Hallo Claudia,
zur rechtlichen Seite kann ich nicht viel sagen, aber zumindest zur technischen Seite.
Dort wird auch beschrieben, dass der
Provider die Systemkonfiguration zwar anpassen könnte - und
zwar problemlos, laut Software-Hersteller - aber der
Provider-Betreiber verwehrt sich dagegen mit dem Argument,
dass das soooo einfach nicht sei.
Also, der Provider erklärt, eine Deaktivierung des so
genannten „Safe-Mode“ sei aus sicherheitstechnischen
Gründen nicht möglich.
Es gibt im PHP verschiedene Möglichkeiten, sicherzustellen, das sich mehrere Kunden auf einem Server nicht gegenseitig behindern / ausspionieren können, eine davon ist eben der safe_mode. Dieser beschränkt einige Funktionen in PHP, so das es gut sein kann, das die Software eben mit aktiviertem Safe Mode nicht läuft, je nachdem, was da getan werden soll. Ja nach Funktionalität der Software (Dateisystemzugriffe / Zugriffe auf externe Server / Anwendungen im System / Softwareverschlüsselung) ist es gut möglich, das es keine Möglichkeit gibt, die Software so zu gestalten, das diese auch mit eingeschaltetem safe_mode läuft.
Der Provider wiederum hat ein Sicherheitskonzept, welches die Deaktivierung des safe_mode verbietet. Rein technisch ist das Ausschalten kein Problem, allerdings müsste der Provider dann auf andere Art und Weise verhindern, das sich Kunden (es laufen i.d.R. die Webpräsenzen von vielen Kunden auf einem Server) gegenseitig beeinflussen (open_basedir, etc.). Gerade bei großen Providern würde dies einen hohen Verwaltungsaufwand bedeuten, das für einzelne Kunden umzustellen, da dann ggfs. auch das automatische Systemmanagement nicht mehr greift, etc. Daher ist es auch aus Sicht des Providers verständlich, das er für einen einzelnen Kunden die Einstellung nicht ändert. Es besteht für den Provider die Gefahr, das, beispielsweise durch einen Fehler in einer Software, die mit deaktiviertem safe_mode läuft, der gesamte Server und damit alle Kunden auf diesem Server beeinflusst werden.
Wenn der Softwareverkäufer explizit in den Systemvoraussetzungen angegeben hat, das die Software nicht im safe_mode läuft, hätte man meiner Meinung nach vor dem Kauf beim Provider nachfragen müssen, ob es möglich den safe_mode zu deaktivieren.
Das sieht danach aus, dass eher die Software außergewöhnlich
ist, zumal sich der Provider in jeder Hinsicht bisher mit sehr
Wie oben geschrieben, es besteht einfach die Möglichkeit, das die Software Funktionen benötigt, die es unmöglich machen, das diese bei aktiviertem safe_mode läuft. Das ist nicht unbedingt ungewöhnlich, da der safe_mode doch relativ viel beeinflusst.
vernünftig abgestimmten Features ausgezeichnet hat und sehr
seriös daherkommt.
Gerade wenn der Provider seriös ist, hat er auch ein entsprechendes Sicherheitskonzept für seine Server entwickelt, um Angriffe auf seine Server zu verhindern. Teil dieses Sicherheitskonzeptes ist eben bei diesem Provider aktivierter safe_mode, und er wird dann natürlich auch nicht davon abweichen.
Es gibt andere Provider, die das Problem anders lösen, dort ist eben dann der safe_mode ausgeschaltet und die Software würde funktionieren.
Man sollte sich hier schnellstens mit dem Verkäufer
auseinandersetzen. Ggf. akzeptiert er einen Rücktritt. Manche
sind
auch kulant und treten auch ohne große Gründe vom Vertrag
zurück.
Ja, das wird wohl das Mittel der Wahl sein. Das
…oder aber eben (ggfs. nur für die Nutzung der Software) eine weitere Webpräsenz bei einem anderen Provider einrichten, der die Software unterstützt. Bei Preisen von Teilweise unter einem Euro/Monat auch nicht unbedingt ein Problem.
Alexander