Wo wohnte Goethe, als er seine Elegie an Mareinbad schrieb?
Wo wohnte Goethe, als er seine Elegie an Mareinbad schrieb?
Liebe Frau Dammers,
es könnte sein, dass Sie einem Missverständnis unterliegen: Die Elegie ist nicht an Marienbad geschrieben, sondern, wenn schon an eine fremde Adresse gerichtet, an Ulrike von Levetzow. Aber Elegien sind ihrer Art und dem Namen nach Klagelieder, die an irgend einen Gott, das Schicksal oder an alle, die sich dafür interessieren, gerichtet sind.
Goethe war von Juli bis September 1823 in den böhmischen Bädern Marienbad, Eger und Karlsbad auf Badereise; seine letzte übrigens. In Marienbad lernte er die damals erst neunzehnjährige Ulrike, die Enkelin seines Quartierherrn, kennen und verliebte sich offensichtlich mit aller Macht in sie und machte ihr - er selber war 74 Jahre alt - einen Heiratsantrag, den diese zurückwies.
Goethe hat bestimmt schon gleich danach mit der Elegie begonnen.
Am Tag seiner Abreise von Karlsbad, am 5. September 1823, begann er mit der erhaltenen, eigenhändigen Reinschrift der Elegie. Sonst „mundierte“ (diktierte) Goethe die Reinschriften seiner Werke seinem Sekretär.
So ließen sich als Orte, an denen Goethe während der Produktion der Marienbader Elegie lebte, Marienbad, Eger, Karlsbad und endlich Weimar festmachen.
Goethe formuliert in dieser Elegie, die eher ein Selbstgespräch als eine Klage ist, seine „Entsagung von allen persönlichen Leidenschaften“. So sagt jedenfalls Peter Boerner. Was immer das bedeutet.
Beste Grüße Fritz Ruppricht
Lieber Fritz Ruppricht–
Stimmt. Danke.