Hallo,
ich hätte da eine Frage: Wie brennen Kerzen? (Das klingt vielleicht ein wenig simpel.) Wie kann es aber sein, das der Faden solange Wachs(oder ähnliches) vorhanden ist nicht einfach abbrennt?
Danke schon mal für die Beantwortung und das Erlösen aus meiner Unkenntnis.
Tschüß Rebecca
Hi Rebecca,
der Docht selbst brennt nach dem Anzünden, bis die Flamme anfängt, das Wachs zu schmelzen. Dann saugt der Docht wegen der Kapillarwirkung das Wachs nach oben, gleichzeitig verdampft das Wachs, weil es sehr heiß wird, und was du dann als Flamme siehst, ist brennendes Gas. Der Docht brennt dann nur noch da, wo er Verbrennungsluft erwischt, also wo er - weil er zu lang oder krumm wird - aus der Flamme hinausragt.
Gruß Ralf
Hi Rebecca und Ralf,
dass Kerzenwachs sogar ohne Docht brennen kann, erlebe ich immer wieder, wenn ich schnell warm brauche.
Man nahme einen brennenden Ölherd/Ölofen und werfe eine unbrauchbar gewordene Kerze hinein (maximal 100 Gramm).
Nach wenigen Minuten kann man die Ölzufuhr sogar komplett abstellen, denn das Wachs ist inzwischen so heiss, dass es unter der eigenen Hitze verdampft und weiterbrennt. (Allerdings eher unkontrolliert, aber es gibt mächtig warm)
Gruss,
Hallo Rebecca,
mehrere Arten von Verbrennen finden in einer Kerze statt.
Zum einen brennt der Dort, wie schon erwähnt kurz nach dem Anzünden und wenn er zu Lang ist und aus der Flamme ragt.
Dann besteht Wachs aus langkettigen Kohlenwasserstoffen, die mit Verunreinigungen vermischt sind. Die Kohlenwasserstoffe zerfallen bei der Hitze in ihre Bestandteile. Das sind Wasserstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff und verschiedene sonstige. Die Sonstigen entweichen als Gas, beziehungsweise Nebenprodukte. Die Verunreinigungen können auch gewünscht sein. Zum Beispiel die Aromastoffe einer Bienenwachskerze. Sie sollten die Verbrennung aber nur unwesentlich beeinflussen.
Der Sauerstoff verbrennt mit den Wasserstoff zu Wasser. Das Wasser entweicht als Gas aus der Flamme.
Den größten Teil der Verbrennung entsteht durch den Kohlenstoff. Durch die Flamme wird der Kohlenstoff so weit erhitzt, dass er glüht. Dadurch leuchtet die Flamme orange-rot. Wenn der Kohlenstoff so an die Luft, also an den Rand der Flamme gelangt, verbrennt der Kohlenstoff mit dem Luftsauerstoff zu Kohlendioxid. Das ist der Großteil der Verbrennung.
Dadurch, dass die Gase der Flamme heißer und leichter sind als die umgebende Luft, steigen die Gase durch die Schwerkraft nach oben. Das sorgt für die Form der Flamme. In der Schwerelosigkeit brennt eine Kerze kugelförmig.
Hoffe, die Informationen reichen dir.
Lomingen.
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Dann saugt der Docht wegen
der Kapillarwirkung das Wachs nach oben, gleichzeitig
verdampft das Wachs, weil es sehr heiß wird, und was du dann
als Flamme siehst, ist brennendes Gas. Der Docht brennt dann
nur noch da, wo er Verbrennungsluft erwischt, also wo er -
weil er zu lang oder krumm wird - aus der Flamme hinausragt.
dasselbe prinzip gibt es auch bei lampen, die man mit ölgetränkter watte füllt. die watte verbrennt auch nicht, außer es ist kein öl mehr da
welchen zweck hat die watte bzw. der docht eigentlich? geht es um die oberfläche oder darum, wachs bzw. öl mit luft zu vermischen?
gruß
datafox
Hi datafox
welchen zweck hat die watte
bzw. der docht eigentlich? geht es um die oberfläche oder
darum, wachs bzw. öl mit luft zu vermischen?
Es geht nur darum, das Öl bzw das flüssige Wachs nach oben zu kriegen - Kapillarwirkung oder auch Löschblatteffekt. Im Docht wird keinerlei Luft dazugemischt, das passiert erst in der Gasphase.
Gruß Ralf
ps: Trötet die Flöte schon?
docht geschützt
a) durch das aufsteigende und verdampfende Wachs (Kühlung)
b) durch die reduzierende Atmosphäre innerhalb der Flamme
im Detail
aus www.quarks.de
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Vielen Danke an alle für Eure ausführliche Beantwortung. Es war sehr informativ.
Tschüß Rebecca