Hallo Natascha,
es ist so bei Dir und Deiner Freundin, es ist so bei Ehepaaren, bei Arbeitskollegen, bei Freunden, in jeder Partnerschaft, bei Menschen mit denen wir gerade zu tun haben. Abgesehen davon, dass unterschiedliche Menschen verschiedene „Macken“ und auch verschiedene Bedürfnisse haben- liegt der ME größte Schwachpunkt in der Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren.
Gerade, wenn man zusammen wohnt, also auf engerem Raum, ist es wichtig den richtige „Umgang“ miteinander zu finden.
Ein Großteil der Unzufriedenheit, Enttäuschungen und Verletzungen in Beziehungen kommt daher, dass die Gesprächspartner häufig nicht darüber Bescheid wissen, wie sie bei Auseinandersetzungen miteinander reden können, ohne dass ein Gespräch in einer Sackgasse endet. Oft genug resultiert aus solchen enttäuschenden Erfahrungen die Vorstellung bei den Gesprächspartnern, dass der andere zu wenig Verständnis für den eigenen Standpunkt aufbringt, nur an sich denkt, oder den anderen zu wenig gern hat, um sich mit ihm angemessener auseinander zusetzen. Es fehlt dann nicht mehr viel, dass klärende Gespräche immer seltener werden und sich das Gefühl einstellt, Reden bringe ja doch nichts.
Sehr oft beobachte ich Leute in unserem Bekanntenkreis, die sich gegenseitig ihre Schwächen um die Ohren hauen, dass es nur so kracht. Sie werfen sich gegenseitig vor, was sie falsch machen.
„Du hast das Katzenspielzeug weggeräumt“ ist schon ein VORWURF, wenn man weiß, worum es geht
„Katzenspielzeug ist für Katzen zum Spielen“ ist ein mit böser Ironie verbundener Vorwurf.
Wie reagieren Menschen auf Vorwürfe? Sie versuchen sich zu verteidigen- und das gelingt am Besten, indem man die Schwächen des anderen sucht und zurückhaut. Sich-beleidigt- fühlen ist auch eine Art der Verteidigung- siehst Du, nun hast Du mich „krank“ gemacht.
Meine Methode ist, Vorwürfe zu vermeiden, indem ich mich bei solchen Konversationen ganz auf mich besinne. D.h. für mich, ich versuche mein Gefühl zu „definieren“. Das Gefühl das entsteht, wenn mir jemand etwas sagt- und er bekommt als Antwort von mir zu hören, wie es mir mit dieser eben getätigten Aussage geht.
In einem Konfliktgespräch ist es günstig, wenn der Sprecher folgende Regeln beachtet:
„Ich“-Gebrauch: Jeder Partner soll von seinen eigenen Gedanken und Gefühlen sprechen. Kennzeichen dafür ist der ich-Gebrauch (“Ich fühle mich von Dir bei unseren gemeinsamen Aufgaben im Haushalt allein gelassen, wenn Du nicht einkaufst, wie wir vereinbart hatten).
Äußerungen mit Du-Bezug (‘Du hast schon wieder nicht eingekauft“) sind meistens Vorwürfe oder Anklagen, die als Auslöser für Gegenangriffe oder Verteidigung wirken. Ziel soll jedoch nicht sein, den anderen zu kränken, sondern eine beide befriedigende Lösung des Konflikts zu finden.
Vielen Menschen fällt es bei Konfliktgesprächen auch schwer, darauf zu verzichten, dem anderen negative Eigenschaften zuzuschreiben (“Das ist typisch für Dich“, „Das war ja klar, dass Du das Katzenspielzeug wieder wegräumst, das tust Du nur um mich zu ärgern“). Dies wird den Konfliktpartner beleidigen und ruft in der Regel sofortigen Widerspruch hervor. Damit lenken solche Unterstellungen ebenso von dem Ziel, nämlich der Lösung eines konkreten Konflikts, ab.
Beide Partner sollten davon ausgehen, dass der andere nicht böse oder dumm ist, auch wenn wir sein Verhalten manchmal so empfinden oder nicht verstehen.
Unterstellen von negativen Absichten (“Du willst mich wohl über den Tisch ziehen“) führt fast immer zur sofortigen Verteidigung und damit weg von einer befriedigenden Lösung des Konflikts.
Indirekte Abwertungen (“Das ist ein idiotischer Vorschlag“, “Da hast Du ein völ1ig schwachsinniges Gerät eingekauft“) werden ebenfalls meistens nur zur Verteidigung führen.
“Negatives Gedankenlesen“, also Vermutungen über die Reaktion des anderen (“So muß man mit Dir reden, sonst kapierst Du es doch nicht“, “Ich würde ja gern, aber Du magst ja nicht‘), behindern meistens eine Lösung, da der Partner bestrebt sein wird, die Vermutungen zu korrigieren.
Meine eigene Erfahrung ist, je mehr ich über meine Gefühle spreche (Es macht mich wütend und ärgerlich, wenn Du das Spielzeug wegräumst) umso mehr „bewegt“ sich beim Partner. Er kann verstehen wie es mir geht. Je mehr ich mich ihm gegenüber „öffne“ umso besser kommen wir klar. Wichtig dabei ist konkrete Wünsche zu äußern (Bitte, räum das Spielzeug nicht mehr weg). Wir dürfen nicht voraussetzen, dass unser Partner das ganz automatisch doch eigentlich wissen müsste.
Richtige Kommunikation will gelernt sein: keine Vorwürfe machen, im Hier und jetzt sprechen, zuhören können- all das bedarf der Übung. Also auf gehts- und wenn es nicht gelingt- ich habe so ein Seminar „Kommunikationsregeln“ besucht und lebe seit dem viel entspannter. Viele Gefühle bei meinen Mitmenschen entstehen durch meine SPRACHE. Wie ich etwas sage, hat Auswirkungen auf meinen Partner. Deshalb bin ich schon ein Liebahber „wohlgewählter“ Worte geworden. So wie sich meine SPRACHE gewandelt hat, hat sich mein Zusammenleben und Zusammensein mit Menschen gewandelt. Es ist heute viiieeeeel besser.
Also wenns nicht klappt- wie wär’s mit einem Seminar, oder Literatur zum Thema??
Ein schönes Wochenende
Frank