Wie beständig sind Fertighäuser gegeüber Ziegelbauten?

Halten die genauso lange? Auch unter extremeren Bedingungen?

hi,

das verhält sich genau so wie die Größe von Birnen und Äpfeln.

Was sind bei dir extreme Bedingungen? Wenn man sie einmal bis unters Dach mit Wasser voll laufen lässt?

grüße
lipi

Fertighäuser in Holzrahmenständerbauweise halten ewig. Genauso wie die alten Fachwerkhäuser. die nach 100ten von Jahren noch in der Gegend rumstehen. Denn das Konstruktionsprinzip ist dasselbe: Holzrahmenständerbauweise.

Vorteil dieser Bauweise ist die sehr gute Dämmung bei geringer Wandaufbaustärke, die schnelle Errichtung und ggf. der Preis. Nachteil ist, dass diese Häuser weniger gut gegen Lärm abdämmen, deswegen würde ich an einem durch viel Straßenlärm oder ähnliche Einflüsse belasteten Bauplatz eher ein Massivhaus empfehlen. Wenn das keine Rolle spielt, ist ein Fertighaus in Holzrahmenständerbauweise eine gute Wahl.

Achte bei der Wahl des Bauträgers auf den Wandaufbau, ich würde doppelt beplankte Wände empfehlen (innen auch mit Holz, nicht nur mit Rigips), denn sonst fluchst du jedes mal, wenn du eine Vitrine, ein gerahmtes Bild, einen Hängeschrank oder sonstwas aufhängen willst.

Servus,

es gibt haufenweise Ziegelbauten aus der Zeit um 1965, die heute abbruchreif sind - das Praktische dran, dass man den Abbruch hie und da auch mit einem halben Dutzend Kegelbrüdern ohne Bagger und Abrissbirne besorgen kann: Alle im Takt mit der Schulter gegen die Wand und auf Drei ist der Salong zusammengefaltet.

Moral: Das Material „Ziegel“ ist kein Maßstab für Beständigkeit eines Bauwerks.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

Ziegelbauten aus der Zeit um 1965…
Alle im Takt mit der Schulter gegen die Wand und auf Drei ist der Salong zusammengefaltet.

Dann hätte sie jeder richtige Sturm aber auch umgehauen lol

Das klappt höchsten bei 11er-Wänden, wie sie bei Gartenlauben oder sonstigen Nebengebäuden früher mal üblich waren.

Eine sach-und fachgerecht gemauerte 24er-Wand kriegste so nicht um und bei einer 36er
schaffte das noch nicht einmal ein Geschenk aus GB, das in 15 Metern Abstand detonierte.
Nur sämtliche Fensterscheiben waren dann Märchen.

Du verwechselst das Material Ziegel mit der handwerklichen Ausführung, die gerade bei in den 1960er-Jahren vielfach schwarz gemauerten Bauten im Argen lag.
Denn der Bauherr konnte ja schlecht hinterher klagen ohne sich selber ans Messer zu liefern.

Nun, nichts wird für die Ewigkeit gebaut. Vor allem in Deutschland nicht. Wenn ich Fenster und Rollos in Holzhäuser (Niedrigenergie) einbaue, so werden diese Bauelemente dermasen mit der Fasade verklebt, das beim Fenstertausch (30 Jahre?) es ein kompletter Sanierungsfall wird. Das heißt, die komplette Fasade wird erneuert werden.

Ich habe jetzt bei einigen Fertighäusern Totalschäden gesehen die nach wenigen Jahren saniert wurden mussten. Die Fehler waren immer die selben. Falscher oder nicht vorhandener Feuchteschutz an Fassade und Fenster. Also: fehlende Hinterlüftung, eindringende Feuchtigkeit in die Dämmung, etc. Je komplizierter der Wandaufbau, desto anfälliger wird er… eine homolytische Dämmung aus Ziegel, was soll da schief laufen?

Holzhäuser, Fertighäuser sind nicht schlechter als andere. Ein Ziegelhaus braucht dicke Wände um einen hervoragenden Dämmwert zu besitzen… Bei einem Haus das Innenseitig eine Dampfbremsshülle benötigt, nun, wird diese Hülle durchlöchert kann es zu gewaltigen Feuchteschäden kommen.

Jedes Haus hat spezifische Vor- und Nachteile. Informiere dich, wäge ab und entscheide dich. Aber traue keinem Verkäufer. Denn die tun alles um zu verkaufen. Denn verkaufen ist deren Job.

Zu oben: das Konstruktionsprinzip ist m. E. nicht das selbe, denn Fachwerkhäuser kommen ohne Dampfbremsfolien aus und dieser Unterschied ist m. M. nach ein entscheidender.

grüße Helmut

Hallo BetaPhi
Wenn du daran denkst dir ein Haus zuzulegen, hast du schon ein Alter erreicht, dass du über die Beständigkeit der 2 Varianten nicht mehr nachdenken brauchst. Du lebst nicht lange genug um das Ende des Hauses zu erleben.
Es sei denn, du planst für deine Ur Ur Ur-Enkel
Die heute verwendeten Materialien sind in jeder Beziehung altersbeständiger als bei Fertighäuser aus der „Gründerzeit“. Der „schlechte“ Ruf von Fertighäusern stammt aus dieser Zeit und aus Unkenntnis der Leistungsfähigkeit der verwendeten Materialien.
Der nächste Punkt ist der der Finanzierung. Banken sichern sich, wie du wahrscheinlich schon erfahren hast, mehr als 100%tig ab und machen aber zwischen Fertighäusern und Stein auf Stein gebauten Häusern keinen Unterschied in der Baufinanzierung. Das sollte dir etwas Sicherheit geben.
Der nächste Punkt ist die Fertigstellung. Bei Ziegelbauten ist man in der Anfangsphase wetterabhängig, bis der Rohbau fertig ist und ein Dach drauf ist.
Bei Fertighäusern werden die Wände in einer Fabrik vormontiert und die Aufstellung eine Sache von wenigen Tagen.
Da spricht einiges für den Fertigbau und es ist schon merkwürdig, dass ich mir vor 20 Jahren ein Porenbetonhaus habe bauen lassen.
Wenn du an Eigenleistung denkst, um etwas Geld zu sparen, ist beim Ziegelbau mehr Potential als bei Fertighäusern. Kommt auf dein handwerkliches Geschick und auf das deiner Freunde an.
Die anderen, auch wichtigen Punkte, haben meine Vorredner schon behandelt.
Vergleiche die Preise, nimm keine Noname Firma. Du musst den Rest deines Lebens mit deiner Entscheidung leben und verlass dich bei Preis- und Leistungsgleichheit auf dein Gefühl.
Viel Spass bei diesem Abenteuer
HG16766