Widerstandswert einer Heizwicklung berechnen

Hallo zusammen,
ein Widerstandsofen leistet laut Typenschild 1350 Watt und die Sekundärspannung des Trafos beträgt 30 V. Kann man daraus folgern, daß der Widerstand der gesamten Heizwicklung nur 0,6 Ohm beträgt? Und ist es nun möglich, daraus Länge und Durchmesser des Widerstandsdrahts zu ermitteln?

Hallo,

ein Widerstandsofen leistet laut Typenschild 1350 Watt und die
Sekundärspannung des Trafos beträgt 30 V. Kann man daraus
folgern, daß der Widerstand der gesamten Heizwicklung nur 0,6
Ohm beträgt?

Nein. Zum einen beinhaltet die Angabe auf dem Typenschild den Maximalwert, der vom tatsächlichen Wert abweichen kann, zum anderen ist das die KOMPLETTE Leistungsaufnahme, also auch Trafoverluste etc.

Und ist es nun möglich, daraus Länge und
Durchmesser des Widerstandsdrahts zu ermitteln?

Erst recht nicht. Je länger der Draht, desto dünner (und umgekehrt) - bei gleichem Widerstand und gleicher Leistung.

Es führt kein Weg um tatsächliche Messung der Verhältnisse herum.
Gruß
loderunner

So ungefähr richtig ist das mit den 0,6 Ohm schon, aber der Draht kann kurz und dünn oder lang und dick sein und aus ganz verschiedenem Material bestehen. Du hast also 1 Gleichung mit 3 Unbekannten. Da hilft nur messen.

Gruss Reinhard

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Danke euch!
Bedeutet das, daß man zwischen mehreren Möglichkeiten auswählen kann, ohne dem System zu schaden?
Es ist nämlich so, daß die Ofenwicklungen dieses Geräts ausgebaut wurden und ich überlege, ob ich den Draht selbst kaufe, zu Spiralen aufrolle und dann einsetze. Aber nur, falls das sicher ist.

Hallo Namenloser

Es ist nämlich so, daß die Ofenwicklungen dieses Geräts ausgebaut wurden und ich überlege, ob ich den Draht selbst kaufe, zu Spiralen aufrolle und dann einsetze.

Theoretisch wäre das natürlich möglich, aber in der Praxis würdest Du scheitern.

Widerstandsdraht - z.B. Konstantandraht - ist ein ziemlich widerspenstiges Material, welches in seinen mechanischen Eigenschaften zwischen Kupferdraht und Federstahldraht liegt. Daraus eine lange „Spirale“ (korrekt: einen Wendel) mit exaktem Außendurchmesser - so wie Du sie brauchst - zu wickeln, ist ohne entsprechende Maschine wohl kaum möglich. Bei Wicklung „von Hand“ wird nämlich der Wickel zu ungleichmäßig, sowohl im Durchmesser als auch im Abstand der einzelnen Wicklungen untereinander.

Der Abstand der Wicklungen untereinander bestimmt nämlich, wie weit sich der Draht lokal aufheizt - eng gewickelte Bereiche des Wendels werden beträchtlich wärmer (heißer) als locker gewickelte Bereiche.

Ich kenne das Problem noch aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, als nichts zu bekommen war und alles - auch durchgebrannte Heizgeräte - wieder irgendwie geflickt werden musste. Heizwendel waren da ein äußerst undankbates und schwierig zu beherrschendes Objekt und mir ist aus dieser Zeit - in der ich meine ersten elektrischen Gehversuche gemacht habe - kein selbstgewickelter Heizwendel in Erinnerung. Wohl erinnere ich mich an (nicht von mir) selbstgefertigte Heizwiderstände, welche aus Widerstandsdraht bestanden, welcher über 5 bis 10cm breite Glimmerstreifen gewickelt wurde.

Gruß merimies