Wg

Hallo Ihr Lieben,

da ich im letzten Posting ja quasi als „unsachlich“ und nicht der Kritik fähig eingestuft wurde *ggg*, hier mal eine Frage:

Seit ca. einem halben Jahr wohne ich mit einer Arbeitskollegin zusammen (die Mieten hier sind einfach zu hoch!!!). D.h. wir sehen uns während der Arbeit und dann daheim auch noch mal. Die letzten zweieinhalb Jahre vorher hatte ich eine WG mit meiner Schwester (will damit sagen, dass ich WG-erprobt bin).

So, nun die Frage: Bei meiner Schwester war es ein eher kleineres Problem, Dinge, die mir gegen den Strich liefen, anzusprechen. Family halt, da weiß man, wie der andere reagiert.

Bei meiner Kollegin jedoch muss ich nur den Mund aufmachen, und schon fühlt sie sich persönlich angegriffen. Ein Beispiel: Katzenspielzeug ist für Katzen zum Spielen. Ich hab drei davon mitgebracht. Meine Kollegin räumt in regelmäßigen Abständen das Spielzeug in mein Zimmer, wo die Katzen nicht dran kommen. Als ich sie darauf ansprechen wollte, kam nur ein „das war ich nicht!“ von ihr, und sie war stinkbeleidigt!!! Okay, ich war dann auch a bissel patzig, schließlich räumen die Katzen das Zeug sicher nicht selbst weg - allerdings beschwert sie sich im Gegenzug regelmäßig darüber, dass die Katzen den Müll ausräumen oder mit Stiften, die rumliegen spielen, etc.

Im Job ist es genauso, nur habe ich hier das Gefühl, dass sie mich als Konkurrenz ansieht - ich bin ein paar Jahre jünger als sie, kürzer in der Firma und an ihr „vorbeigezogen“ im Job, wobei sie an ihrem Platz ganz happy ist, was bei mir nicht der Fall war.

Langer Rede, kurzer Sinn: Wie kann ich sie „richtig“ ansprechen, damit sie nicht immer gleich denkt, ich wollte ihr was???

Grüße
Natascha

Hallo Natascha,

wie wäre es, wenn Du genau diese Frage mal in Ruhe ihr stellst? Sie wird es Dir am aller besten sagen können. Jeder Mensch hat andere Bedürfnisse - und hier wirst Du die Bedürfnisse Deiner WG-Partnerin sicher nicht finden.

Achte bitte nur darauf, dass das Umfeld für dieses Gespräch stimmt - also kein Stress, kein Streit direkt vorher usw. Dann wird’s schon klappen.

Viel Erfolg,
Snoef

Hallo Natascha,

es ist so bei Dir und Deiner Freundin, es ist so bei Ehepaaren, bei Arbeitskollegen, bei Freunden, in jeder Partnerschaft, bei Menschen mit denen wir gerade zu tun haben. Abgesehen davon, dass unterschiedliche Menschen verschiedene „Macken“ und auch verschiedene Bedürfnisse haben- liegt der ME größte Schwachpunkt in der Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren.
Gerade, wenn man zusammen wohnt, also auf engerem Raum, ist es wichtig den richtige „Umgang“ miteinander zu finden.

Ein Großteil der Unzufriedenheit, Enttäuschungen und Verletzungen in Beziehungen kommt daher, dass die Gesprächspartner häufig nicht darüber Bescheid wissen, wie sie bei Auseinandersetzungen miteinander reden können, ohne dass ein Gespräch in einer Sackgasse endet. Oft genug resultiert aus solchen enttäuschenden Erfahrungen die Vorstellung bei den Gesprächspartnern, dass der andere zu wenig Verständnis für den eigenen Standpunkt aufbringt, nur an sich denkt, oder den anderen zu wenig gern hat, um sich mit ihm angemessener auseinander zusetzen. Es fehlt dann nicht mehr viel, dass klärende Gespräche immer seltener werden und sich das Gefühl einstellt, Reden bringe ja doch nichts.

Sehr oft beobachte ich Leute in unserem Bekanntenkreis, die sich gegenseitig ihre Schwächen um die Ohren hauen, dass es nur so kracht. Sie werfen sich gegenseitig vor, was sie falsch machen.

„Du hast das Katzenspielzeug weggeräumt“ ist schon ein VORWURF, wenn man weiß, worum es geht

„Katzenspielzeug ist für Katzen zum Spielen“ ist ein mit böser Ironie verbundener Vorwurf.
Wie reagieren Menschen auf Vorwürfe? Sie versuchen sich zu verteidigen- und das gelingt am Besten, indem man die Schwächen des anderen sucht und zurückhaut. Sich-beleidigt- fühlen ist auch eine Art der Verteidigung- siehst Du, nun hast Du mich „krank“ gemacht.

Meine Methode ist, Vorwürfe zu vermeiden, indem ich mich bei solchen Konversationen ganz auf mich besinne. D.h. für mich, ich versuche mein Gefühl zu „definieren“. Das Gefühl das entsteht, wenn mir jemand etwas sagt- und er bekommt als Antwort von mir zu hören, wie es mir mit dieser eben getätigten Aussage geht.

In einem Konfliktgespräch ist es günstig, wenn der Sprecher folgende Regeln beachtet:

„Ich“-Gebrauch: Jeder Partner soll von seinen eigenen Gedanken und Gefühlen sprechen. Kennzeichen dafür ist der ich-Gebrauch (“Ich fühle mich von Dir bei unseren gemeinsamen Aufgaben im Haushalt allein gelassen, wenn Du nicht einkaufst, wie wir vereinbart hatten).
Äußerungen mit Du-Bezug (‘Du hast schon wieder nicht eingekauft“) sind meistens Vorwürfe oder Anklagen, die als Auslöser für Gegenangriffe oder Verteidigung wirken. Ziel soll jedoch nicht sein, den anderen zu kränken, sondern eine beide befriedigende Lösung des Konflikts zu finden.

Vielen Menschen fällt es bei Konfliktgesprächen auch schwer, darauf zu verzichten, dem anderen negative Eigenschaften zuzuschreiben (“Das ist typisch für Dich“, „Das war ja klar, dass Du das Katzenspielzeug wieder wegräumst, das tust Du nur um mich zu ärgern“). Dies wird den Konfliktpartner beleidigen und ruft in der Regel sofortigen Widerspruch hervor. Damit lenken solche Unterstellungen ebenso von dem Ziel, nämlich der Lösung eines konkreten Konflikts, ab.

Beide Partner sollten davon ausgehen, dass der andere nicht böse oder dumm ist, auch wenn wir sein Verhalten manchmal so empfinden oder nicht verstehen.

Unterstellen von negativen Absichten (“Du willst mich wohl über den Tisch ziehen“) führt fast immer zur sofortigen Verteidigung und damit weg von einer befriedigenden Lösung des Konflikts.

Indirekte Abwertungen (“Das ist ein idiotischer Vorschlag“, “Da hast Du ein völ1ig schwachsinniges Gerät eingekauft“) werden ebenfalls meistens nur zur Verteidigung führen.
“Negatives Gedankenlesen“, also Vermutungen über die Reaktion des anderen (“So muß man mit Dir reden, sonst kapierst Du es doch nicht“, “Ich würde ja gern, aber Du magst ja nicht‘), behindern meistens eine Lösung, da der Partner bestrebt sein wird, die Vermutungen zu korrigieren.

Meine eigene Erfahrung ist, je mehr ich über meine Gefühle spreche (Es macht mich wütend und ärgerlich, wenn Du das Spielzeug wegräumst) umso mehr „bewegt“ sich beim Partner. Er kann verstehen wie es mir geht. Je mehr ich mich ihm gegenüber „öffne“ umso besser kommen wir klar. Wichtig dabei ist konkrete Wünsche zu äußern (Bitte, räum das Spielzeug nicht mehr weg). Wir dürfen nicht voraussetzen, dass unser Partner das ganz automatisch doch eigentlich wissen müsste.

Richtige Kommunikation will gelernt sein: keine Vorwürfe machen, im Hier und jetzt sprechen, zuhören können- all das bedarf der Übung. Also auf gehts- und wenn es nicht gelingt- ich habe so ein Seminar „Kommunikationsregeln“ besucht und lebe seit dem viel entspannter. Viele Gefühle bei meinen Mitmenschen entstehen durch meine SPRACHE. Wie ich etwas sage, hat Auswirkungen auf meinen Partner. Deshalb bin ich schon ein Liebahber „wohlgewählter“ Worte geworden. So wie sich meine SPRACHE gewandelt hat, hat sich mein Zusammenleben und Zusammensein mit Menschen gewandelt. Es ist heute viiieeeeel besser.

Also wenns nicht klappt- wie wär’s mit einem Seminar, oder Literatur zum Thema??

Ein schönes Wochenende

Frank

HAllöle,

das war aber wirklich ganz schön lang… :smile:

Um gleich auf den Punkt zu kommen: Ich habe einen depressiven Freund. Während seiner letzten depressiven Phase habe ich gelernt, „richtig“ zu kommunizieren. Ich denke erst, bevor ich was sage - und wenn ich nicht denken sollte, dann kommt’s halt von Herzen, was zumindest bei Depressionen das A und O ist. Was ich damit sagen will: Ich habe meine Mitbewohnerin nicht angemacht und nicht beschuldigt und nix. Ich habe sie lediglich darauf hingewiesen, dass das Spielzeug die Katzen vom Spielen mit anderen Dingen abhalten kann und es entsprechend nichts bringt, es wegen „des guten Aussehens der Wohnung“ wegen wegzuräumen. Sie ist extrem ordentlich. Sollte ich auch noch dazu sagen.

Anderes Beispiel: Ich bin in der Firma für externe Präsentationen zuständig. Wenn sie dann für ihren Chef eine solche Präsentation fertig macht, schaue ich entsprechend nochmal drüber. Wenn ich dann einen Kommata- oder Rechtschreib- oder sonstwas für einen Fehler finde (hier bin ich extrem pingelig…), streiche ich diesen natürlich an und geb ihr die Präsentation zurück. Dann ist sie auch beleidigt. Nach dem Motto „Kritisier mich nicht, der Fehler ist doch nicht so wichtig“.

Ja, und wenn es Neuerungen in der Firma gibt, weiß ich diese halt schon vor ihr, nur kann ich natürlich Vertrauliches nicht ausplaudern, auch wenn wir zusammen wohnen. Dann ist sie ebenfalls schnell beleidigt. Wenn ich sie aber dann darauf anspreche, heißt es nur, dass nichts sei… (Typisch Frau???)

Das meinte ich vorhin mit „Konkurrenz“. Ich habe das Gefühl, dass sie sich ausgeschlossen fühlt (weil wir anfangs auf dem gleichen „Level“ lagen im Beruf und ich halt jetzt in der „Hiererachie“ eins über ihr sitze) und das irgendwie mit ins Private nimmt, indem sie dort versucht, alles nach ihrer Nase zu gestalten und ablaufen zu lassen. Ich verkneife mir wirklich einiges, denn während der WG mit meiner Schwester hab ich mir öfter sagen lassen müssen, dass ich mich ganz schön sch… verhalte (hallo SitsterS :-X). Meistens ist es dann tatsächlich nicht so schlimm, dass ich was sagen müsste - aber wenn ich dann doch mal was mache, ist mein Verbesserungsvorschlag gleich scheiße oder mein Gekauftes hässlich oder oder oder. Darauf habe ich absolut keine Lust mehr, und wenn sich nicht bald ein Weg findet, VERNÜNFTIG mit ihr zu reden, muss ich halt die Konsequenzen ziehen und ausziehen.

Glaub mir, ich habe wirklich schon mit Engelszungen und einer Riesengeduld auf sie eingeredet, habe meine Wortwahl sehr genau überdacht, bevor ich was gesagt habe, habe sie direkt darauf angesprochen, habe es „hintenrum“ mit Andeutungen versucht - aber keine Chance, sie geht kein bisschen darauf ein.

So, Dampf abgelassen, ich gehe jetzt ins Wochenende.

Viele Grüße
Natascha

wie wäre es, wenn Du genau diese Frage mal in Ruhe ihr
stellst?

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/www/service.fpl?..

Hallöle,

schau mal hier rein - ich hab echt alles versucht, keine Chance. :frowning: Direkt darauf ansprechen kann ich sie halt nicht, dann ist sie wieder gleich beleidigt und motzt rum oder geht weg oder oder oder. Ist echt schwierig, denn im Grunde ist sie wirklich ein lieber Mensch - solange sie nicht kritisiert wird…

Schönes WE
Natascha

Hallo,

Ist echt schwierig, denn im Grunde ist sie

wirklich ein lieber Mensch - solange sie nicht kritisiert
wird…

Hast Du Ihr das jemals gesagt??

Gruß

Frank

Hi Natascha,

vorweg- Du bekommst von mir eine ehrliche Antwort, mit der ich mich sehr wahrscheinlich zumindest bei Dir unbeliebt machen werde, sie ist aber nicht böse gemeint- und wenn sich sonst niemand traut, dann mach ich es halt. Es ist eine VERMUTUNG von mir und soll keine UNTERSTELLUNG sein und sie soll nur zum Nachdenken anregen. o.K.??

also dann halten wir nochmal fest: Es liegt NICHT an der Sprache, es liegt NICHT am Umgangston, es liegt sowieso NICHT an Deinem Verhalten (Du bist zwar extrem pingelig und Deine Schwester hat Dir auch schon so einiges gesagt) Du hast mit Engelszungen und Riesengeduld, kurzum Du hast ALLES versucht.
Mit dem Ergebnis sie bleibt, wie sie ist.
Alle Versuche sie zu ändern, werden ohnehin zu nichts führen.
Eine Veränderung kann ich am ehesten herbeiführen, wenn ich mein eigenes Verhalten ändere. Da Du diesbezüglich schon alles versucht hast, bleibt wohl nur noch die Trennung.

Gestatte mir dennoch eine vorsichtige Anmerkung: Dein Posting ist so ausgerichtet, dass dem Leser eigentlich nichts anderes bleibt, als zu der Feststellung zu kommen, dass Deine Mitbewohnerin ein Ekelpaket ist, mit dem ein VERNÜNFTIGES (was immer das heißen soll) Auskommen nicht möglich ist. Ich frage mich, ob Du nicht am Liebsten hören würdest: Schmeiss sie doch raus??

Ich persönlich könnte nicht mit einem Menschen zusammenleben, der mir in der Arbeitszeit meine Fehler in der Präsentation anstreicht.
Das würde ich mir selbst von meinem Chef, den ich sehr respektiere, NICHT gefallen lassen!!
Da würde ich mir vorkommen, wie in der Schule. Es fehlte nur noch, dass der Zeigefinger gehoben wird. Machst Du es mit Rotstift??
Da würde ich mich ganz „kleingemacht“ fühlen. Das sie schnell beleidigt und eingeschnappt ist, kann ich ehrlich gesagt verstehen.
Machen ERWACHSENE Menschen so etwas: Sie streichen sich ihre Fehler an?? Natascha, ganz ehrlich, das könnte ich mir an meinem Arbeitsplatz nicht vorstellen. Das ich das mit meinem Kollegen mache, oder der mit mir. Ich glaub ich würde kündigen!!
Ich empfinde das sogar entwürdigend.

Du sagts Du hast Kommunkiation gelernt und gibst gleichzeitig die Parole aus: Entweder sie redet VERNÜNFTIG mit mir- oder ich ziehe die Konsequenzen. Mit dieser Erwartungshaltung- na da wirst Du wohl die Konsequenzen ziehen.

Ich frage mich, ob Deine Mitbewohnerin auch etwas kann, gute Seite hat, irgendwo keine Fehler macht??

Bei mir ist der Eindruck hinterblieben, dass Du vielleicht eine sehr dominante, sehr genaue, (pingelig sagst Du selbst) intelligente Person, die selbst mit so schwierigen Erkrankungen wie Depressionen sehr gut umgehen kann (das will was heißen!!). Eine Person, die vorher genau nachdenkt was sie sagt und wie sie es sagt, die nicht anmacht und nicht beschuldigt und auch sonst NIX (falsches??) macht, die mit Engelszungen und Riesengeduld ausgestattet ist und auch in der Firma stets eine gute Figur macht, ja sogar auf der Überholspur fährt-kurzum Du bist nahezu perfekt.

Wie kann Deine Mitbewohnerin da auch nur annähernd mithalten??
Wie kann da überhaupot noch jemand mithalten?
Wer könnte Dir in Deiner Gegenwart auch nur annähernd das Wasser reichen??

Liebe Grüße

Frank

4 „Gefällt mir“

keine Korrektur erlaubt ?
Hallo Frank,

während ich mit dem Rest des Postings konform gehe, möcvhte ich an dieser Stelle mal nachhaken

Ich persönlich könnte nicht mit einem Menschen zusammenleben,
der mir in der Arbeitszeit meine Fehler in der Präsentation
anstreicht.

soweit o.k., aber

Das würde ich mir selbst von meinem Chef, den ich sehr
respektiere, NICHT gefallen lassen!!
Da würde ich mir vorkommen, wie in der Schule. Es fehlte nur
noch, dass der Zeigefinger gehoben wird. Machst Du es mit
Rotstift??
Da würde ich mich ganz „kleingemacht“ fühlen. Das sie schnell
beleidigt und eingeschnappt ist, kann ich ehrlich gesagt
verstehen.
Machen ERWACHSENE Menschen so etwas: Sie streichen sich ihre
Fehler an?? Natascha, ganz ehrlich, das könnte ich mir an
meinem Arbeitsplatz nicht vorstellen. Das ich das mit meinem
Kollegen mache, oder der mit mir. Ich glaub ich würde
kündigen!!
Ich empfinde das sogar entwürdigend.

Es ist verständlich, dass einem es nervt, auf Fehler hingewiesen zu werden. Andererseits blamiert sich eine Firma beim Kunden doch, wenn die Präsentatioenen fehlerbehaftet (die können nicht mal richtig schreiben, aber unser Netzwerk wollen sie für 100 TEUR basteln) oder inkonsistent (4 Layots in einem Bericht: weiss dort die re Hand, was die linke tut ?) sind.
Aus diesem banalen Grund ist die interne Qualitätskontrolle inkl. Anstreichen in meinen Augen durchaus normal.

Tschuess Marco.

Hallo Marco,

Einspruch, Korrektur ist natürlich erlaubt und willkommen.
Schon beim Schreiben des Absatzes war mir klar, dass an dieser Stelle Protest kommt. (ich hatte eigentlich einen Sturmlauf erwartet) umso mehr verwundern mich Deine beinahe zaghaften Einwände.
Wie wir in der Arbeitswelt miteinander umgehen und was daraus entstehen kann, ist ein Thema für sich.
Lass mich nur soviel dazu sagen: Es sollte an jedem Arbeitsplatz jemanden geben, der letztendlich verantwortlich ist. Er sollte auf Fehler aufmerksam machen können und sie auch beheben können. Da hast Du ohne Zweifel recht.

Es kommt nur auf die Art und Weise an. In unserem Beispiel hätte ich anders reagiert, wenn Natascha geschrieben hätte:
„Am Arbeitsplatz gehen wir gemeinsam die Fehler durch“
Sie schrieb aber: „Ich streiche ihr die Fehler an“
Ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Ich kann jemanden mit einem begangenen Fehler konfrontrieren, ohne ihn bloßzustellen, zu demütigen, zu entwürdigen. Wenn ich es ganz geschickt mache, geht derjenige sogar als Sieger aus der Konversation raus…

Ganz deutlich sei hier gesagt, dass ich Natascha, dass keineswegs vorhalte, oder anlaste. Sie ist wohl nur ausführendes Organ. Dieser Arbeitsgang ist wohl so vorgeschrieben.

Mitarbeiterführung bedeutet für mich, jemanden zu motivieren, zu stärken, ihm seine Stärken bewußt zu machen, seine Talente fördern. Mitarbeitern Fehler anzustreichen geht ins Gegenteil, es kann demotivieren.
Jemand der einen solchen Arbeitsschritt einführt, sorgt automatisch für die Gefahr schlechten Arbeitsklimas.
Er ist entweder darauf aus, dass sich Kollegen gegenseitig ausspielen, oder einfach zu blöd, um zu begreifen was das nach sich ziehen kann. Eine Qualitätskontrolle, eine Endkontrolle lässt sich immer so gestalten, dass es keinen Verlierer gibt.
In einem Team gibt es keine Looser, wenn etwas anderes passiert sind ME Amateure am Werk und vor allem schlechte Vorgesetzte.

Wenn es dennoch nötig und unumgänglich ist, dann kann ich es trotzdem so gestalten, dass derjenige sich nicht wie der „Dumme“ vorkommt.

Jeder Fehler auf den ich aufmerksam mache, muss ausgleichbar sein durch etwas, was der Betreffende gut gemacht hat. (Das ist meine persönliche Einstellung und Verfahrensweise) Das es in der Arbeitswelt leider oftmals anders zugeht, liegt an vielen Faktoren.
Mobbing ist nicht umsonst eine Erkrankung der Neuzeit.

Die meisten Verantwortlichen sind nicht daran interessiert, wie Sie mit ihren Angestellten umgehen sollten, sondern wie am schnellsten Kohle reinkommt. Wer jemals ein Seminar zum Thema Mitarbeiterführung besucht hat, hat sie gesehen, die Chefs und Vorgesetzten, die ahnungslos und teilweise hilflos sind, wenn es darum geht Mitarbeiter zu loben…

Aus diesem banalen Grund ist die interne Qualitätskontrolle
inkl. Anstreichen in meinen Augen durchaus normal.

Das etwas leider „normal“ geworden ist, bedeutet aber nicht, dass es nicht unanständig ist.

Gruß

Frank

3 „Gefällt mir“

Korrekturen (offtopic)
Hallo Frank,
gerade hab ich im Brett „Erziehung und Schule“ einen wieder aufgewaermten Thread ueber Gehorsam und Angst (als Mittel der Kindererziehung gelesen). Stell doch deine Gedanken mal da rein, da passen sie so wunderschoen. Wie oft juckt es mich, meine Soehne auf Rechtschreibfehler aufmerksam zu machen - und wenn ich mich dazu hinreissen lasse, dann kriegen sie die Krise. Da braucht’s Phantasie und Fingerspitzengefuehl wie ich mein (noch) fundierteres Wissen an den Mann kriege ohne besserwisserisch zu sein und jede Motivation zu kappen!

Tschuess und Gruesse,
Elke

Ist echt schwierig, denn im Grunde ist sie
wirklich ein lieber Mensch - solange sie nicht kritisiert
wird…

Was auch auf Dich zutrifft! *g*
Kuss, SisterS

So, nun die Frage: Bei meiner Schwester war es ein eher
kleineres Problem, Dinge, die mir gegen den Strich liefen,
anzusprechen. Family halt, da weiß man, wie der andere
reagiert.

Das muss wohl an der unendlich geduldigen Schwester liegen… *g*

Nein, im Ernst, wenn ich auch mal meinem Senf dazu geben darf: Ich glaube, das Hauptproblem ist, dass Ihr beiden zusammen arbeitet UND wohnt - da werden die Probleme von der Arbeit mit nach Hause genommen und umgekehrt, und wenn man nicht ganz auf einer Wellenlänge liegt (und das ist bei Euch beiden der Fall), dann geht das über kurz oder lang schief.
So kannst Du nicht nach Hause kommen und Dich über die Arbeit aufregen, weil Du Dich ja über sie aufgeregt hast, und auf der Arbeit knabbert Ihr beide daran, dass morgens wieder eine Katze auf den Teppich gekot… hat (im memoriam, *g*)…

Um es auf den Punkt zu bringen (und Deine Frage war glaub ich auch nur die Suche nach Unterstützung zu der Antwort, die Du Dir schon selbst gegeben hast): Ihr werdet die Wohnung wohl bald wieder auflösen, und am besten, bevor es richtig kracht, damit Ihr danach Freundinnen bleiben könnt…

Liebe Grüße und schönen Start in die Arbeitswoche *gähn*,
SisterS

Hallo Frank

Du bist zwar extrem pingelig und Deine
Schwester hat Dir auch schon so einiges gesagt

Meine Schwester hat mir immer gesagt, ich solle ordentlicher werden…

Gestatte mir dennoch eine vorsichtige Anmerkung: Dein Posting
ist so ausgerichtet, dass dem Leser eigentlich nichts anderes
bleibt, als zu der Feststellung zu kommen, dass Deine
Mitbewohnerin ein Ekelpaket ist, mit dem ein VERNÜNFTIGES (was
immer das heißen soll) Auskommen nicht möglich ist. Ich frage
mich, ob Du nicht am Liebsten hören würdest: Schmeiss sie doch
raus??

Nein, will ich nicht hören. Ich kann sie schließlich gut leiden, auch wenn das nicht rüber kommt. Habe halt die Dinge aufgeführt, die mich an ihr stören, nicht die anderen.

Machen ERWACHSENE Menschen so etwas: Sie streichen sich ihre
Fehler an?? Natascha, ganz ehrlich, das könnte ich mir an
meinem Arbeitsplatz nicht vorstellen. Das ich das mit meinem
Kollegen mache, oder der mit mir. Ich glaub ich würde
kündigen!!
Ich empfinde das sogar entwürdigend.

Das ist mein Job. Externe Präsentationen müssen perfekt sein, und wenn sie selbst nicht drauf achtet, merkt es der Chef und streicht an. Und wenn er es nicht merkt, dann der Kunde - und das sollte nicht passieren. Ich mache das nicht aus Gehässigkeit, sondern um ihr Kommentare vom Chef zu ersparen und die Firma nach außen hin „perfekt“ dastehen zu lassen. Das kann man wohl kaum als entwürdigend betrachten. In manchen Branchen ist es halt so, dass selbst die kleinsten Fehler den Kunden auffallen - und wenn sie mir schon vorher aufgefallen sind, ist es doch nur gut für den Betrieb - und meine Kollegin…

Ich frage mich, ob Deine Mitbewohnerin auch etwas kann, gute
Seite hat, irgendwo keine Fehler macht??

Natürlich, das habe ich ja nie bestritten. Hätte sie die nicht, wäre ich nicht mit ihr zusammen gezogen.

Bei mir ist der Eindruck hinterblieben, dass Du vielleicht
eine sehr dominante, sehr genaue, (pingelig sagst Du selbst)
intelligente Person, die selbst mit so schwierigen
Erkrankungen wie Depressionen sehr gut umgehen kann (das will
was heißen!!).

Ich bestimme tatsächlich ganz gerne, aber pingelig bin ich ausschließlich im Beruf. Da muss alles perfekt sein. Daheim lasse ich gern was rumliegen, auch mal etwas länger. Pingelig in dem Sinne bin ich also nicht. Und danke fürs „Lob“ - Depris sind wirklich etwas, was ich meinem ärgsten Feind nicht wünsche!!!

Eine Person, die vorher genau nachdenkt was sie

sagt und wie sie es sagt, die nicht anmacht und nicht
beschuldigt und auch sonst NIX (falsches??) macht, die mit
Engelszungen und Riesengeduld ausgestattet ist

Natürlich nicht. Wahrscheinlich würde meine Kollegin hier auch einen ziemlich langen Eintrag über mich reinstellen - aber darum geht es bei diesem Posting ja nicht.

-kurzum Du bist nahezu perfekt.

Wenn ich perfekt wäre - keine Worte. Perfekt ist niemand, und um es noch einmal zu betonen: ICH bin nicht perfekt und SIE ist auch kein Ekelpaket. Es geht mir in diesem Posting lediglich darum, RICHTIG mit ihr zu reden! Wenn mir nichts an ihr liegen würde, wäre ich ja nicht hier, dann würde ich meine Sachen packen und mir keine Gedanken darüber machen, was sie davon hält, und im Job wäre es mir egal, ob sie sauer ist oder nicht!!!

Viele Grüße
Natascha

Aus diesem banalen Grund ist die interne Qualitätskontrolle
inkl. Anstreichen in meinen Augen durchaus normal.

Tschuess Marco.

Hallo Marco,

Genau so ist es, danke. :smile:

Grüße
Natascha

Und nochmal hallo. :smile:

„Am Arbeitsplatz gehen wir gemeinsam die Fehler durch“
Sie schrieb aber: „Ich streiche ihr die Fehler an“
Ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Wenn ich mit allen Leuten alle Fehler zusammen durchginge, säße ich bis nachts hier und die anderen auch.

Jeder Fehler auf den ich aufmerksam mache, muss ausgleichbar
sein durch etwas, was der Betreffende gut gemacht hat.

Ich sage ihr auch, wenn sie etwas gut gemacht hat. Wie schon in meiner anderen Antwort geschrieben: Sie hat gute UND schlechte Seiten, privat und auf der Arbeit.

Grüße
Natascha

Hi,

Hast Du Ihr das jemals gesagt??

Was, dass ich sie gut leiden kann oder dass sie sich nicht kritisieren lässt?

Grüße
Natascha

-X :-X :-X :-X :-X

Und, gestern noch gut heim gekommern? :smile:

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Guten Morgen SisterS! :smile:

Ihr werdet die Wohnung wohl

bald wieder auflösen, und am besten, bevor es richtig kracht,
damit Ihr danach Freundinnen bleiben könnt…

Ich denke auch. Ist zwar schade, wirklich schön da, aber so sieht es wahrscheinlich aus.

Hallo Frank,

Einspruch, Korrektur ist natürlich erlaubt und willkommen.
Schon beim Schreiben des Absatzes war mir klar, dass an dieser
Stelle Protest kommt. (ich hatte eigentlich einen Sturmlauf
erwartet) umso mehr verwundern mich Deine beinahe zaghaften
Einwände.
Wie wir in der Arbeitswelt miteinander umgehen und was daraus
entstehen kann, ist ein Thema für sich.
Lass mich nur soviel dazu sagen: Es sollte an jedem
Arbeitsplatz jemanden geben, der letztendlich verantwortlich
ist. Er sollte auf Fehler aufmerksam machen können und sie
auch beheben können. Da hast Du ohne Zweifel recht.

Es kommt nur auf die Art und Weise an. In unserem Beispiel
hätte ich anders reagiert, wenn Natascha geschrieben hätte:
„Am Arbeitsplatz gehen wir gemeinsam die Fehler durch“
Sie schrieb aber: „Ich streiche ihr die Fehler an“
Ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Ich kann jemanden mit einem begangenen Fehler konfrontrieren,
ohne ihn bloßzustellen, zu demütigen, zu entwürdigen. Wenn ich
es ganz geschickt mache, geht derjenige sogar als Sieger aus
der Konversation raus…

Ich erlebe es einfach anders. Im Ing.büro sitzen mehr oder minder wichtige Ingenieure, die sich gegenseitig QS lesen. Jeder Ing. hat seine Projekte mit all seinen Teilaufgaben und der dasaus folgenden Arbeitsorganisation. So ist es schlecht möglich Korrekture gemeinsam durchzusprechen. I.d.R. läuft es so wie Natascha schreibt. Man findet ein Schreiben/Bericht im Fach. Wenn es einem in den Kram passt, liest man es durch, korrigiert RS/Grammatik/Dreher und feilt hier und da an den Formulierungen. Nur bei groben Unfug bzw. wenn man mit grossen Sachen inhaltl. nicht einverstanden ist, dann erfolgt Rücksprache, ansonsten geht es dann ins Sekretariat und gut ist.
Das hat was mit Effektivität zu tun und nix mit titschen etc.

Dein Bemühen um MA-Motivation sehe ich genauso.

Aus diesem banalen Grund ist die interne Qualitätskontrolle
inkl. Anstreichen in meinen Augen durchaus normal.

Das etwas leider „normal“ geworden ist, bedeutet aber nicht,
dass es nicht unanständig ist.

Du scheinst eine extrm andere Erfahrung gemacht zu haben.
Für mich schliesst QS gute MA-Führung nicht aus.

Tschuess Marco.