„der Markt hat sich unvorteilhaft entwickelt“
auftischen und das ist nun wirklich keine gute Eintrittskarte…
muß ich entschieden wiedersprechen.
Das passiert Profis wie Jungunternehmern.
Auch ich habe schon viel Geld versenkt, weil ich den Markt falsch eingeschätzt habe, das kann man nicht verhindern.
Soweit verstehe ich Deine Perspektive.
Aber was ist der Unterschied zwischen Dir und Anderen?
Primär, dass dein Unternehmen noch existiert: Man sollte seine Projekte wenigstens soweit einschätzen können, dass sie einem nicht den Laden zerreißen und sich immer absichern.
Wenn wir jetzt aber mal in Richtung Dienstleistung schauen wo man als Selbständiger sein Geld primär mit seiner eigenen, über „marktniveauüblichen“ Qualifikation verdient und dann ein Ex-Selbständiger deswegen klein beigibt weil das was er gelernt hat nicht mehr gebraucht wird, dann sprechen wir wirklich von eigenem Verschulden: Er hatte genug Gelegenheit, sich fortzubilden während der Markt sich entwickelt.
Gerade in der Dienstleistung sind Trends meist absehbar und ein Selbständiger, der vom Markt überrollt wurde weil er nur X kann, aber X nicht mehr gebraucht wird der wird auch als Angestellter versagen, da er erstens nichts anbieten kann was man jetzt direkt braucht und zweitens schon bewiesen hat dass er nicht zukunftsorientiert denkt.
Und da ich es jetzt rein aus Dienstleisterbrille gesehen hatte habe ich wohl etwas vorschnell auf „alle“ geschlossen. 'Tschuldigung.
Meine persönliche Erfahrung ist jedoch leider, dass die
meisten Ex-Unternehmer, die sich bei uns bewerben dann mit
Argumenten wie „Mein Produkt kam nicht so toll an wie ich
gehofft hatte“ bzw. „der Markt hat sich unvorteilhaft
entwickelt“ auftischen und das ist nun wirklich keine gute
Eintrittskarte…
Hundertprozentig deiner Meinung! Aber das hört sich für mich auch nach jemanden an, der „hauptberuflich“ Geschäftsführer seiner Firma war und es vergeigt hat. Wenn der dann einen Posten als Abteilungsleiter will - gute Nacht! Aber wer sich als Selbstständiger überwiegend selbst vermarktet hat, kann trotz Scheiterns für eine nichtleitende Fachstelle, die seinen Fähigkeiten entspicht, der richtige sein.
Auch ich spreche da aus meiner Erfahrung - ich kenne halt so viele Kollegen, die geniale und zuverlässige Grafiker sind, aber als Freelancer scheitern, weil sie weder mit Kundenakquise noch mit Buchhaltung noch mit Kalkulation zurechtkommen. Und man kann das nur bedingt auslagern - bei der Buchhaltung gehrt es noch, aber Kalkulation auslagern ist schwierig. Diese Kollegen sind halt Grafiker, aber keine Geschäftleute. Geborene Festangestellte.
Einige erfolgreiche Geschäftsleute, haben schon früher Firmen begraben. Sowas kommt vor und man lernt auch daraus. Erfahrung ist wichtig und hilft, später nicht mehr die gleichen Fehler zu machen.
Meine Güte, ein ganz normaler Junior(-irgendwas) muss doch
heutzutage schon so ganz nebensächlich die ganze BWL drauf
haben und nebenbei für den Friedensnobelpreis nominiert sein,
wenn man sich so die Stellenanzeigen anschaut … (scnr)
Der Grund ist nur, daß viele Personaler einfach Nieten sind, die von der Wirklichkeit keine Ahnung haben. Da werden 25-jährige mit Hochschulstudium, 10 Jahren Berufserfahrung und 5 Sprachen fließend gesucht.
Kommt auf vieles an
Bei Firmen, bei denen ich gearbeitet habe (IT-Branche, Design, Hochschule, …) wäre das zumindest kein Ausschlussgrund.
Im Mittelpunkt steht natürlich schon die Frage, WARUM die Selbstständigkeit aufgegeben werden soll.
Bsp: Da kann man auch mal bei der Wahrheit bleiben und sagen, dass man den Stress und die Unsicherheit nicht mehr ertragen konnte und jetzt wegen Kindersegen einen Job sucht, bei dem man auch 2 Monate im voraus seine Einnahmen planen kann. Hat bei mir auch geklappt
OK, als kommender Geschäftsführer einer 1000 Personen-starken Division kommt man mit so einer Begründung sicher nicht gut an, aber als normaler Angestellter schon.
Als Chef ist es nicht immer negativ, wenn die MA wissen, wie hart man für Geld eigentlich arbeiten muss. Und wenn jemand SELBST erkannt hat, dass er Schwächen hat, die eine Selbstständigkeit verbieten, dann kann er trotzdem ein guter MA werden. Manchmal GERADE dann.
Wer natürlich erst bis tief in die Pleite geritten ist und dann dem Wetter die Schuld für’s Scheitern gibt, wird es schwer haben
Der Grund ist nur, daß viele Personaler einfach Nieten sind,
die von der Wirklichkeit keine Ahnung haben. Da werden
25-jährige mit Hochschulstudium, 10 Jahren Berufserfahrung und
5 Sprachen fließend gesucht.
Du wirst es nicht glauben, aber das sind meist die Vorgaben der Abteilungsleiter, die von den Personalern umgesetzt werden sollen…