Wie bewertet Personalabteilung einen, wenn man vor

Wie bewertet Personalabteilung einen, wenn man vorher unerfolgreich selbstständig war?

Hallo,

wie wird man eigentlich von der Personalabteilung bewertet, wenn man sich für mehrere Jahre nach seinem eigentlichen Studium nicht in einer angestellten Position, sondern selbstständig war und sich jezt um eine feste Stelle bei einen Unternehmen sich bewirbt?

Vielen Dank für die Antworten. Liebe Grüße!

Erstam als Versager

Wie bewertet Personalabteilung einen, wenn man vorher
unerfolgreich selbstständig war?

Um es kurz zu machen: Als Versager.

wie wird man eigentlich von der Personalabteilung bewertet,
wenn man sich für mehrere Jahre nach seinem eigentlichen
Studium nicht in einer angestellten Position, sondern
selbstständig war und sich jezt um eine feste Stelle bei einen
Unternehmen sich bewirbt?

Dann brauchts ne sehr gute Begründung. Um meinen o.g. Satz zu ergänzen:
Aus dem Blickwinkel eines angestellten Personalers, der nach seiner Ausb./Stud. in die Personalabteilung ging, ist der Bewerber der, der aus der eigenen Firma zurück in den sicheren Hafen des Angestellendaseins wechseln will/muss, aus dem Grund, dass die eigene Firma ein Flop war.

Ich weiß dass damit ner Menge Unternehmer oder Ex-Unternehmer unrecht getan ist. Aber du wolltest ja wissen, wie es typischerweise die Personalabteilung sieht! Aber auch hier kann es Ausnahmen geben. Dann, wenn der Personaler selber solche Umstände kennt. Denn dann kann er sie anders einwerten.

Daher ist es ganz besonders wichtig, für den künftigen Ex-Unternehmer der jetzt den „rettenden“ Angestelltenvertrag haben will/muss, seine Bewegründe darzustellen.

Sagt er, dass die Firma ja eigentlich super ist, wirft das die Frage auf wieso will er dann als Angestellter gehen?
Sagt er, dass die Firma floppt, outet er sich als Versager. *1)
Sagt er, dass die Firma schrumpft und er zum Leben noch den Job braucht ist seine Lage auch schlecht. Denn lässt er die Firma nebenbei laufen ist es vielleicht ein MA der nicht bei der Sache ist oder wenn die Firma wieder anzieht, dann kündigt um wieder voll Unternehmer zu sein.

Wie vorgehen? Der Rückgang vom Unternehmen zum Arbeitnehmer wird überwiegend als versagen verstanden, da der Unternehmer als aufstrebend, vermögend usw. angesehen wird. Klar, die Realität ist oftmals anders.

*1) Hinzu kommt die Möglichkeit, dass er „Kunde“ von Peter Zwegat und Co. ist. Auch das ist für einige Firmen heute ein Umstand, den sie sich lieber nicht ins Haus wollen, weil dann erstmal 10 Gläubiger auflaufen könnten, die Ihre Kohle sehen wollen. Rein rechtlich kein Ablehnungsgrund, klar, aber solange der Markt genügend Bewerber hat…

Als Solches.

Wie bewertet Personalabteilung einen, wenn man vorher unerfolgreich selbstständig war?

Du schreibst es doch schon.

Man sieht eine Person, die sogar dann, wenn sie sämtliche Zügel selbst in der Hand hält, nicht in der Lage ist nur die notwendigsten Ziele (= Existenz sichern) zu erreichen.
Was will man mit so jemandem machen?

Die Ausnahme besteht dann, wenn man eindeutige Argumente auf den Tisch legen kann, warum man nicht mangels eigenem Talent sein Unternehmen quittiert.
Aber irgendwie fällt es immer auf einen selbst zurück:

  • Produkt hat nicht funktioniert: Warum - nicht richtig geplant?
  • Kundenbedarf hat sich geändert: Warum - nicht rechtzeitig gemerkt?
  • Konkurrenz hat uns verdrängt: Warum - keine Ideen mehr gehabt?
  • Lohnkosten haben uns aufgefressen: Warum - keine vernünftige Kostenkalkulation gemacht?

Bla bla bla… Auf alles kann eine „Warum“ Frage kommen, die immer zum gleichen Ergebnis führt: man hat’s nicht auf die Reihe gekriegt.
Und wer schon selbst mal Unternehmer war, dem eine ganz einfache Frage: würde er selbst jemand einstellen, der bewiesen hat, dass er’s nicht hinkriegt?

Die einzige Chance die man wirklich hat, ist sich was aufzubauen und sich abwerben zu lassen (Anteile verkaufen und Tschüss).

Bewerbungen von Ex-Unternehmern werfen a priori immer einen bitteren Vorgeschmack auf.

Gruß,
Michael

Hallo!

Und wer schon selbst mal Unternehmer war, dem eine ganz
einfache Frage: würde er selbst jemand einstellen, der
bewiesen hat, dass er’s nicht hinkriegt?

Ja. Wenn jemand ein exzellenter Grafik-Designer ist, aber als Selbständiger mit Buchhaltung und Rechnungsstellung überfordert war - warum soll ich ihn dann nicht als Grafik-Designer einstellen? Einen Buchhalter habe ich schon. Es gibt eben Leute, die sind fachlich top, aber für eine Selbständigkeit ungeeignet. Meine Schwester hat als Steuerberaterin zahlreiche selbständige Handwerker betreut - die haben traunmhafte Arbeit abgeliefert, aber keine vernünftige Vor- und Nachkalkulation hinbekommen. Solange der bei mir nicht kalkulieren muß, sehe ich da kein Hindernis.

Ich persönlich würde das deshalb immer differenziert betrachten - ob das Personalchefs auch tun, weiß ich nicht.

Gruß,
Max

Hallo!

Um es kurz zu machen: Als Versager.
Aus dem Blickwinkel eines angestellten Personalers …

Denken Personaler echt so eindimenmsional und undifferenziert? da kann ich nur den Kopf schütteln. Ich bin immer wieder erstaunt, mit was für einer platten Küchenpsychologie Personaler anscheinend Entescheidungen treffen …

Gruß,
Max

Hi!

Denken Personaler echt so eindimenmsional und undifferenziert?

Nein!

Gruß
Guido

Hallo!

Denken Personaler echt so eindimenmsional und undifferenziert?

Nein!

Das erleichtert mich dann doch sehr. :smile:

Ich könnte mir durchaus Situationen vorstellen, bei der ich (wäre ich ein Personaler) bei gleicher fachlicher Qualifikation den gescheiterten Selbständigen bevorzugen würde - zum Beispiel, wenn ich befürchten müsste, daß der andere meine Firma nur als Sprungbrett sieht, um sich dann in drei Jahren mit der Hälfte meiner Kunden in die Selbständigkeit zu verabschieden. Aber das liegt auch an meiner Branche (Grafik-Design), wo der Schritt in die Selbständigkeit sehr leicht ist und es viele Einzelkämpferbüros gibt.

Gruß,
Max

Mahlzeit!

Man sieht eine Person, die sogar dann, wenn sie sämtliche
Zügel selbst in der Hand hält, nicht in der Lage ist nur die
notwendigsten Ziele (= Existenz sichern) zu erreichen.

Du warst noch nie Selbstständig oder?

Bla bla bla… Auf alles kann eine „Warum“ Frage kommen, die
immer zum gleichen Ergebnis führt: man hat’s nicht auf die
Reihe gekriegt.

Du meinst wenn man das alles schön plant dann bist du erfolgreicher
Unternehmer?

Und wer schon selbst mal Unternehmer war, dem eine ganz
einfache Frage: würde er selbst jemand einstellen, der
bewiesen hat, dass er’s nicht hinkriegt?

Ja, hab ich schon mehrfach, bin übrigens immer noch Unternehmer.

Die einzige Chance die man wirklich hat, ist sich was
aufzubauen und sich abwerben zu lassen (Anteile verkaufen und
Tschüss).

Hast du das schon mal gemacht?

Bewerbungen von Ex-Unternehmern werfen a priori immer einen
bitteren Vorgeschmack auf.

Welchen denn, versteh ich nicht.

Gruß
Stefan

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Mahlzeit!

Ganz im Gegentum zu den anderen Antworten.

wie wird man eigentlich von der Personalabteilung bewertet,
wenn man sich für mehrere Jahre nach seinem eigentlichen
Studium nicht in einer angestellten Position, sondern
selbstständig war und sich jezt um eine feste Stelle bei einen
Unternehmen sich bewirbt?

Das macht bei mir keinen Unterschied. Ein kleines Plus hättest du
wenn es wirklich mehrere Jahre der Selbstständigkeit waren.

Selbstverständlich würde ich im Gespräch nachfragen was schief
gegangen ist aber das mache ich bei allen Bewerbern. Die anderen
sind ja schließlich auch nicht glücklich mit ihrem Job.

  1. Sind Personaler gar nicht so kleinkariert wie weiter unten angenommen
  2. Bei einem studierten Menschen hat doch sowieso die Fachabteilung
    das letzte Wort. Zumindest in den Companies die ich kennenlernen
    durfte, eine Vorsortierung der Personalabteilung nach Selbstständig
    oder nicht ist mir auch noch nicht untergekommen.

Gruß
Stefan

Und das…

Ja. Wenn jemand ein exzellenter Grafik-Designer ist, aber als Selbständiger mit Buchhaltung und Rechnungsstellung überfordert war - warum soll ich ihn dann nicht als Grafik-Designer einstellen?

Weil er zu verplant war, die für ihn nicht geeigneten Tätigkeiten abzugeben?

Meine Schwester hat als Steuerberaterin zahlreiche selbständige Handwerker betreut - die haben traunmhafte Arbeit abgeliefert, aber keine vernünftige Vor- und Nachkalkulation hinbekommen.

Die waren aber alle wenigstens so schlau, dass sie gemerkt haben dass es besser ist, die Steuererklärung jemand Anderen machen zu lassen.

Solange der bei mir nicht kalkulieren muß, sehe ich da kein Hindernis.

Wäre es ein kleines Hindernis, wenn er Aufgaben übernimmt und Dir versichert dass er es kann, aber diese nicht auf die Reihe bekommt und das nicht zugibt, bevor die Deadline überschritten ist?

Ich persönlich würde das deshalb immer differenziert betrachten - ob das Personalchefs auch tun, weiß ich nicht.

Natürlich muss man das.
Aber wie gesagt, wenn es nicht verdummenich gute Erklärungen gibt, kann man mit der „Warum“ Frage jedes Argument für die Aufgabe einer Selbständigkeit so auseinandernehmen, dass der Betroffene als inkompetent dasteht.

Meine Güte, auch Personaler wissen dass niemand perfekt ist.
Aber die Leute werden nun mal dafür bezahlt, das Haar in der Suppe zu finden und wenn sie sich da keine Mühe geben, dann sind sie selbst fehl am Platz.
Es geht nicht darum, den perfekten Kandidaten zu finden, sondern den bestmöglichen, und wenn man ihnen schon Schwachpunkte auf dem Silbertablett serviert, sollte man ziemlich gut vorbereitet sein, diese zu entkräften.

Gruß,
Michael

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Was heißt Erfolg?
Auch Dir Mahlzeit :wink:

Ich fühle einige meiner Argumente ins Gegenteil verquert, aber das ist für mich jetzt unerheblich, denn ich sehe Potential:

Ja, hab ich schon mehrfach, bin übrigens immer noch Unternehmer.

Ich glaube, Du kannst in diesem Thread viel Positives beisteuern, wenn Du uns die wichtigsten Kriterien verrätst, die so stark für einen fehlgeschlagenen Unternehmer sprechen, dass man diesem den Vorzug gibt.
Damit würde ich etwas lernen und Du im Sinne der eigentlichen Fragestellung wohl sogar mehr beitragen als ich.
In diesem Sinne freue ich mich auf Deine Einsichten :wink:

Gruß,
Michael

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Ist das so einfach?

Ich könnte mir durchaus Situationen vorstellen, bei der ich (wäre ich ein Personaler) bei gleicher fachlicher Qualifikation den gescheiterten Selbständigen bevorzugen würde

Bestes Szenario wäre die Gehaltsfrage. Der Ex-Selbständige bäckt möglicherweise kleinere Brötchen, weil er weiß wie hart jeder Euro verdient sein will.

zum Beispiel, wenn ich befürchten müsste, daß der andere meine Firma nur als Sprungbrett sieht, um sich dann in drei Jahren mit der Hälfte meiner Kunden in die Selbständigkeit zu verabschieden.

Wenn ich weiß, dass das passieren wird - warum verhindere ich es nicht vertraglich oder organisatorisch?

Aber das liegt auch an meiner Branche (Grafik-Design), wo der Schritt in die Selbständigkeit sehr leicht ist und es viele Einzelkämpferbüros gibt.

In anderen Branchen ist es anders - da, wo eine Existenz nur möglich ist, wenn man einen festen Kundenstamm besitzt und einen gewissen Ruf etabliert hat.
Da kann ein gescheiterter Selbständiger sogar schon bekannt sein und wenn dem so ist, geht dessen Anstellung leicht nach hinten los - man wird dessen Leistungen kaum verkaufen können und sich möglicherweise noch ein Stigma anheften.

Gruß,
Michael

Gute Menschenkenntnis!
Hallöchen nochmal,

Selbstverständlich würde ich im Gespräch nachfragen was schief gegangen ist aber das mache ich bei allen Bewerbern.

Da würdest Du bei Leuten meiner Branche auf Granit beißen.
Die meisten Kollegen dort lassen nichts schiefgehen, und wenn doch, reißen sie selbst das Ruder rum.

Die anderen sind ja schließlich auch nicht glücklich mit ihrem Job.

Och, das halte ich für eine ziemliche Unterstellung.
Vielfach bewirbt man sich nur aus ganz primitiven Motiven: Mehr. Mehr Geld, Macht oder wasauchimmer zumindest mehr.
Dieses „Mehr“ zu kriegen kann schnell oder langsam gehen, und viele sehen einen Jobwechsel einfach nur als günstige Gelegenheit, schneller und einfacher mehr zu kriegen.
Dass sie nicht glücklich sind mit ihrem Job halte ich pauschal für eine mindestens so große Fehleinschätzung wie die Annahme, Personaler sortieren anhand der Worte „Aufgegebene Selbständigkeit“ aus.

Um zu so einer Aussage zu kommen, müssen ganz andere Indizien vorliegen.

  1. Sind Personaler gar nicht so kleinkariert wie weiter unten angenommen

Aber sie machen idealerweise ihren Job ordentlich.
Und dazu gehört auch, unangenehme Fragen zu stellen, so es bei der Findung des geeigneten Kandidaten hilft.
Und daraus bildet man dann Erfahrungswerte und Wahrscheinlichkeitsverteilungen - und die sehen dann ungünstig aus.

  1. Bei einem studierten Menschen hat doch sowieso die Fachabteilung das letzte Wort.

Tschä, wenn die Fachabteilung disjunkt mit der Personalabteilung ist dann macht das vielleicht einen Unterschied.

Zumindest in den Companies die ich kennenlernen durfte, eine Vorsortierung der Personalabteilung nach Selbstständig oder nicht ist mir auch noch nicht untergekommen.

Zumindest bei einigen mir bekannten Unternehmen gibt es aber einen mehr oder weniger standardisierten Fragekatalog, bei dem eine etwaige Selbständigkeit auch thematisiert wird und viele Bewerber schneiden bei diesen Fragen dann grottenschlecht ab - aber das mag auch an meiner Branche liegen.
Trotzdem, ein Personaler der die Selbständigkeit nicht auf den Tisch bringt im Vorstellungsgespräch macht seinen Job nicht richtig.

Gruß,
Michael

Hallo!

Ich fühle einige meiner Argumente ins Gegenteil verquert, aber
das ist für mich jetzt unerheblich, denn ich sehe Potential:

Höre ich da ein weniglich Ironie?

In diesem Sinne freue ich mich auf Deine Einsichten :wink:

Wenn ich mir meinen Jahrgang (E-Technik RWTH-Aachen) anschaue was die
so nach dem Studium getrieben haben. 90% haben sich bei BMW, Audi,
Siemens, etc beworben. Ein sicheres Einkommen, damals noch
vermeintlich sicheren Job das waren die Ideale.
Mir ist da jemand der mal was versucht und mal ein wenig riskiert
deutlich lieber. Zumal er von einigen Jahren sprach was durchaus
dafür spricht das er es nicht mal eben aus Langeweile gemacht hat.

Direkt nach dem Studium auch der richtige Augenblick, später
mit Frau/Kind/Haus wird es nur noch viel, viel schwerer.

Warum sowas schief geht hat vielfältige Gründe, je nachdem kann
eine einzelne Isolvenz eines Kreditors reichen, vieleicht noch
garniert mit säumigen Zahlern, wie sie heute durchaus üblich sind.

Falls man sich mal Auschreibungen auf Trainee Programme,
Projektmanager, etc. anschaut steht da immer „Unternehmerisches Denken und Handeln“.
Wer hat wohl mehr davon, der gescheiterte Jungunternehmer oder der
Absolvent mit den ersten paar Jährchen Berufserfahrung im stillen
Kämmerlein.

Gruß
Stefan

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Hallo!

Da kann ein gescheiterter Selbständiger sogar schon bekannt
sein und wenn dem so ist, geht dessen Anstellung leicht nach
hinten los - man wird dessen Leistungen kaum verkaufen können

Falls es Dir entgangen ist: Ich sprach von Selbständigen, die nicht aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation gescheitert sind. Wie schon gesagt: Ein Schreiner, der schlecht kalkuliert, kann immer nmch ein guter Schreiner sein.

Gruß,
Max

Aber die Leute werden nun mal dafür bezahlt, das Haar in der
Suppe zu finden

Ja, den Eindruck habe ich auch. :smile:

Gruß,
Max

Hallo!

Trotzdem, ein Personaler der die Selbständigkeit nicht
auf den Tisch bringt im Vorstellungsgespräch macht seinen Job
nicht richtig.

Es ist immer gut, Dinge vehement zu wiederlegen, die keiner behauptet hat. :smile: Ich kann mich nicht erinnern, daß hier irgend jemand behauptet hat, der Personaler solle das nicht auf den Tisch bringen. Es ging lediglich um die Frage, ob man als Personaler eine gescheiterte Selbständigkeit von vornherein negativ bewerten sollte. Und da denke ich: Nein. Aber das hängt vermutlich wirklich von der Branche ab.

Gruß,
Max

Keine Ironie!

Höre ich da ein weniglich Ironie?

Wenn ja dann kommt es falsch rüber. Ich habe mir absichtlich weitere Bemerkungen verkniffen weil ich es wirklich für gut erachte wenn Du Deine Perspektive im Sinne dieses jetzigen Postings einbringst.

Ein sicheres Einkommen, damals noch vermeintlich sicheren Job das waren die Ideale.
Mir ist da jemand der mal was versucht und mal ein wenig riskiert deutlich lieber.

Gut, Du hast sicherlich Recht, dass in dieser Hinsicht ein fehlschlagender Jungunternehmer motivierter ist als ein risikoaverser „Stubenhocker“.

Warum sowas schief geht hat vielfältige Gründe, je nachdem kann eine einzelne Isolvenz eines Kreditors reichen, vieleicht noch garniert mit säumigen Zahlern, wie sie heute durchaus üblich sind.

Sowas ist halt einer von den wenigen guten Gründen, die man durchaus akzeptieren kann.
Meine persönliche Erfahrung ist jedoch leider, dass die meisten Ex-Unternehmer, die sich bei uns bewerben dann mit Argumenten wie „Mein Produkt kam nicht so toll an wie ich gehofft hatte“ bzw. „der Markt hat sich unvorteilhaft entwickelt“ auftischen und das ist nun wirklich keine gute Eintrittskarte…

Falls man sich mal Auschreibungen auf Trainee Programme, Projektmanager, etc. anschaut steht da immer „Unternehmerisches Denken und Handeln“.

Nagut, aber wenn ein, um mal Dein Beispiel zu nehmen, Unternehmer mit 19 Jahren Berufserfahrung der sich auf ein Traineeprogramm bewirbt, Was macht man mit solchen Leuten? Kann man es ihnen überhaupt recht machen? Würden sie mit dem Job glücklich?

Beim Projektmanager sieht es halt wieder anders aus, da kann die Erfahrung helfen.

Wer hat wohl mehr davon, der gescheiterte Jungunternehmer oder der Absolvent mit den ersten paar Jährchen Berufserfahrung im stillen Kämmerlein.

Das Argument akzeptiere ich.
Natürlich gibt es auch Perlen unter den vielen Bewerbern, so richtige verborgene Schätzchen, aber ich selbst hatte dieses Glück bei Ex-Unternehmern einfach nie.

Dann möchte ich mich ganz herzlich für deine Sichtweise danken, kriegst ein Sternchen.

Gruß,
Michael

Okay okay…

Falls es Dir entgangen ist: Ich sprach von Selbständigen, die nicht aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation gescheitert sind.

Gut, wenn man die fachliche Qualifikation hundertprozentig von ihrer zukünftigen Tätigkeit trennen kann. Also wenn sie in ihrem neuen Job keine Budgets planen, Risiken abwägen, Terminpläne aufsetzen etc. müssen.

Wie schon gesagt: Ein Schreiner, der schlecht kalkuliert, kann immer nmch ein guter Schreiner sein.

Das stimmt. Aber welches Unternehmen sucht denn heutzutage noch festangestellte Schreiner, die nur schreinern?
Meine Güte, ein ganz normaler Junior(-irgendwas) muss doch heutzutage schon so ganz nebensächlich die ganze BWL drauf haben und nebenbei für den Friedensnobelpreis nominiert sein, wenn man sich so die Stellenanzeigen anschaut … (scnr)

Gruß,
Michael

Hallo!

So verschiedene Ansichten haben wir doch gar nicht aber …

da

„der Markt hat sich unvorteilhaft entwickelt“
auftischen und das ist nun wirklich keine gute Eintrittskarte…

muß ich entschieden wiedersprechen.

Das passiert Profis wie Jungunternehmern.

Auch ich habe schon viel Geld versenkt, weil ich den Markt falsch
eingeschätzt habe, das kann man nicht verhindern. Größere Firmen
leisten sich ganze Abteilungen die Markt- Design-studien machen,
sowas können Kleinunternehmer nicht finanzieren.

Falls es dich interessiert, zusammen mit zwei Weltkonzernen
haben wir auf den Markt „mobiles DVB-T“ gesetzt und ein entsprechendes
Gerät entwickelt. Also Geräte die im Bus, in der Bahn beim
spazierengehen, etc. Fernsehempfang ermöglichen. Bis heute ist der
Markt nicht existend, Navis oder Handy mit DVB-T Empfang gibt es in
hömeophatischen Mengen.

Gruß
Stefan

1 „Gefällt mir“