Kate,
mich wundert, dass noch keiner der Vor"redner" auf folgendes angesprochen hat:
Es gibt einige (nicht alle!!!) AB’s bei denen es dringend angeraten ist, sie „einzuschleichen“ (= Fachausdruck!). Das heißt: Der Arzt legt aufgrund Deiner Krankheit fest, wieviel mg pro Tag Du nehmen musst, damit das Mittel wirkt. Sagen wir mal: 400 mg pro Tag. Also fängst Du am ersten Tag der Einnahme mit 150 mg am Tag an, am zweiten steigerst Du auf 200 mg etc. bis Du die beabsichtigten 400 mg pro Tag erreichst. Das verlängert zwar die Dauer der Einnahmezeit um ein paar Tage, aber Dein Körper kann sich so viel besser drauf einstellen.
Und dann gibt es da noch den wohlbekannten „JoJo-Effekt“: Für AB’s bedeutet das (in Anlehnung an den Diät-JoJo-Effekt) folgendes:
Du schleichst das AB ein, steigerst somit jeden Tag. Aber - sagen wir mal bei 350 mg - werden die Nebenwirkungen so heftig, dass es Dir wirklich nur noch mies geht. Na gut, dann gehst Du für 2 Tage wieder auf 300 mg zurück, am dritten Tag wieder auf die 350 mg und - oh Wunder - auf einmal verträgst Du diese 350 mg mit nahezu der gleichen Nebenwirkungs-Intensität wie vorher die 300 mg. Und dann nach 2 weiteren Tagen gehst Du auf die 400 mg. Wenn dann die Nebenwirkungen wieder zu heftig sind, dann halt wieder für 2 Tage zurück auf 350 mg etc. solange, bis Du die vom Arzt vorgesehene Dosis erreichst und auch verträgst.
Ach noch was, was mir gerade einfällt: Ich hoffe doch, dass Dich Dein Arzt instruiert hat, wie Du Dich während der AB-Therapie zu verhalten hast. So ist z.B. bei Doxy oder Mino dringend angeraten, die Sonne strikt zu meiden (Hautverbrennungen!). Bei Mino musst Du z.B. auf Deine Ernährung achten und darfst keine kalziumhaltigen Lebensmittel (Milchprodukte wie Käse, Joghurt oder bestimmte Wurstsorten oder besonders kalziumhaltiges Mineralwasser etc.) zu Dir nehmen, da das Kalzium den Wirkstoff des Medikamentes bindet und dieser dadurch nicht zum Tragen kommt (das Medikament kann dann nicht oder nicht richtig wirken). Auch Weißmehlprodukte sind nicht optimal.
Zusätzlich zur AB-Therapie ist auch stets angesagt, was für Deinen Darm (genauer: die Darmflora) zu tun, da gibt es eine Vielzahl von sog. Nahrungsergänzungsmitteln, die sich dafür eignen. Wenn sich über diese Produkte Dein Arzt nicht besonders gut auskennt, dann frag den Apotheker, da das Zeug frei verkäuflich ist (Vertrauen zum Apotheker vorausgesetzt).
Zum „Drinbehalten“ bzw. „Reinbekommen“ haben die Vorredner bereits geschrieben. Viel trinken ist immer gut (Leitungswasser, Mineralwasser, Tee - aber KEINEN Kaffee, kein Cola oder ähnliches, da Koffein entwässert und der Wirkstoff damit wieder zu schnell aus Deinem Körper draußen wäre. Und Alkohol ja sowieso nicht. Strikt!).
Ich möchte Dich auch noch auf etwas hinweisen, was viele Ärzte auch nicht beachten (obwohl sie es eigentlich wissen müssten): Medikamente sind in ihrer Wirkungsweise abhängig davon, dass das Verhältnis stimmt zwischen eingenommenen mg/Tag und kg-Körpergewicht des Patienten. Je nach Krankheit schwankt der benötigte AB-Wirkstoff in mg/Tag erheblich, daher kann an dieser Stelle keiner sagen, was in Deinem Fall die optimale mg-Menge pro Tag ist. Zusätzlich kann (in seltenen Fällen!) eine Körperreaktion des Patienten dazukommen, die den sog. „Wirkspiegel“ zu hoch oder zu niedrig werden lässt. Das heißt, obwohl der Arzt sich zusammen mit dem Patienten eine individuelle Dosierung bezogen auf die Krankheit und das Körpergewicht überlegt haben, reagiert der Patientenkörper anders als erwartet: Er kann mit Nebenwirkungen überreagieren, so dass er schon von einer recht geringen Dosis regelrecht umgehauen wird, oder aber aufgrund des Patientenstoffwechsels wird der Wirkstoff zu schnell abgebaut und somit das angestrebte Wirkstoffniveau im Körper zeitlich (viel) zu kurz erhalten, wodurch das AB keine oder nur unzureichend Wirkung entfalten kann.
Das waren jetzt etliche Punkte zum Thema AB,
ich hoffe, Du bist jetzt nicht genau so erschlagen wie von den Nebenwirkungen des Medikamentes
Viele Grüße und eine schnelle Besserung
schönen Sonntag
Alexander
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