Wie bewirbt man sich? (verschoben aus Finzpolitik)

Moin Christian,

Derartige Verallgemeinerungen sind spitze. Von „immer“ war
überhaupt nicht die Rede. Es ging mir daraum, daß man
tunlichst ein paar Informationen darüber einholt, ob der
Beruf, den man sich so vorstellt, zum voraussichtlichen
Zeitpunkt des Ausbildungsendes, Perspektiven bietet.

Das ist Quatsch. Einfach weil dir das - ausser vielleicht bei Exotenfächern - niemand sagen kann. Sicher gibt es den Schweinezyklus. Aber wann der umkippt ist offen. Wäre es anders, könnte man sehr viel Geld mit der Info erzielen.

Wäre mein Freund ein Jahr früher mit der Diss fertig geworden, hätte er leichtes einen Job bekommen.

Wäre mein Freund ein Jahr später mit der Diss fertig geworden, hätte er vielleicht noch einen Job in der IT-Branche bekommen. Wäre aber wahrscheinlich schnell wieder rausgeflogen, weil da der Zyklus umkippte.

Ich würde
heute niemandem raten, eine Ausbildung in Richtung Bank zu
beginnen (egal ob Bankausbildung oder Studium mit
entsprechendem Schwerpunkt) und genauso habe ich mir vor 10
Jahren davon abgeraten, Chemie zu studieren.

Tja. Glück gehabt. Mehr nicht.

Ciao

Ralf

Moin Christian,

Den letzten Satz werte ich mal als das, was er ist: Eine
Unverschämtheit.

Nein, es ist Fakt. Man sollte irgendwann einmal sich kritisch hinterfragen, wo seine Schwächen und Stärken liegen und zu welchen Themen man sich kompetent äussern kann und zu welchen nicht.

Diese Selbstkritik fehlt dir ganz offensichtlich.

Aus dem, was ich geschrieben habe, liest Du
eine Aussage über Qualität und Erfolg von Bewerbungen heraus,
die Du mit den gegebenen Informationen gar nicht treffen
kannst.

Doch, ohne weiteres. Du hast deutlich gemacht, wie du an die Sache herangehst: nämlich grundfalsch. Ausser Schrott kann da nichts herauskommen.

Wenn Du Stunden brauchst, um eine Bewerbung zusammen
zu stellen, ist das Dein Problem. Eventuell denken/arbeiten
andere Menschen da schneller…

Es geht nicht um die Technik. Das ist kein Problem. Es geht um die Herangehensweise. Ganz offensichtlich verstehst du das nicht, weil du über dieses, was am Beginn einer Beratung stehen müsste, du dir noch nie Gedanken gemacht hast.

Und Fakten zeige ich hier im
Forum immer wieder gerne auf.

In diesem Fall reitest Du auf etwas herum, was Du für ein
Faktum hälst jedoch keines ist. Da Du nicht bereit bist, von
Deiner Meinung auch nur einen Millimeter abzurücken, handelt
es sich hier nichtum eine Diskussion, sondern um einen Monolog
Deinerseits und einen einseitigen Diskussionversuch
meinerseits. Das erscheint mir wenig sinnvoll und findet ab
jetzt ohne meine Beteiligung statt.

Ist auch besser so. Wer erwiesenermassen keine Ahnung hat, sollte sich auch zu einem Thema besser nicht äussern.

Ciao

Ralf

Moin geisha,

das Bewerben Arbeit ist, keine Frage. Dennoch kann man es
nicht so streng sehen.

Richtig. Man kann auch schlechte Bewerbungen abliefern.

Ich habe täglich einige Bewerbungen auf dem Tisch,
unterschiedlichster Coleur. Klar muss man sich von der Masse
abheben, also muss auch ein roter Faden in deiner Mappe
erkennbar sein.

Richtig. Und diesen muss man herausarbeiten. Und zwar für jede Anzeige neu (ausser, wie ich ja schrieb, man antwortet nur auf fast gleichlautende Anzeigen. Ist also nicht flexibel). Ansonsten muss man sich immer wieder neu fragen (und neu herausarbeiten), wie man begründet, dass man gerade auf diese Stelle passt.

Es sollte auch ersichtlich sein, wo man
eigentlich hin will. Beispiel: mit Computer kann irgendwie
jeder, aber interessiert und kann er programmieren, wenn dann
was? Oder liegt ihm eher das Admintrative. Bildet er sich in
die Richtung weiter? Was ist das Ziel? So was weckt Interesse!

Ja, eben.

Die meisten Mappen sind 08/15 mit vielen Fehlern und lieblos
zusammengestellt. Aber es gibt immer noch Ausnahmen.

Sich allerdings so intensiv auf ein Vorstellungsgespräch
vorzubereiten und das nachbereiten finde ich maßlos
übertrieben.

Das Gegenteil ist der Fall. Ich kenne Leute, die haben sich intensiver drauf vorbereitet. Eine Freundin musste z.B. bei einem Chemiekonzern zwei(!) Vorträge auf Englisch halten. Da ist natürlich jeweils eine Woche intensiver Vorbereitungszeit (also zwei Wochen für eine Stelle) draufgegangen. Anschliessend haben sie ihr gesagt, dass ihr Englisch nicht ausreichend ist. Hätten sie ihr das nicht schon nach dem ersten Vortrag sagen können???

Aber von solchen Extrembeispielen habe ich bislang noch nicht gesprochen.

Was mittlerweile häufig praktiziert wird, ist ein so genanntes
‚Probearbeiten‘? Da verstehe ich immer noch nicht den Sinn.
Entweder hat man die Fähigkeiten die im Lebenslauf beschrieben
sind, die müssen nicht nochmal auf die Probe gestellt werden.
Da scheint mir kein Vertrauen da zu sein, oder?

Eigentlich nicht. Ist aber, wie du richtig schreibst, immer häufiger Standard. Das heisst, der Aufwand für Bewerbungen wird also in der Zukunft eher zu- als abnehmen. Was ich geschrieben habe, wird dann eher der untere Zeitaufwand sein.

Ciao

Ralf

Hallo Ralf,

Den letzten Satz werte ich mal als das, was er ist: Eine
Unverschämtheit.

Nein, es ist Fakt. Man sollte irgendwann einmal sich kritisch
hinterfragen, wo seine Schwächen und Stärken liegen und zu
welchen Themen man sich kompetent äussern kann und zu welchen
nicht.

Aha, räusper…

Diese Selbstkritik fehlt dir ganz offensichtlich.

Ähm, räusper…

Doch, ohne weiteres. Du hast deutlich gemacht, wie du
an die Sache herangehst: nämlich grundfalsch. Ausser Schrott
kann da nichts herauskommen.

Mmh…

Ist auch besser so. Wer erwiesenermassen keine Ahnung hat,
sollte sich auch zu einem Thema besser nicht äussern.

ACK

Sag mal ehrlich, was willst Du uns eigentlich beweisen? Mittlerweile sind hier 5 Leute, die Deine Herangehensweise aus persönlicher, erfolgreicher Erfahrung zum Teil beiderseits des Bewerbungstisches als zumindest kritikwürdig einstufen…

Und trotzdem hälst Du uns alle anscheinend für unfähig in dieser Thematik und Dich im Besitz der allein glückselig-machenden Weisheit.

Seltsam…

War auch mein letztes statement zu diesem Monolog. Schade auch.

@MOD: Kann auch gerne gelöscht werden…

Grüße
Jürgen

Hi!

ACK

Sag mal ehrlich, was willst Du uns eigentlich beweisen?
Mittlerweile sind hier 5 Leute, die Deine Herangehensweise aus
persönlicher, erfolgreicher Erfahrung zum Teil beiderseits des
Bewerbungstisches als zumindest kritikwürdig einstufen…

Und trotzdem hälst Du uns alle anscheinend für unfähig in
dieser Thematik und Dich im Besitz der allein
glückselig-machenden Weisheit.

Seltsam…

War auch mein letztes statement zu diesem Monolog. Schade
auch.

Mit diesem User habe ich ähnliche Erfahrungen gesammelt, das hier war noch harmlos (bislang).

Ich möchte nochmals erwähnen, dass es für fast alle der gut ausgebildeten Menschen in Deutschland, die einen Jobwechsel planen oder nach Arbeitslosigkeit einen neuen Job suchen, absolut kein Problem ist, dies neben dem Job bzw. überhaupt zu organisieren. Das ist für sehr viele doch auch einfach ganz normal, man bewirbt sich doch auch ab und an mal rein zum Test des Marktwertes. Hier plötzlich den Bewerbungsvorgang zu einem Fulltimejob zu stilisieren, ist realitätsfern. Üblicherweise ist der ganze Kram an einem Wochenende zusammengesucht, kopiert und in Form gebracht, ich habe das für mich selbst, für Familienmitglieder, sowie für zahlreiche Bekannte schon x-mal erledigt. Und das mit zumeist durchschlagendem Erfolg. Es kommt eben drauf an, ob man fokussiert arbeiten kann, oder nicht. Und nicht zuletzt zählt natürlich auch die Auswahl der Stellen, auf die man sich bewirbt. Schätzt man sich falsch ein, ist hier schon die Tür zu, ohne dass man es zunächst merkt. Daher gilt: immer nahe an der Realität bleiben…

Grüße,

Mathias

Weißt du Ralf, mir kommt das mittlerweile wie eine Prüfung vor. Das bedautet doch richtig Stress. Ich habe dann keine Lust mehr dort zu arbeiten. Wobei dieses Probearbeiten habe ich auch hinter mir. Das war purer Stress und ich war danach total verunsichert.

Das hat sehr viel mit den Kosten einer Einarbeitung zu tun, sollte ein Mitarbeiter doch noch den Anforderungen genügen, waren die Investionen umsonst. Ich glaube, da war mal von 15.000 DM die Rede. Ist aber zu lange her …

G

Hallo Geisha,

Das hat sehr viel mit den Kosten einer Einarbeitung zu tun,
sollte ein Mitarbeiter doch noch den Anforderungen genügen,
waren die Investionen umsonst. Ich glaube, da war mal von
15.000 DM die Rede. Ist aber zu lange her …

Das ist IMHO ein ziemlich niedriger Wert für eine Einarbeitung eines Mitarbeiters in eine halbwegs hochwertige (nicht McDoof-)Stelle. Du mußt ganz einfach rechnen:
Dauer der Einarbeitung ca. 3 Mon. Arbeitgeberbrutto des Neulings ca. 50 TEUR pro Jahr, dazu noch zwei, drei Schulungen, Einweisungsmeetings mit erfahrenen Mitarbeiern und schon bist Du ratz fatz bei Summen von 15 TEUR und höher.

Und genau deswegen geben Firmen ein Schweingeld aus für ACs u.ä. (kann pro Bewerber 4stellige EUR-Summen annehmen), um solche Desaster möglichst ausschließen zu können.

Obs damit besser klappt, ist wiederum ein anderes Thema…

Grüße
Jürgen

Ich möchte nochmals erwähnen, dass es für fast alle der gut
ausgebildeten Menschen in Deutschland, die einen Jobwechsel
planen oder nach Arbeitslosigkeit einen neuen Job suchen,
absolut kein Problem ist, dies neben dem Job bzw. überhaupt zu
organisieren.

Richtig. Ist dann auch eine andere Situation. Wenn du in einem Job bist und du planst einen Wechsel, ist es in der Regel relativ unwichtig, ob du im Februar oder im Juli einen neuen Arbeitsplatz hast. Dann kannst du das ganz anders organisieren. Ausserdem kannst du dir relativ problemlos mal einen Tag Urlaub nehmen. Hast du einen neuen Job übernommen, kannst du nicht praktisch jede Woche einen Urlaubstag nehmen.

Und nicht zuletzt zählt natürlich auch die Auswahl der
Stellen, auf die man sich bewirbt.

Richtig. Wenn du einen festen Arbeitsplatz hast, wirst du dich natürlich nur auf ausgewählten Stellen bewerben. Wenn es da nicht klappt, dann bleibst du halt (vielleicht zähneknirschend) auf diesem Arbeitsplatz.

Schätzt man sich falsch
ein, ist hier schon die Tür zu, ohne dass man es zunächst
merkt. Daher gilt: immer nahe an der Realität bleiben…

Eben. Aufgrund der völlig anderen Ausgangslage ist auch die Bewerberposition eine völlig andere. Und hat mit dem in diesem Thread diskutierten Thema nichts zu tun.

Moin Jürgen,

Sag mal ehrlich, was willst Du uns eigentlich beweisen?
Mittlerweile sind hier 5 Leute, die Deine Herangehensweise aus
persönlicher, erfolgreicher Erfahrung zum Teil beiderseits des
Bewerbungstisches als zumindest kritikwürdig einstufen…

Naja, mich überzeugen halt Argumente und nicht die Anzahl der Personen, die anderer Meinung sind.

Die Personen, die hier argumentieren, waren - nach eigener Darstellung - nie über eine längere Zeit arbeitslos. Daher sind es zwar fünf Gegenmeinungen, aber alles von Leuten, die keine Ahnung vom Thema haben, über das hier diskutiert wird.

Ich sagte ja schon: natürlich kann man mit qualitativ schlechten Bewerbungen einen Job bekommen, wenn sie inhaltlich herausragend sind. In der Regel gibt es aber mehrere inhaltlich herausragende Bewerbungen, so dass dies meistens nicht reicht.

Wenn es dann dennoch bei einem geklappt hat, kann man natürlich sagen: „Bei mir hat eine 08/15-Bewerbung auch gereicht. Also reicht sie bei jedem.“ Der erste Satz ist dann zutreffend, die Schlussfolgerung nicht.

Ciao

Ralf

Da ja viele hier keine Ahnung haben, wie man sich vernünftig
bewirbt (obwohl sie behaupten, sich selbst schon mal beworben
zu haben).

Hallo Ralf,

den ganzen weiteren Teil habe ich nicht weiter verfolgt.
Wenn Du allerdings meinst, obiger Satz sei eine im Sinne ergiebiger Kommunikation hilfreiche Einleitung, werden Dir Deine intensiven Aufwände bei Bewerbungen nichts nutzen, weil Du das Bewerbungsgespräch kaum überstehen wirst.

Max

P.S. Ich habe 1990 mein Studium beendet. Damals wurden etwa 2mal soviele Physiker fertig wie im Schnitt. Gleichzeitig wurden wg. Deutscher Einheit in allen großen Firmen F&E massiv reduziert.
Ich habe insgesamt 7 Bewerbungen in ganz Deutschland geschrieben und habe dann bei einer Versicherung in der EDV begonnen. In der Firma bin ich heute noch (wenn auch an anderer Position).
Meine Bewerbung habe ich auf einem 9-Nadeldrucker gedruckt, einen Anzug hatte ich nicht. Mein Einstiegsgehalt war (1991) 60000,- DM p.a.

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Die Personen, die hier argumentieren, waren - nach eigener
Darstellung - nie über eine längere Zeit arbeitslos. Daher
sind es zwar fünf Gegenmeinungen, aber alles von Leuten, die
keine Ahnung vom Thema haben, über das hier diskutiert wird.

Was ist das denn für eine Logik? Kurze Phasen der Jobsuche/Arbeitslosigkeit sprechen ja wohl eher dafür, daß die Bewerbungen so schlecht nicht gewesen sein können. Ist hingegen jemand über Jahrzehnte müßte er nach Deinen Worten Experte für Bewerbungsfragen sein. Dieser Logik vermag ich nicht zu folgen.

C.

Moin Christian,

Was ist das denn für eine Logik? Kurze Phasen der
Jobsuche/Arbeitslosigkeit sprechen ja wohl eher dafür, daß die
Bewerbungen so schlecht nicht gewesen sein können. Ist
hingegen jemand über Jahrzehnte müßte er nach Deinen Worten
Experte für Bewerbungsfragen sein. Dieser Logik vermag ich
nicht zu folgen.

Dann denk mal kurz nach.

Die meisten Akademiker haben die Vorstellung, dass sie gut sind und schnell einen Job finden. Sie schmieren mal kurz eine Bewerbung hin (ist ja hier von vielen eindrucksvoll dargestellt worden. Natürlich glaubt keiner von sich, dass sie hingeschmiert ist. Wird aber deutlich, wenn man die Einstellung hier verfolgt). Wenn sie Glück haben, finden sie damit eine Stelle und meinen, dass es an ihrer Bewerbung gelegen hat.

Erst wenn man länger arbeitslos ist, fragt man sich, woran es liegen könnte. Und dann beginnt man an der Bewerbung zu feilen und sie vernünftig zu gestalten. Weil man die halt schneller verbessern kann als seine Ausbildung.

Ist ein typischer Ablauf.

Moin Max,

Da ja viele hier keine Ahnung haben, wie man sich vernünftig
bewirbt (obwohl sie behaupten, sich selbst schon mal beworben
zu haben).

Hallo Ralf,

den ganzen weiteren Teil habe ich nicht weiter verfolgt.
Wenn Du allerdings meinst, obiger Satz sei eine im Sinne
ergiebiger Kommunikation hilfreiche Einleitung, werden Dir
Deine intensiven Aufwände bei Bewerbungen nichts nutzen, weil
Du das Bewerbungsgespräch kaum überstehen wirst.

Ich gehe davon aus, dass Leute, die hier nachgewiesenermassen keine Ahnung von einer Sache haben, die Bereitschaft zum Lernen haben. Bei einem Vorstellungsgespräch gehe ich nicht davon aus, dass mein Gegenüber von der Sache, über die wir sprechen, keine Ahnung hat. Insofern ist das eine andere Ausgangsbasis.

Allerdings stelle ich auch hier immer wieder fest, dass die Bereitschaft zum Lernen gering ist und/oder dass Leuten die Selbsterkenntnis fehlt, über eine Sache keine Ahnung zu haben.

P.S. Ich habe 1990 mein Studium beendet. Damals wurden etwa
2mal soviele Physiker fertig wie im Schnitt. Gleichzeitig
wurden wg. Deutscher Einheit in allen großen Firmen F&E massiv
reduziert.
Ich habe insgesamt 7 Bewerbungen in ganz Deutschland
geschrieben und habe dann bei einer Versicherung in der EDV
begonnen. In der Firma bin ich heute noch (wenn auch an
anderer Position).
Meine Bewerbung habe ich auf einem 9-Nadeldrucker gedruckt,
einen Anzug hatte ich nicht. Mein Einstiegsgehalt war (1991)
60000,- DM p.a.

Fein. Und?

Ciao

Ralf

Hallo,

Da ja viele hier keine Ahnung haben, wie man sich vernünftig
bewirbt (obwohl sie behaupten, sich selbst schon mal beworben
zu haben).

-)

natürlich erhöht es die Chancen auf die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, eine ordentlich aufbereitete, passgenau formulierte Bewerbung zu schreiben, allerdings ist auch die tollste Bewerbung keine Garantie.

Ich habe einige Jahre unter anderem als Bewerbungstrainerin gearbeitet, oftmals waren es gerade die Bewerber, die keinen Job bekamen, die sich minutiös auf ALLE (wirklich alle) möglichen und unmöglichen Fragen und Varianten eines Bewerbergespräches vorbereitet hatten. Erst mal natürlich, weil die Schlussfolgerung naheliegt, dass sie nicht wirklich in der Lage sind Prioritäten zu setzen und zweitens, weil genau das natürlich auch der Personaler merkt (spätestens im Gespräch).

  1. Unterlagen zusammenstellen und kopieren (am besten gleich
    100mal, dann reicht es erst einmal eine Weile).

…und im Copyshop auch gleich die Mappen kaufen und die Umschläge… spart ja doch ein bisschen Zeit…

  1. Bewerbungsanschreiben erstellen. Auch hier habe ich vier
    verschiedene Versionen. Natürlich wird sie dann noch mal
    verändert, wenn es ein aktuelles Anschreiben ist. Sicherlich
    kann man Bausteine übernehmen, aber es darf nicht auffallen,
    dass es Bausteine sind.

  1. Mit (Kurz-)Bewerbungen und (Kurz-)Lebenslauf zu einem
    Experten gehen (Bewerbungscenter). …
  2. Aufgrund der Tipps die Unterlagen überarbeiten. Eventuell
    ein zweites Mal (zur Bestätigung) hingehen.
  3. Zeitungen kaufen und studieren.
  4. Informationen zu den entsprechenden Firmen heraussuchen
    und in das Bewerbungsanschreiben einarbeiten.

Ganz ehrlich… nach diesem Verfahren dauert es in der Tat Wochen, bis eine Bewerbung fertig ist. Liebe Leute, es ist durchaus sinnvoll, sich ZUERST die Stelle zu suchen, DANN dort anzurufen und DANN das evtl. bereits vorhandene Anschreiben darauf passgenau zu formulieren. Spart ebenfalls Zeit.

Die meisten Bewerbungscenter checken Anschreiben auch per mail mit einer kurzen Rückmeldung dazu. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn man vorher schon einmal in einem persönlichen Gespräch die Unterlagen gemeinsam und detailliert besprochen hat.

  1. Vor Vorstellungsgesprächen: Welche Fragen können kommen?

Welche Antworten sind richtig? Habe ich alles passend
zusammen?
16. Am Vormittag (wenn noch Zeit): sich auf das Gespräch in
Ruhe vorbereiten. Auch natürlich: welche Fragen kann man
selbst stellen?

Ja, richtig. Dabei aber bitte bedenken, dass die Personaler natürlich auch einen Eindruck vom Menschen haben möchten, der sich dort bewirbt und nicht der vom Bewerber gelesenen Bücher bzw. der Tipps diverser Bewerbungstrainer.
Ich stelle sicherlich niemanden ein, der sich darstellt wie ein wandelndes durchgestyltes Bewerbungsbuch und keinerlei persönliches Profil mehr besitzt…

Natürlich kann man auch weniger Zeit für eine Bewerbung
aufwenden. Aber dann kann man es auch gleich lassen.

Oder einfach die Zeit effektiv und effizient nutzen , die zu Verfügung steht :wink:

Gruß

Kirstin

Hallo Christian!

Die Personen, die hier argumentieren, waren - nach eigener
Darstellung - nie über eine längere Zeit arbeitslos. Daher
sind es zwar fünf Gegenmeinungen, aber alles von Leuten, die
keine Ahnung vom Thema haben, über das hier diskutiert wird.

Was ist das denn für eine Logik? Kurze Phasen der
Jobsuche/Arbeitslosigkeit sprechen ja wohl eher dafür, daß die
Bewerbungen so schlecht nicht gewesen sein können. Ist
hingegen jemand über Jahrzehnte müßte er nach Deinen Worten
Experte für Bewerbungsfragen sein. Dieser Logik vermag ich
nicht zu folgen.

Wer vermag das schon?
Analog dürfte man dann auch nicht über Aids diskutieren, ohne infiziert zu sein.

Nicht arbeitslos sein als Stigma? Hochinteressant, ich allerdings folge lieber Deiner Logik. Dass diejenigen, die nie lange) arbeitslos waren und dennoch ab und an den Job gewechselt haben wohl auch die Personen mit dem gewissen Vorsprung in Sachen Bewerbung sein dürften, ist auch nicht schwer zu durchschauen, wie ich meine…

Grüße,

Mathias

Aber Ralf

Ich gehe davon aus, dass Leute, die hier nachgewiesenermassen
keine Ahnung von einer Sache haben, die Bereitschaft zum
Lernen haben. Bei einem Vorstellungsgespräch gehe ich nicht
davon aus, dass mein Gegenüber von der Sache, über die wir
sprechen, keine Ahnung hat. Insofern ist das eine andere
Ausgangsbasis.

Warum denn so schüchtern ? Ganz sicher ist es doch nur ein TEST. Dein Gegenber will herausfinden, ob die das Selbstbewußtsein besitzt, ihn auch im Vorstellungsgespräch zu korrigieren. Und sowieso, wieso hat der Ahnung ? Wer weiss, wie der seinen Job gekriegt hat ? Vermutlich hatte der nicht mal eine vernünftige Bewerbungsmappe. Was weiss der schon !!!

Allerdings stelle ich auch hier immer wieder fest, dass die
Bereitschaft zum Lernen gering ist und/oder dass Leuten die
Selbsterkenntnis fehlt, über eine Sache keine Ahnung zu haben.

Ja aber Ralf, sowas findet man doch auch bei Leuten, die Bewerbungsgespräche führen. Nur keine Scheu, zeig ihnen wo der Hammer hängt, was in dir steckt und welche Bücher du gelesen hast.

Die Garantie, dass du noch viele Bewerbungen schreiben, das Symstem perfektionieren und ein Meister der Bewerbung werden wirst, ist dir sicher.

Gruss
Marion

Hi Christian,

dann gehts Dir ja nicht anders als mir…

Gut finde ich auch den Vorwurf an uns, wir würden unsere Bewerbungen nur „hinschmieren“. Ich dagegen halte (u.a. aus eigener Erfahrung als Stellenbieter) meine Bewerbungen für durchaus überdurchschnittlich, auch wenn ich mir nicht 3 Wochen Urlaub dafür genommen habe:smile:

Aber Erfolg kann ja nur Glück sein und keine pers. Leistung (trauriges Weltbild, oder?)

Mittlerweile erheiterte Grüße
Jürgen

Moin Marion,

Warum denn so schüchtern ? Ganz sicher ist es doch nur ein
TEST. Dein Gegenber will herausfinden, ob die das
Selbstbewußtsein besitzt, ihn auch im Vorstellungsgespräch zu
korrigieren.

Damit hätte ich auch kein Problem.

Und sowieso, wieso hat der Ahnung ? Wer weiss,
wie der seinen Job gekriegt hat ? Vermutlich hatte der nicht
mal eine vernünftige Bewerbungsmappe. Was weiss der schon !!!

Richtig, ist möglich. Nur bei ihm weiss ich es nicht definitiv, dass er keine Ahnung hat. Hier haben sich aber gleich mehrere als ahnungslos und arrogant geoutet.

Und bis zum Beweis des Gegenteils gehe ich stets davon aus, dass mein Gegenüber weiss, worüber er spricht.

Ciao

Ralf

Moin,

natürlich erhöht es die Chancen auf die Einladung zu einem
Vorstellungsgespräch, eine ordentlich aufbereitete, passgenau
formulierte Bewerbung zu schreiben, allerdings ist auch die
tollste Bewerbung keine Garantie.

Richtig. Ich habe ja auch immer wieder betont, dass man auch mit qualitativ (nicht inhaltlich!) schlechten Bewerbungen den Job bekommen kann, wenn sie halt inhaltlich hervorragend ist. Ebenso kann man mit qualitativ erstklassigen Bewerbungen den Job nicht bekommen, wenn sie halt inhaltlich zweitklassig ist. Logisch.

Nur: die Wahrscheinlichkeit den Job mit einer qualitativ erstklassigen Bewerbung den Job zu bekommen, ist sicherlich größer als mit einer qualitativ zweitklassigen.

Ich habe einige Jahre unter anderem als Bewerbungstrainerin
gearbeitet, oftmals waren es gerade die Bewerber, die keinen
Job bekamen, die sich minutiös auf ALLE (wirklich alle)
möglichen und unmöglichen Fragen und Varianten eines
Bewerbergespräches vorbereitet hatten. Erst mal natürlich,
weil die Schlussfolgerung naheliegt, dass sie nicht wirklich
in der Lage sind Prioritäten zu setzen und zweitens, weil
genau das natürlich auch der Personaler merkt (spätestens im
Gespräch).

Richtig. Habe ich auch immer wieder betont, dass man sich überlegen soll, wie man auf Antworten reagiert, aber die Antworten nicht auswendig lernt oder so. Man sollte sich vorbereiten, aber nicht irgendein Schauspiel betreiben.

  1. Unterlagen zusammenstellen und kopieren (am besten gleich
    100mal, dann reicht es erst einmal eine Weile).

…und im Copyshop auch gleich die Mappen kaufen und die
Umschläge… spart ja doch ein bisschen Zeit…

Ok, das ist natürlich richtig, wenn es die Mappen/Umschläge dort gibt.

  1. Bewerbungsanschreiben erstellen. Auch hier habe ich vier
    verschiedene Versionen. Natürlich wird sie dann noch mal
    verändert, wenn es ein aktuelles Anschreiben ist. Sicherlich
    kann man Bausteine übernehmen, aber es darf nicht auffallen,
    dass es Bausteine sind.

  1. Mit (Kurz-)Bewerbungen und (Kurz-)Lebenslauf zu einem
    Experten gehen (Bewerbungscenter). …
  2. Aufgrund der Tipps die Unterlagen überarbeiten. Eventuell
    ein zweites Mal (zur Bestätigung) hingehen.
  3. Zeitungen kaufen und studieren.
  4. Informationen zu den entsprechenden Firmen heraussuchen
    und in das Bewerbungsanschreiben einarbeiten.

Ganz ehrlich… nach diesem Verfahren dauert es in der Tat
Wochen, bis eine Bewerbung fertig ist. Liebe Leute, es ist
durchaus sinnvoll, sich ZUERST die Stelle zu suchen, DANN
dort anzurufen und DANN das evtl. bereits vorhandene
Anschreiben darauf passgenau zu formulieren. Spart ebenfalls
Zeit.

Möglich. Über die Reihenfolge kann man diskutieren. Im Endeffekt muss man ja eh wieder auf jede neue Anzeige das Anschreiben (etwas) ändern. Ob man sich den Rohbau vor der ersten Anzeige (man weiss ja ungefähr, was kommt) oder nach der ersten Anzeige formuliert, ist, denke ich, Geschmackssache. Ist aber möglich, dass dies so etwas schneller geht.

Die meisten Bewerbungscenter checken Anschreiben auch per mail
mit einer kurzen Rückmeldung dazu. Das ist vor allem dann
sinnvoll, wenn man vorher schon einmal in einem persönlichen
Gespräch die Unterlagen gemeinsam und detailliert besprochen
hat.

Das ist richtig. Dennoch halte ich ein persönliches Gespräch (wo man auch schneller Rückfragen stellen kann) besser als Email-Kontakt. Für die zweite Korrektur ist ein Email-Kontakt aber durchaus zu empfehlen. Da sollte dann (wenn das erste Gespräch ausführlich und detailliert genug war) eigentlich eh nur noch ein „Gut“ kommen.

  1. Vor Vorstellungsgesprächen: Welche Fragen können kommen?

Welche Antworten sind richtig? Habe ich alles passend
zusammen?
16. Am Vormittag (wenn noch Zeit): sich auf das Gespräch in
Ruhe vorbereiten. Auch natürlich: welche Fragen kann man
selbst stellen?

Ja, richtig. Dabei aber bitte bedenken, dass die Personaler
natürlich auch einen Eindruck vom Menschen haben möchten, der
sich dort bewirbt und nicht der vom Bewerber gelesenen Bücher
bzw. der Tipps diverser Bewerbungstrainer.

Das ist richtig. Daher habe ich auch absichtlich nie etwas von Büchern geschrieben. Vielleicht sollte man sich so ein Buch mal an Anfang einer Bewerbung quer durchlesen. Aber nicht mehr.

Dann sollte man sich selbst überlegen, welche Fragen kommen können und welche Antworten man geben will. Dann weiss man nämlich, dass das seine eigenen Antworten sind und nicht irgendetwas auswendig gelerntes. Denn das ist ja klar: selbst ein durchschnittlicher Personaler kennt die Buchantworten auf seine Fragen.

Ich stelle sicherlich niemanden ein, der sich darstellt wie
ein wandelndes durchgestyltes Bewerbungsbuch und keinerlei
persönliches Profil mehr besitzt…

Richtig.

Natürlich kann man auch weniger Zeit für eine Bewerbung
aufwenden. Aber dann kann man es auch gleich lassen.

Oder einfach die Zeit effektiv und effizient nutzen , die zu
Verfügung steht :wink:

Richtig. Es ist schön, in diesem Thread auch mal jemanden zu lesen, die weiss, wovon sie spricht. Das merkt man gleich.

Ciao

Ralf

Moin Jürgen,

Gut finde ich auch den Vorwurf an uns, wir würden unsere
Bewerbungen nur „hinschmieren“. Ich dagegen halte (u.a. aus
eigener Erfahrung als Stellenbieter) meine Bewerbungen für
durchaus überdurchschnittlich,

Richtig. Du „hälst“. Das tun eigentlich (fast) alle (sonst würde man es ja besser machen).

Aber Erfolg kann ja nur Glück sein und keine pers. Leistung
(trauriges Weltbild, oder?)

Wo habe ich das behauptet?

Ich habe immer wieder geschrieben, dass du mit einer qualitativ zweitklassigen Bewerbung auch den Job bekommen kannst, wenn sie inhaltlich erstklassig ist. Das ist dann ja wohl persönliche Leistung, oder?

Nur ist die Wahrscheinlichkeit nun mal größer, dass du einen Job mit einer qualitativ erst- als mit einer qualitativ zweitklassigen Bewerbung bekommst.

Anscheinend haben deine fachlichen Fähigkeiten die qualitativen Schwächen deiner Bewerbung kompensiert. Aber warum das Risiko eingehen?

Ciao

Ralf