Hallo und danke!
Es handelt sich um den Service, ein Antragsformular auszufüllen und an die US Behörde zu senden. Dieses Formular kann man auch selber auf der Internetseite der US-Behörde ausfüllen und per Kreditkarte bezahlen. Dort kostet die Leistung aber 14 Euro und nicht 55 Euro.
Die US eigene Seite bietet:
- Formular erhältlich in unterschiedlichen Sprachen
- alle FAQs (häufig gestellte Fragen) für Sie zum nachlesen
- Prüfung und Kontrolle der angeforderten Daten
- Überprüfung der eingegeben Daten auf Plausibilität
- Archivierung Ihrer ESTA-Reisegenehmigung für eine Dauer von zwei Jahren
- Erneute Zusendung des Dokumentes im Verlustfall
Für den Aufpreis von 41 Euro erhält man laut deutscher Homepage des Dienstleisters zusätzlich zur US-Seite folgendes:
- Hilfeleistung und Unterstützung bei der Antragstellung
- Online-Beratung im Live-Chat Montag bis Freitag von 10 bis 20 Uhr
- Kundenservice per Email 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche
- auf Anfrage Übersendung Ihrer ESTA-Genehmigung per Post
- Korrektur der falsch eingegebenen Daten
- Anzeige von Status und Fortschritt Ihrer Anfrage
- Übersendung Ihrer ESTA-Genehmigung per Email als PDF-Datei
- vereinfachtes benutzerfreundliches System
- volle Rückerstattung der Kosten im Falle einer Verweigerung der Einreise
De facto wurden die Zusatzleistungen nicht in Anspruch genommen. Man kann in dem Formular auch Fantasienamen und Nummern eingeben oder unsinnigen Text, es wird alles akzeptiert.
Nach der Eingabe der Daten und der Angabe der Kreditkartendaten werden die Daten wohl automatisch an die US-Behörde übermittelt, dabei können sie wohl kaum vom Diensteanbieter noch überprüft werden.
Allerdings zahlt ja der Verbraucher 55 Euro, der Dienstleister an die US-Regierung nur 14 Euro. Es muss also zumindest ein Buchungsvorgang getätigt werden.
Der Anbieter sagt nun, dass aus den Gründen des Automatismus ein Widerruf unmöglich sei, da ja mit dem Klick auf den OK Button die Dienstleistung in Millisekunden ausgeführt werde. Dabei bietet er aber die o.g. Zusatzleistungen für den Aufpreis von 41 Euro an. Die Bewilligung durch die US-Behörde soll dann binnen 4 Stunden über den Dienstleister beim Verbraucher landen.
In diesen (angenommenen) Fall traf die Bewilligung trotz Widerrufs dann auch nach 1,5 Stunden ein.
Zum Ablauf:
Der Verbraucher hat in diesem Fall die Kreditkartendaten eingegeben, gesehen, dass es 55 USD kosten soll, auf ok geklickt, das Fenster ging wieder zu und auf der Hauptseite hat er dann im Kleingedruckten gelesen, dass dies nicht die offizielle US-Seite ist. Er hat dann unverzüglich binnen Sekunden das eMailformular auf der Internetseite des Anbieters ausgefüllt (eine emailadresse war nicht angegeben und auch kein direkt sichtbares Impressum) und dort schriftlich den Auftrag widerrufen. Eine Kopie oder Bestätigung dieser Mail hat er wohlweislich nicht erhalten.
Wenige Minuten später erhielt er eine eMail vom Anbieter, in der der Erhalt der Bestellung bestätigt wird und dass sofort nach Eingang der Bezahlung der Antrag an die US Behörde weitergeleitet wird.
Dann hat er unverzüglich auf diese Mail nochmal geantwortet, dass er die Dienstleistung widerrufe. Er hat sofort bei seiner Kreditkartenbank angerufen, um die Zahlung zu stoppen. Doch die teilte ihm mit, der Dienstleister sei nicht als Betrüger bekannt und habe daher das Recht abzubuchen. Nach der Abbuchung könne der Verbraucher ja bei der Bank einen Antrag stellen, dass die Summe zurückgebucht werde. Dieser werde dann nach Einreichung aller Unterlagen von der Bank auf Rechtmäßigkeit geprüft.
1,5 Stunden nach der Bestellung erhält der Verbraucher die ESTA Registrierung vom Dienstleister.
2 Stunden nach Bestellung und Widerruf mailt der Dienstleister, dass ein Widerruf der Bestellung gemäß akzeptierter AGB nicht möglich sei. Jetzt habe er ja auch schon geleistet.
Nun sei weiterhin angenommen, dass der Dienstleister den Betrag auch schon vom Kreditkartenkonto abgebucht habe.
Frage: Hat jetzt der Dienstleister Anspruch auf die Vergütung?