Wie Abfindung anlegen?

Hallo Experten,

ein Bekannter hat mir folgende Frage gestellt:

Wie legt man eine Abfindung von ca. EUR 100.000,- (nach Steuern) am sinnvollsten an?

Folgende Bedingungen sind zu erfüllen:
1.) Wegen Arbeitslosigkeit muss der Betreffende erst mal von dem Geld leben und seinen Verpflichtungen nachkommen - d.h. er braucht jeden Monat einen Teil des Geldes (ca. EUR 2.500,-).
2.) Wenn er wieder Arbeit findet möchte er den Restbetrag kurzfristig zur Verfügung haben (zur Ablösung einer laufenden Hypothek).
3.) Da er vorläufig auf des Geld angewiesen ist, sind nur sehr sichere Anlagen akzeptabel.
4.) Natürlich soll die Rendite so hoch wie, unter Beachtung der Bedingugen 1. -3., möglich sein.

Mir ist dazu, wegen der ständigen Verfügbarkeit, nur ein Tagesgeldkonto eingefallen. Mit der Rendite sieht es da aber nicht so toll aus.

Habt Ihr bessere Ideen?

Gruß
Werner

Hallo,

ich empfehle einen Auszahlplan bei einer Fondsgesellschaft (mein Favorit ist http://www.adig.de, da kann man alles online verwalten, aber das geht bei anderen vielleicht auch.)

Das läuft so, dass man sich zunächst einen oder mehrere Fonds aussucht. Wenn das Kapital nicht verloren gehen darf empfehle ich Rentenfonds, die nur in sichere, deutsche Anleihen investieren. Die Rendite ist zwar nicht so enorm, aber immerhin ist das Geld 100% geschützt. Vielleicht ist es noch ein Kompromiss, in Fremdwährungen zu gehen, da ist der Ertrag wesentlich besser, aber man ist einem Kursrisiko ausgesetzt. Vielleicht kann man auch „fifty-fifty“ in die beiden Arten teilen. Es gibt auch Fondsprodukte, wo die Gesellschaft u bestimmten Stichtagen (mehrmals im Jahr) garantiert, dass das Kapital nicht weniger wird.

Dann errichtet man einen Auszahlplan, das bedeutet, dass monatlich entsprechend viel Anteile verkauft werden, um einen vorgegebenen Betrag (hier 2500 Euro) zu erreichen, das Geld wird dann automatisch überwiesen. Man kann auch, wenn man mal Geld „überhat“ das dort wieder reinstecken oder auch alles abziehen, man ist völlig frei.

Bei der Fondsauswahl sollte man den sogenannten Ausgabeaufschlag berücksichtigen, eine prozenzuale Gebühr, die im Anteilskaufpreis mit eingearbeitet ist und die man beim Verkauf nicht zurückbekommen. Der Ausgabeaufschlag beträgt je nach Fondsart und Gesellschaft rund 1-5%. Rentenfonds (also mit festverzinslichen Wertpapieren) haben immer niedrigere Aufschläge als Aktienfonds. Die meisten Rentenfonds haben aber trotz des Aufschlags eine bessere Rendite als Sparbuch und Co.

Gruss Hans-Jürgen
***

Hallo Werner,

Hallo Experten,

ein Bekannter hat mir folgende Frage gestellt:

Wie legt man eine Abfindung von ca. EUR 100.000,- (nach
Steuern) am sinnvollsten an?

Ist die Arbeitslosigkeit schon eingetreten? Ansonsten könnte er zumindest einen Teilbetrag über den Arbeitgeber steuergünstig in einer BAV-Lösung oder auf einem Arbeitszeitkonto investieren.

Folgende Bedingungen sind zu erfüllen:
1.) Wegen Arbeitslosigkeit muss der Betreffende erst mal von
dem Geld leben und seinen Verpflichtungen nachkommen - d.h. er
braucht jeden Monat einen Teil des Geldes (ca. EUR 2.500,-).
2.) Wenn er wieder Arbeit findet möchte er den Restbetrag
kurzfristig zur Verfügung haben (zur Ablösung einer laufenden
Hypothek).

Ich nehme an die Darlehenszinsen sind höher als die Zinsen, die man bei kurzfristiger sicherer Anlage erhalten kann. Warum löst er die Hypothek nicht sofort ab?, wenn möglich.

3.) Da er vorläufig auf des Geld angewiesen ist, sind nur sehr
sichere Anlagen akzeptabel.

4.) Natürlich soll die Rendite so hoch wie, unter Beachtung
der Bedingugen 1. -3., möglich sein.

Mir ist dazu, wegen der ständigen Verfügbarkeit, nur ein
Tagesgeldkonto eingefallen. Mit der Rendite sieht es da aber
nicht so toll aus.

Habt Ihr bessere Ideen?

Die Antwort von Hans-Jürgen ist nicht ganz korrekt, obwohl er Bankfachwirt ist. Eine Anlage in Rentenfonds ist nicht!!! 100%-tig sicher! Auch Rentenfonds unterliegen einem Kursrisiko. Ich würde augenblicklich auf Grund des niedrigen Zinsniveaus keine Rentenfonds wählen.
Schau dir einmal diesen Artikel an:
http://www.faz.net/s/Rub42AFB371C83147B795D889BB33AF…

Gruß
Werner

Gruß und frohe Weihnachten

Ralf

Hallo,

auch ein Bankfachwirt hat Schwerpunkte und weiss nicht alles, zum Beispiel bin ich im Thema bAV ziemlich blank. Mir stellen sich aber hier Fragen aufgrund des Postings, die sich sicher auch dem Fragesteller stellen:

  • was soll mich dazu bewegen, beim meinem Ex-Arbeitgeber noch ein Arbeitszeitkonto einzurichten ?
  • Wie ist die betriebliche Altersvorsorge beim Arbeitgeber im Insolvenzfall abgesichert ? Gibt es in diesem Fall einen Selbstbehalt und wie hoch ist er ?

Wenn man einen Rentenfonds mit erstklassigen, deutschen Schuldnern nimmt, so ist das ohne bemerkenswertes Risiko. Ausfall- und Währungsrisiko gleich Null. Falls die Fondsgesellschaft vor Laufzeitende einzelne Papiere unter pari verkauft, ist das zwar ein Kursverlust, aber das wird man nur eingehen, wenn eine lockende Alternative da ist. Das Kapital wird sicherlich dabei nicht angefressen, eventuelle Kursschwankungen würden sich wohl nur auf die Rendite auswirken - nach oben wie nach unten.

Da ist es viel wahrscheinlicher, dass (bei Anlage in bAV) der Arbeitgeber pleite geht. Die Rendite bei Fonds ist sicher auch nicht grösser als Bundesschätze, da stimme ich dem Artikel zu, aber da kommt es auf die Laufzeit an. Hat man einen Rentenfonds sieben Jahre, wären Bundesschätzchen sicher gleich viel wert - vielleicht sogar noch ein wenig mehr.

Mit fehlt in dem Posting völlig die Berücksichtigung der Wünsche, monatlich 2.500 Euro verfügen zu können und im Bedarfsfall zur Ablösung des Kredites verfügen zu können.

Selbstverständlich sollte sich unser Fragesteller mal seinen Kreditvertrag bzw. die AGB anschauen, vielleicht hat er schon vorher ein anteiliges Sondertilgungsrecht (z.B. 10% des Kreditbetrages)

Gruss Hans-Jürgen
***

Tagesgeld !!

Mir ist dazu, wegen der ständigen Verfügbarkeit, nur ein
Tagesgeldkonto eingefallen. Mit der Rendite sieht es da aber
nicht so toll aus.

Du hast dir selber schon die Antwort gegeben, bei diesem Vorgaben eignet sich nur ein Tagesgeldkonto.
Das die Rendite nicht so dolle ist, liegt am niedrigen Zinsniveau.
Da erstklassige Schuldner für 10 Jahre nur ca. 3,4 % zahlen müssen, sind ca. 2,4% für Tagesgeld nicht zu verachten.

Rentenfonds solltest du auch meiden, aufgrund deines kurzen Planungshorizonts.
Aufgrund des historisch niedrigen Zinsniveaus ist auch bei diesen die Gefahr das Verluste entstehen sehr stark gestiegen, die Chancen aber wesentlich mehr als Tagesgeld zu erwirtschaften sind eher gering, da eben selbst 10 Jahre nur 3,4 %.
(und eventueller Ausgabeaufschlag bedenken)
Steigende Zinsen führen dann zu Kursverlusten der Wertpapiere im Fonds und damit zu Kursverlusten des Fonds.

2.) Wenn er wieder Arbeit findet möchte er den Restbetrag
kurzfristig zur Verfügung haben (zur Ablösung einer laufenden
Hypothek).

Warum eigentlich nicht jetzt schon ?

Gruss

Börsenfan1968

Die Antwort von Hans-Jürgen ist nicht ganz korrekt, obwohl er
Bankfachwirt ist. Eine Anlage in Rentenfonds ist nicht!!!
100%-tig sicher! Auch Rentenfonds unterliegen einem
Kursrisiko. Ich würde augenblicklich auf Grund des niedrigen
Zinsniveaus keine Rentenfonds wählen.
Schau dir einmal diesen Artikel an:
http://www.faz.net/s/Rub42AFB371C83147B795D889BB33AF…

Hallo auch.

Unds das ist mal wieder ein typisaches Ralf Neumann Posting.
Inhaltlich sehr interessant aber ohne auf die Kriterien die der Fragesteller hat einzugehen.
Kein Wunder dass die Branche der Finanzberater einen noch schlechteren Ruf besitzt als die der Banken.

Warum verkaufst du Ihm nicht nicht noch dein Lieblingsfondskonzept das wir hier schon so oft diskutiert haben?

Gruß Ivo

1 „Gefällt mir“

Guck mal hier:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Gruß
JoKu

Sorry Hans-Jürgen,

wollte dich nicht persönlich angreifen. Die Aussage mit dem Bankfachwirt war überflüssig.

Hallo,

auch ein Bankfachwirt hat Schwerpunkte und weiss nicht alles,
zum Beispiel bin ich im Thema bAV ziemlich blank. Mir stellen
sich aber hier Fragen aufgrund des Postings, die sich sicher
auch dem Fragesteller stellen:

  • was soll mich dazu bewegen, beim meinem Ex-Arbeitgeber noch
    ein Arbeitszeitkonto einzurichten ?

In einem in Geld geführten Arbeitszeitkonto kann man Arbeitsentgelte zunächst steuer- und sozialabgabenfrei einbringen. Beim Ausstieg aus der Firma wird das Arbeitszeitkonto abgerechnet, wenn der betroffene Arbeitnehmer nicht innerhalb eines halben Jahres einen neuen Arbeitgeber findet, der dieses Konto übernimmt. Alternativ kann das Arbeitszeitkonto auch in eine BAV-Lösung überführt werden. Das ganze kann auch insolvenzsicher gestaltet werden.

Der Vorteil für den Fragesteller wäre eine höhere Bruttoinvestition als 100.000 Euro.

Wahrscheinlich ist es ohnehin zu spät für ZWK oder BAV und deswegen brauchen wir hier auch nicht in die Tiefe gehen.

Viele Grüße

Ralf

  • Wie ist die betriebliche Altersvorsorge beim Arbeitgeber im
    Insolvenzfall abgesichert ? Gibt es in diesem Fall einen
    Selbstbehalt und wie hoch ist er ?

Wenn man einen Rentenfonds mit erstklassigen, deutschen
Schuldnern nimmt, so ist das ohne bemerkenswertes Risiko.
Ausfall- und Währungsrisiko gleich Null. Falls die
Fondsgesellschaft vor Laufzeitende einzelne Papiere unter pari
verkauft, ist das zwar ein Kursverlust, aber das wird man nur
eingehen, wenn eine lockende Alternative da ist. Das Kapital
wird sicherlich dabei nicht angefressen, eventuelle
Kursschwankungen würden sich wohl nur auf die Rendite
auswirken - nach oben wie nach unten.

Da ist es viel wahrscheinlicher, dass (bei Anlage in bAV) der
Arbeitgeber pleite geht. Die Rendite bei Fonds ist sicher auch
nicht grösser als Bundesschätze, da stimme ich dem Artikel zu,
aber da kommt es auf die Laufzeit an. Hat man einen
Rentenfonds sieben Jahre, wären Bundesschätzchen sicher gleich
viel wert - vielleicht sogar noch ein wenig mehr.

Mit fehlt in dem Posting völlig die Berücksichtigung der
Wünsche, monatlich 2.500 Euro verfügen zu können und im
Bedarfsfall zur Ablösung des Kredites verfügen zu können.

Selbstverständlich sollte sich unser Fragesteller mal seinen
Kreditvertrag bzw. die AGB anschauen, vielleicht hat er schon
vorher ein anteiliges Sondertilgungsrecht (z.B. 10% des
Kreditbetrages)

Gruss Hans-Jürgen
***

Hi Ivo,

dir auch einen schönen Gruß und im Namen des Fragestellers darf ich dir für deine umfassende Antwort herzlich danken!

Es hat ihm sehr geholfen!

Viele Grüße

Ralf

Hallo auch.

Unds das ist mal wieder ein typisaches Ralf Neumann Posting.
Inhaltlich sehr interessant aber ohne auf die Kriterien die
der Fragesteller hat einzugehen.
Kein Wunder dass die Branche der Finanzberater einen noch
schlechteren Ruf besitzt als die der Banken.

Warum verkaufst du Ihm nicht nicht noch dein
Lieblingsfondskonzept das wir hier schon so oft diskutiert
haben?

Gruß Ivo

Danke!
Hallo Experten,

vielen Dank für Eure Tipps. Kam leider erst heute dazu sie zu lesen.

Werde Sie an meinen Bekannten weitergeben.

Gruß
Werner

Hallo Experten,

Hallo Werner,

1.) Wegen Arbeitslosigkeit muss der Betreffende erst mal von
dem Geld leben und seinen Verpflichtungen nachkommen - d.h. er
braucht jeden Monat einen Teil des Geldes (ca. EUR 2.500,-).

Sprich laufende Auszahlung…

2.) Wenn er wieder Arbeit findet möchte er den Restbetrag
kurzfristig zur Verfügung haben (zur Ablösung einer laufenden
Hypothek).

Der Punkt ist schon genug kaputt diskutiert worden (Warum nicht jetzt, usw). Aber machbar.

3.) Da er vorläufig auf des Geld angewiesen ist, sind nur sehr
sichere Anlagen akzeptabel.

Jupp…

4.) Natürlich soll die Rendite so hoch wie, unter Beachtung
der Bedingugen 1. -3., möglich sein.

Lässt sich einrichten.

Ich darf hier jetzt einfahc mal den Begriff „MEAG“ in den Raum werden (die Finanzprofis werden das sicher kennen). Hier gibt es eine Anlagemöglichkeit genannt „Sofort-Rente“. Dort wird ein Einmalbetrag angelegt, der wie gewünscht erstmal monatlich ausgezahlt wird. Wenn dann der Punkt gekommen ist, wo die gesetzliche Rente einsteigt, bzw er (hoffentlich) einen neuen Job hat, dann kann man sich das Geld einfach wieder aus dieser Anlage rausholen.
Rendite liegt etwas über dem Tagegeld.

Verfügbarkeit ist auch täglich, man hat seinen persönlichen Ansprechpartner und alles. Obs Online geht, weiß ich nicht, aber ich denke mal, in deinem Fall ist das am sinnvollsten.

Hoffe geholfen zu haben

Gruß
Jürgen