Widipedia-Artikel zur Masse-Energie-Äquivalenz

Hallo zusammen,

ich wollte einmal eure Meinung zur aktuellen Version (d.h. die Version vom 9.Februar 15:21Uhr).

http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84quivalenz_von_Mas…

hören. Im ursprünglichen Artikel von Allen McC war die Masse-Energie-Äquivalenz in der Form

E = m(v)c²

dargestellt und die Energie-Impuls-Beziehung

E² = (mc²)² + p²c²

als davon unabhängige Beziehung dargestellt. Ich habe den Artikel daraufhin abgeändert, da ich der Meinung bin, dass der Begriff der relativistischen Masse nichts mehr in einem modernen Artikel zur RT verloren hat und man nur noch von Masse (Ruhemasse) sprechen sollte.

Demnach stellt

E0 = mc²

nur noch eine Beziehung zwischen der Masse und der Ruheenergie eines Objekts dar. Aber genau das würde ich als Masse-Energie-Äquivalenz bezeichnen.

Zweitens finde ich es wichtig, dass deutlich dargestellt wird, dass obige Formel nur ein Spezialfall der allgemeinen Energie-Impuls-Beziehung ist. Dies wird jedoch vom Autor des ursprünlichen Artikels Allen McC vehemend bestritten.

Drittens und letzens finde ich es problematisch von einer Umwandlung von Masse und Energie zu sprechen, da die Gleichung E0 = mc² ja gerade aussagt, dass Masse und Energie bis auf einen Vorfaktor identisch und damit nicht zu unterscheiden sind.

Da der der ursprünliche Autor immun gegen stichhaltige Argumente zu sein scheint und ich mich selbst natürlich auch nicht von Fehlern frei sprechen kann, wollte ich daher weitere unabhängige Meinungen einholen. Also, was meint ihr zu dem Thema?

Gruß
Oliver

Moin,

http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84quivalenz_von_Mas…

hören. Im ursprünglichen Artikel von Allen McC war die
Masse-Energie-Äquivalenz in der Form

E = m(v)c² (1)

dargestellt und die Energie-Impuls-Beziehung

E² = (mc²)² + p²c² (2)

als davon unabhängige Beziehung dargestellt. Ich habe den
Artikel daraufhin abgeändert, da ich der Meinung bin, dass der
Begriff der relativistischen Masse nichts mehr in einem
modernen Artikel zur RT verloren hat und man nur noch von
Masse (Ruhemasse) sprechen sollte.

Demnach stellt

E0 = mc² (3)

nur noch eine Beziehung zwischen der Masse und der Ruheenergie
eines Objekts dar. Aber genau das würde ich als
Masse-Energie-Äquivalenz bezeichnen.

M.E. ist alles drei richtig. Es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und es mag pädagogisch sinnvoller sein, die Energie-Impuls-Beziehung zu nutzen und damit die ggf. Verwirrung stiftende relativistische Massenzunahme zu vermeiden und damit all jene Fragen nach der Masse eines Körpers zu umgehen. Unabhängig sind aber sicher Gleichungen (1) und (2) nicht, sondern eine andere Schreibweise für das selbe Phänomen.

Zweitens finde ich es wichtig, dass deutlich dargestellt wird,
dass obige Formel nur ein Spezialfall der allgemeinen
Energie-Impuls-Beziehung ist. Dies wird jedoch vom Autor des
ursprünlichen Artikels Allen McC vehemend bestritten.

Die Ruheenergie (3) ist natürlich ein Spezialfall der allgemeinen Energie-Impulsbeziehung (2) für v=0, also auch für Gleichung (1) für v=0.

Drittens und letzens finde ich es problematisch von einer
Umwandlung von Masse und Energie zu sprechen, da die
Gleichung E0 = mc² ja gerade aussagt, dass Masse
und Energie bis auf einen Vorfaktor identisch und damit nicht
zu unterscheiden sind.

Das halte ich wiederum für vollkommen unproblematisch, um nicht zu sagen, sinnvoll. Man spricht bspw. auch von einer Umwandlung von potentieller in kinetische Energie. Und von der allgemeinen Erfahrung her sind Energie und Masse durchaus verschieden - auch wenn sie sich ineinander umwandeln lassen und äquivalent sind, was die gravitative Beschreibung anbelangt.

Gruß,
Ingo

Hallo.

ich wollte einmal eure Meinung zur aktuellen Version (d.h. die
Version vom 9.Februar 15:21Uhr).
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84quivalenz_von_Mas…
hören. Im ursprünglichen Artikel von Allen McC war die
Masse-Energie-Äquivalenz in der Form
E = m(v)c²
dargestellt und die Energie-Impuls-Beziehung
E² = (mc²)² + p²c²
als davon unabhängige Beziehung dargestellt. Ich habe den
Artikel daraufhin abgeändert, da ich der Meinung bin, dass der
Begriff der relativistischen Masse nichts mehr in einem
modernen Artikel zur RT verloren hat und man nur noch von
Masse (Ruhemasse) sprechen sollte.
Demnach stellt
E0 = mc²
nur noch eine Beziehung zwischen der Masse und der Ruheenergie
eines Objekts dar. Aber genau das würde ich als
Masse-Energie-Äquivalenz bezeichnen.
Zweitens finde ich es wichtig, dass deutlich dargestellt wird,
dass obige Formel nur ein Spezialfall der allgemeinen
Energie-Impuls-Beziehung ist. Dies wird jedoch vom Autor des
ursprünlichen Artikels Allen McC vehemend bestritten.
Drittens und letzens finde ich es problematisch von einer
Umwandlung von Masse und Energie zu sprechen, da die
Gleichung E0 = mc² ja gerade aussagt, dass Masse
und Energie bis auf einen Vorfaktor identisch und damit nicht
zu unterscheiden sind.

Das klingt doch alles sehr gut. Nur ein kleiner Fehler:
es muss folgender Maßen lauten: E0 = m0*c².
Die Ruheenergie ist äquivalent zur Ruhemasse.

Gruß,
Jari

Im ursprünglichen Artikel von Allen McC war die
Masse-Energie-Äquivalenz in der Form

E = m(v)c²

dargestellt und die Energie-Impuls-Beziehung

E² = (mc²)² + p²c²

als davon unabhängige Beziehung dargestellt.

Und das ist auch (historisch) korrekt. Die Masse-Energie-Äquivalenz gilt nur für die träge Masse. Die Ruhemasse ist nicht äquivalent zur Energie.

Ich habe den
Artikel daraufhin abgeändert, da ich der Meinung bin, dass der
Begriff der relativistischen Masse nichts mehr in einem
modernen Artikel zur RT verloren hat und man nur noch von
Masse (Ruhemasse) sprechen sollte.

Dann hat konsequenter Weise auch die Masse-Energie-Äquivalenz nichts mehr in modernen Artikeln zur RT verloren.

Demnach stellt

E0 = mc²

nur noch eine Beziehung zwischen der Masse und der Ruheenergie
eines Objekts dar. Aber genau das würde ich als
Masse-Energie-Äquivalenz bezeichnen.

Eine Beziehung, die nur für die Ruheenergie gilt, pauschal als Masse-Energie-Äquivalenz zu bezeichnen, ist irreführend oder schlimmeres. Es handelt sich nur um eine Äquivalenz von Ruheenergie und Ruhemasse. Für Energie und Ruhemasse gilt die Energie-Impuls-Beziehung.

Zweitens finde ich es wichtig, dass deutlich dargestellt wird,
dass obige Formel nur ein Spezialfall der allgemeinen
Energie-Impuls-Beziehung ist. Dies wird jedoch vom Autor des
ursprünlichen Artikels Allen McC vehemend bestritten.

Das hängt davon ab, was Du mit „obige“ meinst. E=mc² ist ganz sicher kein Spezialfall der Energie-Impuls-Beziehung.

Drittens und letzens finde ich es problematisch von einer
Umwandlung von Masse und Energie zu sprechen, da die
Gleichung E0 = mc² ja gerade aussagt, dass Masse
und Energie bis auf einen Vorfaktor identisch und damit nicht
zu unterscheiden sind.

Nein, die Gleichung sagt aus, dass Ruhemasse und Ruheenergie bis auf einen Vorfaktor identisch und damit nicht zu unterscheiden sind. Im Gegensatz zur trägen Masse ist die Ruhemasse nicht äquivalent zur Energie. Deshalb ist es gar nicht so einfach zu begründen, warum man Ruhemasse nicht in Energie umwandeln kann. Bei der trägen Masse ist das trivial.

Hallo nochmal,

interessant, wenn man 10 verschiedene Leute zu dem Thema befragt, hört man 10 verschiedene Meinungen. Und natürlich ist jeder davon überzeugt, dass seine Meinung die richtige ist. Nun gut, Missionierung ist nicht meine Aufgabe…

Zum Glück spricht ja die dazugehörige Fachliteratur eine eindeutige Sprache.

Danke an alle
Gruß
Oliver

Auch, wenn ich nicht glaube, dass das hier zu was führen wird, will ich doch ein paar Anmerkungen los werden:

Und das ist auch (historisch) korrekt.

Ja genau, es ist historisch korrekt und außer in Geschichtsbüchern sollte dieses m(v) auch nicht zu finden sein. Wobei ich mir nicht einmal sicher bin, ob die Formel E = m(v)c² wirklich historisch korrekt ist. Einstein selbst schreibt z.B. 1948 in einem Brief an Barnett:

„Es ist nicht gut von einer (bewegten) Masse M (…) zu sprechen, da für M keine klare Definition gegeben werden kann. Man beschränke sich daher auf die ‚Ruhe-Masse‘ m.“

Die
Masse-Energie-Äquivalenz gilt nur für die träge Masse. Die
Ruhemasse ist nicht äquivalent zur Energie.

In der RT gibt es nur einen Massebegriff. Die Masse gibt analog zu Newton den Proportionalitätsfaktor zwischen (Vierer-)geschwindigkeit und (Vierer-)impuls an, damit ist sie in natürlicher Weise ein Lorentzskalar. Es macht daher weder Sinn von einer „Ruhe-“ noch von einer „bewegten“ Masse zu sprechen, sondern einfach nur von einer invarianten Masse m (was ich im folgenden auch tun werde).

Dann hat konsequenter Weise auch die Masse-Energie-Äquivalenz
nichts mehr in modernen Artikeln zur RT verloren.
(…)
Eine Beziehung, die nur für die Ruheenergie gilt, pauschal als
Masse-Energie-Äquivalenz zu bezeichnen, ist irreführend oder
schlimmeres.

Davon abgesehen, dass wohl nichts so schlimm und irreführend ist wie die Einführung einer „bewegten“ oder noch schlimmer „relativistischen“ Masse, gebe ich dir hier sogar recht: Als Spezialfall der Energie-Impulsbeziehung für p = 0 braucht die Formel E0 = mc² eigentlich überhaupt keinen Namen.
Eine pauschale Masse-Energie-Äquivalenz gibt es ohnehin nicht, für Photonen z.B. gilt sie nicht.

Das hängt davon ab, was Du mit „obige“ meinst. E=mc² ist ganz
sicher kein Spezialfall der Energie-Impuls-Beziehung.

? Man setze p = γmv in die Energie-Impuls-Beziehung ein.

Gruß
Oliver

außer in
Geschichtsbüchern sollte dieses m(v) auch nicht zu finden
sein.

Auch wenn es für manch einen Physiker anscheinend unvorstellbar ist: Die Newtonsche Mechanik ist noch lange nicht Geschichte.

Wobei ich mir nicht einmal sicher bin, ob die Formel E =
m(v)c² wirklich historisch korrekt ist.

Wenn Du es nicht glaubst, dann rechne es doch einfach nach. Du kannst es meinetwegen auch nachmessen. Du wirst in beiden Fällen feststellen, dass die Formel korrekt ist.

Einstein selbst
schreibt z.B. 1948 in einem Brief an Barnett:

„Es ist nicht gut von einer (bewegten) Masse M (…) zu
sprechen, da für M keine klare Definition gegeben werden kann.
Man beschränke sich daher auf die ‚Ruhe-Masse‘ m.“

Die gesuchte Definition ist mit der Definition des Impulses (p=m·v) implizit gegeben. Zusammen mit der Impulserhaltung bzw. den Newtonschen Axiomen ist m damit eindeutig bestimmbar. Es wundert mich, dass Einstein das nicht gewusst haben will. Newtons Principia sollte auch ihm bekannt gewesen sein.

Die
Masse-Energie-Äquivalenz gilt nur für die träge Masse. Die
Ruhemasse ist nicht äquivalent zur Energie.

In der RT gibt es nur einen Massebegriff.

Und in der newtonschen Mechanik gibt es zwei weitere. Deshalb führt es regelmäßig zu heilloser Verwirrung, wenn die Ruhemasse einfach nur als Masse bezeichnet wird. Verwechslungen sind da vorprogrammiert. Ich werde die Ruhemasse deshalb weiterhin als Ruhemasse bezeichnen.

Die Masse gibt
analog zu Newton den Proportionalitätsfaktor zwischen
(Vierer-)geschwindigkeit und (Vierer-)impuls an, damit ist sie
in natürlicher Weise ein Lorentzskalar.

Ja, das ist die Ruhemasse. Und weil Du ja schon gesagt hast, dass das eine Analogie zu Newton ist, hättest Du auch gleich dazu schreiben können, dass der Faktor zwischen Impuls und Geschwindigkeitdie träge Masse ist (siehe Impulsdefinition). Für letztere gilt die Masse-Energie-Äquivalenz.

Es macht daher weder
Sinn von einer „Ruhe-“ noch von einer „bewegten“ Masse zu
sprechen, sondern einfach nur von einer invarianten Masse m
(was ich im folgenden auch tun werde).

Das das ein fataler Irrtum ist, zeigen unzählige Diskussionen, in denen munter aneinander vorbei geredet wird, weil die Diskussionsteilnehmer unterschiedliche Massebegriffe verwenden, ohne es zu merken. Erkläre doch mal ganz konkret, welchen Zacken sich ein Relativist aus der Krone bricht, wenn er die Ruhemasse als Ruhemasse bezeichnet. Das kann doch nicht so schwer sein.

die Einführung einer „bewegten“ oder noch schlimmer
„relativistischen“ Masse

Die träge Masse ist eine zentrale Größe der Newtonschen Mechanik und solange die Newtonsche Mechanik verwendet wird, ist sie unverzichtbar. Diskussionen über den Sinn ihrer Einführung sind daher vollkommen nutzlos und kommen zudem über dreihundert Jahre zu spät.

gebe ich dir hier sogar recht: Als
Spezialfall der Energie-Impulsbeziehung für p = 0 braucht die
Formel E0 = mc² eigentlich überhaupt keinen Namen.

Schön, dass Du wenigstens das einsiehst. Wenn Du jetzt noch einsehen würdest, dass es neben der Ruhemasse noch andere Massebegriffe gibt, wäre Dir vielleicht sogar zu vermitteln, warum diese Behauptung falsch ist:

Eine pauschale Masse-Energie-Äquivalenz gibt es ohnehin nicht,
für Photonen z.B. gilt sie nicht.

Es gibt zwar keine „pauschale Masse-Energie-Äquivalenz“ für die Ruhemasse, aber für die träge Masse gibt es sie - auch für Photonen.

Das hängt davon ab, was Du mit „obige“ meinst. E=mc² ist ganz
sicher kein Spezialfall der Energie-Impuls-Beziehung.

? Man setze p = γmv in die Energie-Impuls-Beziehung ein.

Das ist wiedermal ein Beispiel dafür, was dabei raus kommt, wenn man nicht sauber zwischen den verschiedenen Massebegriffen unterscheidet. Das „m“ in E=mc² ist die träge Masse und das „m“ in p=γmv ist die Ruhemasse. Dir ist gar nicht aufgefallen, dass das nicht dasselbe ist, weil Du Dich weigerst, diese Größen korrekt zu bezeichnen. Dass es unter diesen Bedingungen schwierig, bis unmöglich ist, sich mit Dir (und allen anderen, die dieser Unsitte ebenfalls anhängen) vernünftig über dieses Thema zu unterhalten, kann nicht wirklich verwundern.

Auch wenn es für manch einen Physiker anscheinend
unvorstellbar ist: Die Newtonsche Mechanik ist noch lange
nicht Geschichte.

Auch wenn es für einen Nichtphysiker anscheinend unvorstellbar ist: Die Mechanik hat sich in den letzten 100 Jahren deutlich weiterentwickelt.

Wenn Du es nicht glaubst, dann rechne es doch einfach nach. Du
kannst es meinetwegen auch nachmessen. Du wirst in beiden
Fällen feststellen, dass die Formel korrekt ist.

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Ich bezweifelte, dass die Formel E=m(v)c² historisch korrekt ist. Soweit ich weiß taucht in Einsteins Arbeit von 1905 nämlich nur ein einheitlicher Massebegriff auf. Und in dem zitierten Brief lehnt Einstein den Begriff der „bewegten Masse“ sogar explizit ab. Aber letztlich ist das ja auch egal, schließlich ist das hier ja nicht das Geschichtsbrett.

Die gesuchte Definition ist mit der Definition des Impulses
(p=m·v) implizit gegeben. Zusammen mit der Impulserhaltung
bzw. den Newtonschen Axiomen ist m damit eindeutig bestimmbar.
Es wundert mich, dass Einstein das nicht gewusst haben will.
Newtons Principia sollte auch ihm bekannt gewesen sein.

Die Newtonsche Physik in die RT hinüberzuretten, ist der größte Fehler den man machen kann. Newtons Gesetze folgen aus der Kovarianzforderung bei Galileotransformation aufgrund der Euklidischen Metrik. Damit ist der Massbegriff in natürlicher Weies eine invariante Größe.

Der Minkowski Raum bei Einstein besitzt jedoch die Minkowski-Metrik. Auch hier erhält man Newtons Vorgehen folgend völlig analoge Gesetzmäßigkeiten, die nun jedoch aufgrund der Minkowski-Metrik aus Viervektoren und invarianten Skalaren aufgebaut ist. Und hier ist (Überraschung!) der Massebegriff ebenfalls eine invariante Größe. Diese klaren Begriffsbildungen sind so übersichtlich und einfach, dass sie auch jedem Anfänger einleuchten sollten. Warum sollte man’s anders machen? Angst vor Vierervektoren??

Und in der newtonschen Mechanik gibt es zwei weitere. Deshalb
führt es regelmäßig zu heilloser Verwirrung, wenn die
Ruhemasse einfach nur als Masse bezeichnet wird.
Verwechslungen sind da vorprogrammiert.

Ja schön, in der E-Technik gibt es übrigens auch noch einen Massebegriff. Nur hat das alles nichts mit SRT zu tun, da gibt es nur einen Massebegriff.

Ja, das ist die Ruhemasse. Und weil Du ja schon gesagt hast,
dass das eine Analogie zu Newton ist, hättest Du auch gleich
dazu schreiben können, dass der Faktor zwischen Impuls und
Geschwindigkeitdie träge Masse ist (siehe Impulsdefinition).

Die Analogie bezieht sich einzig auf den Aufbau der Theorie und der Begriffsbildung der beteiligten Größen. Die Impulsdefinition nach Newton hat in der SRT natürlich nichts verloren.

Erkläre doch mal ganz konkret,
welchen Zacken sich ein Relativist aus der Krone bricht, wenn
er die Ruhemasse als Ruhemasse bezeichnet.

Also gut nochmal konkret: Die Masse ist ein invariantes Skalar und zwar bei Newton wie auch bei Einstein! Invariante Größen sind in der Physik von fundamentaler Bedeutung. Der Begriff „Ruhemasse“ ist daher irreführend, da er implizit andeutet, dass die Masse im Ruhesystem eine andere ist, als im bewegten System und damit keine Invariante mehr.
Ich meine, man spricht ja auch nicht von Ruheladung, Ruheparität oder Ruheisospin. Wieso sollte man dann von Ruhemasse sprechen??

Die träge Masse ist eine zentrale Größe der Newtonschen
Mechanik und solange die Newtonsche Mechanik verwendet wird,
ist sie unverzichtbar. Diskussionen über den Sinn ihrer
Einführung sind daher vollkommen nutzlos und kommen zudem über
dreihundert Jahre zu spät.

Das die träge Masse in der Newtonschen Mechanik geschwindigkeitsabhängig ist, wäre mir aber neu.

Das ist wiedermal ein Beispiel dafür, was dabei raus kommt,
wenn man nicht sauber zwischen den verschiedenen
Massebegriffen unterscheidet.

Ja natürlich ist es verwirrend. Aber nicht, weil nicht sauber zwischen verschiedenen Massebegriffen unterschieden wird, sondern weil überhaupt verschiedene Massebegriffe verwendet werden. Was ist daran so schwer einfach von der (invarianten) Masse zu sprechen. Die ist sowohl in der klassischen als auch in der relativistischen Mechanik sauber definiert.

Darüber hinaus, empfehle ich dir ernsthaft deutlich zwischen klassischer Mechanik und SRT zu unterscheiden. Dein Versuch beide Theorien miteinander zu vermauscheln, wie man es ja auch aus anderen Diskussionen kennt, führt nicht nur zu heiloser Begriffsverwirrung, sondern ist dazu auch noch völlig überflüssig.

Gruß
Oliver

Die gesuchte Definition ist mit der Definition des Impulses
(p=m·v) implizit gegeben. Zusammen mit der Impulserhaltung
bzw. den Newtonschen Axiomen ist m damit eindeutig bestimmbar.
Es wundert mich, dass Einstein das nicht gewusst haben will.
Newtons Principia sollte auch ihm bekannt gewesen sein.

Die Newtonsche Physik in die RT hinüberzuretten, ist der
größte Fehler den man machen kann.

Das versucht ja auch niemand. Ganz im Gegenteil - ich rede mir den Mund fusselig, dass man beides sauber trennen soll.

Newtons Gesetze folgen aus
der Kovarianzforderung bei Galileotransformation aufgrund der
Euklidischen Metrik. Damit ist der Massbegriff in natürlicher
Weies eine invariante Größe.

Diese Behauptung habe ich schon sehr oft gehört. Mir konnte aber noch niemand die Stelle in der Principia zitieren, aus der das hervorgeht. Wenn man sich einfach an die Impulsdefinition und die Newtonschen Axiome hält, dann spricht nichts gegen eine Geschwindigkeitsabhängigkeit der trägen Masse geschlossener Systeme (Dass die träge Masse offener Systeme veränderlich sein kann ist trivial.) Man kann aus der Newtonschen Mechanik sogar theoretisch herleiten, dass die träge Masse eines geschlossenen Systems eine Funktion der Geschwindigkeit sein muss (was eine konstante träge Masse natürlich als Spezialfall mit einschließt).

Diese klaren
Begriffsbildungen sind so übersichtlich und einfach, dass sie
auch jedem Anfänger einleuchten sollten. Warum sollte man’s
anders machen?

Weil es möglich ist und weil die Newtonsche Mechanik im Vergleich zur RT um so vieles einfacher ist, dass sie in der Praxis fast ausschließlich verwendet wird. Es gibt nur sehr wenige praktische Probleme, bei dem man mit der Anwendung der RT nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen würde. In der Raumfahrt arbeitet man häufig noch nicht einmal mit der Newtonschen Mechanik, sondern mit Kepler. Deshalb kann ich nur wiederholen, dass die Newtonsche Mechanik noch lange nicht tot ist und solange sie verwendet wird, existieren auch die physikalischen Größen (einschließlich der trägen Masse) mit denen sie formuliert wird.

Wenn jemand so selten mit praktischen Problemen zu tun hat, dass er ausschließlich mit der RT zurecht kommt, dann macht es für ihn natürlich Sinn auf die Newtonschen Mechanik und die darin verwendeten physikalischen Größen zu verzichten. Es ist aber vollkommen weltfremd, das auch von allen anderen zu verlangen. Du hast zwar behauptet, nicht missionieren zu wollen, aber genau das ist es, was Du hier versuchst. Deine Argumentation lässt sich in einem Satz zusammen fassen: „Du sollst keine Größen der Newtonschen Mechanik verwenden!“

Angst vor Vierervektoren??

Angst vor der Newtonsachen Mechanik?

Und in der newtonschen Mechanik gibt es zwei weitere. Deshalb
führt es regelmäßig zu heilloser Verwirrung, wenn die
Ruhemasse einfach nur als Masse bezeichnet wird.
Verwechslungen sind da vorprogrammiert.

Ja schön, in der E-Technik gibt es übrigens auch noch einen
Massebegriff. Nur hat das alles nichts mit SRT zu tun,

Warum muss denn alles mit der SRT zu tun haben? Würdest Du es etwa für eine gelungene Argumentation halten, wenn ich Dir die Verwendung von Vierervektoren verbiete, weil sie nichts mit der Newtonschen Mechanik zu tun haben? Davon abgesehen lässt die SRT sehr wohl experimentell überprüfbare Aussagen über die träge Masse zu (die zu allem Überfluss sogar experimentell bestätigt wurden). Die Behauptung, das das nichts miteinander zu tun hätte ist also nicht nur irrelevant, sondern sogar falsch.

da gibt
es nur einen Massebegriff.

Und für diesen Massebegriff existiert keine Masse-Energie-Äquivalenz. Dir mag es ja egal sein, dass durch die strikte Beschränkung auf die Ruhemasse ein Zusammenhang verloren geht, der wie kein anderer mit der RT in Verbindung gebracht wird. Physikalisch interessierten Laien ist das aber kaum zu vermitteln. Die Weigerung, Aussagen zur trägen Masse zu machen, führt hier nicht etwa zu einem besseren Verständnis, sondern nur zu unnötiger Verwirrung.

Die
Impulsdefinition nach Newton hat in der SRT natürlich nichts
verloren.

Hier gilt dasselbe wie bei der trägen Masse. Dass der Impuls bei der Formulierung der SRT nicht erforderlich ist, ändert nichts daran, dass man aus der SRT experimentell überprüfbaren Aussagen über den Impuls ableiten kann. Und da die Überprüfung naturwissenschaftlicher Theorien über solche Aussagen erfolgt, sind entsprechende Fragestellungen vollkommen legitim.

Die Masse ist ein invariantes Skalar
und zwar bei Newton wie auch bei Einstein!

Siehe oben: Wo steht das? Aus der Impulsdefinition und den Newtonschen Axiomen geht das jedenfalls nicht hervor.

Invariante Größen
sind in der Physik von fundamentaler Bedeutung.

Energie und Impuls sind nicht invariant und trotzdem von fundamentaler Bedeutung.

Der Begriff
„Ruhemasse“ ist daher irreführend, da er implizit andeutet,
dass die Masse im Ruhesystem eine andere ist, als im bewegten
System und damit keine Invariante mehr.

Diese Aussage macht nur Sinn, wenn Du „Ruhemasse“ und „Masse“ gleich setzt. Dass mag zwar in der RT üblich sein, aber in der Newtonschen Mechanik meint man mit „Masse“ üblicherweise die träge Masse und die ist von der Geschwindigkeit abhängig. Deshalb solltest Du Dir in Diskussionen, in denen beide Massebegriffe eine Rolle spielen (und um eine solche Diskussion handelt es sich hier) unbedingt angewöhnen, „Ruhemasse“ zu schreiben, wenn Du die Ruhemasse meinst - es sei denn, Du willst absichtlich Verwirrung stiften.

Ich meine, man spricht ja auch nicht von Ruheladung

Dafür spricht man aber manchmal von elektrischer Ladung, um Verwechslungen mit der Farbladung zu vermeiden, falls das aus dem Kontext nicht eindeutig genug hervor geht.

Wieso sollte man dann von Ruhemasse sprechen??

Um sie von anderen Massebegriffen zu unterscheiden. Störst Du Dich auch daran, dass man die innere Energie nicht einfach nur als Energie bezeichnet, oder einen Volumenstrom nicht einfach nur als Strom? Warum führt ausgerechnet die Verwendung verschiedener Massebegriffe zu deart heftigen Reaktionen? Die träge Masse ist doch eine physikalische Größe, wie jede andere auch. Sie ist klar definiert und sie ist meßbar. Warum sträubst Du Dich mit Händen und Füßen gegen die Vorstellung, dass die SRT Aussagen über diese Größe machen könnte? Das ist doch vollkommen irrational.

Die träge Masse ist eine zentrale Größe der Newtonschen
Mechanik und solange die Newtonsche Mechanik verwendet wird,
ist sie unverzichtbar. Diskussionen über den Sinn ihrer
Einführung sind daher vollkommen nutzlos und kommen zudem über
dreihundert Jahre zu spät.

Das die träge Masse in der Newtonschen Mechanik
geschwindigkeitsabhängig ist, wäre mir aber neu.

Die Newtonsche Mechanik hat diese Möglichkeit von Anfang an zugelassen. Vor hundert Jahren wurde es dann theoretische vorhergesagt und schließlich experimentell bestätigt. Sollte Dir das tatsächlich entgangen sein?

Das ist wiedermal ein Beispiel dafür, was dabei raus kommt,
wenn man nicht sauber zwischen den verschiedenen
Massebegriffen unterscheidet.

Ja natürlich ist es verwirrend. Aber nicht, weil nicht sauber
zwischen verschiedenen Massebegriffen unterschieden wird,
sondern weil überhaupt verschiedene Massebegriffe verwendet
werden.

Solange RT und Newtonsche Mechanik nebeneinander verwendet werden, werden auch die verschiedenen Massebegriffe verwendet. Das mag Dir nicht gefallen, aber es ist nicht nun einmal nicht zu ändern. Es bringt also nichts, sich darüber zu beklagen, sondern man muß sehen, wie man mit dieser Sietuation am besten umgeht. Und das tut man ganz sicher nicht, indem man die Augen vor der Realität verschließt und so tut, als gäbe es nur die RT.

Was ist daran so schwer einfach von der (invarianten)
Masse zu sprechen. Die ist sowohl in der klassischen als auch
in der relativistischen Mechanik sauber definiert.

Auf diese Definition bin ich schon gespannt. Ich kenne bislang nur zwei Definitionen. Einmal definiert Newton die Masse als Produkt aus Dichte und Volumen (was nicht wirklich hilfreich ist) und zum zweiten verwendet er sie in der Impulsdefinition, womit sie zusammen mit den Newtonschen Axiomen zwar implizit, aber dafür eindeutig definiert und meßbar ist.

Darüber hinaus, empfehle ich dir ernsthaft deutlich zwischen
klassischer Mechanik und SRT zu unterscheiden. Dein Versuch
beide Theorien miteinander zu vermauscheln, wie man es ja auch
aus anderen Diskussionen kennt, führt nicht nur zu heiloser
Begriffsverwirrung, sondern ist dazu auch noch völlig
überflüssig.

Würdest Du mir bitte die Stelle zeigen, an der ich klassische Mechanik und SRT „vermauschelt“ haben soll? Danke.

Wie ich anfangs befürchtete, sind unsere Standpunkte wohl zu weit auseinander als dass eine Diskussion zu etwas führen würde. Ich schlage daher vor, wir beenden die Debatte an dieser Stelle.

Gruß
Oliver