Werkstatt nein danke?

Moin!

Was habt Ihr für Erfahrungen mit Elektrowerkstätten gemacht? Es ist nämlich so, daß ich einiges an Vertrauen in Werkstätten verloren habe.

Mir kommt das K*tzen, wenn ich von der Werkstatt höre „Reparatur lohnt sich nicht“, ohne, daß das Gerät zur Fehlersuche auch nur geöffnet wurde. Im aktuellen Fall kam ein Bekannter mit seinem 2*120W-Verstärker zu mir, bei dem ein Kanal defekt war. Die Werkstatt wies ihn mit obiger Begründung ab, war aber schnell bereit, den Verstärker in Zahlung zu nehmen und ein neues Gerät für „nur“ DM 520,- anzubieten. Ich habe mir das Gerät daraufhin angesehen, acht Minuten durchgemessen und einen schadhaften Transistor für DM 7,80 ausgetauscht. Wenn ich mal davon ausgehe, daß eine Werkstatt aufgrund der Routine noch schneller sein kann, käme da der Transistor und maximal 20 Minuten Arbeit zusammen. Und das lohnt sich nicht? Für wen lohnt sich das nicht?

Mir kommt das K*tzen, wenn ich daran zurückdenke, wie ich meinen Radiorecorder zur Reparatur gebracht habe. Daß ein Fehler in der Spannungsversorgung vorlag, war offensichtlich. Diese besteht neben dem Trafo und der Gleichrichtung aus insgesamt neun weiteren Bauteilen (Halbleiter und Widerstände). Letztlich war eine Zenerdiode defekt (Wert: DM 0,15). Die Werkstatt verlangte für die Reparatur DM 120,-.

Mir kommt das K*tzen, wenn ich an den Videorecorder eines Bekannten denke, der zur Reinigung in der Werkstatt war. Dabei wurde mit Schmiermitteln großzügig umgegangen, so daß die Andruckrollen des Antriebs rutschten. Offensichtlich war da jemand am Werke, der seinen Job nicht gern tut. Die Werkstatt empfahl daraufhin einen Austausch der betroffenen Teile, natürlich gegen die entsprechende Bezahlung. Ich habe den Mist dann selbst gereinigt.

Was ist los mit Deutschlands Elektrowerkstätten? Die obigen Erfahrungen habe ich in drei unterschiedlichen Werkstätten gesammelt. Ich will nicht verheimlichen, daß ich durchaus auch gute Erfahrungen mit Werkstätten gemacht habe, was das Preis/Leistungsverhältnis, die Leistungsbereitschaft und das Kulanzverhalten angeht, aber diese drei Werkstätten sehen mich als Kunden bestimmt nicht wieder.

Munter bleiben… TRICHTEX

Auch ich machte erst vor kurzem schlechte Erfahrungen mit div. „Servicefreundlichen“ Unternehmen , „Expert“ usw. Hatte einen Video von Grundig, bei dem die Tastatursperre aktiviert war. Da ich den Code nicht wußte, fragte ich in div. Werkstätten nach Reparatur und Preis: von 30 bis 100DM oder lohnt nicht.
Nach einem längeren Umhören in meinem Bekanntenkreis fand ich dann das Servicemanual, welches empfielt:
Frontblende entfernen ->1 Minute
2 Lötpunkte brücken ->2 Minuten (mit Suche)
Frontblende anbauen ->1 Minute
Uhrzeit und Datum progr. ->1 Minute
Die Zeiten habe ich in etwa benötigt! -Ok, ich verstehe einiges von Elektronik, aber diese unverschämten Preise sind für mich unverständlich, zumal solche Arbeiten vermutlich an die AZUBIs abgegeben werden-
Also besser mal umhören oder hier im Forum fragen ist allemal günstiger als die komplette „Reparatur“ zu bezahlen.

Ich höre erstmal zu, was die anderen alle dazu sagen, ehe ich als Werkstatt dazu Stellung nehme.

Ronald.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Kann ich bestätigen
Als ich bei meinem Kofferradio mal nicht mehr weiter wußte habe ich es der Werkstatt anvertraut. Die meinten mit 30DM wäre das erledigt. Als ich dann ,über 80DM ärmer, die Rechnung studierte, kam mir das K…
Gerät angeschlossen und geprüft : 10DM
Gerät geöffnet (geht in ca 30sec): 20DM

Fehler war eine schlechte Lötstelle!
Anderes Problem:
Orginalersatzteile rücken die nur schwer raus, da heißt es immer wenn das Gerät älter als 10 Jahre ist, es gäbe keine mehr.
Kann man bei Telefunken auch direkt Ersatzteile bekommen?
Interessant ist auch die Tatsache, daß eine Werkstatt bei einem Fernseher die Bildröhre getauscht hat, wobei es nur ein Wackelkontakt im Massekabel zum Senderabstimmteil war. Keiner hat bemerkt, daß bei Bildausfall auch der Ton weg war…
In der Zwischenzeit bekomme ich immer mehr geräte zum reparieren, weil ich mir die Zeit dazu nehme. Die Werkstatt will ich sehen, die ein Radio von 1937 reparieren würde.
Hiermit noch einen Gruß an alle DIYler
Flo

Herje,
ich will mich da nicht auch noch einmischen, aber die Tatsache, das viele Leute einfach alles umsonst haben wollen, Stichwort Kostenvoranschlag, ist auch nicht gerade Korrekt. Das die Werkstatt trotz der horrormäßigen Preise auch nen Verlustgeschäft darstellen kann (Verkauf rentiert sich mehr!): Da kommen die Reklamationen, Lagerhaltungskosten, Rumtelefoniererei, Probelauf,…
Wenns nur mit dem einfachen Fehlersuchen und Lötkolben schwenken getan wäre, dann würde ich auch noch ne Werkstatt aufmachen :smile:
Glücklich kann sich derjenige schätzen, der entweder seinen Krempel selber instandsetzt oder jemand weiß, der sich damit auskennt…:smile:

Gruß Markus

Moin

Was habt Ihr für Erfahrungen mit
Elektrowerkstätten gemacht? Es ist
nämlich so, daß ich einiges an Vertrauen
in Werkstätten verloren habe.

Mir kommt das K*tzen, wenn ich von der
Werkstatt höre „Reparatur lohnt sich
nicht“, ohne, daß das Gerät zur
Fehlersuche auch nur geöffnet wurde. Im
aktuellen Fall kam ein Bekannter mit
seinem 2*120W-Verstärker zu mir, bei dem
ein Kanal defekt war. Die Werkstatt wies
ihn mit obiger Begründung ab, war aber
schnell bereit, den Verstärker in Zahlung
zu nehmen und ein neues Gerät für „nur“
DM 520,- anzubieten. Ich habe mir das
Gerät daraufhin angesehen, acht Minuten
durchgemessen und einen schadhaften
Transistor für DM 7,80 ausgetauscht. Wenn
ich mal davon ausgehe, daß eine Werkstatt
aufgrund der Routine noch schneller sein
kann, käme da der Transistor und maximal
20 Minuten Arbeit zusammen. Und das lohnt
sich nicht? Für wen lohnt sich das nicht?

Mir kommt das K*tzen, wenn ich daran
zurückdenke, wie ich meinen Radiorecorder
zur Reparatur gebracht habe. Daß ein
Fehler in der Spannungsversorgung vorlag,
war offensichtlich. Diese besteht neben
dem Trafo und der Gleichrichtung aus
insgesamt neun weiteren Bauteilen
(Halbleiter und Widerstände). Letztlich
war eine Zenerdiode defekt (Wert: DM
0,15). Die Werkstatt verlangte für die
Reparatur DM 120,-.

Mir kommt das K*tzen, wenn ich an den
Videorecorder eines Bekannten denke, der
zur Reinigung in der Werkstatt war. Dabei
wurde mit Schmiermitteln großzügig
umgegangen, so daß die Andruckrollen des
Antriebs rutschten. Offensichtlich war da
jemand am Werke, der seinen Job nicht
gern tut. Die Werkstatt empfahl daraufhin
einen Austausch der betroffenen Teile,
natürlich gegen die entsprechende
Bezahlung. Ich habe den Mist dann selbst
gereinigt.

Was ist los mit Deutschlands
Elektrowerkstätten? Die obigen
Erfahrungen habe ich in drei
unterschiedlichen Werkstätten gesammelt.
Ich will nicht verheimlichen, daß ich
durchaus auch gute Erfahrungen mit
Werkstätten gemacht habe, was das
Preis/Leistungsverhältnis, die
Leistungsbereitschaft und das
Kulanzverhalten angeht, aber diese drei
Werkstätten sehen mich als Kunden
bestimmt nicht wieder.

Munter bleiben… TRICHTEX

Nachdem Herr Fleming so nett war und mich auf diese Diskussionsrunde aufmerksam gemacht hat, möchte ich Herrn Fleming zuvorkommen und ein paar Dinge zu diesem Thema sagen:

  1. Eine „Fachwerkstatt“ sollte neben der eigentlichen Reparatur auch noch eine
    umfassende Funktionsprüfung sowie die
    vorgeschriebene Sicherheitsüberprüfung gemäß VDE 0701 durchführen. Allein hierfür ist ein Mehraufwand von ca. 30 min. anzusetzen. Zudem werden oftmals zusätzlich notwendige Arbeiten durchgeführt, von denen der Kunde garnichts bemerkt. Einfach um Reklamationen zu vermeiden.

  2. Der Kunde hat es oftmals sehr eilig,
    sein Gerät zurückzubekommen. Um diesen Wunsch erfüllen zu können, benötigen wir einen Ersatzteildistributer, welcher einen 24 Std.-Service und zudem alle
    Teile aller Hersteller anbietet. Das läßt sich dieser Lieferant bezahlen. Bedeutet die Teile sind teilweise wesentlich teurer als auf dem „Freimarkt“

  3. Ein Techniker kostet uns monatl. inkl.
    Lohnnebenkosten ca. 5 TDM. Das muß erstmal
    mit Reparatureinnahmen wieder reingeholt werden. Mal davon abgesehen, das wir auch noch etwas daran verdienen wollen.

  4. Wir als Werkstatt haben ein Reklamationsrisiko zu tragen, d.h. egal
    wie alt das Gerät ist, nach der Reparatur müssen wir 6 Monate Gewährleistung auf die Reparatur bieten. Da für den Kunden grundsätzlich klar ist, das wieder dasselbe kaputt gegangen sein muß (Kunden wissen sowieso immer besser Bescheid wie wir), werden innerhalb der 6 Monate diese Nacharbeiten von der Werkstatt getragen.
    Dies Risiko muß aus betriebswirtschaftlichen Gründen in die Reparaturrechnungen mit einkalkuliert werden.

  5. Die heutige Technik erfordert ein enormes KnowHow. Dieses eignet man sich auf Schulungen usw. an. Das verursacht enorme Weiterbildungskosten. Auch diese zahlt der Kunde anteilig mit. Mal abgesehen von der ständigen Anschaffung neuer Prüfgeräte.

Für die „Fachleute“ in dieser Runde, welche nur ein paar Mark als gerechtfertigten Reparaturpreis ansehen, kann abschließend nur der Rat gegeben werden, macht euch selbständig und seht zu wie schnell euch das Geld aus den Händen gleitet.

In zwei drei Jahren repariert keiner mehr einen Videorecorder, es sei denn er macht
es „unter der Hand“

Schwemmert

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Moin!

  1. Eine „Fachwerkstatt“ sollte neben der
    eigentlichen Reparatur auch noch eine
    umfassende Funktionsprüfung sowie die
    vorgeschriebene Sicherheitsüberprüfung
    gemäß VDE 0701 durchführen. Allein
    hierfür ist ein Mehraufwand von ca. 30
    min. anzusetzen. Zudem werden oftmals
    zusätzlich notwendige Arbeiten
    durchgeführt, von denen der Kunde
    garnichts bemerkt. Einfach um
    Reklamationen zu vermeiden.

Bei einer guten und gewissenhaften Werkstatt ist das sicherlich der Fall.

  1. Der Kunde hat es oftmals sehr eilig,
    sein Gerät zurückzubekommen. Um diesen
    Wunsch erfüllen zu können, benötigen wir
    einen Ersatzteildistributer, welcher
    einen 24 Std.-Service und zudem alle
    Teile aller Hersteller anbietet. Das läßt
    sich dieser Lieferant bezahlen. Bedeutet
    die Teile sind teilweise wesentlich
    teurer als auf dem „Freimarkt“

Daß der Kunde es grundsätzlich eilig hat, ist mir schon klar. Standardbauteile sollten sich aber (wenn nicht ohnehin im eigenen Lager vorhanden) beim Elektronikladen um die Ecke besorgen lassen und nach meinen Erfahrungen zu gar nicht übermäßig hohen Preisen. Weiterhin ist die telefonische Bestellung oder das Internetbestellverfahren in Verbindung mit maschinellen Verpackungs- und Versandstrecken schon immens schnell. So habe ich z. B. bei Reichelt nie länger als zwei Tage warten müssen. Meistens waren die Bauteile am nächsten Tag bei mir - ohne Expresszuschlag.

  1. Ein Techniker kostet uns monatl. inkl.
    Lohnnebenkosten ca. 5 TDM. Das muß
    erstmal
    mit Reparatureinnahmen wieder reingeholt
    werden. Mal davon abgesehen, das wir auch
    noch etwas daran verdienen wollen.

Klar. Die Personalkosten dürften den Löwenanteil der Reparatur ausmachen.

  1. Die heutige Technik erfordert ein
    enormes KnowHow. Dieses eignet man sich
    auf Schulungen usw. an. Das verursacht
    enorme Weiterbildungskosten. Auch diese
    zahlt der Kunde anteilig mit. Mal
    abgesehen von der ständigen Anschaffung
    neuer Prüfgeräte.

…und z. B. der Anschaffung der Schaltungsunterlagen, die u. U. nur dieses eine Mal gebraucht werden. War es bei Fernsehgeräten früher durchaus üblich, daß der Schaltplan dabei war, ist es heute eher die Ausnahme. Wer schonmal beim Schaltungsdienst bestellt hat, kennt die Kosten…

Andererseits treibt der heutige modulare Aufbau der Geräte die Kosten zusätzlich in die Höhe, da die Module normalerweise heute nicht mehr repariert, sondern ausgetauscht werden. Teilweise ist das sogar sinnvoll, wenn ich beispielsweise an hochintegrierte Schaltungen denke. Manche Bauteile sind auch nicht einzeln verfügbar, beim Hersteller des Gerätes ist nur das komplette Modul lieferbar. Weiterhin überlege ich natürlich schon, ob ich in SMD-Gräbern 'rumlöte. Und ein Modul ist naturgemäß teurer, als ein Bauelement.

Wo wir schon bei Modulen sind: Diese lassen sich normalerweise nicht bei 24-Std.-Versendern beziehen. Ist die eigentliche Reparatur (Demontage, Messen, Austausch, Montage, Test) u. U. in einer halben Stunde erledigt, kann die Lieferung des Moduls mitunter Wochen in Anspruch nehmen.

Für die „Fachleute“ in dieser Runde,
welche nur ein paar Mark als
gerechtfertigten Reparaturpreis ansehen,
kann abschließend nur der Rat gegeben
werden, macht euch selbständig und seht
zu wie schnell euch das Geld aus den
Händen gleitet.

Darum geht es doch gar nicht. Daß gute Arbeit gutes Geld kostet, stellt ja niemand in Frage. Aber wenn ich unqualifizierte Antworten auf meine Reparaturwünsche bekomme, wenn Reparaturen mangelhaft ausgeführt werden oder wenn hinterher neue Fehler dazukommen, dann fühle ich mich als Kunde schlichtweg geneppt.

In zwei drei Jahren repariert keiner mehr
einen Videorecorder, es sei denn er macht
es „unter der Hand“

Ist doch heute schon so. Wer sich ein Billiggerät für DM 250,- kauft und nach Ablauf der Garantiezeit einen Fehler feststellt, kann in der Regel damit rechnen, daß Reparaturkosten in der Größenordnung des Anschaffungspreises anfallen. Reparaturen „lohnen“ sich eigentlich nur noch bei Geräten des gehobenen und oberen Pressegmentes - nur treten bei denen seltener Fehler auf. Mich ärgert die Aussage „lohnt nicht“ auch nicht grundsätzlich, aber bei dem diskret aufgebauten Verstärker noch nichtmal 'reinzuschauen und mir stattdessen ein Neugerät verkaufen zu wollen, fand ich schon ein starkes Stück, vor Allem in Anbetracht der Arbeit und Kosten, die ich nachher investiert habe.

Natürlich ist es so, daß sich beim Verkauf eines Neugerätes einfacher und schneller Geld verdienen läßt, wenngleich der Preiskampf nicht viel Spielraum läßt. Eine kleine Fachwerkstatt/ein kleiner Fachhändler kann eigentlich nur dadurch überleben, daß er vor Ort ist oder sich spezialisiert und in Einkaufsgemeinschaften einkauft. Viele Leute sehen auch nur das Schnäppchen vom „XYZ-Markt“, vergessen dabei aber, daß sie erstmal 50km fahren müssen, um dorthin zu kommen. Werden die Spritkosten und die vergeudete Zeit mit eingerechnet, sieht das Schnäppchen im Vergleich zu einem ähnlichen, aber teureren Gerät des Fachhändlers in der Nachbarschaft gar nicht mehr so günstig aus.

Diese Probleme sind mir durchaus bewußt, umso unverständlicher ist mir, daß manche Werkstätten ihre Kunden durch schlechten Service, überhöhte Preise und schlampige Reparaturen verprellen.

Munter bleiben… TRICHTEX

Hallo Herr Richter,

  1. sind wir immer munter
  2. zum Thema:

„Bei einer guten und gewissenhaften
Werkstatt ist das sicherlich der Fall.“

Haben Sie denn immer „schlechte“ Werkstätten beauftragt, soviel Pech kann man doch nicht haben, oder ?

"Daß der Kunde es grundsätzlich eilig hat,
ist mir schon klar. Standardbauteile
sollten sich aber (wenn nicht ohnehin im
eigenen Lager vorhanden) beim
Elektronikladen um die Ecke besorgen
lassen und nach meinen Erfahrungen zu gar
nicht übermäßig hohen Preisen. Weiterhin
ist die telefonische Bestellung oder das
Internetbestellverfahren in Verbindung
mit maschinellen Verpackungs- und
Versandstrecken schon immens schnell. So
habe ich z. B. bei Reichelt nie länger
als zwei Tage warten müssen. Meistens
waren die Bauteile am nächsten Tag bei
mir - ohne Expresszuschlag.

Reichelt hat leider eben nur Standardbauteile vom „Freimarkt“. Was meinen Sie, wie oft wir mit diesen „Billig“-Teilen Probleme haben, dieser Ärger lohnt nicht.
Wenn wir für jedes Teil in den Elektronikshop rennen würden, hätten wir keine Zeit mehr zum reparieren.

„Klar. Die Personalkosten dürften den
Löwenanteil der Reparatur ausmachen.“

Schön, das Sie das erkannt haben. Traurig ist aber schon, das unsere Bundesregierung hier nicht mal erhebliche Steuerentlastungen veranlasst.

„…und z. B. der Anschaffung der
Schaltungsunterlagen, die u. U. nur
dieses eine Mal gebraucht werden. War es
bei Fernsehgeräten früher durchaus
üblich, daß der Schaltplan dabei war, ist
es heute eher die Ausnahme. Wer schonmal
beim Schaltungsdienst bestellt hat, kennt
die Kosten…“

Genau soisses…

„Andererseits treibt der heutige modulare
Aufbau der Geräte die Kosten zusätzlich
in die Höhe, da die Module normalerweise
heute nicht mehr repariert, sondern
ausgetauscht werden. Teilweise ist das
sogar sinnvoll, wenn ich beispielsweise
an hochintegrierte Schaltungen denke.
Manche Bauteile sind auch nicht einzeln
verfügbar, beim Hersteller des Gerätes
ist nur das komplette Modul lieferbar.
Weiterhin überlege ich natürlich schon,
ob ich in SMD-Gräbern 'rumlöte. Und ein
Modul ist naturgemäß teurer, als ein
Bauelement.“

Wir reparieren fast jedes Modul um
die Kosten gering zu halten.
Nur welches Gerät hat heute noch Fehler
mit Modulen, das Ein-Platinen-Chassis
ist heute „IN“.

„Wo wir schon bei Modulen sind: Diese
lassen sich normalerweise nicht bei
24-Std.-Versendern beziehen. Ist die
eigentliche Reparatur (Demontage, Messen,
Austausch, Montage, Test) u. U. in einer
halben Stunde erledigt, kann die
Lieferung des Moduls mitunter Wochen in
Anspruch nehmen.“

Module bekommen wir oftmals entgegen Ihrer
Aussage schon im 24Std.Service.

Für die „Fachleute“ in dieser Runde,
welche nur ein paar Mark als
gerechtfertigten Reparaturpreis ansehen,
kann abschließend nur der Rat gegeben
werden, macht euch selbständig und seht
zu wie schnell euch das Geld aus den
Händen gleitet.

„Darum geht es doch gar nicht.“

Doch, ein „Schwarzarbeiter“ hats einfacher
und kanns günstiger machen, solange er nicht erwischt wird.

„Daß gute
Arbeit gutes Geld kostet, stellt ja
niemand in Frage. Aber wenn ich
unqualifizierte Antworten auf meine
Reparaturwünsche bekomme, wenn
Reparaturen mangelhaft ausgeführt werden
oder wenn hinterher neue Fehler
dazukommen, dann fühle ich mich als Kunde
schlichtweg geneppt.“

Reklamationen rühren oftmals auch daher,
das der Kunde nach der Reparatur ein
neuwertiges Gerät haben möchte. Reklamiert
dieser aber eine Fehlfunktion des Netzteiles, so kann er nicht verlangen, das die Instandsetzung der Mechanik auch mit
drin ist.

In zwei drei Jahren repariert keiner mehr
einen Videorecorder, es sei denn er macht
es „unter der Hand“

„Ist doch heute schon so. Wer sich ein
Billiggerät für DM 250,- kauft und nach
Ablauf der Garantiezeit einen Fehler
feststellt, kann in der Regel damit
rechnen, daß Reparaturkosten in der
Größenordnung des Anschaffungspreises
anfallen. Reparaturen „lohnen“ sich
eigentlich nur noch bei Geräten des
gehobenen und oberen Pressegmentes - nur
treten bei denen seltener Fehler auf.
Mich ärgert die Aussage „lohnt nicht“
auch nicht grundsätzlich, aber bei dem
diskret aufgebauten Verstärker noch
nichtmal 'reinzuschauen und mir
stattdessen ein Neugerät verkaufen zu
wollen, fand ich schon ein starkes Stück,
vor Allem in Anbetracht der Arbeit und
Kosten, die ich nachher investiert habe.“

Da haben Sie Recht. Wir sind ehrlicher, bringt ein Kunde `nen Gerä was über 10-15 Jahre alt ist, so lehnen wir die Reparatur ab, da wir die Gewährleistung für ein solches Gerät nicht mehr tragen können.
Risiko eines elektrischen Defektes mit
gravierendem Sicherheitsrisiko aufgrund
maroder Teile zu hoch und Ersatzteilbeschaffbarkeit bei einem solch alten Gerät schwierig.

„Natürlich ist es so, daß sich beim
Verkauf eines Neugerätes einfacher und
schneller Geld verdienen läßt, wenngleich
der Preiskampf nicht viel Spielraum läßt.“

…wenn sie wüssten, wie „einfach“ der Neuverkauf ist und wieviel man daran verdient…"

„Eine kleine Fachwerkstatt/ein kleiner
Fachhändler kann eigentlich nur dadurch
überleben, daß er vor Ort ist oder sich
spezialisiert und in Einkaufsgemeinschaften
einkauft.“

Einkaufsgemeinschaften helfen nix, es sei denn man gehört zur Einkaufsgemeinschaft „MediaMarkt“ oder sind wie wir Franchisenehmer einer großen Handelskette.

„Viele
Leute sehen auch nur das Schnäppchen vom
„XYZ-Markt“, vergessen dabei aber, daß
sie erstmal 50km fahren müssen, um
dorthin zu kommen. Werden die Spritkosten
und die vergeudete Zeit mit eingerechnet,
sieht das Schnäppchen im Vergleich zu
einem ähnlichen, aber teureren Gerät des
Fachhändlers in der Nachbarschaft gar
nicht mehr so günstig aus.“

Wo wohnen Sie ? Vielleicht sollte ich meinen Standort verlagern. Wir haben im Umkreis von 15min. Fahrtzeit 3 Promärkte, 2 MediaMärkte ,ein Saturn und Brinkmann.

„Diese Probleme sind mir durchaus bewußt,
umso unverständlicher ist mir, daß manche
Werkstätten ihre Kunden durch schlechten
Service, überhöhte Preise und schlampige
Reparaturen verprellen.“

Service muss gut sein, ok.
Überhöhte Preise gibts kaum, es erscheint
dem Kunden nur zu hoch. Der Fachhändler weiss ganz genau, das er nicht mehr wie z.B. 150 DM für eine VR-Reparatur nehmen kann,
die Hälfte seines Aufwandes schreibt er oftmals ab. Gerechtfertigter Stundenlohn währe rein betriebswirtschaftlich ermittelt bei 120-150 DM, nehmen tun die meisten nur 60-80 DM.

Munter bleiben… TRICHTEX

KLAR !!!

Viele Grüße
Schwemmert

Moin!

  1. sind wir immer munter

Das freut mich aufrichtig zu hören :wink:

Haben Sie denn immer „schlechte“
Werkstätten beauftragt, soviel Pech kann
man doch nicht haben, oder ?

Es ist tatsächlich nur dreimal vorgekommen. Allerdings in drei unterschiedlichen Werkstätten in einem Zeitraum von 10 Jahren.

Reichelt hat leider eben nur
Standardbauteile vom „Freimarkt“. Was
meinen Sie, wie oft wir mit diesen
„Billig“-Teilen Probleme haben, dieser
Ärger lohnt nicht.

Bislang hatte ich bei Lieferungen von Reichelt keinen Grund zu Beanstandungen, aber ich entwickle seit meinem Studium auch nur noch recht selten Schaltungen, der Beruf läßt da doch wenig zeitlichen Spielraum. Für gelegentliche Reparaturen (gerade, wenn nur ein billiges Bauteil betroffen ist) ziehe ich den Einzelhandel vor. Es geht einfach schneller.

Wenn wir für jedes Teil in den
Elektronikshop rennen würden, hätten wir
keine Zeit mehr zum reparieren.

Schon klar. Das unterscheidet eben eine Werkstatt von einem „privaten Hobbybastler“.

Schön, das Sie das erkannt haben. Traurig
ist aber schon, das unsere
Bundesregierung hier nicht mal erhebliche
Steuerentlastungen veranlasst.

Meiner Ansicht nach sollten gerade kleine und mittelständische Unternehmen stärker gefördert werden, aber das gehört nicht hierher.

Wir reparieren fast jedes Modul um
die Kosten gering zu halten.
Nur welches Gerät hat heute noch Fehler
mit Modulen, das Ein-Platinen-Chassis
ist heute „IN“.

Sie reparieren Module? Reparieren Sie auch Ein-Platinen-Chassis? In welcher Stadt ist Ihre Werkstatt? So etwas ist nach meinen Erfahrungen nicht der Regelfall.

Module bekommen wir oftmals entgegen
Ihrer
Aussage schon im 24Std.Service.

Dabei handelt es sich dann sicher um Spezialversender. Klar, daß das eine Stange Geld zusätzlich kostet.

Doch, ein „Schwarzarbeiter“ hats
einfacher
und kanns günstiger machen, solange er
nicht erwischt wird.

„Jemand, der in seinem Freundeskreis Geräte repariert“, kann manche Möglichkeiten einer Werkstatt nicht bieten. Kommen wir nochmal auf die Module: Manche Module lassen sich separat prüfen, wenn das erforderliche Meßequipment vorhanden ist. Manche (hochintegrierte) Module lassen sich besser tauschen, als reparieren. Und an dieser Stelle gelangt der Privatmann an seine Grenzen, weil sich beispielsweise die Anschaffung von Spezialmeßinstrumenten für eine einzige Reparatur nicht lohnt und weil sich ihm einige Bezugsquellen für die Module nicht erschließen.

Reklamationen rühren oftmals auch daher,
das der Kunde nach der Reparatur ein
neuwertiges Gerät haben möchte.
Reklamiert
dieser aber eine Fehlfunktion des
Netzteiles, so kann er nicht verlangen,
das die Instandsetzung der Mechanik auch
mit
drin ist.

Stimmt leider auch im privaten Bereich.

Da haben Sie Recht. Wir sind ehrlicher,
bringt ein Kunde `nen Gerä was über 10-15
Jahre alt ist, so lehnen wir die
Reparatur ab, da wir die Gewährleistung
für ein solches Gerät nicht mehr tragen
können.

Aus Altersgründen lehne ich sowas eigentlich nicht ab. Mir ist natürlich klar, daß beispielsweise Elkos der Alterung unterliegen und daß eine Gerätesicherung nicht nur „einfach so“ abraucht, auch wenn nach dem Austausch der Sicherung zunächst alles wieder funktioniert.

Besonders „erfreut“ bin ich immer, wenn ich eine, als „Notbehelf“ mit Alufolie umwickelte defekte Sicherung vorfinde. So groß kann und darf die „Not“ nicht sein…

Risiko eines elektrischen Defektes mit
gravierendem Sicherheitsrisiko aufgrund
maroder Teile zu hoch und
Ersatzteilbeschaffbarkeit bei einem solch
alten Gerät schwierig.

Die meisten der älteren Geräte sind noch diskret aufgebaut, aber selbst hier gibt es oft nur noch Vergleichstypen. Schlimm wird es, wenn Japan-Transistoren oder Hybridschaltungen betroffen sind. Dann hilft oft nur noch Glück bei der Ersatzteilbeschaffung.

…wenn sie wüssten, wie „einfach“ der
Neuverkauf ist und wieviel man daran
verdient…"

Die Gewinnspannen sind tatsächlich unter aller Kanone und der Neuverkauf ist sicherlich nicht einfach. Ich bevorzuge dabei jedoch das Fachgeschäft, weil die Beratung qualifizierter ist und weil ich mich dort als Kunde ernst genommen fühle. In den großen Märkten der bekannten Ketten kann ich kaufen, wenn ich genau weiß, was ich haben will, aber eine qualifizierte Beratung war zumindest früher dort nicht zu bekommen. Inzwischen wird auch dort etwas qualifizierteres Personal eingesetzt, aber das kann die jahrelange Erfahrung eines guten Fachgeschäftes nicht ersetzen.

Einkaufsgemeinschaften helfen nix, es sei
denn man gehört zur Einkaufsgemeinschaft
„MediaMarkt“ oder sind wie wir
Franchisenehmer einer großen
Handelskette.

Hört sich an wie „expert“ oder so.

Wo wohnen Sie ? Vielleicht sollte ich
meinen Standort verlagern. Wir haben im
Umkreis von 15min. Fahrtzeit 3 Promärkte,
2 MediaMärkte ,ein Saturn und Brinkmann.

Ich wohne am nordwestlichen Zipfel des Harzes. Der nächste MediaMarkt dürfte in Braunschweig sein, ca. 50km entfernt. Kein günstiger Standort, um Neugeräte zu verkaufen, den Sie dort haben…

Service muss gut sein, ok.
Überhöhte Preise gibts kaum, es erscheint
dem Kunden nur zu hoch. Der Fachhändler
weiss ganz genau, das er nicht mehr wie
z.B. 150 DM für eine VR-Reparatur nehmen
kann,
die Hälfte seines Aufwandes schreibt er
oftmals ab. Gerechtfertigter Stundenlohn
währe rein betriebswirtschaftlich
ermittelt bei 120-150 DM, nehmen tun die
meisten nur 60-80 DM.

Auch wieder wahr. Meist ist die Werkstatt nicht da, um Gewinn abzuwerfen, sondern um dem Kunden einen umfassenden Service zu bieten. Die Elektrogeschäfte in meiner Umgebung könnten von dem Werkstattbetrieb nicht leben. Standbeine haben die dort, wo z. B. Abnahmen durch einen Meisterbetrieb vorgeschrieben sind, etwa bei der Elektroinstallation.

Ein schönes Wochenende und einen schönen dritten Advent!

Munter bleiben… TRICHTEX

Gerät angeschlossen und geprüft : 10DM
Gerät geöffnet (geht in ca 30sec): 20DM

In 30 Sekunden meistens nur wenn man es gegen die Wand wirft und hofft, dass das Geaeuse platzt.

Anderes Problem:
Orginalersatzteile rücken die nur schwer
raus,

Kriegt bei jeder, der den angemessenen Preis bezahlen will

da heißt es immer wenn das Gerät
älter als 10 Jahre ist, es gäbe keine
mehr.

Kam bei mir schon sehr haeufig vor

Kann man bei Telefunken auch direkt
Ersatzteile bekommen?

Daran sieht man wie wenig Ahnung Sie haben. Ein Glueck, dass Sie gerade diesen miesen Franzosenservice erwaehnt haben, bei deren Maengelbeschreibung ich als Fachhandel mehrere Seiten schreiben muesste, von denen Sie gar keine Vorstellung haben.

Interessant ist auch die Tatsache, daß
eine Werkstatt bei einem Fernseher die
Bildröhre getauscht hat, wobei es nur ein
Wackelkontakt im Massekabel zum
Senderabstimmteil war. Keiner hat
bemerkt, daß bei Bildausfall auch der Ton
weg war…

ISt zugegebener Massen eine Schweinerei, aber das kann Ihnen auch bei der Reparatur eines Autos oder weiser Ware passieren, denn schlechte und schwarze Schafe gibts ueberall.

In der Zwischenzeit bekomme ich immer
mehr geräte zum reparieren, weil ich mir
die Zeit dazu nehme. Die Werkstatt will
ich sehen, die ein Radio von 1937
reparieren würde.

Nach diesem Absatz muesste ich schreiben: „Kein Kommentar“, aber der Hinweis ist noetig - Sie muessen anscheinend nicht davon leben.

MfG Andreas Lange

Sie reparieren Module? Reparieren Sie
auch Ein-Platinen-Chassis? In welcher
Stadt ist Ihre Werkstatt? So etwas ist
nach meinen Erfahrungen nicht der
Regelfall.

Bremen, bei den Werkstätten die ich kenne ist das schon die Regel.

Hört sich an wie „expert“ oder so.

Ne, hatte von Franchise geredet, nicht
von Kooperation (GMBH&Co.KG)
Wir gehören zu Photo-Porst, führen
die komplette Palette bis hin zur
Unterhaltungselektronik

Ein schönes Wochenende und einen schönen
dritten Advent!

Munter bleiben… TRICHTEX

Japan-Transistoren können sie schon bekommen, z.B. unter www.telering-center.de

Gruß
Schwemmert

aktiviert war. Da ich den Code nicht
wußte, fragte ich in div. Werkstätten
nach Reparatur und Preis: von 30 bis
100DM oder lohnt nicht.
Nach einem längeren Umhören in meinem
Bekanntenkreis fand ich dann das
Servicemanual, welches empfielt:
Frontblende entfernen ->1 Minute
2 Lötpunkte brücken ->2 Minuten (mit
Suche)
Frontblende anbauen ->1 Minute
Uhrzeit und Datum progr. ->1 Minute
Die Zeiten habe ich in etwa benötigt!

Wenn Du nun noch das „längere Umhören“ im Bekanntenkreis mit der tatsächlichen Arbeitszeit addierst und das ganze mit 130,-DM pro Stunde multiplizierst, warst Du teurer als die Werkstatt.

Wenn die Geräte nach handwerklichen Kriterien gefertigt würden, gäbe es den billigsten Videorecoder nicht unter 10000DM zu kaufen. Damit entsteht für den Endkunden der ein industriell gefertigtes Produkt kauft natürlich der Eindruck, das kostet alles nichts mehr. Und das wird dann auch auf die Reparaturen an diese Geräten übertragen.

Schon richtig, aber die Werkstatt muß sich nicht „umhören“ (höchstens nachschlagen) und dann sind diese Preise nicht gerechtfertigt!
Und der Kaufpreis hat nur indirekt mit den Rep.Kosten zu tun. Das wird wohl eher von den Marketing-Leuten erledigt: Billiges Gerät -> teure Reparatur und umgekehrt, wobei ich einen Grundig-Video habe, der bestimmt nicht billig war.
Ach so. Hatte ich ganz vergessen. Ich „bastel“ gern, insofern habe ich auch was dazugelernt.
Tino

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi!
Sorry, aber ich antworte jetzt mal so, ohne vorher die anderen Antworten zu lesen (Zeit…).
Sicherlich gibt es viele schlechte Werkstätten, die nur auf schnellen Profit und Neugeräteverkauf aus sind.

Aber mal aus der anderen Sicht: Ein Kunde bringt ein Gerät „Geht nicht!“. Du nimmst es an, suchtst zwei Stunden die Elektronik durch, aber findest nichts. Schreibst du dann zwei Arbeitsstunden unbezahlt zum Teufel? Oder gibst du dem Kunden das Gerät zurück mit „Geht immer noch nicht - aber ich bekomme von ihnen 150,-DM Reperaturkosten!“? Oder du findest nach einer Stunde suchen doch den defekten Transistor und tauscht ihn aus…Rechnung:„Transistor BC547, 0,09 DM, Arbeitszeit 100,-DM“? Alle drei Alternativen nicht sehr reizvoll…

Sicherlich, in einem Teil der Fälle machst du dann den Kasten auf, siehst auf den ersten Blick den abgerissenen Draht, anlöten, geht wieder…oder bei Grundig-Geräten halt mal ganz pauschal die Lötstellen nachlöten…

Aber das ist ein Glücksspiel und das einzugehen ist halt nicht jedermanns Sache!
Was einer „besseren“ Werkstatt bleibt, ist halt die Mischkalkulation: Dem Kunden im zweiten Fall trotzdem nen Hunderter berechnen und mit dem Überschuß die ersteren Fälle finanzieren. Und hoffen, daß der Kunde viellleicht sein nächstes Gerät bei dir kauft…aber da geht er dann vermutlich doch lieber in den Supermarkt und kauft dort, weil er da weniger bezahlt, als du selbt im Einkauf bei deinem Großhändler! (Um dann eine Woche nach Ablauf der Garantie bei dir im Laden zu stehen: „Geht nicht mehr - Wie, die Reperatur geht nicht auf Kulanz?“!)

Das ganze läßt sich übrigens auf viele Branchen übertragen - Ich kenne es aus zweien davon persönlich.

Sven

Hi!
Jetzt hab ich doch noch den ganzen Thread gelesen…
Das mit „nicht umhören, höchstens nachschlagen“ kann ich aber nicht nachvollziehen.
Wir haben ca. 30 Regalmeter Aktenordner und müßen trotzdem ständig bei Herstellern nachfragen. Und das nur für den Bereich „Betriebsfunkgeräte“!!!
Sven

Sorry, aber das Kapitel „Betriebsfunk“ passt hier nich’ ganz hin. Komplett andere Anforderungen an die Qualität (welcher Video muß bei -25°C oder +65°C noch laufen?) und zweitens ist das eine ganz andere Technik(Embedded Systems, 4-8bit Prozessoren, geht in Richtung Handy, neuere Heimgeräte nicht ausgeschlossen). Da ist es schon klar, das man mal nachfragen muß - Weil auch ‚ne Menge Software dahintersteckt. (Habe selbst ein Jahr in einer Funkwerkstatt gearbeitet - war mir aber zu eintönig).
Aber wie Du schon weiter oben erwähnst: Einen Teil der Fehler kennt man, d.h. die Rep. geht recht schnell. Siehe Grundig und Mein Ex"Problem". Die anderen Fehler benötigen natürlich mehr Zeit, ganz klar. Aber es ist trotzdem unverschämt von einem „Expert“-Händler, der die Service-Manuals von Grundig mit Sicherheit hat, 100,-DM für die Neuprogrammierung zu verlangen(s.o.).
Gehört vielleicht mal hier hin: Während einer halbjährigen Tätigkeit in einem Zweiradgeschäft (Reparatur + Neuaufbau) mußten wir zwar nicht in Rep.-Anleitungen blicken, dafür haben wir z.B. einen Schlauchwechsel ohne Material für 5,-DM gemacht. Andere „kleine“ Sachen natürlich zu einem ähnlichem Preis! Und natürlich waren die „größeren“ Sachen wie Tretlagerwechsel oder Schaltungs-, Bremsenumbau teurer. Was ich sagen will: Die Preisgestaltung sollte etwas durchsichtiger und realistischer werden. Was kann der Kunde dafür, wenn ein „Reparateur“ einen Fehler im Netzteil binnen 30 Minuten findet und dafür 60,-DM verlangt wie ein anderer, der dafür nur 10 Minuten benötigt aber auch 60,-DM verlangt - nur weil er es auf andere Reparaturen umlegt? Und die Geschichte mit Sicherheitscheck und dergleichen wie weiter oben von einem „Poster“ erwähnt, wird wahrscheinlich in den wenigsten Werkstätten gemacht. Ich denke mal, das die meisten Mitarbeiter einer Werkstatt von sowas noch nie was gehört haben, Ich eingeschlossen. Und ich habe selbst mal einige Zeit in einer Rundfunk- und Fernsehwerkstatt gearbeitet.
Ouh man, hab‘ ich mir wieder die Gedanken von Leib geschrieben. Also bis dann, und nicht so ernst sehen
Tino
Frohe Weihnachten and Happy niu Year