Werden Sprachen immer einfacher?

Liebe Leute

Hindi ist einfacher als Sanskrit.
Die roman. Sprachen sind einfacher als Latein.
Neugriechisch ist einfacher als Altgriechisch.
Moderne germanische Sprachen (Deutsch, Englisch, „Skandinavisch“,
etc.) sind einfacher als die alten (Gotisch, Althochdeutsch,…), mit
Ausnahme von Islaendisch, das aber deshalb so kompliziert ist, weil
es dieselbe Sprache wie vor 1000 Jahren ist.

Streitbar ist der Begriff „einfach“. Ich nenne eine Sprache umso
einfacher, je weniger Text noetig ist, um all ihre Grammatikregeln
aufzuschreiben. Die Komplexitaet des Vokabulars lasse ich dabei
ausser Acht.

Die obigen Beispiel legen nahe, dass Sprachen ihre Umstaendlichkeiten
und Komplexitaeten mit der Zeit abreiben und und somit immer
einfacher werden. Englisch wuerde ich als die modernste aller
Sprachen bezeichnen, weil die Grammatik sehr einfach und das
Vokabular aeusserst integrativ und kosmopolitisch ist.

Gibt es Gegenbeispiele, also Sprachen, deren grammatisches Regelwerk
mit der Zeit komplexer wurde? Oder ist es vielleicht so, dass mit
einfacher werdender Grammatik das Vokabular umso umfassender werden
muss, um die Komplexitaet zu erhalten?
Vielleicht ist es ja kein Zufall, dass Englisch eine sehr einfache
Grammatik aber auch den groessten Wortschatz aller Sprachen hat.

Wer weiss was?

Gruss, Tychi

Hallo.

Ein kleines Kind, welches seine Muttersprache lernt, wird sich wohl kaum für die Komplexität derselben interessieren (was bleibt ihm auch übrig ?). Von daher würde ich die Gründe für die heutige Poularität des Englischen (als Beispiel) nicht in der Sprache selbst, sondern in den wirtschaftlichen und militärischen Erfolgen der Engländer („British Empire“, Kolonization, „Commonwealth“) suchen. Und m.E. nach ist gesprochenes Thailändisch die einfachste Hochsprache: keine Grammatik, Wortstellung egal, einfach NUR Vokabeln lernen… Und wenn man rein mengenmässig vorgeht, sind die asiatischen Sprachen (u.a. chinesisch) ohnehin dominant. Aber siehe das Beispiel der Engländer.

HTH
mfg M.L.

*** nur am Rand ***
Je weiter man nach Osten marschiert, desto klangfreudiger und bildhafter (& einfacher) wird die Sprache. Vera F. Birkenbihl hätte ihren Spass daran

Hallo Markus

Dem stimme ich zwar zu, aber es hat mit meiner Frage nicht viel zu
tun. Interessant waere fuer mich gewesen, ob es z.B. ein altes
Thailaendisch gab, welches komplizierter als das moderne war.

Gruss, Tychi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Manchmal schon…

Hallo Tychi,

ich denke, wenn eine Sprache hochkomplex ist, weist das immer auf eine hochkulturelle Geschichte eines Volkes hin. Gerade dort, wo die die literarische Aktivität und Virtuosität eines Volkes hoch ist, ist nach meiner Meinung eine ebenso feinkomplexe Grammatik zu erwarten, da die Ansprüche an die Sprache dann auch höher sind. Daher ist es kein Wunder, dass Deutsch, die Sprache der „Dichter und Denker“ eine der schwierigsten Sprachen der Welt ist. Ebenso verhält es sich mit dem Arabischen, das schon die vorislamischen Altaraber intensiv zur Pflege ihrer lyrischen Kultur verwendeten.

Wenn Sprachen immer einfacher werden kann das viele Gründe haben, und die Gefahr, dass eine Sprache an Komplexitätsniveau verliert ist im Verlaufe der Geschichte eines Volkes hoch: Kriege, Hungersnöte, Wirtschaftlicher Verfall, aber auch geistige Degeneration infolge eines extrem gelebten Hedonismus etc. können immer wieder ein Volk veranlassen, ihre literarische und geisteswissenschaftliche Kultur zu vernachlässigen, weil sich für ganze Jahrzehnte andere Werte in den Vordergrund schieben.

Mein’ ich zumindest…

Grüße,

Mohamed.

Hallo Mohammed,

ich denke, wenn eine Sprache hochkomplex ist, weist das immer
auf eine hochkulturelle Geschichte eines Volkes hin.

Tut mir leid, aber das ist schlicht und ergreifend Unsinn und lässt sich an hunderten von Sprachen beweisen, die von kulturell wenig entwickelten Völkern gesprochen werden!

Deutsch, die Sprache der „Dichter und Denker“ eine der
schwierigsten Sprachen der Welt ist.

Ist eine unhaltbare Aussage, bei der jeder Sprachwissenschaftler den Kopf schütteln würde! Du verwechselst hier zwei Ebenen, die nichts miteinander zu tun haben!
Gruß!
Christian

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Die obigen Beispiel legen nahe, dass Sprachen ihre
Umstaendlichkeiten
und Komplexitaeten mit der Zeit abreiben und und somit immer
einfacher werden.

dieselbe frage hab ich hier schonmal vor jahren gestellt. auch mir fiel das auf (habe erfahrungen mit latein, altgriechisch und althebräisch). die erklärung von experten lautete damals - und das leuchtete mir intuitiv ein - folgende: die einzigen aus der antike erhaltenen schriftwerke gehören zur hochsprache, zur dichtung, philosophie, wissenschaftlichen literatur. sie wurden von menschen geschrieben, die der höchstform der damaligen sprache mächtig waren. dazu kommt, daß in de antike längst nicht alle menschen die intellektuellen, und wenn doch, dann nicht die materiellen möglichkeiten hatten, überhaupt schriftwerke zu verfassen: es war immer die gebildete reiche oberschicht!

daher ist uns aus dieser zeit nur die höchstsprache erhalten geblieben und nicht die alltagssprache, die man auf der straße SPRACH, und die höchstwahrscheinlich genauso „vereinfacht“ und „verunreinigt“ war wie heutige alltagssprache.

die abnutzung der sprache ist also ein illusion.

zur einfachheit des englischen: auch das ist eine illusion! englisch erscheint dem mitteleuropäer (!) als die „einfachste mögliche sprache“, da dieser in denselben kategorien zu denken gelernt hat und er diese im englischen sehr einfach realisiert sieht. das gilt aber nicht mehr, wenn ein sprecher aus einer anderen sprachtradition stammt. dann ist englisch plötzlich genauso schwer oder leicht wie andere sprachen.

nebenbei: ich kenne eine sprache, die viel viel leichter als englisch ist, da es (teilweise) eine kunstsprache ist.

gruß
datafox

Hallo Christian,

Hallo Mohammed,

ich denke, wenn eine Sprache hochkomplex ist, weist das immer
auf eine hochkulturelle Geschichte eines Volkes hin.

Tut mir leid, aber das ist schlicht und ergreifend Unsinn und
lässt sich an hunderten von Sprachen beweisen, die von
kulturell wenig entwickelten Völkern gesprochen werden!

Dann beweise bitte.

Deutsch, die Sprache der „Dichter und Denker“ eine der
schwierigsten Sprachen der Welt ist.

Ist eine unhaltbare Aussage, bei der jeder
Sprachwissenschaftler den Kopf schütteln würde!

Welcher denn?

Du
verwechselst hier zwei Ebenen, die nichts miteinander zu tun
haben!

Welche verwechsele ich denn?

Gruß!
Christian

Gruß,

Mohamed.

PS: Und sowas „Hilfreiches“ kriegt ein Sternchen - tz, tz, tz.

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Hi Data,

deine Ausfuehrungen (bzw. die der damaligen
Experten) scheinen logisch.
Was Englisch betrifft: es mag eine relativ einfache
Grammatik besitzen, deshalb ist die Sprache zu Anfang
relativ einfach zu erlernen. Aber gerade weil es eine
eher idiomatische Sprache ist, sind die letzten 5% der
Sprache sehr schwer zu greifen.

nebenbei: ich kenne eine sprache, die viel viel leichter als
englisch ist, da es (teilweise) eine kunstsprache ist.

Ich auch. :smile:
Allerdings keine Kunstsprache, sondern Afrikaans.

Gruesse
Elke

Hallo Mohhamed,
Verzeihung, meine Reaktion klang vielleicht ein wenig unwirsch!

Tut mir leid, aber das ist schlicht und ergreifend Unsinn und
lässt sich an hunderten von Sprachen beweisen, die von
kulturell wenig entwickelten Völkern gesprochen werden!

Dann beweise bitte.

Na gut:
Ein fast willkürlich herausgegriffenes Beispiel: Die sogenannten „Khoisan-Sprachen“ werden von Menschen in Afrika gesprochen, die vor kurzem noch eine steinzeitliche Lebensweise als Jäger und Sammler führten. Die Grammatiken ihrer Sprachen verfügen jedoch über ein komplizierteres Genus- und Nummerussystem als es das Deutsche hat: Es gibt neben männlich und weiblich noch grammatische Formen für ein „genus commune“, und neben Einzahl zwei verschiedene Pluralformen für jedes Wort. Für uns Europäeer sind diese Sprachen vermutlich fast unlernbar durch ihr „Tonsystem“, bei dem der Melodieverlauf, mit dem eine Silbe ausgesprochen wird, die Bedeutung verändert (wie im Chinesischen!).

Ist eine unhaltbare Aussage, bei der jeder
Sprachwissenschaftler den Kopf schütteln würde!

Welcher denn?

Jochen Rehbein, Konrad Ehlich, Noam Chomsky: Reicht das?

Du
verwechselst hier zwei Ebenen, die nichts miteinander zu tun
haben!

Welche verwechsele ich denn?

Die Komplexität der Grammatik einer Sprache hat wenig mit der Komplexität des Denkens einzelner Menschen zu tun. Erst Recht hat die kulturelle Entwicklung eines Landes, die in der Regel in Jahrzehnten verläuft, nichts mit der Komplexität einer Sprache zu tun, die sich in Jahrhunderten stetig, aber doch nur langsam verändert. Auch Kinder beherrschen die hochkomplexen Regeln ihrer Muttersprache, ohne davon selber etwas zu merken. Denken und Sprache sind - so erstaunlich es klingt - bis zu einem gewissen Grade unabhängig voneinander.
Gruß!
Christian

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stimmt genau

Hallo Mohhamed,
Verzeihung, meine Reaktion klang vielleicht ein wenig
unwirsch!

Tut mir leid, aber das ist schlicht und ergreifend Unsinn und
lässt sich an hunderten von Sprachen beweisen, die von
kulturell wenig entwickelten Völkern gesprochen werden!

Dann beweise bitte.

Na gut:
Ein fast willkürlich herausgegriffenes Beispiel: Die
sogenannten „Khoisan-Sprachen“ werden von Menschen in Afrika
gesprochen, die vor kurzem noch eine steinzeitliche
Lebensweise als Jäger und Sammler führten. Die Grammatiken
ihrer Sprachen verfügen jedoch über ein komplizierteres Genus-
und Nummerussystem als es das Deutsche hat: Es gibt neben
männlich und weiblich noch grammatische Formen für ein „genus
commune“, und neben Einzahl zwei verschiedene Pluralformen für
jedes Wort. Für uns Europäeer sind diese Sprachen vermutlich
fast unlernbar durch ihr „Tonsystem“, bei dem der
Melodieverlauf, mit dem eine Silbe ausgesprochen wird, die
Bedeutung verändert (wie im Chinesischen!).

Man denke auch an die Sprachen der nordamerikanischen Indianer. Der
Navajo-Code war nicht zu knacken und auch sonst stehen viele der
Indianersprachen im Ruf unlernbar zu sein, ausser als Muttersprache
natuerlich.

Ist eine unhaltbare Aussage, bei der jeder
Sprachwissenschaftler den Kopf schütteln würde!

Welcher denn?

Jochen Rehbein, Konrad Ehlich, Noam Chomsky: Reicht das?

Du
verwechselst hier zwei Ebenen, die nichts miteinander zu tun
haben!

Welche verwechsele ich denn?

Die Komplexität der Grammatik einer Sprache hat wenig mit der
Komplexität des Denkens einzelner Menschen zu tun. Erst Recht
hat die kulturelle Entwicklung eines Landes, die in der Regel
in Jahrzehnten verläuft, nichts mit der Komplexität einer
Sprache zu tun, die sich in Jahrhunderten stetig, aber doch
nur langsam verändert. Auch Kinder beherrschen die
hochkomplexen Regeln ihrer Muttersprache, ohne davon selber
etwas zu merken. Denken und Sprache sind - so erstaunlich es
klingt - bis zu einem gewissen Grade unabhängig voneinander.
Gruß!
Christian

Genau. Ich denke auch, dass Mohamed in seinen Ansichten von Wuenschen
mehr als von der Wirklichkeit geleitet ist.

Gruss, Tychi

nicht ganz

Die obigen Beispiel legen nahe, dass Sprachen ihre
Umstaendlichkeiten
und Komplexitaeten mit der Zeit abreiben und und somit immer
einfacher werden.

dieselbe frage hab ich hier schonmal vor jahren gestellt. auch
mir fiel das auf (habe erfahrungen mit latein, altgriechisch
und althebräisch). die erklärung von experten lautete damals -
und das leuchtete mir intuitiv ein - folgende: die einzigen
aus der antike erhaltenen schriftwerke gehören zur
hochsprache, zur dichtung, philosophie, wissenschaftlichen
literatur. sie wurden von menschen geschrieben, die der
höchstform der damaligen sprache mächtig waren. dazu kommt,
daß in de antike längst nicht alle menschen die
intellektuellen, und wenn doch, dann nicht die materiellen
möglichkeiten hatten, überhaupt schriftwerke zu verfassen: es
war immer die gebildete reiche oberschicht!

daher ist uns aus dieser zeit nur die höchstsprache erhalten
geblieben und nicht die alltagssprache, die man auf der straße
SPRACH, und die höchstwahrscheinlich genauso „vereinfacht“ und
„verunreinigt“ war wie heutige alltagssprache.

die abnutzung der sprache ist also ein illusion.

Hallo datafox

Dieses Argument war mir bisher unbekannt, obwohl es sehr einfach ist.
Mit ihm laesst sich gewiss ein Teil des Phaenomens erklaeren, aber
doch habe ich Zweifel, dass damit alles gesagt sein soll.
Der Bildungsunterschied zwischen Cicero und irgendeinem Plebejer von
der Strasse war gewaltig. Ganz klar, dass sich dieser Unterschied
auch in der Sprache bemerkbar machte. Aber war er so viel grosser als
der zwischen Guenther Grass (ein willkuerliches Beispiel fuer einen
Schriftsteller, der sich eines guten Deutsches bedient) und einem
erwachsenen Analphabeten in Deutschland? Ich denke nicht. Wenn also
sich Cicero zu Plebejer wie Grass zu Analphabet verhaelt, dann sollte
auch der Sprachunterschied in etwa gleichem Verhaeltnis stehen. Nun
wage ich zu behaupten, dass die Grammatik in der Schriftsprache
Grass’ und die in der gesprochenen Sprache des Analphabeten nur
relativ geringe Unterschiede aufweist. Der Analphabet wird nur die
gaengigen Fehler begehen, also mir und mich verwechseln,
Genitivpraepositionen mit Dativendungen verbinden und noch einige
Kleinigkeiten. Der Unterschied in der Grammatik duerfte also
vielleicht bei 10% liegen. (Das Vokabular halte ich von Anfang an aus
der Betrachtung heraus. )
Mithin schaetze ich die Uebereinstimmung zwischen den Grammatiken der
geschriebenen Sprache Ciceros und der gesprochenen Sprache des
Plebejers auch auf 80-90%. Deiner Aussage zufolge liege die
Uebereinstimmung in der Komplexitaet der modernen romanischen
Sprachen und dem damals vom Volk gesprochenen Latein auf etwa
gleicher Hoehe. Das wuerde bedeuten, dass z.B. Italienisch eine
Komplexitaet hat, die in etwa 80-90% der Komplexitaet des Lateins
Ciceros entspricht. Tatsaechlich wuerde ich jene aber auf vielleicht
40-50% beziffern. D.h. dein Argument kann nur 10-20% erklaeren. Die
restlichen 30-40% des Unterschiedes zwisches Italienisch und
Cicero-Latein kann es nicht erklaeren.

zur einfachheit des englischen: auch das ist eine illusion!
englisch erscheint dem mitteleuropäer (!) als die „einfachste
mögliche sprache“, da dieser in denselben kategorien zu denken
gelernt hat und er diese im englischen sehr einfach realisiert
sieht.

Die Formulierung „einfachste mögliche sprache“ wuerde ich in
Zusammenhang mit Englisch nicht benutzen. Ich sage nur, dass Englisch
von den grossen europaeischen Sprachen (mehr als 10 Mio Sprecher) die
einfachste sei, genaugenommen die modernste.

das gilt aber nicht mehr, wenn ein sprecher aus einer
anderen sprachtradition stammt. dann ist englisch plötzlich
genauso schwer oder leicht wie andere sprachen.

Nein. Nimm zwei gleichbegabte Chinesen und lasse den einen Deutsch
den anderen Englisch lernen. Alles gleich, nur die Sprachen
verschieden. Der, der Englisch lernt, wird es nach einem Jahr besser
koennen als der, der Deutsch lernt Deutsch.

nebenbei: ich kenne eine sprache, die viel viel leichter als
englisch ist, da es (teilweise) eine kunstsprache ist.

Sicher. Mir ist voellig klar, dass es einfacher geht. Ich selbst habe
eine Kunstsprache entwickelt, die einfacher ist:
http://www.fasala.com

gruß

Tychi

Hallo Tychi,

Nein. Nimm zwei gleichbegabte Chinesen und lasse den einen
Deutsch
den anderen Englisch lernen. Alles gleich, nur die Sprachen
verschieden. Der, der Englisch lernt, wird es nach einem Jahr
besser
koennen als der, der Deutsch lernt Deutsch.

Ist natuerlich eine total theoretische Vorstellung,
aber - wenn die beiden nun 20 Jahre in Deutschland
bzw. in England (oder einem anderen englischsprachigen
Land leben), wer spricht dann in 20 Jahren die Fremd-
sprache besser?

Gruesse
Elke

Hallo Elke

Das weiss ich auch nicht. Ich vermute, dass beide die Fremdsprache
gleich gut erlernt haben werden. Wenn aber einer sie besser kann,
dann der in England lebende. Und ich vermute, dass du anders
vermutest. (Wenn letztere Vermutung aus deiner Sicht richtig ist,
kannst du ja vielleicht schlussfolgern, dass meine Vermutungen i.a.
die Tendenz haben richtig zu sein, somit auch erstere :smile: )

Gruss, Tychi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Tychi,

Das weiss ich auch nicht. Ich vermute, dass beide die
Fremdsprache
gleich gut erlernt haben werden. Wenn aber einer sie besser
kann,
dann der in England lebende. Und ich vermute, dass du anders
vermutest.

Nein, meine Vermutung ist anders herum. Durch die
idiomatischere Natur der englischen Sprache, glaube ich,
dass sich die letzten 2-5% (oder was auch immer), dem
Nicht-Muttersprachlicher viel mehr widersetzen, als das
bei einer eher grammatisch-schwierigen Sprache der Fall
ist.

Gruesse
Elke

1 „Gefällt mir“

Nun
wage ich zu behaupten, dass die Grammatik in der
Schriftsprache
Grass’ und die in der gesprochenen Sprache des Analphabeten
nur
relativ geringe Unterschiede aufweist.

Mithin schaetze ich die Uebereinstimmung zwischen den
Grammatiken der
geschriebenen Sprache Ciceros und der gesprochenen Sprache des
Plebejers auch auf 80-90%.

dann vergleiche mal die geschriebene sprache eines geisteswissenschaftlichen essays mit der eines chatrooms. das ist der unterschied, den ich gemeint habe. kurz: die mehrheit der antiken römer dürfte cicero ebensowenig verstanden haben wie die meisten italiener einen modernen italienischen philosophen verstehen würden (kenne keinen). wären lateinische chat transcripts erhalten, wären sie ebenso unkomplex und fehlerhaft wie italienische.

Nein. Nimm zwei gleichbegabte Chinesen und lasse den einen
Deutsch
den anderen Englisch lernen. Alles gleich, nur die Sprachen
verschieden. Der, der Englisch lernt, wird es nach einem Jahr
besser
koennen als der, der Deutsch lernt Deutsch.

im ersten lernabschnitt: ja. smalltalk läßt sich ziemlich bald auf englisch führen. aber englische hochsprache ist eine komplizierte angelegenheit, da sie sehr idiomatisch ist. dazu kommt, daß die fehlertoleranz und aussprachevarianz beim englischen als klassische zweit-, dritt- und einwanderersprache sehr viel höher ist als bei deutsch: man ist es einfach gewohnt, daß auf englisch gekauderwelscht wird, weil es nicht nur ein kulturgut ist, sondern hauptsächlich ein werkzeug, das man benutzen muß, weil es vorhanden ist. (wenn sich zwei menschen beliebiger muttersprache treffen, ist die wahrscheinlichkeit daß sie gemeinsam englisch sprechen fast 100%, gesetzt denn fall, daß sie überhaupt eine gemeinsame drittsprache haben.)

gruß
datafox

Hallo Tychi,

Das weiss ich auch nicht. Ich vermute, dass beide die
Fremdsprache
gleich gut erlernt haben werden. Wenn aber einer sie besser
kann,
dann der in England lebende. Und ich vermute, dass du anders
vermutest.

Nein, meine Vermutung ist anders herum. Durch die
idiomatischere Natur der englischen Sprache, glaube ich,
dass sich die letzten 2-5% (oder was auch immer), dem
Nicht-Muttersprachlicher viel mehr widersetzen, als das
bei einer eher grammatisch-schwierigen Sprache der Fall
ist.

Sag’ ich doch, dass du dies vermuten wuerdest. Und vielleicht hast du
sogar Recht damit. Redewendungen kennt die deutsche Sprache aber auch
viele.

Gruesse

Tychi

Durch die
idiomatischere Natur der englischen Sprache, glaube ich,
dass sich die letzten 2-5% (oder was auch immer), dem
Nicht-Muttersprachlicher viel mehr widersetzen, als das
bei einer eher grammatisch-schwierigen Sprache der Fall
ist.

das sehe ich exakt auch so!

dazu kommen äußerst individuelle parameter wie gehör, extrovertiertheit, logische gabe, intelligenz, die bestimmen, wie schnell man eine sprache lernt.

und bei englisch ist es einfach unfair: die armen briten/amerikaner müssen mit ansehen wie ihr kulturgut - der preis von kolonisation und kulturexport! - milliardenfach als werkzeug benutzt, abgenutzt und mißbraucht wird. englisch wird am häufigsten nicht als sprache benutzt sondern als ein erweitertes herumdeuten mit hand und fuß :smiley: ich glaube, daß auch DAHER es derartig viele varianten gibt. (ich kenne neben meiner wenigkeit vier zweisprachige paare, die mit englisch als drittsprache leben/gelebt haben. jedes paar hat im laufe der jahre seine eigene privatsprache entwickelt, mit privaten vokabeln, privaten wendungen, privaten lehnwörtern und mischungen, die allesamt „falsch“ sind und nach außen absolut unverständlich.)

gruß
datafox

Hallo datafox

Nun
wage ich zu behaupten, dass die Grammatik in der
Schriftsprache
Grass’ und die in der gesprochenen Sprache des Analphabeten
nur
relativ geringe Unterschiede aufweist.

Mithin schaetze ich die Uebereinstimmung zwischen den
Grammatiken der
geschriebenen Sprache Ciceros und der gesprochenen Sprache des
Plebejers auch auf 80-90%.

dann vergleiche mal die geschriebene sprache eines
geisteswissenschaftlichen essays mit der eines chatrooms. das
ist der unterschied, den ich gemeint habe. kurz: die mehrheit
der antiken römer dürfte cicero ebensowenig verstanden haben
wie die meisten italiener einen modernen italienischen
philosophen verstehen würden (kenne keinen).

Das verstehe ich ja, und ich stimme dir darin auch zu. Aber der Grund
des Unverstaendnisses liegt meiner Meinung nach nicht in der
Grammatik, sondern in der Wortwahl, in der Laenge der Saetze und in
den Phrasen und Formulierungen. Einen physikalischen Fachartikel
verstehen auch nur die Eingeweihten, aber die Grammatik, in welcher
er geschrieben ist, ist nicht die Ursache fuer das Unverstaendnis,
sondern das Vokabular und das ganze fehlende Hintergrundwissen.
Nochmal ganz deutlich: Aus der unbestrittenen Tatsache, dass die
Sprache eines Gebildeten sich von der eines Ungebildeten so stark
unterscheidet, dass dieser jenen gar nicht mehr verstehen kann, folgt
nicht, dass die Grammatiken sich wesentlich unterscheiden wuerden,
sondern die Ursachen liegen in anderen sprachlichen Elementen als in
der Grammatik, denn diese unterscheidet sich bei dem Ungebildeten
kaum von der des Gebildeten.

Nein. Nimm zwei gleichbegabte Chinesen und lasse den einen
Deutsch
den anderen Englisch lernen. Alles gleich, nur die Sprachen
verschieden. Der, der Englisch lernt, wird es nach einem Jahr
besser
koennen als der, der Deutsch lernt Deutsch.

im ersten lernabschnitt: ja. smalltalk läßt sich ziemlich bald
auf englisch führen. aber englische hochsprache ist eine
komplizierte angelegenheit, da sie sehr idiomatisch ist. dazu
kommt, daß die fehlertoleranz und aussprachevarianz beim
englischen als klassische zweit-, dritt- und
einwanderersprache sehr viel höher ist als bei deutsch: man
ist es einfach gewohnt, daß auf englisch gekauderwelscht wird,
weil es nicht nur ein kulturgut ist, sondern hauptsächlich ein
werkzeug, das man benutzen muß, weil es vorhanden ist. (wenn
sich zwei menschen beliebiger muttersprache treffen, ist die
wahrscheinlichkeit daß sie gemeinsam englisch sprechen fast
100%, gesetzt denn fall, daß sie überhaupt eine gemeinsame
drittsprache haben.)

Hieran habe ich nichts auszusetzen.

Gruss, Tychi

Wünsche und Wirklichkeit

Hallo Tychi,

Genau. Ich denke auch, dass Mohamed in seinen Ansichten von
Wuenschen
mehr als von der Wirklichkeit geleitet ist.

Ich weiß nicht, ob das hier noch liest, aber diese Deine letzte Unterstellung habe ich Dir im ersten Augenblick übelgenommen, abgesehen davon, dass ich in puncto Sprachentwicklung keinerlei Wünsche hege, da es mir völlig wurscht ist, ob das Deutsche die Sprache der Dichter und Denker oder der Dicken und Dummen ist.

Tschüss,

Mohamed.

Hallo Tychi,

Genau. Ich denke auch, dass Mohamed in seinen Ansichten von
Wuenschen
mehr als von der Wirklichkeit geleitet ist.

Ich weiß nicht, ob das hier noch liest, aber diese Deine
letzte Unterstellung habe ich Dir im ersten Augenblick
übelgenommen, abgesehen davon, dass ich in puncto
Sprachentwicklung keinerlei Wünsche hege, da es mir völlig
wurscht ist, ob das Deutsche die Sprache der Dichter und
Denker oder der Dicken und Dummen ist.

Hallo Mohamed

Klar lese ich das noch. Per email-Benachrichtigung entgeht mir
nichts. Es tut mir Leid, dass ich dich beleidigt habe. Das war nicht
meine Absicht.

Gruss, Tychi