Wie bekomme ich meinen freund zu einer therapie?

Hallo,
ich habe ein Problem. Ich bin jetzt seit einem Jahr mit meinem Freund zusammen. Nach und nach hat sich heraugestellt, dass es ihm gar nicht so gut geht, wie ich dachte. Es ist schwer an ihn ran zukommen. Ich bin die einzige mit der er ein wenig redet. Er hat mir anvertraut, dass er seit ca. 2 Jahren antidepressiva schluckt. Dazu kommen Valium und Drogen ins Spiel. Ich bin verzweifelt, da ich weiß, dass er eine Therapie braucht. Er hat es bereits schon einmal eingesehen, ist dann jedoch wieder von dem Gedanken abgewichen. Für ihn ist es sehr schwer einzusehen, dass es ihm psychisch nicht gut geht. Er will keine schwäche zeigen und nciht als verrückt abgestempelt werden. Meine Frage ist, wie bekomme ich ihn dazu sich helfen zu lassen, da ich nicht in der Lage bin dieses Problem alleine zu lösen. Ich mache mir große Sorgen, da seine Medikamenteneinnahme ja nicht gerade eine leichte ist.

Solange er nicht will kannst du da leider nichts machen… er ist wohl einfach noch nicht tief genug gefallen um zu sehen dass er ein Problem hat.

Die Zeiten mit Keule über den Schädel und an den Haaren zur Therapie schleifen sinnd vorbei. :wink:

Pass gut auf dich auf.
Du wirkst so als bestände für dich eine Gefahr der Co-Abhänigkeit.
Eventuell kommst du nicht drum rum aus der Geschichte zu flüchten, egal was er macht.

Gruss HighQ

Moin,

Spiel. Ich bin verzweifelt, da ich weiß, dass er eine Therapie
braucht.

soweit so gut.

Er hat es bereits schon einmal eingesehen, ist dann
jedoch wieder von dem Gedanken abgewichen.

soweit so schlecht.

Er
will keine schwäche zeigen

Dann ist er mit seiner Nase noch nicht tief genug in der Scheiße!
Auch wenn das hart klingt, die meisten Abhängigen müssen erst gaaanz unten ankommen, damit sie (wirklich) einsehen, daß sie abhängig sind. Es gibt nur wenige Ausnahmen

Meine Frage ist, wie bekomme ich ihn dazu sich helfen
zu lassen

Kurz gesagt, gar nicht und erst recht nicht, indem Du ihn umsorgst.

da ich nicht in der Lage bin dieses Problem alleine
zu lösen.

Du darfst sein Problem nicht zu Deinem machen, Stichwort Coabhängigkeit. Es kann für Dich gefährlich werden, wenn Du so weitermachst, dann wird Dein Helfenwollen für Dich zur Abhängigkeit.

Ich mache mir große Sorgen, da seine
Medikamenteneinnahme ja nicht gerade eine leichte ist.

Solch eine Situation ist für Dich sehr schwer, aber Du hilfst ihm nicht, wenn Du ihn bemitleidest und ihm Aufgaben abnimmst und ihm den Allerwertesten hinterherträgt. Dann hat er keinerlei Notwendigkeit, etwas an seiner Situation zu ändern - warum auch!
Mach ihm klar, daß Du Dir Sorgen um ihn machst. Er muss sich ändern und wenn er es nicht tut, ist es wohl besser, ihn zu verlassen, aus Selbstschutz!
Er muss erkennen, daß er ein Problem hat und solage er sich darüber nicht völlig im Klaren ist, sind alle Versuche ihn zu therapieren nahezu aussichtslos.

Ich wünsche Dir viel Kraft!

Gandalf

werden sollche medikamente nicht vom psychater verschieben in verbindung mit therapie?? so dachte ich das imemr! mir hat man vor jahren auch schon gesagt mach therapie. aber habe es selebr nicht eigesehen. die andere person hat es auch ganz viel und oft versucht sanfter druck ich weiss das es nett gemeint war. der kontakt ist dann iwann abgebrochen. und ich habe jetzt ca 2 jahre später für mich selber entschieden das zu machen für jemanden anders ist das ganz ganz schwer wenn nicht gar unmöglich jemanden anders dazu zu bringen wenn es nicht von der person selber ausgeht. ich kaNN dir nur den tipp geben dräng ihn nicht zu sehr das bringt nur probleme. viel glück

Vielen dank schon mal für die zahlreichen Ratschläge.
Also bedeutet das, dass er erst eine Therapie machen wird, wenn ich ihn verlasse?! Es gibt keinen anderen weg? Und woher weiß ich denn genau, ab wann man eine Therapie benötigt? Könnte es nicht auch sein , dass er das von alleine hinbekommt? Was die Drogen angeht, so bin ich mir nicht im Klaren, ob er in Bezug auf diese süchtig ist, da er sie nicht regelmäßig konsumiert, sondern sie lediglich benutzt, wenn er sich nicht mit seinen Gedanken auseinander setzen will bzw. Probleme hat.

Was das Antidepressiva angeht, so weiß ich, dass er dieses von seinem Hausarzt verschrieben bekommt. Er hat im Zusammenhang damit auch eine Überweisung bekommen, jedoch diese nie wahr genommen. Seine Einstellung ist, dass das mit stress zu tun hat. Er ist der Überzeugung, dass er einfach nur gestresst ist und das zeug ja auch langsam absetzt. Kann ich ihm da glauben ? Ist man nach zwei Jahren in der Lage es " einfach abzusetzen" ? Das schlimme ist, dass wir hier über einen 19 jährigen reden. Es kann doch nicht sein, dass ich dabei zusehen muss, wie er sich fertig macht? das kann doch nicht die einzige Lösung sein?

Was ich mich auch noch frage ist, ob ich seine Eltern informieren soll. Er will es nicht. Und ich weiß, dass ich es eigentlich müsste, dennoch weiß ich, wenn ich es mache und es rauskommt, bricht das vertrauen völlig ab und er wird mich gar nicht mehr an sich heranlassen. Das Problem ist, dass das Verhältnis zu den Eltern kein Gutes ist. Sie wissen bereits vom Kokain und vermuten auch die Antidepressiva, doch sie machen nichts. Und das verletzt ihn irgendwo sehr.

Vielen Dank fürs Antworten!

Also bedeutet das, dass er erst eine Therapie machen wird,
wenn ich ihn verlasse?!

Nein, das bedeutet es nicht. Ob er überhaupt eine Therapie machen wird, hängt allein davon ab, ob er zu der Erkenntnis gelangt, dass dies die einzig erfolgversprechende Option für ihn ist.

Und woher
weiß ich denn genau, ab wann man eine Therapie benötigt?

Du kannst das nicht wissen.

Er ist der Überzeugung, dass er einfach nur gestresst ist
und das zeug ja auch langsam absetzt. Kann ich ihm da glauben
? Ist man nach zwei Jahren in der Lage es " einfach
abzusetzen" ?

Das halte ich für höchst unwahrscheinlich.

Was ich mich auch noch frage ist, ob ich seine Eltern
informieren soll. Er will es nicht.

Dann respektiere das auch. Er ist erwachsen; dass er offensichtliche Probleme hat, berechtigt Dich nicht dazu, ihn zu „entmündigen“.

wenn ich es mache und es
rauskommt, bricht das vertrauen völlig ab und er wird mich
gar nicht mehr an sich heranlassen.

Eben!

Das Problem ist, dass das
Verhältnis zu den Eltern kein Gutes ist. Sie wissen bereits
vom Kokain und vermuten auch die Antidepressiva, doch sie
machen nichts. Und das verletzt ihn irgendwo sehr.

Er braucht fachmännische Hilfe; die können ihm aber weder Du noch seine Eltern aufzwingen.

Lass Dich nicht von Deinem Helfersyndrom zu Aktionen hinreißen, die letzten Endes eher kontraproduktiv sind.

Gruß
Kreszenz

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Du hängst schon sehr emotional drin in der Sache, so stark, dass das mit der sachlichen Brille etwas schwierig wird.

Alles landet bei dir in einem Topf und ist mit dem gleichen Druck behaftet. Du redest von drei Substanzen: einem Antidepressivum, Valium und „Drogen“. Mit Kokain ist natürlich nicht zu spaßen, das ist sehr ernst zu nehmen.

Beim Antidepressivum und beim Valium handelt es sich aber zunächst um verschreibungspflichtige Medikamente, die man in aller Regel dann bekommt, wenn man auch die zugehörige Krankheit hat! Das wäre sehr interessant in Bezug auf das Valium, wenn er es auf legalem Weg bekommen hat! Wenn ja- für welche Krankheit? Und von wem? Auch vom Hausarzt?

Das Antidepressivum ist noch das Schlüssigste in der ganzen Angelegenheit. Einiges spricht dafür, dass dein Freund unter Depressionen leidet. Die Sucht ist dann eine Folge der Depression! Wenn er unter Depressionen leidet, dann ist das Antidpressivum etwas, was er braucht. Die Ablehnung gegen das immerhin verschriebene Antidepressivum ist also so - bis zu einem konkreten anderen Anhaltspunkt - völlig falsch! Und schon gar nicht sollte das ohne Rücksprache abgesetzt werden.

Alles pauschal verteufeln bringt also nichts, dein Druck, das Antidepressivum unbedingt abzusetzen, schadet eher. Zum Thema Männerdepression hier:
http://www.depression.ch/de/formen/maenner/index.php
Lies dich da mal ein.

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Hallo Lila.

Neunzehn Jahre ist er alt. Und hat schon ein verpfuschtes Leben vor sich.

Und wie alt bist du? Willst du dich jetzt schon für den Rest deines Lebens unglücklich machen?
Der einzige Rat, den man dir geben kann, ist: Verlasse ihn! Pack deine sieben Sachen und mach dich davon, so schnell es geht, besser heut als morgen und besser jetzt als dann.

Möglich, dass er dann eine Therapie macht, möglich, dass er sich wirklich ändert, sehr wahrscheinlich ist das nicht. Und wenn, dann wird irgendwann ein Rückfall kommen und es wird wieder weiter gehen, mit Lügen und Betrügen, mit Hoffen und Bangen, mit Misstrauen und Angst.

Dann wirst du Kinder haben und die werden mit leiden und depressiv werden und Drogen nehmen, und, und ,und.

Es ist ein Teufelskreis, der immer weiter geht.

Und bis jetzt ist nicht wirklich ein Kraut dagegen gewachsen.

Suche dir irgendwo einen gesunden Mann und werde glücklich mit ihm!

Wenn du ihn aber nicht verlassen kannst, dann sei wenigstens konsequent bis zum Äußersten.

Kein Kontakt, keine Zärtlichkeit, kein Mitleid, solange er nicht in Therapie geht. Solche Menschen verstehen es immer wieder, sich irgendwie durch zu schmuggeln, ihr Umfeld für sich zu gewinnen, durch Lügen und falsche Versprechungen und notfalls klauen sie dir dann das Portemonnaie um sich Drogen zu beschaffen.

Er ist krank und er hat Mitleid verdient, aber Mitleid zu zeigen, im üblichen Sinn, ist das Verkehrteste was man ihm antun kann.

mfg

Hallo,

Also bedeutet das, dass er erst eine Therapie machen wird,
wenn ich ihn verlasse?!

nein, aber Du mußt eine Distanz aufbauen, in dem Sinne, daß Du seine Probleme nicht zu Deinen machst. Er muss merken, daß Du Dich nicht von ihm einspannen läßt.

Und woher
weiß ich denn genau, ab wann man eine Therapie benötigt?

Das wirst Du als Laie kaum erkennen können, da haben selbst Spezialisten regelmäßig ihre liebe Not mit.

Könnte es nicht auch sein , dass er das von alleine
hinbekommt?

Sehr unwahrscheinlich.

Was das Antidepressiva angeht, so weiß ich, dass er dieses von
seinem Hausarzt verschrieben bekommt.

Weiß der von den anderen Sachen?

Er hat im Zusammenhang
damit auch eine Überweisung bekommen, jedoch diese nie wahr
genommen.

Was für eine Überweisung?

? Ist man nach zwei Jahren in der Lage es " einfach
abzusetzen" ?

Unwahrscheinlich.

Es kann doch nicht sein, dass ich dabei
zusehen muss, wie er sich fertig macht?

Pass besser auf, daß er/es Dich nicht fertig macht!

das kann doch nicht
die einzige Lösung sein?

Wie geagt, der einzige, der etwas machen kann ist er!

Pauschale Ratschläge kann und darf man Dir nicht geben, aber pass gut auf Dich auf!

Gandalf