Wert schaffen anstatt Geld verdienen

Hey zusammen,

ich habe vor kurzem eine interessante Diskussion mitbekommen, in der es darum ging, dass die meisten Geschäfte heutzutage den Sinn und Zweck ihrer Existenz nähmlich für den Kunden einen Mehrwert zu schaffen völlig aus den Augen verloren haben.

Es wird sich vielmehr auf das reine Geld verdienen konzentriert.

Das gibt mir zum Nachdenken…
Geld ist ja nur ein Tauschmittel für Waren (Werte). Kann es den wirklich sein, dass unser System so durchlöchert ist, dass man Geld sich an eignen kann (z.B. Investments - Spekulationen usw.) ohne einen Wert zu schaffen?

Das Thema Nachhaltigkeit ist hier auch noch ein interessanter Punkt.
Dazu ein interessanter Link:
http://www.roell.net/weblog/archiv/2006/04/28/wert_s…

Freue mich auf eure Anregungen…

Liebe Grüsse

Tanja

Geld schafft Wert

Hallo,

ich habe vor kurzem eine interessante Diskussion mitbekommen,
in der es darum ging, dass die meisten Geschäfte heutzutage
den Sinn und Zweck ihrer Existenz nähmlich für den Kunden
einen Mehrwert zu schaffen völlig aus den Augen verloren
haben.

Na ja, also das liegt wohl daran, dass das gar nicht mal der Zweck ihrer Existenz ist. Im klassischen Sinne sind Untnerhmen dazu da, um Geld zu verdienen.
Das dadurch auch Vorteile für die Kunden enstehen, ist ein positiver Nebeneffekt des Wirtschaftens. Das ist ja gerade das „Schöne“. In einer marktwirtschaftlich organisierten Volkswirtschaft denkt jeder nur an sich selbst (!) und es geht trotzdem allen gut. Also jetzt rein vom Zusammenspiel der Märkte und der volkswirtschaftlichen Güterversorgung gesehen.

Es wird sich vielmehr auf das reine Geld verdienen
konzentriert.

Na ja, heute spielen eine Vielzahl von Gründen eine wichtige Rolle. Kommt ja auch immer darauf an, in welcher Größenklasse man die Unternehmen sieht. Bei großen, börsennotierten Unternehmen mag dieser Eindruck (nicht zuletzt auf Grund des Drucks der Kapitalmärkte) stimmen. Im Mittelstand, der in Deutschland das Rückrat der Volkswirtschaft bildet, sieht das oftmals schon wieder ganz anders aus.

Das gibt mir zum Nachdenken…
Geld ist ja nur ein Tauschmittel für Waren (Werte). Kann es
den wirklich sein, dass unser System so durchlöchert ist, dass
man Geld sich an eignen kann (z.B. Investments - Spekulationen
usw.) ohne einen Wert zu schaffen?

Kommt immer darauf an, wie man Wert definiert. Man muss nämlich sehen, dass auch die Gelder die im Kapitalmarkt „verschwinden“ (zumindest vermeintlich verschwinden) an anderer Stelle einen durchaus messbaren Wert schaffen. Und sei es nur in Form von Zinsen. Damit kann man sich ja dann auch wieder andere, materielle Dinge leisten.
Oder es werden damit andere Projekte finanziert, die wiederum zu Wachstum und BEschäftigung führen.

Letztlich gilt auch hier, dass man das ganze etwas differenzierter sehen muss. Gerade bei Kapitalanlagen bzw. dem Ablauf auf den Kapitalmärkten, wird gerne mal vergessen, dass diese auch eine wichtige Bedeutung haben. Politiker vergessen das z.B. gerne mal :smile:

Viele Grüße
TraderS

Hi Trader,

danke für deine schnelle Antwort :smile:

Ich habe auch noch mal einen VWLer ausgequetscht und habe erfahren, dass es Leute gibt die den Zinsmechnismuss als das Übel von allem betrachten, da sich hier Geld vermehrt ohne, dass Werte geschaffen werden.

Auf der anderen Seite ist es aber volkswirtschaftlich ein Wert wenn ich jemanden Geld gebe, damit er etwas neues aufbauen kann (Investitionsgedanke). Da mir dann das Geld nicht mehr zur Verfügung steht, kann ich für diesen Leihdienst durchaus etwas verlangen, was heutzutage Geld in Form von Zinsen ist.

Dann habe ich noch etwas über das Weltweite Geldsystem erfahren, wie alles an den Dollar geknüpft ist aber die Amis selber immer mehr Dollars drucken können usw.

Puhh, ziemlich viel für einen Tag :wink:

Mir wurde noch folgendes Buch empfholen was ich seit heute morgen mit grosser Spannung lese:
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/kritik/kaun/k…

Würde mich sehr über ein paar weitere Anregungen von dir freuen…

Liebe Grüsse
Tanja

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Dann habe ich noch etwas über das Weltweite Geldsystem
erfahren, wie alles an den Dollar geknüpft ist aber die Amis
selber immer mehr Dollars drucken können usw.

Wie alles an den Dollar geknüpft?

Mir wurde noch folgendes Buch empfholen was ich seit heute
morgen mit grosser Spannung lese:
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/kritik/kaun/k…

Würde mich sehr über ein paar weitere Anregungen von dir
freuen…

Ja aber bitte das nicht als letzte Weisheit ansehen und vielleicht auch ein wenig die Grundlagen der klassischen Volkswirtschaftslehre sich aneignen.

Dann habe ich noch etwas über das Weltweite Geldsystem
erfahren, wie alles an den Dollar geknüpft ist aber die Amis
selber immer mehr Dollars drucken können usw.

Wie alles an den Dollar geknüpft?

Naja, dass der Dollar halt die Leitwhärung ist und die Brücke zwischen den einzelnen Whärungssystemen schaffen sollte.

„Alle sind gleich, nur manche sind gleicher :wink:

Mir wurde noch folgendes Buch empfholen was ich seit heute
morgen mit grosser Spannung lese:
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/kritik/kaun/k…

Würde mich sehr über ein paar weitere Anregungen von dir
freuen…

Ja aber bitte das nicht als letzte Weisheit ansehen und
vielleicht auch ein wenig die Grundlagen der klassischen
Volkswirtschaftslehre sich aneignen.

Klar, mach ich das nicht, deshalb habe ich ja hier nach verschiedenen Meinnungen gefragt gerade um mir ein unabhängiges Gesamtbild zu schaffen um letztlich mir meine eigene Meinnung dazu zu bilden.

Trotzdem danke für den Hinweiss :wink:

Ich habe auch noch mal einen VWLer ausgequetscht und habe
erfahren, dass es Leute gibt die den Zinsmechnismuss als das
Übel von allem betrachten, da sich hier Geld vermehrt ohne,
dass Werte geschaffen werden.

Die haben wohl zuviel Shakespeare gelesen, vom bösen Shylock …

So ein Unsinn, sorry.

Wie alles an den Dollar geknüpft?

Naja, dass der Dollar halt die Leitwhärung ist und die Brücke
zwischen den einzelnen Whärungssystemen schaffen sollte.

Der Dollar ist heute bei weitem nicht mehr die Leitwährung, bzw. besitzt nicht mehr den Status, wie noch vor ein paar Jahren. Man kann dies sehr gut daran beobachten, wie verschiedene (vor allem ostasiatische Staaten) ihre Geldreserven anlegen. Dort ist man damals schon -bevor der Euro so stark wurde- dazu übergegangen und hat Euro gekauft und Dollar verkauft.
Das hat ja letztlich auch immer mit der Volkswirtschaft an sich zutun. Das viele südamerikanische Staaten ihre Währung an den Dollar „gekoppelt“ haben, muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass es DIE Währung ist. Das hat zu einem großen Teil auch strategische Hintergründe. Man fühlt sich oftmals nicht in der Lage, sein Währungssystem selber zu „steuern“.
Fakt ist aber, dass zunehmend Staaten wie Indien und China die Devisenmärkte deutlich mit prägen werden und da sieht es momentan so aus, dass der Euro gegenüber dem Dollar bevorzugt wird.

„Alle sind gleich, nur manche sind gleicher :wink:

Hä ? :smile:

Mir wurde noch folgendes Buch empfholen was ich seit heute
morgen mit grosser Spannung lese:
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/kritik/kaun/k…

Würde mich sehr über ein paar weitere Anregungen von dir
freuen…

Also es kommt darauf an, ob man eher ein „philosophisch gehaltenes“ Buch zum Thema Geld lesen will oder aber ein eher technisch dafür aber auch m.E. fundierteres Buch. Hier eignen sich im Prinzip alle gängigen Lehrbücher in der Hochschullandschaft.

Wenn Du willst, kann ich Dir mal ein relativ gutes Skript im pdf-Format per Mail zukommen lassen. Es schildert auch den geschichtlichen Verlauf des Geldes, der einen sehr gut darüber informiert, wie sich das Geld bzw. die Ansichten darüber in den letzten Jahrhunderten gewandelt haben. Deine Eingangsfrage wird doch auch sehr ausführlich behandelt.

Viele Grüße
TraderS

Kommt immer darauf an, wie man Wert definiert. Man muss
nämlich sehen, dass auch die Gelder die im Kapitalmarkt
„verschwinden“ (zumindest vermeintlich verschwinden) an
anderer Stelle einen durchaus messbaren Wert schaffen. Und sei
es nur in Form von Zinsen.

Zinsen schaffen keine Werte, sie schaffen nur Ansprüche auf die von ANDEREN produzierten Werte.

Zinsen schaffen keine Werte, sie schaffen nur Ansprüche auf
die von ANDEREN produzierten Werte.

Das wäre dann wie eine Gewinnbeteiligung, da stimme ich nicht zu. Wenn der andere keinen Wert mit dem ausgeliehenen Geld erwirtschaftet, zahlt man trotzdem Zinsen.

Zinsen sind eine Gebühr für eine entrichtete Leistung, genauso wie z.B. Miete.

Grüße
Werner

Hallo,

Zinsen sind eine Gebühr für eine entrichtete Leistung, genauso
wie z.B. Miete.

mir gefiele besser: Zinsen sind eine Gebühr für eine Gebrauchsüberlassung, genauso wie z.B. Miete. Der Unterschied ist in der Diskussion mit Zinskritikern nicht ganz unerheblich.

Gruß,
Christian

Erweiterung
Hallo Werner,

Zinsen sind eine Gebühr für eine entrichtete Leistung, genauso
wie z.B. Miete.

Zinsen sind daneben aber schlicht eine Prämie für ein eingegangenes Risiko. Ich finde es nämlich bei den an anderer Stelle hier zitierten Machwerken zum Grundübel des Zinses immer wieder bemerkenswert, dass die Schreiberlinge offensichtlich davon ausgehen, dass die Darlehen mit Sicherheit vom Schuldner getilgt werden.
Da das bekanntermaßen nicht zwangsläufig so ist, muss ein Kapitalgeber Zinsen verlangen, um nicht langfristig mittellos dazustehen.

Grüße
Jürgen

Hallo Jürgen,

das stimmt sicher. Zinsen decken zwei Elemente ab: erstens das Eingehen des Risikos, dass das Geld nicht zurürckgezahlt werden kann, und zweitens auch eine Entschädigung für den entgangenen Gewinn, den man selbst mit dem Geld hätte erwirtschaften können.

Grüße
Werner

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Hallo,

das kommt darauf an, wie man Leistung definiert. Für mich ist eine Gebrauchsüberlassung auch eine Leistung. Deine Version ist aber sicher exakter.

Grüße
Werner

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Zinsen sind auch der Preis für eine höhere Gegenwartspräferenz des Schuldners. Die Frage des Schukdners ist ja: Konsum heute oder Konsum morgen (resp. in x Jahren). Wenn das Einkommen nur einen Konsum morgen zulässt, man aber heute schon konsumieren möchte, muß ja jemand anderes, nämlich der Gläubiger, auf den heutigen Konsum verzichten. Insofern zahlt der Schuldner aufgrund dessen höheren Gegenwartspräferenz dem Schuldner eine Entschädigung für dessen Konsumverzicht.

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Zinsen sind auch der Preis für eine höhere Gegenwartspräferenz
des Schuldners. Die Frage des Schukdners ist ja: Konsum heute
oder Konsum morgen (resp. in x Jahren). Wenn das Einkommen nur
einen Konsum morgen zulässt, man aber heute schon konsumieren
möchte, muß ja jemand anderes, nämlich der Gläubiger, auf den
heutigen Konsum verzichten. Insofern zahlt der Schuldner
aufgrund dessen höheren Gegenwartspräferenz dem Schuldner eine
Entschädigung für dessen Konsumverzicht.

Hm, ich verstehe zwar die Logik dahinter, kann mich aber nicht so wirklich damit anfreunden. Widersprechen will ich aber nicht.
Du hast mich aber auf etwas anderes gebracht: Zinsen decken auch die Inflation ab.

Ist nicht wirklich meine Erfindung. Irgendeine VWL-Vorlesung. Geldpolitik? Mikroökonomie? Vergessen, zu lange her.

Anfreunden hin oder her, stimmen tut es ziemlich sicher, fast möchte ich sagen „ganz“ sicher, aber mit Absoluten soll man ja vorsichtig sein

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