Unabhängig von der Antriebstechnologie wird die europäische Automobilindustrie früher oder später dasselbe Schicksal erleiden wie vor ihr die Photo-, Rundfunk- und Mobilgeräteindustrie. Das ist den Verantwortlichen in der Industrie vermutlich klar. Man hofft, wahrscheinlich zurecht, dass man das Ende ein paar Jahre nach hinten verschieben kann, indem man auf die Verbrennerschiene setzt.
Bei Facebook wurde mir inzwischen zweimal diese Grafik in meine Timeline gespült.
Ich habe die Zahlen nicht überprüft. Die Quelle ist benannt.
Ich will den großen, roten Ball so deuten: wenn der Verkehr als Umsatz- und Gewinnbringer der Ölindustrie wegfiele, wären das 77% weniger. (Betrachtet nur die Nutzung als Energiequelle, nicht die restlichen Verwendungen von Öl.)
Ich überzeugt davon, dass die Autoindustrie als Strohmann der Entscheidung vorgeschoben wird. Denn die könnte (mit weniger Personal) auch mit BEV noch Geld verdienen, die Ölindustrie aber kaum noch.
Aber ja, mir ist bewusst, dass die Grafik diverse Fragen offen lässt. (Warum extra „Strom“ und „Erneuerbare“ beispielsweise.)
Die Einschätzung teile ich. Wie groß der Einfluss der Fossillobby auf die Regierung ist, sieht man ja auch an den Entscheidungen von Gas-Kathi. Die Grafik gibt übrigens auch darüber Aufschluss, wie bescheuert das Argument der Verbrenner-Freunde ist, dass es ja angeblich nicht viel bringt bzw. völlig einseitig wäre, Kohlendioxid beim Verkehr einzusparen, wenn gleichzeitig bei Gewerbe/Industrie und Haushalten praktisch nichts passiert. Ist halt Quatsch, wie man anhand der Grafik schnell erkennen kann.
Wie man sehen kann, haben die Unternehmen (da, wo möglich) schon längst (spätestens ab 2022) auf Gas umgestellt und nutzen natürlich aus Kostengründen auch erneuerbare Energiequellen, wo es möglich ist. Insofern spielen Öl und andere fossile Treibstoffe kaum noch eine Rolle. Der Verkehr ist also wirklich mit Abstand der Bereich, in dem sich am schnellsten viel Kohlendioxid einsparen ließe. Und wir haben in Berlin eine Regierung, die die Verbilligung des Agrar-Diesels für eine sinnvollere Subvention hält als die Förderung der privaten e-Mobilität.