“ wohl auf keinen Fall verlangsamt werden kann, denn Zellen sterben so oder so in gleichem Maße ab. Habe ich das so richtig interpretiert?
Mit anderen Worten, ob ich eine Brille trage oder nicht: Ich x Jahren werden meine Augen so oder so um Faktor y schlechter sein, wobei y für die Fälle Brille tragen oder nicht gleich ist.