Hallo Herr Richter,
- sind wir immer munter
- zum Thema:
„Bei einer guten und gewissenhaften
Werkstatt ist das sicherlich der Fall.“
Haben Sie denn immer „schlechte“ Werkstätten beauftragt, soviel Pech kann man doch nicht haben, oder ?
"Daß der Kunde es grundsätzlich eilig hat,
ist mir schon klar. Standardbauteile
sollten sich aber (wenn nicht ohnehin im
eigenen Lager vorhanden) beim
Elektronikladen um die Ecke besorgen
lassen und nach meinen Erfahrungen zu gar
nicht übermäßig hohen Preisen. Weiterhin
ist die telefonische Bestellung oder das
Internetbestellverfahren in Verbindung
mit maschinellen Verpackungs- und
Versandstrecken schon immens schnell. So
habe ich z. B. bei Reichelt nie länger
als zwei Tage warten müssen. Meistens
waren die Bauteile am nächsten Tag bei
mir - ohne Expresszuschlag.
Reichelt hat leider eben nur Standardbauteile vom „Freimarkt“. Was meinen Sie, wie oft wir mit diesen „Billig“-Teilen Probleme haben, dieser Ärger lohnt nicht.
Wenn wir für jedes Teil in den Elektronikshop rennen würden, hätten wir keine Zeit mehr zum reparieren.
„Klar. Die Personalkosten dürften den
Löwenanteil der Reparatur ausmachen.“
Schön, das Sie das erkannt haben. Traurig ist aber schon, das unsere Bundesregierung hier nicht mal erhebliche Steuerentlastungen veranlasst.
„…und z. B. der Anschaffung der
Schaltungsunterlagen, die u. U. nur
dieses eine Mal gebraucht werden. War es
bei Fernsehgeräten früher durchaus
üblich, daß der Schaltplan dabei war, ist
es heute eher die Ausnahme. Wer schonmal
beim Schaltungsdienst bestellt hat, kennt
die Kosten…“
Genau soisses…
„Andererseits treibt der heutige modulare
Aufbau der Geräte die Kosten zusätzlich
in die Höhe, da die Module normalerweise
heute nicht mehr repariert, sondern
ausgetauscht werden. Teilweise ist das
sogar sinnvoll, wenn ich beispielsweise
an hochintegrierte Schaltungen denke.
Manche Bauteile sind auch nicht einzeln
verfügbar, beim Hersteller des Gerätes
ist nur das komplette Modul lieferbar.
Weiterhin überlege ich natürlich schon,
ob ich in SMD-Gräbern 'rumlöte. Und ein
Modul ist naturgemäß teurer, als ein
Bauelement.“
Wir reparieren fast jedes Modul um
die Kosten gering zu halten.
Nur welches Gerät hat heute noch Fehler
mit Modulen, das Ein-Platinen-Chassis
ist heute „IN“.
„Wo wir schon bei Modulen sind: Diese
lassen sich normalerweise nicht bei
24-Std.-Versendern beziehen. Ist die
eigentliche Reparatur (Demontage, Messen,
Austausch, Montage, Test) u. U. in einer
halben Stunde erledigt, kann die
Lieferung des Moduls mitunter Wochen in
Anspruch nehmen.“
Module bekommen wir oftmals entgegen Ihrer
Aussage schon im 24Std.Service.
Für die „Fachleute“ in dieser Runde,
welche nur ein paar Mark als
gerechtfertigten Reparaturpreis ansehen,
kann abschließend nur der Rat gegeben
werden, macht euch selbständig und seht
zu wie schnell euch das Geld aus den
Händen gleitet.
„Darum geht es doch gar nicht.“
Doch, ein „Schwarzarbeiter“ hats einfacher
und kanns günstiger machen, solange er nicht erwischt wird.
„Daß gute
Arbeit gutes Geld kostet, stellt ja
niemand in Frage. Aber wenn ich
unqualifizierte Antworten auf meine
Reparaturwünsche bekomme, wenn
Reparaturen mangelhaft ausgeführt werden
oder wenn hinterher neue Fehler
dazukommen, dann fühle ich mich als Kunde
schlichtweg geneppt.“
Reklamationen rühren oftmals auch daher,
das der Kunde nach der Reparatur ein
neuwertiges Gerät haben möchte. Reklamiert
dieser aber eine Fehlfunktion des Netzteiles, so kann er nicht verlangen, das die Instandsetzung der Mechanik auch mit
drin ist.
In zwei drei Jahren repariert keiner mehr
einen Videorecorder, es sei denn er macht
es „unter der Hand“
„Ist doch heute schon so. Wer sich ein
Billiggerät für DM 250,- kauft und nach
Ablauf der Garantiezeit einen Fehler
feststellt, kann in der Regel damit
rechnen, daß Reparaturkosten in der
Größenordnung des Anschaffungspreises
anfallen. Reparaturen „lohnen“ sich
eigentlich nur noch bei Geräten des
gehobenen und oberen Pressegmentes - nur
treten bei denen seltener Fehler auf.
Mich ärgert die Aussage „lohnt nicht“
auch nicht grundsätzlich, aber bei dem
diskret aufgebauten Verstärker noch
nichtmal 'reinzuschauen und mir
stattdessen ein Neugerät verkaufen zu
wollen, fand ich schon ein starkes Stück,
vor Allem in Anbetracht der Arbeit und
Kosten, die ich nachher investiert habe.“
Da haben Sie Recht. Wir sind ehrlicher, bringt ein Kunde `nen Gerä was über 10-15 Jahre alt ist, so lehnen wir die Reparatur ab, da wir die Gewährleistung für ein solches Gerät nicht mehr tragen können.
Risiko eines elektrischen Defektes mit
gravierendem Sicherheitsrisiko aufgrund
maroder Teile zu hoch und Ersatzteilbeschaffbarkeit bei einem solch alten Gerät schwierig.
„Natürlich ist es so, daß sich beim
Verkauf eines Neugerätes einfacher und
schneller Geld verdienen läßt, wenngleich
der Preiskampf nicht viel Spielraum läßt.“
…wenn sie wüssten, wie „einfach“ der Neuverkauf ist und wieviel man daran verdient…"
„Eine kleine Fachwerkstatt/ein kleiner
Fachhändler kann eigentlich nur dadurch
überleben, daß er vor Ort ist oder sich
spezialisiert und in Einkaufsgemeinschaften
einkauft.“
Einkaufsgemeinschaften helfen nix, es sei denn man gehört zur Einkaufsgemeinschaft „MediaMarkt“ oder sind wie wir Franchisenehmer einer großen Handelskette.
„Viele
Leute sehen auch nur das Schnäppchen vom
„XYZ-Markt“, vergessen dabei aber, daß
sie erstmal 50km fahren müssen, um
dorthin zu kommen. Werden die Spritkosten
und die vergeudete Zeit mit eingerechnet,
sieht das Schnäppchen im Vergleich zu
einem ähnlichen, aber teureren Gerät des
Fachhändlers in der Nachbarschaft gar
nicht mehr so günstig aus.“
Wo wohnen Sie ? Vielleicht sollte ich meinen Standort verlagern. Wir haben im Umkreis von 15min. Fahrtzeit 3 Promärkte, 2 MediaMärkte ,ein Saturn und Brinkmann.
„Diese Probleme sind mir durchaus bewußt,
umso unverständlicher ist mir, daß manche
Werkstätten ihre Kunden durch schlechten
Service, überhöhte Preise und schlampige
Reparaturen verprellen.“
Service muss gut sein, ok.
Überhöhte Preise gibts kaum, es erscheint
dem Kunden nur zu hoch. Der Fachhändler weiss ganz genau, das er nicht mehr wie z.B. 150 DM für eine VR-Reparatur nehmen kann,
die Hälfte seines Aufwandes schreibt er oftmals ab. Gerechtfertigter Stundenlohn währe rein betriebswirtschaftlich ermittelt bei 120-150 DM, nehmen tun die meisten nur 60-80 DM.
Munter bleiben… TRICHTEX
KLAR !!!
Viele Grüße
Schwemmert