Wes fall

hallo,

gibt es den wes fall noch ?

ich glaube,er heisst genitiv.

und wie benutzt man ihn richtig ?

für die antworten vielen dank im voraus

mfg

kunde3

Hallo kunde3,

ist des Genitivs richtige Anwendung nicht mehr im Lehrplan der Pflichtschule enthalten?

Erschütterte Grüße

Hanna

autsch
Hallo,

du erschütterst mich - falls diese Anfrage wirklich ernst gemeint sein soll (was ich angesichts des Inhalts nur schwerlich glauben mag).
Btw., „des Inhalts“ ist ein Genitiv.

Wie kommst du auf die Idee, dass es einen Fall im Deutschen nicht mehr geben soll? Und was bitte schön soll ein „Wes-Fall“ sein?

Ich kenne zwar noch die Grundschulbezeichnungen „Wer-Fall“ (Nominativ bzw. 1. Fall), aber das setzt sich lediglich aus „Fragewort“+Fall zusammen. „Wes“ als Fragewort ist mir bis dato unbekannt - du meinst wohl „wessen“.

Allein an diesem Fragewort kann man erkennen, wozu der Fall da hist, nämlich um Besitzzugehörigkeiten auszudrücken. Das geht zwar auch über den Dativ (3. Fall) zu beschreiben, wem (Dativ!) etwas gehört, aber der Genitiv ist deswegen nicht tot. Zumal die Initiative „Rettet dem (sic!) Dativ!“ auch schon seit einiger Zeit läuft.

Genitiv wäre:
der Stein des Anstoßes
der Fan des Schauspielers XY
usw.
Steht ein „von“ da, erfolgt der Dativ - man frägt ja auch „von wem“ und nicht „von wessen“.

Viele Grüße
Manor

PS.: Noch Fragen?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Doch, ich nehme ihn gerade durch (4.Klasse)und bin auch erschüttert: der Lehrerin ihre Schüler/innen tun sich seeeehr schwer damit : Wessen Mäppchen ist das? Das gehört dem Opa!!
Wessn Nest ist das? Dem eichhörnchen !
owT…
MOnika

Hallo Manor,
erstens geb ich dir Recht,
zweitens hiess das Ding bei uns
in der Schule aber auch schon
„Wes-Fall“.

Gruesse, Elke

Ge ni tiv ins Wasser …
hallo kunde3,

… es ist nämlich Da tiv!

Gruß
Pat

Aber eigentlich, liebe Elke, hieß es

/ernst aus/
Der Werfall
des Wesfalles
dem Wemfall
den Wenfall
/ernst ein/

Ist doch egal, wir man das Teil nennt, solange jeder weiß wovon die Rede ist, mein ich jedenfalls. Wir haben das in der Volksschule (ja, das gab es damals noch) genau so gelernt. Da gab es auch noch Wiewörter, Tunwörter, Hauptwörter und so Zeug. Zumindest leuchtete es uns ein und wir konnten es uns merken.
Erst auf dem Gymnasium bekamen wir dann die lateinischen Bezeichnungen mit.
Grüße
Eckard.

Hallo Eckard,

Ist doch egal, wir man das Teil nennt, solange jeder weiß
wovon die Rede ist,

richtig. Aber weiss es jeder? Meine Soehne kamen von der Schule
heim (sie lernen ja auf Englisch, da wird ja Grammatik sowieso nur
am Rande erwaehnt): „Mama, heute haben wir bei Mrs Dann (Englisch-
und Homeroom-Lehrerin) ueber „genitals“ geredet.“ Mhm, ja, ich
hoer nur mit halbem Ohr hin, weil ich grad den Pfannkuchen wenden
muss, wird das nicht eigentlich in „Health“ behandelt? …
„Ja, es gibt auch noch „accustions, datings und nom…nom…“.
Ich hab dann nachgeguckt, es war tatsaechlich eine Grammtik-
lektion ueber Nomination, Genitiv, Dativ und Akkusativ.“ :wink:

Gruesse, Elke

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Hallo!

erstens geb ich dir Recht,
zweitens hiess das Ding bei uns
in der Schule aber auch schon
„Wes-Fall“.

Von so einer Bezeichnung habe ich noch nie etwas gehört, Ehrenwort! Und die Leute aus meiner Umgebung, die ich danach gefragt habe, haben mich sehr schief angeschaut - und sich dann nach der Auflösung, was der „Wes Fall“ sein soll, fast tot gelacht.

Vielleicht ist die Bezeichung regional bedingt. Ich komme aus Bayern, aus welchem Bundesland kommst du?

Viele Grüße
Manor

Hallo Manor,

„Wes-Fall“.

Von so einer Bezeichnung habe ich noch nie etwas gehört,
Ehrenwort! Und die Leute aus meiner Umgebung, die ich danach
gefragt habe, haben mich sehr schief angeschaut - und sich
dann nach der Auflösung, was der „Wes Fall“ sein soll, fast
tot gelacht.

Vielleicht ist die Bezeichung regional bedingt. Ich komme aus
Bayern, aus welchem Bundesland kommst du?

Ich glaube nicht, daß das etwas mit dem Bundesland zu tun hat. Bin in NRW zur Schule gegangen und da hat man auch in der „Volksschule“ „Wes-Fall“ gelernt.

Und benutzt wird dieser Ausdruck z.B. auch hier:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,267…

oder hier:

http://main.amu.edu.pl/~taborek/grammatik/morpholo/s…

oder hier:

http://216.239.59.104/search?q=cache:QrhDtIZOHgEJ:ww…

oder hier (aus einem Test der Primarschule Weiningen):

http://www.primarschuleweiningen.ch/galerie/webquest…

Gruß
Roland

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Liebe Wesfall-Diskutanten,

um der Diskussion das notwendige Augenzwinkern zurückzugeben, schaut mal:

http://www.martinschlu.de/literatur/gedichte/morgens…

empfiehlt

MM

der in der Grundschule den Wes-Fall von Rektor Karl Kaufmann, einem der letzten Offiziere der Bespannten Artillerie, beigebogen bekommen hat.

Hallo Manor,

ich bin in Baden-Wuerttemberg zur Schule gegangen.
Da Eckard aber den Wes-Fall auch bestaetigt hat, liegt es ja
vielleicht nicht an der Region, sondern am Alter?
Bei dir sieht man ja nicht in der Vika wie alt du bist,
aber vielleicht bin ich naeher an Eckard als du (von unten
kommend, wohlgemerkt!)

Gruesse,
Elke

Der Werwolf

Ein Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: „Bitte, dekliniere mich!“

Der Dorfschulmeister stieg hinauf
auf seines Blechschilds Messingknauf
und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
geduldig kreuzte vor dem Toten:

„Der Werwolf“, sprach der gute Mann,
„des Weswolfs, Genitiv sodann,
dem Wemwolf, Dativ, wie mans nennt,
den Wenwolf, - damit hats ein End.“

Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
er rollte seine Augenbälle.
„Indessen“, bat er, „füge doch
zum Singular den Plural noch!“

Der Dorfschulmeister aber musste
gestehn, daß er von ihm nichts wusste.
Zwar Wölfe gäbs in großer Schar,
doch „Wer“ gäbs nur im Singular.

Der Wolf erhob sich tränenblind -
er hatte ja doch Weib und Kind!!
Doch da er kein Gelehrter eben,
so schied er dankend und ergeben.

Christian Morgenstern

Vielleicht hilft das weiter…

Gruss

Wiesel

Hallo,

ich bin in Baden-Wuerttemberg zur Schule gegangen.
Da Eckard aber den Wes-Fall auch bestaetigt hat, liegt es ja
vielleicht nicht an der Region, sondern am Alter?
Bei dir sieht man ja nicht in der Vika wie alt du bist,
aber vielleicht bin ich naeher an Eckard als du (von
unten
kommend, wohlgemerkt!)

Ich habe jetzt mal meine Eltern gefragt, um diese Hypothese zu testen. Meine Mutter (48) hat auch noch nie was davon gehört (sie hat auch vier Anläufe und eine Buchstabierung gebraucht, bis sie diesen Begriff überhaupt erfasst hat „wie, der Westfall?“). Mein Vater dagegen (50) hat ihn gekannt. An regionalen Unterschieden kann es da nicht liegen, weil meine Eltern im gleichen Landkreis zur Schule gingen, nur ca. 7km von einander entfernt. Aber vielleicht am Lehrpersonal.

Ich selbst bin 27 und hatte natürlich Leute in meiner Altersklasse befragt, die diesen Begriff alle nicht kannten.

Scheint wirklich am Alter gelegen zu haben. Vielleicht nicht unbedingt das Alter der ‚Kennenden‘, aber evtl. das Alter derjenigen, von denen sie damals unterrichtet wurden :wink:. Aber ich frag mich mal in anderen Alterklassen durch :wink:.

Aber dieser Begriff scheint doch sehr verbeitet (gewesen zu) sein, steht sogar im Duden :smile:.

Naja, wieder was gelernt. Obwohl ich die Bezeichnung „Wes“ immernoch komisch finde…

Viele Grüße
Manor

Hallo,

Naja, wieder was gelernt. Obwohl ich die Bezeichnung „Wes“
immernoch komisch finde…

Dieses „wes“ ist natürlich eine Abkü, deshalb klingt’s so ungewohnt. Nichtsdestoweniger im Sprichwort verwendet:
Die Abhängigkeit vom Brotherrn kritisiert das Sprichwort ‚Wes Brot ich eß, dess‘ Lied ich sing.’
[Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Brot, S. 1. Digitale Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, S. 1011 (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 1, S. 262) © Verlag Herder]

Gruß
Barney

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Noch eins: Wes und des!

Nichtsdestoweniger im Sprichwort verwendet:
Die Abhängigkeit vom Brotherrn kritisiert das Sprichwort ‚Wes
Brot ich eß, dess‘ Lied ich sing.’

oder:

Wes das Herz voll, des geht der Mund über! (Luk 6, 45)

Fritz

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Und ausgerechnet noch diese Stelle von Doctor Martinus als Exempel für die Volkstümlichkeit seiner Sprache angeführt! (Frag mich nicht, wo, aber es ist von ihm selbsten…)

Bis denne

MM

Der Butter!
Also gut!
Dann noch das:

_ Alles im Butter!

Wenn ein Schwabe der Butter sagt anstatt die Butter, dann gilt das vielen als schlagender Beweis dafür: dass das Schwäbische ein falsches oder schlechtes Deutsch sei. Welch ein Irrtum!

Woher eigentlich nehmen die Nicht-Schwaben ihre absolute Sicherheit, dass Butter ein weibliches Substantiv ist? Weil diese Fettmasse, falls nicht gerade unterkühlt, so schön weich ist? Oder weil sie aus Milch gewonnen wird, die ausschließlich von weiblichen Säugern stammt? Oder einfach deswegen, weil Butter sich auf »Mutter« reimt, deren Weiblichkeit über jeden Zweifel erhaben ist?

Butter, egal ob sahnig, mildgesäuert oder ranzig, ist ein Ding, eine Sache und somit ein Neutrum. Das haben bereits die alten Griechen erkannt, was der Grund dafür sein mag, dass sie jenes Milchprodukt butyron (n.) nannten.

Darin stecken höchstwahrscheinlich das lautmalerische Wort bus, "das Rind«, und tyros, "der Käse«, der den Griechenland- Touristen als neugriechischer tiri noch heute mundet. Zwar glaubte Hippokrates, der griechische Arzt und Erfinder des nach ihm benannten Eides, das Wort sei skythischen Ursprungs. Doch sein Kollege und Landsmann Galen hörte aus der Vokabel butyron das griechische Rind muhen.

Sehen wir einmal von den Fragen ab, wer von beiden Recht hat und wie gegebenenfalls aus dem maskulinen tyros das Neutrum butyron werden konnte. Halten wir fest: Im Anfang war DIE Butter alles andere als ein grammatisches Femininum.

Verfolgen wir die Geschichte des Wortes weiter anhand der Spur, welche die Butter im Laufe der Jahrhunderte auf Pergamenten und Papieren hinterlassen hat. Im mittelalterlichen Latein finden wir das Wort butyrum, ebenfalls ein grammatisches Neutrum, dem man den griechischen Ursprung noch ansieht. Dessen Mehrzahl lautet butyra, und daraus wurde das spät-althochdeutsche Wort butira. Das heißt, die lateinische Neutrum-Plural-Endung -a wurde durch die Übernahme des Wortes ins Deutsche möglicherweise als weibliche Endung missverstanden - was erklären mag, wie aus das Butter die Butter werden konnte.

Allerdings existierte daneben immer die männliche Form der Butter, die auch der Nürnberger Arzt Paracelsus im 16. Jahrhundert verwendete. Meist wurde das Wort ohne Artikel benutzt. weshalb es schwierig ist, festzustellen, wann es männlich oder weiblich aufgefasst wurde. Die Brüder Grimm vermuteten, dass der weibliche Gebrauch seit Luther zunahm. Für die männliche Form der Butter hat Kluges etymologisches Wörterbuch noch eine andere Erklärung: Es heiße der Butter, weil auch das alte deutsche Wort für Butter ein Maskulinum war: der Anken.

Wie auch immer: Wenn die Schwaben der Butter sagen, befinden sie sich in guter Gesellschaft. Denn auch den Franzosen (le beurre) und Italienern (il burro) kommt der Butter männlich vor.
Aus: Wolf-Henning Petershagen, Schwäbisch für Besserwisser_

Gruß Fritz

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MM

Jeder wie er kann, und ich besonders! :wink: owT
FR:wink: