Wie begeht ihr den 27.1.01?

Hallö,

der 27.01. ist der Tag, an dem 1945 das Vernichtungslager Auschwitz durch die sowjetrussischen Truppen besetzt bzw. befreit wurde.

Daher führt Herzog diesen Tag als Gedenktag ein.

CIAo

Hallo!

schadet es nichts, den
Gedenktag zu begehen- vielleicht unter dem Motto „Ich kann
nichts dafür, aber ich kann was dafür tun, daß so etwas nie
wieder passiert“ Und solche Dinge passieren heute ja wieder-
mal offensichtlich, mal versteckt. Es geht, um das nochmal zu
unterstreichen, nicht um Schuld, sondern um Verantwortung!

Die Frage, die doch immer wieder kehrt, wer muss denn noch
Verantwortung tragen? Unser Kínder und Enkel in 50 Jahren auch
noch? Müssen wir ihnen auch noch unter die Nase reiben, wie
böse ihre Vorfahren vor 100 Jahren waren? Scheint so zu
werden.

„solange, wie jemand davon profitiert“ meinte hier mal jemand…
Ich befuerchte auch, dass es noch ein weilchen dauern wird…

Niemand kehrt etwas unter den Tisch, schon gar nicht diese
Angelegenheit. Aber immer und immer wieder daran erinnert zu
werden, einem Volk anzugehören, was den grössten Fehler und
die grösste Katastrophe in seiner Geschichte begangen und
hervorgerufen hat, und dafür gefälligts noch immer den
Kniefall zu machen hat, nervt irgendwann.

Dem stimme ich zu.
So langsam muss das politische und gesellschaftliche Verhalten „wegen damals“ mal abnehmen…
Vergessen kann und darf niemand, aber immer noch im ‚Schuldbewusstsein‘ leben zu muessen, ist doch auch falsch.

Gruss, Daniel

Als Moderator …
eines Expertenforums für Geschichte hast du dich spätestens mit diesem Kommentar disqualifiziert.
Ich hoffe, dass dies von Seiten des www-Teams zu Konsequenzen führt. Bei der Gelegenheit sollte man sich gleichzeitig überlegen, ob es nicht besser wäre, anstelle ein Laien einen kompetenten Experten als Moderator zu gewinnen.

Aussagen wie:

„Es gibt ne Menge Kranzniederlegungen. Ein sehr beliebter Ort
dafür liegt in Polen. Da machen die deutschen Politiker den
Kniefall, noch immer, obwohl sie schon Millarden für die
Hinterbliebenen zum Fenster raus werfen…“.

würde ich eigentlich eher in rechsextremen Schriften erwarten.
Oder sollte man hier den Bock zum Gärtner gemacht haben?

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du sprichst mir aus der Seele, Raimund. Ich war absolut schockiert, als ich gesehen habe, dass jemand, der unter anderem auch folgendes hier (ein paar Beiträge weiter unten) gepostet hat:

_ „Da muss ich Dich leider enttäuschen, ich halte mich nicht für einen Demokraten, zumindest nicht, wenn es auf die Demokratie bezogen ist, die heute herrscht.“ _

als Moderator in einem Forum für Geschichte fungiert.

Für mich verliert damit nicht nur dieser Bereich, sondern das gesamte wer-weiß-was sehr an Seriosität und Glaubwürdigkeit.

Entsetzte Grüße
Uschi

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Ächz
Hi

So langsam muss das politische und gesellschaftliche Verhalten
„wegen damals“ mal abnehmen…
Vergessen kann und darf niemand, aber immer noch im
‚Schuldbewusstsein‘ leben zu muessen, ist doch auch falsch.

Jetzt muss ich doch mal was sagen:
(1) Wer einen Schaden verursacht, muss ihn wiedergutmachen. Das ist eine der fundamentalen Regeln der Gesellschaft.
(2) Wer erbt, oder eine Rechtsnachfolge (bei Körperschaften) antritt, erbt/übernimmt Rechte und Pflichten. Das ist auch eine fundamentale allgemein bekannte und anerkannte Regel.

Gut. Das dritte Reich hat seinen Verfolgten einen Schaden zugefügt (ok, oder gibts hier Widersprüche?). Dieser Schaden muß wieder gutgemacht werden (Regel 1)
Das Dritte Reich ist untergegangen. Rechtsnachfolger ist jetzt das geeinte Deutschland (auch klar?).
Damit hat dieser neue Staat auch für die alten Schulden den betroffenen Personen(!) gegenüber geradezustehen (Regel 2).
Das ist in vielen Fällen noch nicht geschehen, also besteht der Anspruch weiterhin.
Da die betroffenen Personen dem deutschen Staat in den meisten Fällen keinen Schaden zugefügt haben, ist auch eine „Aufrechnung“ mit späterem, deutschen Staatsbürgern zugefügtem Unrecht, ausgeschlossen (Soviel zur beliebten Leichenzählerei).
Der Entschädigungsanspruch besteht also weiterhin.
Hier geht es also mitnichten um ein „Schuldbewußtsein“ sondern um den Rechtsstaat.

Und wer jault, dass er nicht für „alte Schulden“ zahlen möchte, sollte sich überlegen, dass es nur deshalb soweit gekommen ist, dass diese Frage heute noch aktuell ist, weil unsere Vätergeneration in der neu entsandenen Bundesrepublik zu Zeiten eines „Wirtschaftwunders“ ihrer rechtsstaatlichen Verpflichtung für einen Schadensausgleich zu sorgen unter vielen Ausreden (z.B. „erst bei einer Einigung“) nicht nachgekommen ist.

2 cents Rossi

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Hallo Reiko,

Da muss ich Dich leider enttäuschen, ich halte mich nicht für
einen Demokraten, zumindest nicht, wenn es auf die Demokratie
bezogen ist, die heute herrscht.

Niemand kehrt etwas unter den Tisch, schon gar nicht diese
Angelegenheit. Aber immer und immer wieder daran erinnert zu
werden, einem Volk anzugehören, was den grössten Fehler und
die grösste Katastrophe in seiner Geschichte begangen und
hervorgerufen hat, und dafür gefälligts noch immer den
Kniefall zu machen hat, nervt irgendwann.

Solange, bis jeder in diesem Volk kapiert hat wohin totalitäre, nicht-demokratische Systeme führen können, also solange, wie es Leute wie Dich gibt (siehe Zitat ganz oben), ist es nötig immer wieder an dieses größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte zu erinnern.

Gruß
Werner

1 „Gefällt mir“

Kurze Anmerkung
Hallo,

sollte ich jetzt etwa verpflichtet sein, mich für meine Haltung zu entschuldigen? Wenn ich jemand beleidigt hätte, bewusst strafrechtlich verfolgbare Äusserungen getätigt oder andere rechtswidrige Dinge getan hätte, wäre dies der Fall.
Dies ist nicht geschehen.

Wenn Leute wie Du nicht in der Lage sind, auch Andersdenkende zu akzeptieren, zeugt dies von der Toleranz, die in unser heutigen Gesellschaft herrscht.

E sei auch noch kurz angemerkt, dass Menschen, die nicht konform mit Eurem Denken sind, nicht immer gleich nationasozialistisches oder radikales Gedankengut pflegen, das sollte einigen vielleicht bewusst werden.

Nun, viel Spass noch

Reiko

Anmerkung
Hi Uschi, Hi Raimund

„Es gibt ne Menge Kranzniederlegungen. Ein sehr beliebter Ort
dafür liegt in Polen. Da machen die deutschen Politiker den
Kniefall, noch immer, obwohl sie schon Millarden für die
Hinterbliebenen zum Fenster raus werfen…“.

würde ich eigentlich eher in rechsextremen Schriften erwarten.
Oder sollte man hier den Bock zum Gärtner gemacht haben?

Sorry, aber die Sprüche kenn ich auch von Vertriebenenverbänden und CSU-Politikern, welche ja wohl ganz sicher einwandfreie Demokraten sind.


"Da muss ich Dich leider enttäuschen, ich halte mich
nicht für einen Demokraten, zumindest nicht, wenn es auf die
Demokratie bezogen ist, die heute herrscht."

als Moderator in einem Forum für Geschichte fungiert.
Für mich verliert damit nicht nur dieser Bereich, sondern das
gesamte wer-weiß-was sehr an Seriosität und Glaubwürdigkeit.

Jetzt mal ernsthaft: Ein Moderator muss hier keinen Eid auf die Verfassung ablegen. Er hat die Aufgabe, das in den einzelnen Foren es zu keinen extremen Entgleisungen kommt.
Auch wenn seine Meinung nicht dem politischen Mainstream entspricht, ändert das nichts an seiner prinzipiellen Eignung.

Ich habe in den 6.5 Monaten meiner Schreiberei hier nie erlebt, das ein Artikel wg. persönlicher Animositäten zwischen Mod und User gelöscht wurde. (In anderen Foren kann das schon mal passieren)

Auch wenn ich mit Reiko nicht einer Meinung bin (In dieser Sache würde ich ihm sogar am liebsten mal kräftig in den Hintern treten… Ich neige mehr zur Ansicht von RoS-- etwas weiter unten–) an der Eignung zum Mod ändert das nichts.

Merke:
Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden
Rosa Luxenburg

Jeder hat natürlich auch das Recht, die Meinung eines anderen anzugreifen.

Wenn ihr die Eignung einer Person als Mod anzweifelt, dann meldet das bitte dem TEAM!
Hier eine Diskussion drüber anzuzetteln ist wohl witzlos.
Gruss
Mike

Hallo,

sollte ich jetzt etwa verpflichtet sein, mich für meine
Haltung zu entschuldigen? Wenn ich jemand beleidigt hätte,
bewusst strafrechtlich verfolgbare Äusserungen getätigt oder
andere rechtswidrige Dinge getan hätte, wäre dies der Fall.
Dies ist nicht geschehen.

Doch!!
Zum Beispiel meine Familie (und damit auch mich). In meiner Familie sind Deutsche in Polen ermordet worden, weil sie den „falschen“ Glauben hatten. Ich erwarte eine Entschuldigung!

Wenn Leute wie Du nicht in der Lage sind, auch Andersdenkende
zu akzeptieren, zeugt dies von der Toleranz, die in unser
heutigen Gesellschaft herrscht.

Nun denn, Deine Haltung zum Feiertag ist eine Sache, aber pauschal das Gedenken an Ermordete als Heuchelei abzutuen und die Verantwortung Deutschlands mit einem Achselzucken zu leugnen (und so kommt das eben an, mein Lieber!), lässt leider den Schluss zu, daß Du ein politisches Gedankengut gutheisst (was nicht heissen soll, daß Du es unterstützt!), daß zumindest gefährlich nahe am rechten Rand des gerade noch Erlaubten steht.

E sei auch noch kurz angemerkt, dass Menschen, die nicht
konform mit Eurem Denken sind, nicht immer gleich
nationasozialistisches oder radikales Gedankengut pflegen, das
sollte einigen vielleicht bewusst werden.

Ja, auf jeden Fall, aber hier solltest Du Dir an die eigene Nase fassen und mal über Deine Wortwahl nachdenken!

Nun, viel Spass noch

Um ehrlich zu sein- bei Deinen Beiträgen ist mir der Spaß vergangen.
Aber es gibt ja noch das Plauderbrett :smile:
Und was das MOD- Amt angeht: Rausschmeissen würde ich Dich noch lange nicht. Dein Beitrag hat zumindest deutlich gemacht, daß der Gedenktag bitter nötig ist- meine Meinung.
Und das alles hier darfst Du als persönliche Kritik betrachten, aber nicht als Angriff.

Reiko

Weikko

Gut

Zum Beispiel meine Familie (und damit auch mich). In meiner
Familie sind Deutsche in Polen ermordet worden, weil sie den
„falschen“ Glauben hatten. Ich erwarte eine Entschuldigung!

Wenn durch meine Äusserung zu Polen, wobei dies lediglich geografisch angedacht war, sich Leute angegriffen und beleidigt fühlen und fühlten, entschuldige ich mich dafür!

Dies ändert nix an der Tatsache, dass ich meine Standpunkte nicht an anderen Leuten orientiere und danach handle, rede und schreibe.

Gruss
Reiko

Wirklich Gut?
Es geht nicht um Deine Meinung, die kannst und sollst und musst Du haben- ein Vorteil der Demokratie, in der wir leben!
Es geht um Deine Einstellung zu dem Feiertag und zu dem Geschehen im 3.Reich und mit welchen Worten Du das Alles kommentierst.
Da gehen - zumindest bei mir - die Alarmglocken!
Wegschauen, ignorieren oder den Sinn bestreiten ist nun mal der Anfang.

Dies ändert nix an der Tatsache, dass ich meine Standpunkte
nicht an anderen Leuten orientiere und danach handle, rede und
schreibe.

Gruss
Reiko

Weikko

Wenn durch meine Worte irgendwelche Missverständnisse entstanden, so tut es mir leid. Aber ich sage, dass, was ich denke. Ich verschweige weder den Holocoust, ich habe mich auch nicht ein einziges Mal GEGEN diesen Feiertag geäussert, lediglich, dass ICH ihn nicht begehe. Und danach wurde ursprünglich gefragt. Ich ignoriere weder, ich schaue nicht weg, auch dass sollte eigentlich erkennbar sein. Ich huldige weder den Nationalsozialismus oder andere in diese Richtung gehende Dinge.

Wer mir so etwas unterstellt und mich diesbezüglich beschimpft, ist genauso zur Entschuldigung verpflichtet wie ich, wenn ich einen Fehler begehe!

In diesem Sinne
Reiko

MOD: an Weikko und Hafenmaus
Ich habe den Thread jetzt eine Weile verfolgt und muß jetzt mal einschreiten.

Ich weiß, (aus den Politikbrettern) daß bei diesem Thema die Emotionen leicht hochschwappen.

Das Geschichtebrett ist aber primär kein Diskussionsbrett, wie z.B. die oben erwähnten Politikbretter, sondern soll vielmehr dem Austausch von Wissen dienen.

Ich bitte Euch daher Eure Differenzen nicht hier im Brett ausdiskutieren.

Gruß
Edith

Alles Wird Gut
Hallo Reiko
Jetzt gehts aber los!
Lies mal ganz genau, was ich geschrieben habe! Und lies mal ganz genau was Du geschrieben hast. Und dann halte Dich an Deine eigenen Regeln!
Im Plauderbrett isses mit Dir aber angenehmer! *g*
Ich lasses jetzt gut sein, unsere Standpunkte in dieser Sache sind geklärt.
Gruß

Weikko

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War ungünstig, dass es eine Antwort auf Dein Posting war, es war auch an andere gerichtet, die, die sich das Recht nehmen, mit wüsten Beschimpfungen daherzukommen.

Sorry,…

Is OK, ich habe es zu keinem Zeitpunkt persönlich genommen!
Gruß

Weikko

War ungünstig, dass es eine Antwort auf Dein Posting war, es
war auch an andere gerichtet, die, die sich das Recht nehmen,
mit wüsten Beschimpfungen daherzukommen.

Sorry,…

Genug mit Gedenktagen,
irgendwann ist genug mit Kniefällen.
Denkmäler und mahnmale gibt es genug. In der Schule wird auch
ständig daran erinnert. Reparaturzahlungen wrden bis heute
noch in Millionenhöhe an Israel gezahlt.
Aber irgendwann muss schluss sein damit. Schaue ich in die Bibel,
lese ich auch von Massenvernichtungen.
Was ist denn mit Stalin, der hat 20 Mill. Leute umbringen lassen!

auch ohne Gruß
Michael Hoppermann
P.S. Ich finde auch, dass das Regime der 40er ein schwarzes
Kapitel war.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hoffnungs-Los oder -Niete?
Hallo Faten,

ich halte in jenem Moment nichts von Gedenktagen, in dem dieser als Feigenblatt dient. Politiker legen womöglich Kränze, stellen sich zur Schau und halten irgendwelche Reden, die sie sich haben schreiben lassen.
   In meinen Augen ist dieses ganze Gedenken und Zeichen-setzen reine Heuchelei, denn man beachte doch nur, wieviele Personen/Unternehmen aus dem Dritten Reich hervorgingen und ihre Bereicherung im Nachkriegsdeutschland weiterhin mehrten, ohne dass man sie je zur Verantwortung gezogen hätte. Selbst wenn man sie, wie Filbinger, doch einmal „ertappte“, wurden ihre Pensionen brav von Steuergeldern bezahlt.
   Aber wenn wir schon von bestimmten Tagen sprechen, so warte ich noch immer auf den Gedenktag, an dem die Demokratie zu Grabe getragen wurde. Geschah es schon 1949, oder haben wir die Politiker so sehr schalten und walten lassen, dass das Grundgesetz nur noch den Charme einer Schlossruine besitzt: schön anzuschauen, aber zerfallen und nur noch mit Nostalgiewert.
   Wenn die Vergangenheit in diesem Land nie aufgearbeitet werden wollte/sollte, wie aussagend sind dann Gedenktage. Ein Hoffnungs-Los für jeden, der eine Antwort darauf findet…

Marco

Hallo Marco,

also was deine Bemerkung zu unserer Verfassung angeht, ist sie doch sehr vorbildlich und bedarf daher auch keiner größeren veränderungen.

Gruß Hanna

wir haben keine verfassung
Hallo Johanna

Wir haben nur ein Grundgesetz, welches zwar in der Tat sehr vorbildlich ist, unterdessen aber in manchen Punkten nicht mehr respektiert wird, aufgeweicht wird oder ganz ignoriert.

Eigentlich wird es Zeit, dass unser Parlament seiner Aufgabe nachkommt und dem vereinigten Deutschland eine Verfassung gibt.

ciao