Wie arbeitet Finanzdienstleister MLP?

Hallo wer-weiss-was Team,

wenn man über MLP eine Riesterrente abschließt, bekommt MLP doch die Provision von der entsprechenden Bank/Institution, mit der der Vertrag zustande kommt. Man selber als Kunde zahlt nichts an MLP, denn das Angebot der Bank ist ja so kalkuliert, daß man als Kunde quasi die Provision für MLP über die Beiträge/Gebühren der Bank finanziert. Fährt man denn dann schlechter wenn man die Riesterrente über MLP abwickeln lässt als wenn man direkt zu einer Bank geht? Wo würde man mehr Geld verlieren? Wo liegen die Vorteile, dies über MLP laufen zu lassen?

Vielen Dank für eure Antworten und Tipps!

Hallo,

grundsätzlich hast du die Arbeitsweise von MLP richtig verstanden, die finanzieren sich über die Provisionen oder eher Courtagen (da sie sich glaub ich selbst Makler nennen) sofern du nicht in irgendeiner Form einen Honorarauftrag/beratung vereinbarst, mir gegenüber hat mal einer angedeutet das sowas bei bestimmten Themen auch möglich ist. Für deine Versicherung wird dich das nicht interessieren.
Dazu kommt allerdings, dass nach der Meinung einiger MLP ein Strukturvertrieb ist. Das hat zur Folge, dass die Berater einen hohen Absatzdruck haben und viel verkaufen müssen und dass angeblich die Fluktuation unter den Beratern ziemlich groß ist, du also womöglich nicht immer den gleichen Ansprechpartner hast.

In meinen Augen sind die Vorteile von MLP, dass die Berater/Makler/Strukkis (wie auch immer du oder andere Mitglieder von wer-weiss-was das nennen mögen) eine zumindest einigermaßen gute Ausbildung haben und logisch denken können. Im Gegensatz zu anderen Versicherungsvertretern die nur stur ein Produkt verkaufen wollen ohne auf Kundenwünsche einzugehen.
Als Nachteile sind zu nennen, dass die dort in meinen Augen gerne verkaufen und zwar das was am meisten Provision bringt. Dir wird da öfters mal irgendeine Absicherung/Vorsorge in Form einer Lebens-/Rentenversicherung verkauft die du gar nicht brauchst.

Von daher solltest du dich zumindest etwas mit dem auskennen was du abschließen willst. Aber nach meiner Erfahrung musst du das IMMER egal bei wem du abschließt. Von daher würde ich dir vorschlagen organisier dir irgendwelche Literatur zu dem Thema, bspw. von der Stiftung Finanztest gibt´s Ratgeber zum Thema Riester. An den Meinungen und Testmethoden von denen gibt´s zwar auch Kritik aber du kannst zumindest etwas Wissen aufbauen, dass auch sicher nicht ganz falsch ist und kannst dementsprechend hinterfragen ob das Produkt das du kaufen sollst wirklich gut ist. Und auch wenn so ein Ratgeber-Heft 10Euro kostet ist das Geld gut angelegt! Du kannst viiieeel mehr verlieren wenn du ein schlechtest Produkt erwischst weil du dich nicht informiert hast.

Noch kurz meine Meinung zu Riester: Halte ich auf jeden Fall für sinnvoll, weils vom Staat massiv gepuscht wird und drum fast in jedem Fall Rendite bringen muss! Die Kritik mit der Grundsicherung ist in meinen Augen fürn Arsch, weil ich niemals vorhabe irgendetwas unter Einbeziehung der Sozialhilfe zu planen, wenn dann versuch ich vorzusorgen, damit ich die nicht brauche. Allerdings, wenn ich so nen Riester heute wieder abschließen würde, dann würde ich sehr wahrscheinlich einen Bank- oder Fondsparplan abschließen. Wenn den dein MLP-Mensch nicht wenigstens zur Debatte stellt, dann hol dir noch ein zweites Angebot von einer Bank ein!! (Möglicherweise ist der einzigste Grund das eine Versicherung mehr Provision bringt)

Gruß Toaster

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Ach ja, warscheinlich bietet dir der MLP-Mensch als erstes eine Riester-Rente nach dem Best-Partners-Konzept von der Heidelberger Leben an. Ich kann nicht wirklich beurteilen ob das Ding gut oder schlecht ist, aber sie bieten es jedem an! Das ist mir etwas zu pauschal und macht mich skeptisch. Meines Wissens ist die Heidelberger Leben in irgendeiner Form eine Tochter von MLP und wenn da 6 (oder so) Versicherungen drin vermengt sind, dann will jede was verdienen, die Heidelberger Leben und MLP auch noch --> das muss teuer sein

Das sind aber nur meine Gedanken dazu, vielleicht kann da noch jemand was dazu sagen der direkt aus der Branche ist.

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Hallo Toaster,

vielen Dank für die schnelle, ausführliche und hilfreiche Antwort!!
Ich kann Dir sagen, daß in dem Fall, den ich beschrieben habe, nichts von einer Heidelberg Versicherung auftaucht. Auch ist mir ein Fondsparplan nahegelegt worden. Da ich mich vor einiger Zeit zum gleichen Thema bei der Verbraucherzentrale erkundigt habe, und dort auch „herauskam“, daß sich bei mir die Riester-Rente anbietet, bin ich mir erstmal sicher, daß es das richtige ist, da ich es ja nun von zwei unabhängigen Institutionen erfahren habe.

Eine Frage habe ich noch: Ist man zu Abschlüssen weiterer Verträge/Versicherungen (z.B. Lebensversicherung, etc.) mit MLP verpflichtet, wenn man sich einmal für einen Vertrag (in diesem Fall die Riesterrente) mit Ihnen entschieden hat?

Vielen Dank und Grüße

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Hi,

nein, du musst keine weiteren Verträge bei denen abschließen. Manchmal machts vielleicht Sinn wenn´s eh egal ist wo du es machst, dann hast du nur einen Ansprechpartner. Und wenn du ein guter Kunde bei denen bist, dann nehm ich an, dass die sich mehr Zeit für dich nehmen, aber das wird überall so sein. (Mein MLP-Mensch mag mich glaub ich bald nicht mehr weil ich recht skeptisch bin und kaum was kauf :wink:)
Auch den einen Vertrag den du dann mit denen hast solltest du in Zukunft auch von einem anderen Versicherungsmakler betreuen lassen können wenn du das magst. Einschränken muss ich, dass ich nicht weiß wie das bei einem Sparplan aussieht.

Allerdings hab ich da mal was gelesen, dass du den Sparplan abschließen kannst und dann die eigentlichen Einzahlungen über irgendeinen Fonddiscounter bei geringerem Ausgabeaufschlag abwickeln kannst… Das solltest du vielleicht mal recherchieren und Geld sparen.

Das der MLP-Mensch dir gleich einen Fondsparplan anbietet hört sich auf den ersten Blick mal gut an. Im Internet kannst du nämlich öfters mal was über die Verbindung Heidelberger Leben und MLP lesen und auch ich persönlich kenn schon Kollegen denen -neben mir- das als als einzig wahre Standardlösung angeboten wurde.

Folgende Aussage von vorhin muss ich noch ein bisschen revidieren ist mir gerade aufgefallen (ich sollte das mal besser lesen bevor ich es abschicke):

Im Gegensatz zu anderen Versicherungsvertretern die nur stur
ein Produkt verkaufen wollen ohne auf Kundenwünsche
einzugehen.

Das trifft sicher nicht auf jeden zu, aber ich hab da schon ein sehr krasses Beispiel erlebt. Das sollte also kein direkter Angriff auf hier mitlesende Versicherungsvertreter oder auch andere sein.

So, das war´s jetzt aber. Viel Erfolg mit deiner Riesterrente :smile:

Gruß Toaster.

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Beiträge/Gebühren der Bank finanziert. Fährt man denn dann
schlechter wenn man die Riesterrente über MLP abwickeln lässt
als wenn man direkt zu einer Bank geht?

Nein, es fallen immer Vertriebskosten an, wohin die fließen kann dem Kunden egal sein.

verlieren? Wo liegen die Vorteile, dies über MLP laufen zu lassen?

Nirgends. In allen finanziellen Fragen ist es entscheidend einen kompetenten, ehrlichen und vertrauenswürdigen Berater zu haben. Wenn man den hat ist es egal, ob der für MLP, AEG oder die Caritas arbeitet. Ein guter Berater reißt auch ein mäßiges Unternehmen raus, ein schlechter Berater verkauft auch für ein gutes Unternehmen Schrott.

Hallo,

meine Erfahrungen mit MLP mögen sicherlich voreingenommen sein, aber ich berichte mal, es soll sich jeder selbst ein Bild machen. Ich würde dort NIE eine Versicherung oder irgendwas anderes abschließen. Meine Sorge, übers Ohr gehauen zu werden, wäre viel zu groß.

Also, ich bin damals über einen Bekannten „zu einer Beratung gekommen“ und hab dort einen sehr schlechten Eindruck von MLP bekommen. Erstmal war es definitiv so, dass der Typ unter massivem Verkaufsdruck stand. Ich kannte ihn flüchtig von der Uni, und auf einmal rief er mich an, ob ich denn schon abgesichert sei, etc., als wäre ich seine beste Freundin (man hört das ja öfters, es wird von Neulingen dort erstmal der Familien- und Freundeskreis abgegrast, ob dort etwas untergebracht werden kann).

Ich hatte damals noch nicht soviel Ahnung von Finanzen, bin aber einfach mal hingegangen. Mir wurden dann in einem Gespräch 3 (!!) Lebensversicherungen angeboten, die in Kombination einen Beitrag von über 400 Euro im Monat gekostet hätten. Wohlgemerkt, die sollte ich alle drei abschließen. Mir wurde auch erzzählt bzw. vorgerechnet, dass ich mich sonst später nicht versorgen könnte. Das kam mir dann, zumal ich damals von Bafög lebte, zum Glück dann doch etwas Spanisch vor. Ich hab dann damals nur, da ein Auslandsaufenthalt anstand, eine Laptopversicherung dort gekauft.

Mein „Kumpel“ hat mich, solang ich in seinem Betreuungegebiet wohnte, regelmäßig angerufen. Als ich umzog, hörten die Anrufe schlagartig auf, dafür rief mich mein neuer „Betreuer“ an, dem nicht beizubringen war, dass ich kein Interesse hatte. Auch noch Jahre später wurde ich aber von MLP Vertretern genervt, die sich auf gut Deutsch einfach nicht abwimmeln ließen, egal wie oft man deutlich gesagt hat, dass man nicht wieder angerufen werden möchte. Auch heute bekomme ich noch jedes Jahr zum Geburtstag einen handschriftliche Geburtstagskarte, über die ich mich immer maßlos ärgere (also ein tolles Geburtstagsgeschenk!)

Naja, wie gesagt, ich fühlte mich damals und heute von denen schlecht beraten und hatte die ganze Zeit den EIndruck, dass man eigentlich nur abschließen will (wie kann man einer Bafögempfängerin 3 Lebensversicherungen andrehen wollen?).

Ich würde da also zu äußerster Vorsicht raten, und selbst wenn DU sicher bist, das Produkt zu wollen, würd ich mich nach einem Direktvertrieb erkundigen, bei dem Du die Provision sparen kannst.

Gruß
Yvi

also wenn schon jemand riester verkauft???
das ist geldenteignung meiner ansicht.
gruß gaby

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