Moin
Momentan stehe ich vor der schweren Frage, ob ich lieber noch ein Magisterstudium beginnen oder mich doch eher für einen Bachelor entscheiden sollte. Mir geht es hier weniger um den zeitlichen Aufwand als vielmehr um die Frage der entgültigen fachlichen Qualifikation.
Soziologie bspw. lässt sich sowohl (noch) als Magister als auch als Bachelor mit anschließendem Master studieren.
Letzteres wäre ein 1-Fach/Mono-Abschluss, ersteres als Magister zwangsläufig mit einem weiteren Haupt- oder zwei Nebenfächern verbunden. Da stellt sich mir die Frage: Habe ich mit einem Master letzlich in genau diesem Fach Soziologie eine höherwertige Qualifikation gegenüber dem Magister (von dem weiteren Nebenfach abgesehen, da ich 2 recht verschiedene Magisterhauptfächer belegen würde, sprich kein Soziologie+Politologie bspw.)? Oder sind auch die Mono-Abschlüsse so interdisziplinär ausgelegt, indem ich bspw. soundso viele fachfremde Module belegen muss, dass es letzlich recht egal ist, ob ich einen Magister mit 2 Hauptfächern belege oder einen Monobachelor/-master mit X fachfremden Modulen.
Bin anhand dieses Durcheinanders kurz vor der Verzweiflung-.-
Danke
Hallo,
also, bei BA/MA sind die „freien“ Punkte (also die, die du nicht in Soziologie machen musst) für zweierlei gedacht: entweder für zusätliche Qualifikationen in Form von z.B. Sprachen, Computerkenntnissen o.ä. oder um Kurse eines Faches zu besuchen, das nicht „Soziologie“ ist. Wofür genau diese „freien“ Punkte verwendet werden sollten hängt u.a. von der Uni ab (was gewünscht ist, das steht dann auch in der Studienordnung) und davon, was du nach dem BA machen willst. Wenn du z.B. nach dem Soziologie Bachelor einen Ethnologie Master machen wolltest, ist es oft so, das die Ethnologen verlangen, das du gewisse Kurse in Ethnologie während deines BA besucht hast.
Es gibt beim BA sogenannte Mono- und Duo Studiengänge. Mono ist so wie oben beschrieben. Bei Duo ist es so, das du 2 Fächer studierst, aber das zweite mit weit weniger Punkten als das erste. Aber wie genau das geregelt ist (z.B. welche Fächer als 2. Fach in Frage kommen) ist von Uni zu Uni verschieden.
Was beim BA/MA noch hinzu kommt: nicht alle Leute die den BA abgeschlossen haben, sollen auch den MA machen, sondern nur die besondes guten Studenten solen weiterstudieren (auch hier sind die genauen Regelungen v.d. Uni abhängig). UND: BaföG erhält man nur während des BA, weil der BA als berufsqualifizierender Abschluss gilt und BaföG in der Regel nur für den ersten berufsqualifizierenden Abschluss gezahlt wird.
Das hat jetzt sicherlich nicht alle deine Fragen beantwortet, aber du darfst gerne nochmal nachfragen, falls irgendwas unklar sein sollte.
LG Backs
Schönen Sonntag, Lasse,
kann zwar nur mittelbar mitreden, versuche es aber trotzdem einmal:
Unsere große Tochter studiert Japanologie/Geografie - noch als Magisterstudiengang. Voraussetzung für den Beginn des Studiums war ein einjähriger Vollzeit-Sprachstudiengang in Japanisch, der mit einer Prüfung endete. Nur ab einem bestimmten Prüfungsprädikat durfte überhaupt das eigentliche Studium begonnen werden. Vollzeit hieß 5 Tage die Woche mehrere Stunden Sprachseminare, Grammatik, Vokabeln, Sprachtraining etc.
Der gleiche Studiengang wird jetzt als Bachelor/Master-Ausbildung angeboten. Die Studenten haben 2 - 3 mal die Woche ca. 4 Stunden (bitte nicht auf die Gesamtstundenzahl festnageln) - neben den eigentlichen weiteren Seminaren.
Da blieb mir als Laien nur die Frage: Woher sollen diese Studenten eine Sprachkompetenz erwerben, bei einer Sprache, die sich durch eine ganze andere Lautbildung, Betonung, Schrift etc. kennzeichnet?
Unsere Tochter hat jetzt im 10. Semester ihr Auslandssemester erfolgreich in Japan beendet. Aber selbst nach dieser Zeit stellt sie fest, dass Grammatik und Vokabeln ständig trainiert und verbessert werden müssen, um den Anforderungen im Alltag standzuhalten.
Persönlich bin ich kein Fan der Aufsplittung der Studiengänge. Nicht alles, was im Rahmen der sog. Globalisierung eingeführt/übernommen wird, ist wirklich gut.
Auch unsere jüngere Tochter bedauert die Neuaufteilung in Bachelor/Master (sie studiert Betriebswirtschaft, speziell Steuern).
Trotz Abitur und bereits erfolgreich absolvierter Lehrausbildung bleibt ihr keine andere Wahl, als weitere 5 Jahre Studium dranzuhängen, um dann einen praxistauglichen Abschluß zu haben. Nur allein mit dem Bachelor kann sie in dieser Fachrichtung Nullkommanichts anfangen.
MfG BM