Wie als Einzelperson für Barrierefreiheit, Umweltschutz einsetzen

Ohne einer Partei, Organisation oder verein beizutreten.

Hallo,
also als Einzelperson etwas zu erreichen, ist fast nicht möglich. Es sei denn, du verfügst über gigantische finanzielle Mittel.
Im kleinen Kreis geht das sicher, in dem du es deinen Mitmenschen vorlebst und vormachst. Aber keinesfalls ungefragt deinen Standpunkt jedem zwanghaft mitteilen, sondern Gespräche behutsam in die entsprechende Richtung lenken.
Beispiel: Wenn zu mir jemand kommt und der zweite Satz ist „ich bin Vegetarier, alle die Fleisch essen sind Mörder…“, dann bekomme ich unweigerlich Appetit auf ein dickes fettes Steak. Wenn man aber in einem entspannten Gespräch darauf kommt, wie gutein Käse sein kann, oder wie erfrischend ein toller Salat ist, werde ich darauf Lust bekommen.
Gruß

Hallo,

als Einzelner kann man natürlich nicht die ganze Welt umdrehen, aber mit gezielten, nicht polemisch formulierten Argumenten zu speziellen Sachverhalten in Form von Leserbriefen oder Anschreiben kann man durchaus etwas bewirken. Meine Chefin hat vor zwei Wochen solch einen Brief erhalten und hat einen halben Tag geopfert dazu Stellung zu nehmen. Ich möchte wetten in 6 Monaten ist es dann umgesetzt. Ein einzelner Leserbrief hat bei meinem damaligen Arbeitgeber bewirkt, die angesprochene Sache entsprechend zu ändern, weil sie vernünftig war und die Umsetzung nicht die Welt gekostet hat.

Wenn man etwas registriert, das nicht barrierefrei ist oder für den Umweltschutz förderlich wäre, kann man sich auch als Einzelperson äußern. Vielleicht wird das nicht gleich übermorgen so umgesetzt, aber auch steter Tropfen hölt den Stein. Für einen, der etwas sagt, stehen oft viele, die sich nicht äußern.

Beim Thema Umweltschutz gibt es Gruppen vor Ort, die sich freuen, wenn Nichtmitglieder bei Aktionen mitmachen: Krötenzaun, Trockenmauer bauen, Fahrraddemo Critical Mass, … einfach mal bei BUND, Naturschutzbund, Tierheim, ADFC, … fragen.
Grüße: Uli

Ich weiß, ein alter Faden, aber immer aktuell und ich bin ja erst kurz hier …

Mein altes, geliebtes Auto wurde nur noch zum Einkaufen gebraucht und war ein Loch, in das ich - auch wegen Reparaturen - viel Geld einwerfen musste. Irgendwann war Schluss damit, seit Jahren habe ich kein Auto mehr, fahre mit dem Rad oder elektrisch (S-Bahn, Regio, ICE). Eine Fahrt zum Sparpreis ist günstiger als die entsprechende Tankfüllung.

Erst nachträglich wurde mir klar, dass ich mit dem Kauf von Treibstoff und Schmiermitteln die Kriege um Öl mitfinanziere. Dann bekam ich einen Garten und die Anschaffung von Rasenmäher, Rasentrimmer, Kettensäge, … stand an. Habe mich bewusst gegen Verbrennungsmotoren entschieden, alles mit händischen Geräten gemacht und den Garten zum Fitnesszentrum - auch mental - erklärt.

Manchmal brauche ich Hilfe. Einen abgestorbenen Baum mit dem Fuchsschwanz oder der Bügelsäge umzulegen, übersteigt dann doch meine Begeisterung.

Und jedesmal, wenn ich mit dem Rad am Autohaus vorbeifahre, lese ich die Angebote wie „Frühjahrscheck nur 79 €“ und freue mich, dass ich dafür viermal gepflegt essen gehen kann.

Nein, ein Sendungsbewusstsein habe ich nicht entwickelt. Wäre zwar schön, wenn „mein“ nicht genutzter Parkplatz zum Baumplatz würde, aber zwischen Garten und Straße steht das Haus, das mir den Blick auf die Blechdosen erspart. Wieso Fahrzeug? Es sind Stehzeuge.

Und CO2? Ich bin sicher, wenn das Problem gelöst ist, wird das nächste nachgeschoben. Methan wartet schon.

Gruß, Kurti