Wertstromdesign - Durchlaufzeit stimmt nicht

Hallo,
bin zurzeit dabei den Werstrom einer Produktionslinie im Unternehmen aufzuzeichnen. Ich habe alle Bestände ermittelt und will nun anhand der unten angeführten Formel die Durchlaufzeit ermitteln.

DLZ = Bestand/durchschnittlicher täglicher Kundenbedarf

Wenn ich dass so berechne erhalten ungefähr ein Drittel der tatsächlichen DLZ welche sich aus der Differenz zwischen Rückmeldung des letzten Auftrags und der Rückmeldung des ersten Auftrags zusammensetzt.

Der Rohlingsbestand und der Halbfabrikatbestand wurden bei beiden Kalkulationen nicht mit eingerechnet.

Was könnten die Ursachen für diesen Unterschied sein??? Es wird zwischendurch auf Ersatzmaschinen ausgewichen aber ich glaube nicht dass die so viel ausmacht. Es könnte auch sein dass ich einen Imensen Denkfehler drin habe…

Vielen Dank

Hallo,

ich denke, daß genau da der Denkfehler liegt: Du darfst die Halbfertigteile nicht einfach ignorieren (wer hat Dich bloß auf diese Idee gebracht?). Aus meiner Erfahrung verbringen die Produkte die meiste Liegezeit (und damit Durchlaufzeit) in Form von Halbfertigteilen in Pufferbeständen an irgendwelchen Maschinen oder Zwischenlagern. Nimm diese Bestände mit auf, kann ja mit PPS/ERP nicht so schwer sein. Die Rohmaterialien könntest Du gedanklich wirklich vernachlässigen, sie liegen ja genau genommen nicht in der „Supply Chain“.

Viel Erfolg,
Christian

Danke für die Antwort,

ich kam auf diese Idee weil ich bei der Methode mit dem Wertstromdesign (d.h. mit der oben genannten Formel) die Halbfabrikate nicht beachtet habe und bei der zweiten Methode mit den Rückmeldungen werden die Halbfabrikate ja auch nicht beachtet. Dann müsste es ja wieder stimmen.

Grüße
Logiker

P.S. unter Halbfabrikate meine ich die im Endproduktlager.

Bitte nicht so viele Mails, sonst schmeißt mich Wer weiß was wegen fehlender Antworten raus. :wink:

Christian

Wenn die Produkte auf Ihrem Weg zwischen Auftragseingang und Auslieferung an den Kunden den Status eines Halbfertigteiles durchlaufen (und das nehme ich an), dann muß das in die Berechnung der DLZ hinein. Reine Zukaufteile und Rohmaterialien fließen irgendwo im Prozeß dem Wertstrom zu - deren Bestände sind also unerheblich.
Da Du beim Wertestrom den gesamten Strom analysieren mußt, verstehe ich trotzdem das Auslassen der Halbfertigteile nicht, aber egal.
Vielleicht konnte ich Dir trotzdem helfen.

Liebe Grüße
Christian

P.S. unter Halbfabrikate meine ich die im Endproduktlager.

Hallo,
hier kann ich leider nicht weiterhelfen.
Gruß
Donata

Ich kann hier leider nicht weiterhelfen!

Freundliche Grüße
M.W.

Hallo…

Schwere Frage, weil wenig Informationen.
Folgende Gründe können aus meiner Einschätzung zu dem Unterschied kommen:

  • Bestand Halbfabrikate wurde nicht einberechnet
  • gemessene Aufträge repräsentieren nicht den Mix, der ja im durchschnittlichen Kundenbedarf „geglättet“ ist
  • wenn auf Ersatzmaschinen ausgewichen wird, dann ist der Kundenbedarf vermutlich höher, als die reale Kapa des Wertstroms => größerer Nenner = keinere DLZ
  • FIFO wird nicht eingehalten => reale DLZ hat keinerlei Bezug zur errechneten DLZ über Bestand und Kundenbedarf.

Hm, könnte alles sein oder auch eine Kombination aus den Punkten.

Sorry, dass ich Dir nich mehr helfen kann.

Grüße
Jochen

Hallo Jochen

vielen Dank für die Antworten und vor allem der Punkt mit FIFO könnte was ausmachen.
Habe noch ein wenig nachgedacht und komme auf folgenden Schluss:

–>Qualitätschecks werden gemacht die nicht eingerechnet werden in der Theory

–>Ersatzmaschinen erzeugen Bestand den ich im Wertstrom nicht einkalkuliert habe und der somit die DLZ auch nich erhöhen kann

–>Aufträge werden oft zusammengefasst und gemeinsam zurückgemeldet um sich den Weg zum Rechner zu sparen was die DLZ verlängert

–>Ein weiterer Grund ist das sich der theoretische Wert auf die nachgefragte Menge bezieht ohne das Beachten von zeitlichen Rückständen. In der Realität hingegen gibt es auch einen zeitlichen Verzug der Aufträge.

–>Und ab jetzt auch das nicht beachten von FIFO =)

Viele Grüße
Logiker

Hallo und sorry für die nur kurze Antwort. Mir ist es derzeit nicht möglich hier mehr zu tun. Bitte noch paralle andere anfragen.

Zur DLZ Berechnung mal folgende Begriffe googeln
Fabrikkalender
deterministische, stochastische, subjektive Bedarfsermittlung

Der Wert ist stark durch die gesetzten Rahmenbedingungen wie Gewichtung etc beeinflussbar. Im Wertstrom wäre aber eine Darstellung in Tätigkeitszeit und Wartezeit möglich (Dreieck)