Liebe/-r Experte/-in,
der vom SG bestellte Gutachter sagte mir, dass unter den durch eine Plif-Spondylodese versteiften Wirbelkörpern L3/L4 wahrscheinlich noch ein Bandscheibenvorfall vorhanden ist. Eine CT oder MRT wurde aber deshalb nicht gemacht, weil man durch die entstehenden Metallartefakte kein Bandscheibengewebe sehen und beurteilen kann.
Meine Frage: Stimmt das wirklich oder gibt es Möglichkeiten, trotz der Spondylodese einen darunter befindlichen Bandscheibenvorfall zu erkennen?
Mir wäre sehr viel geholfen, wenn mir jemand eine entsprechende Möglichkeit aufzeigen könnte!
Viele Grüße von
Helmut
Bildgebung ist kein Selbstzweck sondern hängt von Beschwerden, Prognose und Therapiemöglichkeiten ab.
Gehen Sie zu einem Zentrum in dem Neurologen, Neuroradiologen und ggf. Neurochirurgen oder Unfallchirurgen bzw. Orthopäden zusammenarbeiten und lassen sich ggf. ein eigenes Gutachten erstellen.
Das kostet zwar Geld, ist aber wesentlich günstiger als ein Unfallgutachten eines Autos nach Blechschaden.
MfG
Hallo,
ein selbst in Auftrag gegebenes Gutachten hat vor Gericht nicht den Wert, als eines wie bei mir, das der Richter vom Sozialgericht in Auftrag gegeben hat. Deshalb wollte ich gerne die Aussage dieses Gutachters widerlegen, in dem ich eine Möglichkeit aufzeigen kann, trotz der Spondylodese einen Bandscheibenvorfall zu erkennen.
Grüße von
Helmut
a) Gutachter sind zur Objektivität verpflichtet, sonst machen sie sich strafbar.
b) eine gutachterliche Äußerung hat wesentlich mehr Gewicht als eine Laienmeinung oder ein Zitat aus „wer-weis-was“.
c) nicht alle Richter lehnen Gegengutachten kategorisch ab.
d) ein abgelehntes Gegengutachten öffnet den Weg zur Revision.
e) Am wichtigsten jedoch, auch wenn es die Betroffenen in einem Rechtsstreit oftmals anders sehen ist doch, was ist medizinisch sinnvoll. Das von mir empfohlene Team kann abschätzen, ob es sinnvoll ist einen vermuteten BS Vorfall zu sehen oder ob es ausreicht sich dessen klinisch gewiss zu sein. Da gibt es so viele Varianten, das dies hier den Rahmen sprengt.
Mein ganz persönlicher Rat: Investieren Sie Ihre volle Energie darin Ihr Leben mit Ihren Beschwerden zu meistern statt sie mit fruchtlosen Rechtsstreitigkeiten und Ärgernissen zu verplempern. Selbst wenn Sie am Ende obsiegen oder einen Vergleich schließen macht Sie das doch noch kein bischen gesünder.
MfG
der vom SG bestellte Gutachter sagte mir, dass unter den durch
eine Plif-Spondylodese versteiften Wirbelkörpern L3/L4
wahrscheinlich noch ein Bandscheibenvorfall vorhanden ist.
Eine CT oder MRT wurde aber deshalb nicht gemacht, weil man
durch die entstehenden Metallartefakte kein Bandscheibengewebe
sehen und beurteilen kann.
Meine Frage: Stimmt das wirklich oder gibt es Möglichkeiten,
trotz der Spondylodese einen darunter befindlichen
Bandscheibenvorfall zu erkennen?
Mir wäre sehr viel geholfen, wenn mir jemand eine
entsprechende Möglichkeit aufzeigen könnte!
Die Frage kann ich leider nicht beantworten, da ich nicht weiss, welche/wieviele Metalle bei einer solchen Plif-Spondylodese eingebracht wurden.
Generell sind Metalle fuer die NMR ein sehr grosses Problem und - je nach Menge und Lage - auch fuer die CT ein KO-Kriterium.
Viele Gruesse,
Volker
Hallo,
es handelt sich bei mir nicht um fruchtlose Rechtsstreitigkeiten, sondern es geht um die Anerkennung der BK 2108 (Berufskrankheit/Lendenwirbelschäden) und um die Durchsetzung einer Rente von der Berufsgenossenschaft.
Ich bin selbstständiger Steinmetz von Beruf und kann meinen Beruf nicht mehr ausüben und für eine Umschulung bin ich zu alt.
Grüße von
Helmut
Genau das hatte ich befürchtet, daher meine oben abgegebenen Ratschläge.
Lassen Sie sich von einem Arzt Ihres Vertrauens realistisch erläutern, was Sie erreichen können. In Bezug auf Ihre Gesundheit und vielleicht auch in Bezug auf Ihr Rentenbegehren.
Selbst wenn Sie mit einem Bild einen Rest-Bandscheibenvorfall dargestellt bekommen, wird das wahrscheinlich an der Einschätzung des Gutachters bzgl. Ihrer Prognose nichts ändern.
Da Bandscheibenschäden auch bei nicht schwer körperlich arbeitenden Menschen auftreten („Bürojob“)sind Gutachter und Richter und Versicherungen sowieso extrem zurückhaltend in der Anerkennung.
Was regelhaft bleibt ist das Gefühl der Patienten kein Recht erhalten zu haben und das macht alles wesentlich schlimmer.
Also eigenen Gutachter suchen und rasch abhaken.
Hallo,
L3 und L4 sind miteinander versteift.
Wo soll jetzt der Bandscheibenvorfall sein? L4/L5, also unterhalb der versteiften Region L3/L4
Diese Region wäre auch problemlos darstellbar
Hallo,
ich hatte vor der Versteifung in L2/L3 und L4/L5 bereits Vorwölbungen. Ob und wenn wo jetzt ein BSV sei, konnte der Gutachter eben nicht sagen. Er vermutete es lediglich und hat davon auch nichts in das Gutachten geschrieben.
Es ist jetzt eben die Frage, mit welchen radiologischen Mitteln man evtl. Bandscheibenschäden sichtbar machen kann.
Grüße von
Helmut
Hallo Helmut
CT dürfte tatsächlich aussichtslos sein, ein Metallfixateur macht da zu viele Artefakte. Beim MRT gibt es auch Artefakte, aber lokal begrenzter. Ist etwas ein Glückspiel, halte ich aber nicht für völlig aussichtslos. Vorausgesetzt es ist kein Uraltfixateur. Derzeitige Titanmodelle sind gutartiger, wenn etwas entscheidendes davon abhängt könnte man ein MRT probieren - ohne Erfolgsgarantie.
Dritte Option: Die „alte“ Myelografie, bei der Kontrastmittel in den Nervenkanal gespritzt wird. Auch da versperren die Metallstäbe die Sicht, kann man aber versuchen wegzudrehen. Allerdings lässt sich damit nicht unterscheiden ob ein BSVorfall oder Narbengewebe auf einen Nerven drückt. Im Bereich der Nervenaustritte aus der Wirbelsäule kann die Myelo allerdings nichts ausrichten.
Geholfen?
Alles Gute und Grüsse
Smax