Widerruf bei Online-Kauf

Hallo, liebe Wissenden.

Eine Software wird über das Internet ausgesucht und testeshalber online installiert. Dabei stellt sich heraus, dass die Software bestimmte Anforderungen an den Provider-Server stellt, die zwar dokumentiert sind, aber nicht in einem Dokument, dass dem Installationspaket beigefügt ist, sondern in einem PDF auf der Web-Seite des Softwareherstellers. Dort wird auch beschrieben, dass der Provider die Systemkonfiguration zwar anpassen könnte - und zwar problemlos, laut Software-Hersteller - aber der Provider-Betreiber verwehrt sich dagegen mit dem Argument, dass das soooo einfach nicht sei.

Welche Möglichkeit gibt es, dieses Produkt nicht abschließend zu erwerben?

Der Käufer ist ein Mediengestalter mit Gewerbeschein. Das Fernabsatzgesetz mit einem 14-tägigen Widerrufsrecht dürfte also nicht greifen.
Es handelt sich hier nicht um Cent-Beträge, sondern um satte 229,00 EURO, die der Kunde (Software ist Statistik-Funktion für eine zu erstellende Web-Seite - Webseite wird für einen Kunden erstellt) sicher nicht für einen Haufen Datenschrott ausgeben möchte.
Das Bestelldatum war der 05.12.06.

Für jeden Tipp und Rat dankbar ist
Claudia

Hallo!

Eine Software wird über das Internet ausgesucht und
testeshalber online installiert.

Na wurde jetzt schon ein Kaufvertrag / Lizenzvertrag geschlossen oder
nicht? Ich geh mal von normaler Software aus und das bereits
Kaufvertrag geschlossen wurde.

Dabei stellt sich heraus,
dass die Software bestimmte Anforderungen an den
Provider-Server stellt, die zwar dokumentiert sind, aber nicht
in einem Dokument, dass dem Installationspaket beigefügt ist,
sondern in einem PDF auf der Web-Seite des
Softwareherstellers. Dort wird auch beschrieben, dass der
Provider die Systemkonfiguration zwar anpassen könnte - und
zwar problemlos, laut Software-Hersteller - aber der
Provider-Betreiber verwehrt sich dagegen mit dem Argument,
dass das soooo einfach nicht sei.

Das richt wohl nach Mangel an der Sache. Muss aber nicht! Hat denn
der Kunde diesen aussergewöhnlichen Provider oder hat die Software
aussergewöhnliche Anforderungen. Ich denke das kann man so hier nicht
klären. Jedenfalls wäre das ggf. ein Rücktrittsgrund, weil der Mangel
ja nicht nachbesserbar durch den Verkäufer ist, oder?

Man sollte sich hier schnellstens mit dem Verkäufer
auseinandersetzen. Ggf. akzeptiert er einen Rücktritt. Manche sind
auch kulant und treten auch ohne große Gründe vom Vertrag zurück.

Mfg vom

showbee

Hallo!

Moin Moin, showbee.

Eine Software wird über das Internet ausgesucht und
testeshalber online installiert.

Na wurde jetzt schon ein Kaufvertrag / Lizenzvertrag
geschlossen oder
nicht? Ich geh mal von normaler Software aus und das bereits
Kaufvertrag geschlossen wurde.

Eine Lizenz wurde vom Softwarehersteller zwar bereits freigeschaltet, aber der entgültige Kaufbetrag wurde noch nicht überwiesen.

Dabei stellt sich heraus,
dass die Software bestimmte Anforderungen an den
Provider-Server stellt, die zwar dokumentiert sind, aber nicht
in einem Dokument, dass dem Installationspaket beigefügt ist,
sondern in einem PDF auf der Web-Seite des
Softwareherstellers. Dort wird auch beschrieben, dass der
Provider die Systemkonfiguration zwar anpassen könnte - und
zwar problemlos, laut Software-Hersteller - aber der
Provider-Betreiber verwehrt sich dagegen mit dem Argument,
dass das soooo einfach nicht sei.

Das richt wohl nach Mangel an der Sache. Muss aber nicht! Hat
denn
der Kunde diesen aussergewöhnlichen Provider oder hat die
Software
aussergewöhnliche Anforderungen. Ich denke das kann man so
hier nicht
klären. Jedenfalls wäre das ggf. ein Rücktrittsgrund, weil der
Mangel
ja nicht nachbesserbar durch den Verkäufer ist, oder?

Also, der Provider erklärt, eine Deaktivierung des so genannten „Safe-Mode“ sei aus sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich.
Das sieht danach aus, dass eher die Software außergewöhnlich ist, zumal sich der Provider in jeder Hinsicht bisher mit sehr vernünftig abgestimmten Features ausgezeichnet hat und sehr seriös daherkommt.

Man sollte sich hier schnellstens mit dem Verkäufer
auseinandersetzen. Ggf. akzeptiert er einen Rücktritt. Manche
sind
auch kulant und treten auch ohne große Gründe vom Vertrag
zurück.

Ja, das wird wohl das Mittel der Wahl sein. Das Fernabsatzgesetz greift hier jedenfalls wohl nicht (Gewerbliche sind keine Verbraucher - eigentlich ziemlicher Unsinn, oder?!)
Jedenfalls ist es ein wenig merkwürdig, dass ein Programm die Deaktivierung einer Sicherheitsfunktion erforderlich macht.
Das schient doch wohl ein schlagendes Argument zu sein!!!
Dafür bezahlt niemand 229,00 EURO.

Danke für Deine Antwort
Ahoi
Claudia

Hallo!

Eine Lizenz wurde vom Softwarehersteller zwar bereits
freigeschaltet, aber der entgültige Kaufbetrag wurde noch
nicht überwiesen.

Naja, hier scheint also ein Vertrag vorzuliegen. Das eine Seite ihre Pflicht (Zahlung) noch nicht erfüllt hat, ändert daran erstmal nichts.

Das sieht danach aus, dass eher die Software außergewöhnlich
ist, zumal sich der Provider in jeder Hinsicht bisher mit sehr
vernünftig abgestimmten Features ausgezeichnet hat und sehr
seriös daherkommt.

Dann sollte man dass dem Verkäufer so mitteilen und wegen Mangels vom Kaufvertrag zurücktreten. Vorher muss man ihm allerdings die Möglichkeit der Nachbesserung geben. Vielleicht schaffen sie es ja umzuprogrammieren (kenn mich da nicht aus), aber tendenziell wird der Verkäufer wohl die Nachbesserung verweigern und dann kann der Käufer zurücktreten.

Ja, das wird wohl das Mittel der Wahl sein. Das
Fernabsatzgesetz greift hier jedenfalls wohl nicht
(Gewerbliche sind keine Verbraucher - eigentlich ziemlicher
Unsinn, oder?!)

Nein, ganz und gar nicht. Bei Verträgen haben wir sozusagen 3 verschiedene „Schutzlevel“

  • Unternehmer --> Verbraucher (hoch)
  • Verbraucher untereinander (normal)
  • Kaufleute ein-zweiseitig (niedrig)

hier wird nur abgewogen. Der Unternehmer ist erfahrener, der Kaufmann wohl noch mehr. Insoweit geht bei denen Schnelligkeit des Vertragsabschlusses vor langwierigen Rechtsbehelfen. Jedes Widerrufsrecht, jede überlange Mängelfrist oder jede Auferlegung von Pflichten auf den Verkäufer muss der in seine Preise einkalkulieren. Wer sich durchschnittlich aber nicht beschei*** lässt, den muss man auch nicht schützen. Insoweit erkaufen sich die Kaufleute bspw. im Handelskauf die ganz geringen Sachmängelrechte durchaus mit geringeren Preisen.

Jedenfalls ist es ein wenig merkwürdig, dass ein Programm die
Deaktivierung einer Sicherheitsfunktion erforderlich macht.
Das schient doch wohl ein schlagendes Argument zu sein!!!

Das leuchtet ein. Sicherheit in Systemen ist für mich auch wichtig. Aber hier habe ich keine Ahnung von dem Programm, insoweit weiss ich nicht wie sinnvoll oder -los eine Deaktivierung von Standarts ist.

Dafür bezahlt niemand 229,00 EURO.

Ebenso nicht aussagetauglich. Manche Software kostet 229.000 Euro und hat so ihre Macken!

Mfg vom

showbee

Hallo Claudia,

zur rechtlichen Seite kann ich nicht viel sagen, aber zumindest zur technischen Seite.

Dort wird auch beschrieben, dass der
Provider die Systemkonfiguration zwar anpassen könnte - und
zwar problemlos, laut Software-Hersteller - aber der
Provider-Betreiber verwehrt sich dagegen mit dem Argument,
dass das soooo einfach nicht sei.

Also, der Provider erklärt, eine Deaktivierung des so
genannten „Safe-Mode“ sei aus sicherheitstechnischen
Gründen
nicht möglich.

Es gibt im PHP verschiedene Möglichkeiten, sicherzustellen, das sich mehrere Kunden auf einem Server nicht gegenseitig behindern / ausspionieren können, eine davon ist eben der safe_mode. Dieser beschränkt einige Funktionen in PHP, so das es gut sein kann, das die Software eben mit aktiviertem Safe Mode nicht läuft, je nachdem, was da getan werden soll. Ja nach Funktionalität der Software (Dateisystemzugriffe / Zugriffe auf externe Server / Anwendungen im System / Softwareverschlüsselung) ist es gut möglich, das es keine Möglichkeit gibt, die Software so zu gestalten, das diese auch mit eingeschaltetem safe_mode läuft.

Der Provider wiederum hat ein Sicherheitskonzept, welches die Deaktivierung des safe_mode verbietet. Rein technisch ist das Ausschalten kein Problem, allerdings müsste der Provider dann auf andere Art und Weise verhindern, das sich Kunden (es laufen i.d.R. die Webpräsenzen von vielen Kunden auf einem Server) gegenseitig beeinflussen (open_basedir, etc.). Gerade bei großen Providern würde dies einen hohen Verwaltungsaufwand bedeuten, das für einzelne Kunden umzustellen, da dann ggfs. auch das automatische Systemmanagement nicht mehr greift, etc. Daher ist es auch aus Sicht des Providers verständlich, das er für einen einzelnen Kunden die Einstellung nicht ändert. Es besteht für den Provider die Gefahr, das, beispielsweise durch einen Fehler in einer Software, die mit deaktiviertem safe_mode läuft, der gesamte Server und damit alle Kunden auf diesem Server beeinflusst werden.

Wenn der Softwareverkäufer explizit in den Systemvoraussetzungen angegeben hat, das die Software nicht im safe_mode läuft, hätte man meiner Meinung nach vor dem Kauf beim Provider nachfragen müssen, ob es möglich den safe_mode zu deaktivieren.

Das sieht danach aus, dass eher die Software außergewöhnlich
ist, zumal sich der Provider in jeder Hinsicht bisher mit sehr

Wie oben geschrieben, es besteht einfach die Möglichkeit, das die Software Funktionen benötigt, die es unmöglich machen, das diese bei aktiviertem safe_mode läuft. Das ist nicht unbedingt ungewöhnlich, da der safe_mode doch relativ viel beeinflusst.

vernünftig abgestimmten Features ausgezeichnet hat und sehr
seriös daherkommt.

Gerade wenn der Provider seriös ist, hat er auch ein entsprechendes Sicherheitskonzept für seine Server entwickelt, um Angriffe auf seine Server zu verhindern. Teil dieses Sicherheitskonzeptes ist eben bei diesem Provider aktivierter safe_mode, und er wird dann natürlich auch nicht davon abweichen.

Es gibt andere Provider, die das Problem anders lösen, dort ist eben dann der safe_mode ausgeschaltet und die Software würde funktionieren.

Man sollte sich hier schnellstens mit dem Verkäufer
auseinandersetzen. Ggf. akzeptiert er einen Rücktritt. Manche
sind
auch kulant und treten auch ohne große Gründe vom Vertrag
zurück.

Ja, das wird wohl das Mittel der Wahl sein. Das

…oder aber eben (ggfs. nur für die Nutzung der Software) eine weitere Webpräsenz bei einem anderen Provider einrichten, der die Software unterstützt. Bei Preisen von Teilweise unter einem Euro/Monat auch nicht unbedingt ein Problem.

Alexander

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Hallo Claudia,

Hallo Alexander

Dort wird auch beschrieben, dass der
Provider die Systemkonfiguration zwar anpassen könnte - und
zwar problemlos, laut Software-Hersteller - aber der
Provider-Betreiber verwehrt sich dagegen mit dem Argument,
dass das soooo einfach nicht sei.

Also, der Provider erklärt, eine Deaktivierung des so
genannten „Safe-Mode“ sei aus sicherheitstechnischen
Gründen
nicht möglich.

Wenn der Softwareverkäufer explizit in den
Systemvoraussetzungen angegeben hat, das die Software nicht im
safe_mode läuft, hätte man meiner Meinung nach vor dem Kauf
beim Provider nachfragen müssen, ob es möglich den safe_mode
zu deaktivieren.

Nein, explizit eben nicht. Das entsprechende PDF verbirgt sich doch reichlich versteckt auf der Web-Seite des Softwareherstellers und wurde nur vom Lizenznehmer entdeckt, nachdem der Softwarehersteller einen Link zu diesem PDF genannt hat.
Zudem wirbt der Hersteller massiv damit, das Paket sei total einfach zu installieren. Programmierkenntnisse (auch PHP) bräuchte man nicht.

vernünftig abgestimmten Features ausgezeichnet hat und sehr
seriös daherkommt.

Gerade wenn der Provider seriös ist, hat er auch ein
entsprechendes Sicherheitskonzept für seine Server entwickelt,
um Angriffe auf seine Server zu verhindern. Teil dieses
Sicherheitskonzeptes ist eben bei diesem Provider aktivierter
safe_mode, und er wird dann natürlich auch nicht davon
abweichen.

Genau das tut er - er lässt sich auf keine Diskussion ein.

Es gibt andere Provider, die das Problem anders lösen, dort
ist eben dann der safe_mode ausgeschaltet und die Software
würde funktionieren.

Wie ich bereits vorhin erwähnte, schickt einen der Softwareherstller eben NICHT auf die Reise nach einem Provider, der alle Voraussetzungen erfüllt, sondern schreibt in seiner Dokumentation sinngemäß „wenn der Provider die Voraussetzungen hinsichtlich … nicht erfüllt, muss der Provider eben einen Eintrag in der php.ini machen.“
Davon, dass sicherheitsrelevante Aspekte zum Tragen kommen und der Provider sich daher auf die Hinterbeine stellen könnte, wird nichts erwähnt.

…oder aber eben (ggfs. nur für die Nutzung der Software)
eine weitere Webpräsenz bei einem anderen Provider einrichten,
der die Software unterstützt. Bei Preisen von Teilweise unter
einem Euro/Monat auch nicht unbedingt ein Problem.

Es gibt sogar gute kostenfreie Lösungen im Netz, die die letztlich bescheidene Frage nach Frequentierung einer bestimmten Seite innerhalb einer Domain auch beantworten können. Das wird jetzt zunächst abgeklopft werden und wenn der Kunde das Problem-Programm doch kaufen muss, kann man später immernoch auf einen Fremd-Provider umschwenken.
Dennoch danke für den Tipp … wenn alle Stricke reißen …
Wobei, mmmhhhhh:
Kann so ein Programm auf einem anderen Web-Space liegen und dennoch Statistiken erstellen (denn darum geht’s ja)???
Aber das ist ja schon wieder ein Thema für ein anderes Brett …

Alexander

Danke für Deine ausführlichen Erklärungen :smile:
Claudia

Hallo!

Hallo zurück

Dann sollte man dass dem Verkäufer so mitteilen und wegen
Mangels vom Kaufvertrag zurücktreten. Vorher muss man ihm
allerdings die Möglichkeit der Nachbesserung geben. Vielleicht
schaffen sie es ja umzuprogrammieren (kenn mich da nicht aus),
aber tendenziell wird der Verkäufer wohl die Nachbesserung
verweigern und dann kann der Käufer zurücktreten.

Das ist erfolgt. Man darf gespannt sein, was der Softwarehersteller nun antwortet.

Nein, ganz und gar nicht. Bei Verträgen haben wir sozusagen 3
verschiedene „Schutzlevel“

  • Unternehmer --> Verbraucher (hoch)
  • Verbraucher untereinander (normal)
  • Kaufleute ein-zweiseitig (niedrig)

Ich finde das dennoch kritikwürdig, denn gerade bei Technik wird die Sache immer etwas kompliziert, und Du kannst von einem Gemüsehändler (mit Gewerbeschein), der eine Software kauft, nicht erwarten, dass er genau so gewieft ist, wie ein Programmierer.
Der Gemüsehändler braucht auch Schutz - ganz eindeutig.

Jedenfalls ist es ein wenig merkwürdig, dass ein Programm die
Deaktivierung einer Sicherheitsfunktion erforderlich macht.
Das schient doch wohl ein schlagendes Argument zu sein!!!

Das leuchtet ein. Sicherheit in Systemen ist für mich auch
wichtig. Aber hier habe ich keine Ahnung von dem Programm,
insoweit weiss ich nicht wie sinnvoll oder -los eine
Deaktivierung von Standarts ist.

Dazu hat mir Alexander dankenswerterweise etwas geschrieben.

Dafür bezahlt niemand 229,00 EURO.

Ebenso nicht aussagetauglich. Manche Software kostet 229.000
Euro und hat so ihre Macken!

*lach* … meinst Du etwa die von der Agentur für Arbeit?!?

Mfg vom
showbee

Ahoi
Claudia